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Veröffentlicht am 18.01.2026

skrupellose Machtgier und Manipulation in Szene gesetzt

Das Spiel des Kaspar
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Es fällt mir nicht leicht eine Rezension zum Buch schreiben. Nicht weil ich es schlecht fand. Nein, weil ich während des Lesens und auch jetzt noch, nachdem ich es ausgelesen habe, sprachlos bin. Anfangs ...

Es fällt mir nicht leicht eine Rezension zum Buch schreiben. Nicht weil ich es schlecht fand. Nein, weil ich während des Lesens und auch jetzt noch, nachdem ich es ausgelesen habe, sprachlos bin. Anfangs erinnerte mich der Führungsstil, das Ausstechen und das Filtern von Informationen, das bei Pheelix Gamevisions an der Tagesordnung steht, an meine eigenen Wahrnehmungen in meinem ehemaligen Arbeitsumfeld. Informationen werden gezielt platziert und nur der hat eine Chance aufzusteigen, der sich am besten verkaufen kann und gleichzeitig skrupellos über Leichen geht. Ich fand das sehr realistisch, wenn auch in Zügen übertrieben. Kaspar Rockwell beherrscht diese Spielregeln bestens. Mehr noch, er führt aktiv Regie, lenkt das Spiel. DICE, sein neuestes Computerspiel, das kurz vor der Vermarktung steht, bezeichnet er als Spiegel. Ein Spiegel, der den Menschen zeigen soll, wie weit sie bereit sind zu gehen, um zu gewinnen. Dabei ist er das beste Beispiel dafür. Er ist ein Meister der Rhetorik, stets lächelnd lässt er niemand hinter seine Maske blicken. Kaspar kam mir in seiner Außenwirkung unantastbar vor, was der Autor sehr gut mit den eingearbeiteten Sozial-Media-Beiträgen einfließen lässt. Kaspar agiert nach eigenen Regeln, der Autor spricht von einem narrativen Spiel. Ich fand es sehr spannend mitzuerleben, wie weit dieser Mann dabei geht. Die Wirklichkeit spiegelnd, sie zum Teil überspannend darstellen und Fiktion sind die Mischung dieses wendungsreichen Thrillers, der mir sehr große Spannung vermittelt und der sich 5 Lese-Sterne absolut verdient hat.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

absolute Leseempfehlung

Bornholmer Spur
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Als Wiederholungstäter, soll heißen, ich habe alle bisherigen Fälle von Sarah Pirohl auch gelesen, bin ich absolut begeistert von dieser Fortsetzung.
Sarah ist es, die beharrlich nach Zusammenhängen zwischen ...

Als Wiederholungstäter, soll heißen, ich habe alle bisherigen Fälle von Sarah Pirohl auch gelesen, bin ich absolut begeistert von dieser Fortsetzung.
Sarah ist es, die beharrlich nach Zusammenhängen zwischen dem 4-fach Mord und dem aktuellen Fund des seit 2013 als vermisst geltenden Nils Holby sucht. Damals wurde die gesamte Familie des Rechtsanwalts Joseph May im Ferienhaus in Kellenhusen umgebracht. Der Adoptivsohn, Simon Roth, hat nur überlebt, weil er erst später zum Ferienhaus zur Geburtstagsfeier des Stiefvaters angereist ist. Es hat mich wieder beeindruckt, wie beharrlich Sarah bei den Ermittlungen vorgeht und gleichzeitig finde ich es auch immer wieder beängstigend, wie viele Gruppen im Untergrund noch agieren. Sehr gut beschrieben fand ich auch die Ausführungen zu den Befindlichkeiten der Behördenvertreter. In Persona des Staatsanwaltes Klaus Tauber, dessen beruflicher Einfluss die Ermittlungen nicht unbedingt weiterbringt.
Auf jeden Fall ist es spannend mitzuerleben, wie Sarah Pirohl die Puzzleteile sammelt und zusammensetzt. Hilfe hat sie nicht nur durch ihre Verbindungen zum BKA in Berlin, auch unter dem Radar agierende Helfer bringen ihre Recherchen voran. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Auf jeden Fall ist das wieder eine sehr spannende Fortsetzung, die ich zu 100% weiterempfehlen kann. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 08.12.2025

wunderbarer Lesestoff, bin begeistert

Zurück unter Mördern
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Die Leidensgeschichte von Oswald Lasally hat mich nicht losgelassen. Sein Schicksal, besser gesagt die darin enthaltenen Ungerechtigkeiten und Schikanen sind so detailliert beschrieben, dass ich mitgelitten ...

Die Leidensgeschichte von Oswald Lasally hat mich nicht losgelassen. Sein Schicksal, besser gesagt die darin enthaltenen Ungerechtigkeiten und Schikanen sind so detailliert beschrieben, dass ich mitgelitten habe. Step by Step taucht der Leser tiefer in den Machtmissbrauch der Nazis und das damit verbundene Leid, welches die jüdische Familie Lasally ertragen musste. Das Schlimmste dabei: dieselben Braunhemden von damals sitzen dank Persilschein nun in der neu gegründeten Bundesrepublik wieder in Machtpositionen. Der Autor stellt die Rechtsunsicherheit von Oswald Lasally, der so viele Jahre nach dem Krieg nun in seine Heimat Hamburg zurückkehrt, sehr anschaulich dar. Oswald will nicht nur den von den Nazis durch Rechtsbeugung gestohlenen Familienbesitz zurückhaben, er will auch Klarheit über den angeblichen Freitod seines Vaters Eduard erhalten. Bereits während der Jahre im Exil hat Oswald immer Kontakt zum Hamburger Freund seines Vaters, dem Rechtsanwalt Dr. Arno Kornbach, gehalten, um den richtigen Zeitpunkt für seine Rückkehr aus Brasilien zu finden. Mir kam Kornbach beim Lesen wie die graue Eminenz, die im Hintergrund agiert, vor, beharrlich und der Gerechtigkeit verpflichtet. Kornbach ist es auch, der den von den Kriegserlebnissen aus der Bahn geworfenen Henry Mahler als Privatdetektiv engagiert. Mahler, der sein Jurastudium abgebrochen hat, kam mir anfangs mit seinem neuen Job als Privatermittler so ziemlich überfordert vor. Dank Kornbachs Unterstützung wurde er dann aber seiner Aufgabe gerecht. Mahler musste dabei erkennen, dass es ein zweischneidiges Schwert ist Gerechtigkeit für das durch die Nazis begangene Unrecht zu erlagen. Auf der einen Seite steht die Rückgabe der von den Nazis angeeigneten Güter und Werte und auf der anderen Seite müssen die damaligen Akteure für das begangene Unrecht bestraft werden. Der Aufgabe dafür Beweise zu finden stellt er sich. Manchmal bringt ihn seine Unerfahrenheit und sein Eifer in Lebensgefahr. Mich hat das sehr spannend unterhalten und darum gibt’s von mir auch 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 08.12.2025

uneingescjränkte Leseempfehlung

Wem du traust
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Eva und Susanne sind mehr als nur Freundinnen. Sie haben lange zusammengewohnt und Eva hat Susanne, die mit ihrer viel zu frühen Schwangerschaft völlig überfordert war, geholfen. Die innige Verbindung, ...

Eva und Susanne sind mehr als nur Freundinnen. Sie haben lange zusammengewohnt und Eva hat Susanne, die mit ihrer viel zu frühen Schwangerschaft völlig überfordert war, geholfen. Die innige Verbindung, besser gesagt das Freundschaftsband, hält bis heute an. Es schließt auch Sofie, Susannes Tochter, die inzwischen ein Teenager ist, mit ein. Anfangs fand ich die Beschreibungen zu dieser innigen Frauenfreundschaft mehr kitschig als glaubwürdig. Denn beide Frauen haben nun einen festen Partner, Eva hat selbst ein Kind und beide stehen voll im Berufsleben. Wie soll da noch so ein inniges Füreinander möglich sein. Jedoch hat mich die Autorin überzeugt, dass dem so ist. Allein dadurch, dass beide zwar füreinander einstehen, aber auch die Schwächen oder Fehler des anderen sehr offen ansprechen. Offene Worte, ohne zu verletzten oder verletzt zu sein.
Doch nun ist Sofie, Susannes Tochter und Eva Ziehtochter, verschwunden. Evas Mann Daniel hat sie nach dem Babysitting seines Sohnes noch in der Nacht nach Hause gefahren. Allerdings ist Sofie in der elterlichen Wohnung nie angekommen. Die Polizei nimmt die Suche nach Sofie auf und vernimmt in dem Zusammenhang alle Kontaktpersonen von Sofie. Insbesondere Daniel gerät dabei immer mehr in den Fokus. Selbst Eva merkt, dass er irgendetwas verheimlicht. Doch er ist nicht die Einzige in diesem spannenden Krimi. Wohldosiert arbeitet die Autorin immer mehr Ungereimtheiten heraus, so dass die Spannung bei mir immer mehr anstieg. Doch nicht nur die stieg, auch meine Aversion gegenüber Axel Thürmer, dem neuen Lebenspartner von Susanne. Ein Blender vor dem Herrn. Stilistisch sehr geschickt fand ich auch die in Kursiv eingearbeiteten Angstgedanken einer weiblichen Person. Damit hat sie mich gedanklich doch voll aufs Glatteis geführt. Toll gemacht.
In meinen Augen ist das ein sehr gelungener Krimi, der 5 Lese-Stern mehr als verdient hat.

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Veröffentlicht am 03.12.2025

Danke für die spannenden Lesestunden

Das Forsthaus
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Das Forsthaus in Mariensicht ist nicht nur sehr, sehr abgelegen, es ist auch ein im Zerfall befindliches seit 10 Jahren leerstehendes Haus. Ohne ihr Wissen hat Ehemann Philip Bach diese Ruine gekauft. ...

Das Forsthaus in Mariensicht ist nicht nur sehr, sehr abgelegen, es ist auch ein im Zerfall befindliches seit 10 Jahren leerstehendes Haus. Ohne ihr Wissen hat Ehemann Philip Bach diese Ruine gekauft. In seinen Augen ein Schnäppchen. Beide wollen hier einen Neuanfang starten, da in ihrer alten Heimat Berlin sie zu viel an die vielen Fehlgeburten und den unerfüllten Kinderwunsch erinnert. Jedoch hat das Dorf so seine Geheimnisse und die Bewohner sind Zugereisten gegenüber eher abweisend, was Familie Bach hautnah zu spüren bekommt. Das hält Katharina aber nicht davon ab, weiter zu hinterfragen, warum das Forsthaus seit 10 Jahr leer steht, welche Geschichte hinter dem Haus steht und was es mit den 8 ermordeten Mädchen vor einigen Jahren auf sich hat.
In meinen Augen hat die Autorin hier ein Meisterwerk der Spannung geschaffen. Der Wechsel zwischen Gegenwart und der Vergangenheit ist fließend, lässt Spannungspunkte offen und zwingt somit den Leser weiter hinter das Geheimnis von Mariensicht, dem Forsthaus und den toten Mädchen zu kommen. Geschickt wird der Leser dabei auf falsche Fährten gebracht, um dann, erstaunt über die Entwicklung, hinter das wahre Geschehen zu kommen. Ich habe kribbelnde Spannung während der gesamten Geschichte empfunden und natürlich Mitleid mit der vom Leben so gebeutelten Flora Winkler gehabt.
Der Sprecherin, Svenja Pages, ist es gelungen jeder Figur eine passende Stimme zu geben. Sie hat auch die Dramatik bestimmter Situationen stimmlich sehr gut herausgearbeitet. Ich empfand ihre Stimme als sehr angenehm.
Insgesamt gibt es von mir 5 Lese-Sterne und eine uneingeschränkte Weiterempfehlung.

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