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Veröffentlicht am 06.12.2025

Einige Längen, aber geheimnisvoll bis zum Schluss

I'll look for you, Everywhere
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Magdalen und Theo sehen sich zum ersten Mal nach sieben Jahren wieder, als sie aufgrund einer Hochzeitseinladung in ihren Heimatort, die italienische Kleinstadt Chivasso, reisen. Früher einmal waren sie ...

Magdalen und Theo sehen sich zum ersten Mal nach sieben Jahren wieder, als sie aufgrund einer Hochzeitseinladung in ihren Heimatort, die italienische Kleinstadt Chivasso, reisen. Früher einmal waren sie Nachbarn - Magdalen noch ein Kind und Theos kleine Schwester ihre beste Freundin. Aber jetzt spüren Magdalen und Theo eine knisternde Anziehung zwischen sich. Jedoch treten düstere Geheimnisse ihrer Familien an die Oberfläche. Wie stark sind ihre Gefühle füreinander wirklich?

Die mitunter derbe Wortwahl hat mich zuerst verwundert, aber irgendwie hab ich mich dann doch daran gewöhnt. Angesichts dessen, dass sie vorwiegend in der direkten Rede und den Gedanken der Protagonisten vorkommt, der Rest aber durchaus nicht in anspruchslosem Stil geschrieben ist, finde ich die Sprache insgesamt nicht unbedingt unpassend, und diese Gegensätze im Sprachstil deuten bereits in den ersten Kapiteln darauf hin, dass es im Laufe der Geschichte nicht nur um Anziehung und Romantik gehen wird. Sondern auch um das Gegenteil, was erstmals dann auch durch die Erwähnung von Magdalens Brandnarben verdeutlicht wird. Interessant ist auch, wie die Wortwahl während bestimmter Situationen respektvoller ist; sie ist also durchaus als Stilmittel eingesetzt.

Die wachsende Anziehungskraft zwischen Magdalen und Theo kommt gut in den Formulierungen ihrer Gedanken rüber. Dass Theo sich teilweise aber widersprüchlich zu seinen Gedanken verhält, lässt ihn unnahbarer erscheinen als Magdalen und irgendwie auch - nicht auf positive Weise - unvorhersehbarer. Mir war deshalb bis zu den letzten Kapiteln Magdalen ein bisschen näher, auch wenn manche sie schüchtern oder gar unscheinbar nennen mögen. Ich fand sie angenehm.

Es gibt zwischendurch einige Längen in dem Buch, weil einfach wenig passiert, deshalb gebe ich dem Buch 3,5 Sterne, aufgrund der starken letzten Kapitel aufgerundet auf 4 von 5 Sternen.

Zu erwähnen ist noch der wunderschöne hochwertige Klappen-Einband der Print-Version mit verträumt-geheimnisvollem Cover-Motiv und farblich perfekt dazu passendem Verlaufs-Farbschnitt.

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Der Gute und der Böse

Das Zwillingsmatch
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Caro leitet zusammen mit ihrem Ex-Freund eine Event-Agentur und stellt einen Praktikanten namens Ben ein. Sie kann nicht verhindern, sich in Ben zu verlieben. Die Ereignisse überschlagen sich, und es kommt ...

Caro leitet zusammen mit ihrem Ex-Freund eine Event-Agentur und stellt einen Praktikanten namens Ben ein. Sie kann nicht verhindern, sich in Ben zu verlieben. Die Ereignisse überschlagen sich, und es kommt heraus, dass Ben einen Zwillingsbruder hat, mit welchem er zusammen ein falsches Spiel treibt…

Der Sprachstil ist sehr authentisch, wodurch sich das Buch flüssig liest. Es wird aus verschiedenen Sichtweisen geschrieben, was aber sehr gelungen ist und dem Lesevergnügen keinen Abbruch tut.

Die Autorin hat die Gedanken und Stimmungen der Figuren sehr gefühlvoll dargestellt, und man kann sich gut in diese hineinversetzen. Es handelt sich hier um keinen romantischen Liebesroman, sondern es herrscht eine eher düstere Grundstimmung vor.

Da es zu viele sprachliche Ungenauigkeiten/Verwechslungen in meiner Ausgabe gab, die das Lesevergnügen etwas minderten, und die Geschehnisse teilweise etwas vorhersehbar waren, kann ich keine volle Punktezahl vergeben.

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Naivität und Emanzipation

Und die Nacht prahlt mit Kometen
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Valerie, kurz „Vie“, trifft bei einem Flohmarktbesuch auf den einige Jahre älteren Bojan und denkt sofort: „Das ist der Mann, von dem ich ein Kind bekommen werde.“ Als sie sich nach einiger Zeit zufällig ...

Valerie, kurz „Vie“, trifft bei einem Flohmarktbesuch auf den einige Jahre älteren Bojan und denkt sofort: „Das ist der Mann, von dem ich ein Kind bekommen werde.“ Als sie sich nach einiger Zeit zufällig wiedertreffen, beginnen sie eine Beziehung. Eine Beziehung, die nicht auf Augenhöhe stattfindet. Abwertung und Gewalttätigkeit bestimmen immer mehr Vies Alltag.

Es wird kapitelweise abwechselnd die Gegenwart und die Vergangenheit erzählt. Der Erzählstil des außenstehenden Erzählers ist fast schon nüchtern-kühl. Am Anfang fand ich das noch passend; schließlich kann man sich vorstellen, dass Vie genau so eine Distanziertheit benötigt, um überhaupt noch irgendwie klarzukommen. Nach einiger Zeit aber, wenn man tiefer in die Begebenheiten eintauchen möchte, wandelt sich das Kühl-Distanzierte fast schon in Oberflächlichkeit. Dadurch nahm mich das Buch nicht ganz so gefangen, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Vie wirkt wie eine ziemlich naive Person, die leider wenig Selbstbewusstsein hat. An einer Stelle nimmt der Erzähler Bezug auf das Verhalten von Vies Eltern ihr gegenüber, als sie noch ein Baby war. Sie ließen sie „nach der Erstfütterung“ - ins Badezimmer abgeschoben - schreien. Zitat: „Nach den ersten drei Tagen war das Thema erledigt.“ Zum Glück weiß man heute dank engagierter Sozialpädagogen und Wissenschaftler, dass genau das der Psyche eines Kindes dauerhaft schaden kann. Auch wenn es im Buch nicht ausdrücklich gesagt wird, stellt der Leser hier einen Zusammenhang zu Vies Persönlichkeit her, der auch einleuchtend erscheint.

Über Bojan wird erzählt, dass er als kleiner Junge oft geweint habe, weil er sich, aus einem anderen Land stammend, in seiner neuen Heimat nicht dazugehörig gefühlt habe. Ob das eine (ausreichende) Erklärung für sein gewalttätiges und abwertendes Verhalten ist, mag jeder für sich selbst entscheiden.

Ich fand es aufgrund der Vergangenheit merkwürdig, dass Vie das Bedürfnis verspürte nachzuschauen, ob Bojan noch in seiner alten Wohnung lebte, und das auch noch mehrmals. Irgendwie widerspricht das auch dem eigentlichen Eindruck, dass Vie sich mittlerweile emanzipiert hat. Was mir Vie aber letztendlich regelrecht unsympathisch machte, war der Umstand, dass sie sich an Bojans Katze verging. Wie tief kann man sinken!

Die letzten Seiten fand ich sehr gelungen, und ich vergebe daher 3,5/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Geschichte trifft Fantasy

Outlander – Feuer und Stein
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Die englische Krankenschwester Claire fährt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mit ihrem Mann Frank nach Schottland, um ihre Flitterwochen nachzuholen. Als sie eines Abends alleine spazierengeht, trifft sie ...

Die englische Krankenschwester Claire fährt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mit ihrem Mann Frank nach Schottland, um ihre Flitterwochen nachzuholen. Als sie eines Abends alleine spazierengeht, trifft sie auf einen Steinkreis und wird neugierig, als sie ein Stimmengewirr wahrnimmt, welches von dort zu kommen scheint. Neugierig betritt sie den Steinkreis und wird ohnmächtig. Als sie erwacht, muss sie erkennen, dass sie in der Zeit um rund 200 Jahre zurückgereist ist und zunächst für eine englische Spionin gehalten wird. Aufgrund ihres medizinischen Wissens nimmt der McKenzie-Clan sie zu sich, und Claire lernt so den Ausgestoßenen Jamie kennen, der ihre Hilfe gebrauchen kann.

Ich muss sagen, dass ich die Idee der Geschichte sehr interessant fand. Auch scheinen die historischen Fakten gut recherchiert zu sein, sodass man einiges über die damalige Zeit erfährt.

Leider empfand ich die Geschichte ab spätestens der Mitte des Buches etwas langatmig. Dass Claire während ihrer Zeitreise nun unbedingt einem Vorfahren ihres Mannes Frank begegnet, konnte ich noch - vor allem vor dem Hintergrund, dass Claire quasi zwischen zwei Zeiten hin und her gerissen ist - als nettes Gedankenspiel annehmen. Dass aber irgendwann die Handlung mehr oder weniger nur noch daraus bestand, dass - vereinfacht ausgedrückt - Claire oder Jamie bedroht/entführt wird, und der jeweils andere zwecks Rettung hinterherjagt, nur damit, sobald sie aus der Patsche waren, bald darauf alles von Neuem beginnt - nun ja, das war nicht so meins.

Zusammenfassend kann ich sagen, das Buch hat mich im Großen und Ganzen gut unterhalten, aber - auch aufgrund des eher durchschnittlichen Schreibstils - nicht dazu animiert, die Folgebände zu lesen.

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