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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.12.2025

Sorgt für Beklemmungen

Die Farbe des Bösen
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Hamburg 1887: Johanna Ahrens kommt aus gutem Hause. Ihr Vater ist ein angesehener Richter. Trotzdem verliebt sie sich in den Sozialisten Jan Freisfeld. Um ihm zu imponieren, begleitet Johanna ihn zu einer ...

Hamburg 1887: Johanna Ahrens kommt aus gutem Hause. Ihr Vater ist ein angesehener Richter. Trotzdem verliebt sie sich in den Sozialisten Jan Freisfeld. Um ihm zu imponieren, begleitet Johanna ihn zu einer Kundgebung zur Tapetenfabrik Trempin. Dort sieht sie, wie zwei Männer eine Leiche abtransportieren. Sofort meldet Johanna ihre Beobachtung dem Criminalcommissar Hermann Rieker, doch der kann am Ort des vermeintlichen Verbrechens nichts verdächtiges finden. Als dann aber ganz in der Nähe der Fabrik ein grausam zugerichteter Toter gefunden wird, stellt Rieker schnell die Zusammenhänge her. Johanna hat sich indessen kurzerhand als Arbeiterin in die Tapetenfabrik eingeschleust und stellt dort eigene Nachforschungen an. Während die Polizei noch weitere Leichen findet, schwebt Johanna in Lebensgefahr, denn sie wird den Tätern zu neugierig.

Das von mir mit Spannung erwartete Buch aus der Serie um Johanna Ahrens und Hermann Rieker mit dem Titel "Die Farbe des Bösen" hat mich wieder nicht enttäuscht. Ralf H. Dorweiler hat einmal mehr einen spektakulären Krimi geschrieben, der von Anfang bis Ende für Gänsehaut sorgt. Der Autor beschreibt die düstere Atmosphäre in Hamburg im Jahr 1887 so lebendig, daß man die dunklen Gassen genau vor Augen hat. Die Personen agieren glaubwürdig und besonders die junge Johanna erscheint in ihrer Naivität extrem sympathisch. Dazu kann man noch einiges über diese Zeit lernen. Die Gesundheit der Menschen spielte damals keine Rolle und das Wort Umweltschutz war absolut unbekannt. Diese Serie hat sich jetzt schon einen festen Platz in meinem Bücherregal erobert und ich hoffe, daß noch viele Bücher diesen beiden tollen Krimis folgen werden. Der Platz dafür wird frei gehalten.

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Veröffentlicht am 09.12.2025

Tödliche Torte?

Kipferl, Killer, Kerzenschein
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Annemie Engel ist geschockt! Beim Genuss ihrer Niedelsinger Weihnachtstorte bricht die Influencerin Lenalaura tot zusammen. Blitzschnell verbreitet sich der Verdacht, daß sich Lenalaura an der Torte vergiftet ...

Annemie Engel ist geschockt! Beim Genuss ihrer Niedelsinger Weihnachtstorte bricht die Influencerin Lenalaura tot zusammen. Blitzschnell verbreitet sich der Verdacht, daß sich Lenalaura an der Torte vergiftet hat, aus. Das Café und der Stand auf dem Weihnachtsmarkt werden von den Kunden gemieden. Annemie macht sich selbst auf die Suche nach dem Ursprung der Vergiftung und findet sich inmitten von Intrigen der Social Media Gemeinde wieder.

Elke Pistor verbreitet mit "Kipferl, Killer, Kerzenschein" mörderisch gute Weihnachtsstimmung. Annemie muß diesmal um den guten Ruf ihres Cafés kämpfen und dies macht sie mit allen Mitteln. Das bringt ihr so manchen Ärger ein - sowohl familiär, als auch bei Kommissar Lehmann. Jedoch kann man ihr gar nicht böse sein, denn Annemie löst ihre Probleme auf sehr charmante und sympathische Art. Sie ist eine Charaktere mit Herz. Zu den Sorgen um das Café hat sie diesmal noch Sorgen um ihren Werner, der gesundheitlich angeschlagen ist. All dies macht die Geschichte realistisch und spannend. Elke Pistor schreibt sehr herzerwärmend, wird dabei aber nie kitschig. Im Gegenteil, man kann hier sogar streckenweise lachen. Bei all dem bleibt die Spannung nie auf der Strecke. Man ermittelt mit Annemie, kommt dem Motiv aber nie auf die Schliche. Das erfährt man erst ganz am Schluß und ich war sehr darüber überrascht. Am Ende des Buches findet man die Rezepte zu den im Buch erwähnten konditorischen Köstlichkeiten. Exakt 24 - wie ein Adventkalender. Eine sehr gute Idee, so kann man das Buch auch auf der Kaffetafel erleben! Mir hat es in der Gesellschaft von Annemie und ihren Freunden wieder sehr gut gefallen! Hoffentlich gibt es noch viele weitere Fälle für die Konditorin mit Spürnase!

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Veröffentlicht am 08.12.2025

Highlight

Eisnebel
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Theodora ist mit ihrem Verlobten Connor zum ersten Mal bei dessen Familie in deren luxuriösen Winterdomizil Idlewood. Schnell bemerkt sie, daß sie dort nicht willkommen ist. Sie wird verfolgt, erhält Drohnachrichten, ...

Theodora ist mit ihrem Verlobten Connor zum ersten Mal bei dessen Familie in deren luxuriösen Winterdomizil Idlewood. Schnell bemerkt sie, daß sie dort nicht willkommen ist. Sie wird verfolgt, erhält Drohnachrichten, in denen sie aufgefordert wird, sich von Connor fernzuhalten. Theodora bekommt Albträume, hat das Gefühl, bereits einmal auf Idlewood gewesen zu sein. Das Anwesen scheint ein Geheimnis zu verbergen - genau wie Theodora.

"Eisnebel" von Kate Alice Marshall ist ein absoluter Pageturner. Die Autorin erzählt die Geschichte aus Sicht von Theodora, wechselt ab und zu in die Vergangenheit. Dadurch wird die ohnehin schon spannende Handlung immer wieder noch ein Stück hochgepusht. Dies wird noch verstärkt durch relativ kurze Kapitel, die stets Fragen offen lassen und dadurch zum Weiterlesen animieren. Schließlich will man einfach wissen, wie es weitergeht. Als Leser wird man hier immer wieder in die Irre geleitet, erlebt überraschende Wendungen und muß sehr oft seine Meinung korrigieren. Die Autorin verfügt über einen wunderbar flüssigen Schreibstil, der es dem Leser ermöglicht, der Handlung ohne Probleme zu folgen. Auch beschreibt sie Idlewood sehr bildhaft, so daß man ein gutes Gespür für die Abgeschiedenheit und die winterliche Umgebung bekommt. Man spürt die mysteriöse Atmosphäre hautnah. Ihre Charaktere hat sie sehr vielseitig ausgewählt. Hier trifft man auf Charaktere, die mal mehr, mal weniger sympathisch sind - so wie man es im wahren Leben auch vorfindet. Theodora birgt ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit und setzt sich hier damit auseinander. Man spürt ihre innere Zerrissenheit deutlich. Sie muß sich beweisen und erhält nur Ablehnung - da hatte ich oft Mitleid mit ihr. Interessant war die Entwicklung innerhalb der Familie. Gespickt mit immer mehr Geheimnissen und Intrigen kommt die Wahrheit nur langsam ans Licht. Zum Schluß löst sich alles logisch und schlüssig auf. Dieses Buch ist wirklich von Beginn bis Ende auf einem hohen Spannungsniveau und erhält von mir eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 02.12.2025

Entschleunigt

Entführung im Himmelreich
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Aufruhr auf dem Campingplatz Himmelreich am Schwielowsee! Der Bäcker ist verschwunden, aufgrund nun fehlender Brötchen ist die Laune der Camper auf dem Tiefpunkt. Dauercamper Kopernikus und Annabelle entdecken ...

Aufruhr auf dem Campingplatz Himmelreich am Schwielowsee! Der Bäcker ist verschwunden, aufgrund nun fehlender Brötchen ist die Laune der Camper auf dem Tiefpunkt. Dauercamper Kopernikus und Annabelle entdecken den Lieferwagen des Bäckers in der Nähe des Sees, seine Schuhe stehen am Ufer. Die Polizei geht sofort von Selbstmord aus. Kopernikus jedoch spürt instinktiv, daß der Fall nicht so einfach gelöst ist, denn es gab auch noch einen Einbruch in ein Hausboot, die Besitzerin wurde angegriffen. Ein Motiv ist nicht zu erkennen. Kopernikus und Annabelle werden durch ihre Recherchen schnell in einen verzwickten Fall verwickelt!

"Entführung im Himmelreich" ist der zweite Fall für Kopernikus und Annabelle auf dem Campingplatz "Himmelreich. Andreas Winkelmann schreibt auch hier wieder herrlich flüssigvoller Humor und gut verständlich, so daß man der Handlung gut folgen kann. Dadurch liest man leider viel zu schnell, so daß man dies herrliche Buch viel zu schnell beendet hat. Seine Charaktere sind durchweg gut beschrieben, allesamt sehr sympathisch. Sie verfügen über Ecken und Kanten, sind auf ihre Art skurril und somit wie aus dem Leben gegriffen. Campingplatz und Umgebung werden lebendig, man bekommt eine genaue Vorstellung vom Camperleben und fühlt sich einfach wohl inmitten der Camper. Andreas Winkelmann schafft es gekonnt Humor und Spannung zu verbinden. Dabei findet er zwischen beidem die ideale Balance. Der Fall ist sehr vielseitig aufgebaut. Zum einen ermittelt man hier mit im Fall des verschwundenen Bäckers, zum anderen im Fall des Einbruches und einen unbekannten Toten gibt es auch noch! Hier kann man ordentlich miträtseln! Ich mag diese Serie sehr und kann auch diesen Band sehr empfehlen!

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Ein nicht alltägliches Thema

Die wilden Jahre
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Das Jahr 1919: Thora hat in Düsseldorf ihr Schauspielstudium begonnen. Ihre Eltern und ihr vom Krieg zurückgekehrter Bruder Hannes leben in München-Gladbach. Die Familie ist wohlhabend. Obwohl Düsseldorf ...

Das Jahr 1919: Thora hat in Düsseldorf ihr Schauspielstudium begonnen. Ihre Eltern und ihr vom Krieg zurückgekehrter Bruder Hannes leben in München-Gladbach. Die Familie ist wohlhabend. Obwohl Düsseldorf nicht weit von Thoras Heimatstadt entfernt ist, trennen sie Welten, denn München-Gladbach gehört zu der von den Belgiern besetzten Zone. Die Geschwister standen sich schon immer nahe, doch seitdem Hannes aus dem Krieg zurück ist, hat er sich verändert. Er ist nachdenklich und still geworden. Da wird Hannes wegen Mordes verhaftet. Die Polizei hat den Fall schnell zu den Akten gelegt. Für sie ist der Mörder gefunden. Da wird Thora klar, daß sie ihrem Bruder helfen muß. Sie forscht ganz alleine nach dem wahren Täter. Erst langsam wird ihr klar, warum Hannes nicht aussagen will, denn wenn er das tut, wird sein Leben nie mehr so sein wie es einmal war.

Die Autorin Susanne Goga nimmt ihre Leser in ihrem Roman "Die wilden Jahre" mit in eine Zeit, die von Streiks und Unruhen geprägt ist. Das Buch ist eine Zeitreise in das Jahr 1919. Man erfährt viele interessante Einzelheiten über das Leben in diesem Jahr. Doch das ist nur die Beigabe. Die eigentliche Geschichte ist sehr spannend und auch anrührend. Die innige Zuneigung der Geschwister geht ans Herz und ist durch nichts zu erschüttern. Susanne Goga beschreibt das sehr warmherzig. Genauso gut gelingt es ihr, die Spannung in der Geschichte hoch zu halten. Die schrecklichen Geschehnisse im Krieg werden dabei nicht ausgespart. Das Buch behandelt ein nicht alltägliches Thema und ist deshalb ganz besonders lesenswert.

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