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Veröffentlicht am 16.12.2025

Mörderisches Wien

Wienerberg
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"Wienerberg" ist der vierte Fall von Felix Grohsmann und Joe Kettler, sowie der forensischen Psychologin Nicky Witt.
Mina Albich entführt uns in ihrem vierten Wien-Krimi zur ehemaligen Richtstätte am Wienerberg. ...

"Wienerberg" ist der vierte Fall von Felix Grohsmann und Joe Kettler, sowie der forensischen Psychologin Nicky Witt.
Mina Albich entführt uns in ihrem vierten Wien-Krimi zur ehemaligen Richtstätte am Wienerberg. Dort wurde im frühen 19. Jahrhundert Therese Kandl als erste Frau gehängt. Heute ist an der alten Richtstätte ein Wasserturm mit einem Wasserspielplatz und die "Spinnerin am Kreuz", die gotische Bildsäule auf dem Cover.

Als die achtjährige Mara ihren Käfer beim Spielplatz begraben will, findet sie einen Knochen, der sich kurze Zeit später als Oberschenkelknochen eines Menschen entpuppt. Dieser verstarb vor ungefähr dreißig Jahren. Deshalb suchen Grohsmann und Kettler nach Vermisstenfällen aus dieser Zeit. Bald entwickelt sich dieser Cold Case aber als sehr komplexer Fall. Zusätzlich deutet viel darauf hin, dass damals schlampig gearbeitet wurde, um einigen höheren "Persönlichkeiten" nicht auf die Zehen zu steigen. Als es jedoch zu einem Mordanschlag kommt, der anscheinend mit dem Cold Case von damals zusammenhängt, wird die Ermittlergruppe nervös.
Psychologin Nicky Witt nimmt sich Mara an, die seit dem Knochenfund belästigt wird. Nächtens kommt es immer wieder zu "Geistererscheinungen" vor ihrem Fenster, was Mara sehr verängstigt. Das Mädchen, welches als leicht autistisch gilt, ist blitzgescheit. Ihre alleinerziehende Mutter kommt allerdings nicht wirklich mit ihr zurecht und tut diese Erscheinungen als Hirngespinste ab.

Die Figuren sind wieder lebendig und facettenreich und bis hin zu den Nebenfiguren sehr authentisch dargestellt. Mir waren es diesmal aber fast zu viele Charaktere. Behilflich war dabei das Personenregister am Anfang des Buches.
Der Schreibstil von Mina Albich lässt sich sehr gut lesen und vor allem das Lokalkolorit ist wieder absolut gelungen. Immer wieder "spukt" auch Theresa Kandl im Krimi herum und erinnert an ihr Schicksal. Man erlebt Wien aus verschiedenen Blickwinkeln und fiebert mit dem verzwickten Fall und allen darauffolgenden Entwicklungen mit. Bis hier sämtliche Fäden zusammengeführt werden, dauert es und führt Felix Grohsmann und Joe Kettler auf viele verschiedene (Um-)wege.
Mina Albich gelingt es überraschende Wendungen einzubauen, die den Leser immer von neuem rätseln lassen. Die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten. Manches war mir allerdings zu detailverliebt erzählt. Ich muss z. Bsp. nicht wissen, welche Teesorte laufend getrunken werden...

Mir war es diesmal oftmals leider etwas zu verwirrend. Ich denke aber, dass liegt daran, dass ich den Krimi nicht in einem Zug durchlesen konnte, sondern immer wieder (ungewollte) Pausen einlegen musste, weil ich kaum Zeit fand (was nicht geplant war).
Ich bin die Einzige in der Leserunde, die bisher keine fünf Sterne gegeben hat, also bitte macht euch selbst ein Bild!

Fazit:
Ein weiterer spannender Wien-Krimi aus der Reihe um Felix Grohsmann und Joe Kettler, den ich gerne weiter empfehle.

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Veröffentlicht am 14.12.2025

Wo ist Sofia?

Wem du traust
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Ich liebe die Spannungsromane von Petra Johann. Ganz besonders mochte ich "Der Buchhändler", den ich immer gerne weiterempfehle. Eine tolle Milieustudie!
Genau diesen Blick hinter die Kulissen beherrscht ...

Ich liebe die Spannungsromane von Petra Johann. Ganz besonders mochte ich "Der Buchhändler", den ich immer gerne weiterempfehle. Eine tolle Milieustudie!
Genau diesen Blick hinter die Kulissen beherrscht die Autorin perfekt! Auch diesmal rätseln wir, wer hinter der gutbürgerlichen Fassade ein Geheimnis bewahrt....

Eva und Susanne sind schon sehr lange allerbeste Freundinnen. Als Susanne ihre heute 15jährige Tochter Sofia alleine aufziehen musste, war Eva immer zur Stelle. Gemeinsam waren sie für das Mädchen da und ihre kleine Patchwork- Familie. Seit Eva mit Daniel verheiratet ist, passt Sofia des Öfteren auf deren Sohn Linus auf. Das Verhältnis zwischen allen ist sehr freundschaftlich.
Als Eva und Daniel, sowie auch Susanne mit ihrem aktuellen Freund Axel eine Party besuchen, ist es wieder Sofia, die bei Linus bleibt. Während Susanne annimmt, dass ihre Tochter bei Eva und Daniel später übernachten wird, möchte Sofia lieber nach Hause gefahren werden. Daniel bringt die Fünfzehnjährige nach Hause, doch am nächsten Tag ist das Mädchen verschwunden. Was ist passiert, nachdem Sofia aus dem Auto ausgestiegen ist?

Sofia ist eine Einzelgängerin, die kaum Freundschaften pflegt, aber sich für Vieles interessiert. Sie ist nicht unbeliebt und wird auch nicht gemobbt, aber sie bleibt am liebsten für sich. Umso schwieriger ist es für die Kriminalpolizei mehr über sie zu erfahren.
Schnell kommen Erinnerungen an den Disco-Mord hoch. Die damals neunzehnjährige Jennifer wurde vor 15 Jahren vergewaltigt und ermordet. Der Täter wurde bis heute nicht gefunden. Dieser Cold Case bleibt als roter Faden bestehen. Die Autorin eröffnet damit eine zusätzliche Perspektive, die Spannung aufbaut und mit dem Verschwinden von Sofia verwoben wird.
Ihr gelingt es perfekt nach einem eher ruhigen Einstieg die Spannungskurve zu steigern, dass man als Leser gerne dran bleibt.

Der Kriminalroman wird aus der Sicht von Eva, sowie aus der von Kriminalkommissarin Heidi Westphal erzählt. Dazwischen gibt es auch einige Passagen in kursiver Schrift, die Fragen aufwerfen. Diese werden aber schneller beantwortet, als ich eigentlich dachte.

Wie auch in ihren anderen Büchern legt die Autorin den Schwerpunkt des Spannungsromans auf ihre Charaktere. Man spürt, wie das Verschwinden von Sofia ihr Leben völlig auf den Kopf stellt und sie verändert. Die angespannte Atmosphäre und die Suche nach Sofia war jederzeit spürbar. Es geht um Freundschaft, Familie und Vertrauen.
Die Charaktere sind toll gezeichnet und trotzdem fragt man sich mit der Zeit immer wieder, ob einer von ihnen vielleicht doch nicht die Wahrheit sagt und wem man eigentlich trauen kann?

Der im Klappentext beschrieben blutbefleckte Pullover ist nicht nur eine Kapuzenjacke, sondern kommt auch erst im aller letzten Drittel vor. Immer öfters verzichte ich darauf Klappentexte zu lesen, bevor ich mit dem Buch starte, denn diese beschreiben oft zu viel oder einfach Dinge, die gar nicht oder anders geschehen.

Die Auflösung ist schlüssig, hat mich aber nicht ganz überzeugt. Trotzdem hat mich auch dieser neue Kriminalroman/Spannungsroman der Autorin wieder sehr gut unterhalten.

Fazit:
Wieder eine überzeugende Geschichte von Petra Johann, auch wenn ich "Wem du traust" etwas schwächer als "Der Buchhändler" und "Die Schwester" finde. Dennoch hatte ich spannende Lesestunden und freue mich auf das nächste Buch der Autorin.

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Veröffentlicht am 11.12.2025

Lebkuchenduft und Schneeflocken - cosy Weihnachtsroman

Schneezauber in Norwegen
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Langsam wird es Zeit für ein paar Weihnachtsromane! Und wohin würde ich zur Weihnachtszeit am liebsten entfliehen? In die Berge oder in den Norden....auf jeden Fall brauche ich Schnee, der bei uns ja leider ...

Langsam wird es Zeit für ein paar Weihnachtsromane! Und wohin würde ich zur Weihnachtszeit am liebsten entfliehen? In die Berge oder in den Norden....auf jeden Fall brauche ich Schnee, der bei uns ja leider immer weniger wird..

Anna Liebig aka Nicole Steyer oder Linda Winterberg hat dieses Jahr nach "Winterträume in New York" (habe ich nicht gelesen) ihren nächsten Weihnachtsroman in Norwegen spielen lassen. Da bin ich doch gleich dabei!

Als Uwe, der Großvater von Nina, eine Dokumentation über die größte Lebkuchenstadt in Bergen sieht, entdeckt er seine erste große Liebe Ingrid im TV. Sie ist die Leiterin dieser einmaligen kleinen Stadt aus Lebkuchen. Spontan beschließt er nach Norwegen zu reisen und Ingrid in Bergen zu besuchen. Doch alleine traut er sich nicht so richtig und er bittet seine Enkelin mitzufahren. Nina hat gerade ihren Job gekündigt und möchte die Bitte ihres noch einzig lebenden Familienmitgliedes nicht abschlagen. Auch ihr etwas exzentrischer Mitbewohner Alex ist sofort Feuer und Flamme und nimmt sich spontan Zeit für eine vorweihnachtliche Reise in den Norden.
Als die drei in Norwegen ankommen, werden sie nicht nur von Schneeflocken und dem winterlichen Ambiente empfangen, sondern auch von einem sympathischen Besitzer der Pension, in der sie sich eingemietet haben. Doch auch die Einwohner von Bergen, die jedes Jahr mithelfen diese einzigartige Stadt aufzubauen, sind schnell mit Uwe auf "Du und Du". Nur Ingrid gegenüber traut er sich nicht seine wahre Identität preiszugeben.

Anna Liebig hat einen zu Herzen gehenden Weihnachtsroman geschrieben, der in Bergen spielt und mir die noch völlig unbekannte größte Lebkuchenstadt der Welt näher gebracht hat. Natürlich musste ich zuallererst danach googeln und habe die tollen Kreationen und vor allem auch diese wunderschöne Idee bestaunt.

Der Schreibstil von Anna Liebig ist sehr bildhaft und lässt sich flüssig lesen. Mit den sympathischen Protagonisten Uwe, Nina und Alex bin ich durch die kleine und charmante Stadt gewandert und habe das weihnachtliche Ambiente gefühlt. Das winterliche Setting hat mich schnell verzaubert. Die Liebesgeschichte entwickelt sich langsam und glaubwürdig. Die Verbindung zur Vergangenheit von Uwe und dem Kennenlernen seiner Ingrid hat mir sehr gut gefallen.

Die Figuren sind liebenswert und glaubwürdig dargestellt. Jeder hat seine Ecken und Kanten. Die Beziehung zwischen Nina und ihrem Großvater ist eine ganz besondere, denn sie hat ihre Eltern früh verloren und nur mehr ihren Opa Uwe. Auch das spürt man intensiv durch die Seiten. Alex versprüht hingegen Spontanität und Humor und gibt dem Roman Dynamik.
Ein bisschen Drama darf natürlich bei einer Geschichte wie dieser, nicht fehlen. Mir war es am Ende fast ein bisschen "too much", denn es passierte unglaublich viel. Trotzdem mochte ich diese vorweihnachtliche Geschichte sehr, die genau das richtige Wohlfühlgefühl vermittelt.

Fazit:
Eine warmherzige und leichte Geschichte im winterlichen Norwegen über zweite Chancen. Ein richtiger Wohlfühlroman, der perfekt in die Vorweihnachtszeit passt.

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Blutiges Wichtelgeschenk

Der Kurator
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Nachdem mir "Der Gourmet" nach "Der Zögling" wirklich sehr gut gefallen hat, ist "Der Kurator" nun für meinen Geschmack wieder etwas schwächer.

Doch der Beginn ist absolut gelungen und man ist dadurch ...

Nachdem mir "Der Gourmet" nach "Der Zögling" wirklich sehr gut gefallen hat, ist "Der Kurator" nun für meinen Geschmack wieder etwas schwächer.

Doch der Beginn ist absolut gelungen und man ist dadurch sofort mitten im Geschehen. Es ist kurz vor Weihnachten. Bei einer Firmenweihnachtsfeier werden die Pakete des firmeninternen Wichtelspiels geöffnet. Dabei kommt es zu einer bösen Überraschung, denn in einem der Pakete ist nicht der erwartete Ring, sondern zwei abgeschnittene Finger und die kryptische Nachricht #BSC6.
Kurze Zeit später werden weitere abgetrennte Finger gefunden, doch nur eine dazugehörige Leiche. Washington Poe und Analytikerin Tilly Bradshaw werden vom SCAS Team unter Stephanie Flynn hinzugezogen. Doch auch die beiden sehen kein Muster in den Fällen und keine Übereinstimmungen bei den Opfern. Bis Washington Poe endlich eine kleine Spur findet, die zum mutmaßlichen Täter führen könnte....

Poe und Tilly sind mittlerweile ein sich perfekt ergänzendes Team. Sie vertrauen aufeinander und die Dynamik zwischen den beiden ist allgegenwärtig. Poe und Bradshaw sind sehr eigenwillige Charaktere. Sie sind das große Plus an dieser Reihe. Zwei Einzelgänger, die mit hohen analytischen Verstand arbeiten.

Die Sprache ist etwas rau. Die Dialoge sind aber auch oft witzig und der schwarze englische Humor liegt mir sehr. Tillys kaum soziale Kompetenz schmerzt manchmal beim Lesen, doch ihre Ehrlichkeit wirkt auch oftmals sehr erfrischend.
Die Handlung des Krimis ist sehr komplex und teilweise verstörend. M.W. Craven schreibt sehr detailgetreu und manchmal ausschweifend. Die Handlung wird hauptsächlich aus der Sicht von Washington Poe erzählt, lässt aber auch Einblicke aus der Perspektive der Opfer zu.

Die Landschaftsbeschreibungen von Cumbria, ein sehr karger und rauer Landstrich in Großbritannien, wird sehr bildhaft beschrieben. Die düstere Atmosphäre ist allgegenwärtig. Besonders bei der Überfahrt auf eine fast unbewohnte Insel war mir durchgehend kalt. Die raue See und der Wind...ich hatte alles klar vor meinen Augen.
Der Autor ist aber auch ein Meister im legen falscher Fährten. Am Ende überrascht er noch zusätzlich mit einem Twist, der mich sehr verblüfft zurückgelassen hat. Noch bin ich immer noch am Überlegen, ob er nicht etwas weit her geholt wirkt....

M.W. Craven spricht in diesem Band der Reihe ein sehr aktuelles Thema an, welches bisher an mir vorbei gegangen ist. Im Nachwort geht der Autor noch etwas mehr darauf ein und hat ein etwas flaues Gefühl bei mir hinterlassen.
"Der Kurator" kann auch unabhängig zu den anderen Bänden der Reihe gelesen werden. Ich habe mir aber trotzdem den fünften Band "Der Botaniker", der als erstes Buch der Reihe auf Deutsch veröffentlicht wurde (warum Droemer Knaur ?) aufgehoben und werde ihn definitiv erst nach Band vier lesen, der bereits im Februar erscheinen wird.


Fazit:
Ein spannender dritter Teil mit einem völlig verrückten Fall, der mich sehr gut unterhalten hat und etwas Gänsehautfeeling verbreitet. Ich werde die Reihe sicherlich weiter fortsetzen und freue mich schon auf den kommenden vierten Teil.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Das Leben ist wie ein Jahreskreis

Wilder Honig
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Der Roman spielt im walisischen Berllan Deg, wo Hannah mit ihrer Schwester Sadie aufgewachsen ist. Sadie floh vor den sehr bestimmenden Eltern und führte ihr eigenes Leben in der Stadt, während Hannah ...

Der Roman spielt im walisischen Berllan Deg, wo Hannah mit ihrer Schwester Sadie aufgewachsen ist. Sadie floh vor den sehr bestimmenden Eltern und führte ihr eigenes Leben in der Stadt, während Hannah und ihr Ehemann John bis zu deren Tod unter ihrer Herrschaft litten.
Im Winter ihres Lebens ist Hannah nun nach dem Tod ihres Mannes alleine in ihrem Elternhaus angekommen. Zur Trauerfeier reist ihre Schwester Sadie an, die Hannah die nächste Zeit unterstützen möchte. Doch lange sind die beiden Frauen nicht alleine, denn sie bekommen Besuch von Megan, einer jungen Frau, die in einem besonderen Verhältnis zu Hannah und Sadie steht. Mehr möchte ich dazu nicht erzählen....

Alle drei Frauen fühlen sich in ihrem Leben verloren und sind nach der Suche nach sich selbst. Während sich Hannah, Sadie und Megan im dunklen und schneereichen Winter zurückziehen, nähern sie sich im kommenden Frühling an. Während John vor allem seine wissenschaftlichen Bücher und die Imkerei am Herzen lag, widmet sich Hannah nun dem verwilderten Obstgarten ihres Vaters, den sie endlich nach ihren eigenen Plänen anlegen kann. Mit Jack, der John bei den Bienen geholfen hat und im Frühling und Sommer in einem Wohnwagen im Garten wohnt, kommt eine weitere interessante Figur hinzu. Er befasst sich vor allem mit den Bienenvölkern und bringt Megan und dem Leser das Bienenvolk näher. Hier habe ich mit Neugier gelesen, denn mein Mann ist seit letztem Jahr ebenfalls Imker und ich muss zugeben, dass ich vieles noch nicht richtig verstehe.

Dazwischen lesen wir aus den Briefen, die John seiner Frau hinterlassen hat. Anhand seiner Erzählungen aus dem Leben der Bienen, versucht er Hannah mitzuteilen, warum ihr Leben und ihre Ehe so verlaufen ist. Vor allem aber möchte er ihr erklären, warum er sein Geheimnis erst nach seinem Tode offenbart und ihr nicht früher davon erzählt hat. Dieses Geheimnis reißt jedoch alte Wunden auf, die Hannah fast zerstören....
Die Briefe, die John an Hannah geschrieben hat, haben mich nicht wirklich überzeugt. Mir fehlten hier die Emotionen im Bezug zu ihrer Ehe und Liebe.

Die bildhafte und poetische Sprache der Autorin habe ich genossen, obwohl sich die Geschichte eher unaufgeregt und leise präsentiert. Die Charaktere sind facettenreich und haben eine emotionale Tiefe, die sich jedoch erst langsam entwickelt. Es werden wesentliche Themen angesprochen und beleuchtet.

Vor allem die atmosphärische Beschreibung der Natur und der Landschaft habe ich genossen. Dabei wird die Geschichte auf anderer Seite sehr unaufgeregt erzählt, wobei es auch zu kleinen Längen kommen kann. Ich denke, man muss sich in die Geschichte hineinfühlen und auch in der richtigen Stimmung sein.

Am Ende schließt sich der Jahreskreis und gibt der Geschichte um Hannah, John, Sadie, Megan und Jack den perfekten Rahmen. Diese Verbindung habe ich als sehr harmonisch empfunden. Der graue und kalte Winter mit Johns Tod und Hannahs Trauer und Wut, danach der Frühling und Megans Ankunft bzw. ihre kleine Annäherung an die Schwestern, Hannahs Pflege des Obstgartens und dann die in Blüte stehenden Bäume, die neue Hoffnung geben bis es zur Ernte kommt.

Mir hat die Aussage der Geschichte und die bildhafte Erzählung im Jahreskreis gut gefallen, wenn sie auch manchmal etwas mehr Tempo vertragen hätte.

Fazit:
Ein sehr leiser und tiefgründiger Roman, bei dem mir vor allem die atmosphärische Beschreibung der Natur gefallen hat und die langsame Entwicklung der drei Frauen, die schlussendlich zu sich selbst finden.

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