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Veröffentlicht am 06.02.2018

Ein Finale mit Startschwierigkeiten

Royal 6: Eine Liebe aus Samt
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Da ist es also, das große Finale. Nach dem etwas enttäuschendem sechsten Band, ging ich hier mit gemischten Gefühlen heran.
Der Anfang begann vielversprechen. Mit er Invasion der unbekannten Angreifer, ...

Da ist es also, das große Finale. Nach dem etwas enttäuschendem sechsten Band, ging ich hier mit gemischten Gefühlen heran.
Der Anfang begann vielversprechen. Mit er Invasion der unbekannten Angreifer, wird der Traumhochzeit von Fernand und Claire ein jähes Ende gesetzt, Alle werden gefangen genommen, bis auf Tatyana und Henry, denen die Flucht durch die Abwasserkanäle gelingt. An dieser Stelle mein Beileid an dem wahren Traumpaar der Reihe, ich hätte Claire und Fernand ein schöneres Ende ihrer Hochzeit gewünscht. Die beiden sind so süß zusammen, selbst im Kerker geben sie ein wunderbares Paar ab.

Zurück zu Tanya und Henry. Nach ihrer erfolgreichen Flucht kommen sie bei einem ehemaligen Bewohner Viterras, außerhalb der Kuppel unter und ab dem Punkt nimmt die Story rapide an Spannung ab. Die nächsten 100 Seiten wissen die beiden nämlich nicht, was sie tun sollen, ergo: tun sie gar nichts. Ganze 6 Wochen, machen sie einfach mit ihrem üblichen Training weiter, schlafen, essen und schauen Nachrichten, die sie außerhalb der Kuppel empfangen. Die Außenwelt ist nämlich nicht so unbewohnt, wie die Einwohner Viterras gedacht haben. Im Gegenteil, es herrscht zwar in mehreren Ländern Krieg, aber ansonsten geht es der Menschheit und der Zivilisation einwandfrei.
Allgemein, fand ich den Aspekt der Invasion ganz interessant gestaltet. Entgegen, der üblichen Dystopien, ist mal nicht die eigene Regierung schuld, Klar ist es doof seine Leute anzuglügen, aber Massenpanik ist ebenso uncool, weswegen man die Beweggründe nachvollziehen kann. Davon abgesehen gehts den Leuten in Viterra ja gut.
Irgendwie hat es sogar einen durchaus aktuellen Kritikpunkt. Nur weil man etwas nicht kennt, braucht man es ja nicht gleich anzugreifen und das auch noch unter dem Deckmantel der "Rettung und Befreiung"

Zum ersten Mal kommen auch andere Charaktere zu Wort, außer Tanya. Charles Schilderungen aus dem Kerker, waren dabei die interessantesten Passagen in dem ellenlangen Mittelteil.
Nach etlichen Trainingseinheiten und eine etwas unnötige Passage an der Mauer, geht es dann endlich wieder mit der Spannung los, als Tanya und co beschließen, die Rettung Viterras in die eigenen Hände zu nehmen. Ab da ist das Buch wirklich spanend, untzerhaltsam und ein würdiges Finale. Ich wünschte nur, es wäre von Anfang an so gut gewesen.

Fazit


Das Buch hat einige Startschwierigkeiten, in denen weder die Protaginisten, noch der Leser was zu tun haben. Ab der Hälfte wird es dann rasant besser und ist doch ein würdiges Finale.

Veröffentlicht am 06.02.2018

Sehr durchwachsen

Royal 4: Eine Krone aus Stahl
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Das Rennen um den Prinzen geht in die vierte Runde. Die Kandidatinnen, einschließlich Tatyana treten zu einer Reise durch das Königreich an. Ehrlich gesagt, hatte ich mir davon etwas mehr erhofft. Ich ...

Das Rennen um den Prinzen geht in die vierte Runde. Die Kandidatinnen, einschließlich Tatyana treten zu einer Reise durch das Königreich an. Ehrlich gesagt, hatte ich mir davon etwas mehr erhofft. Ich dachte, man würde etwas mehr vom Königreich lesen und erfahren, doch in Endeffekt zuckelt die Prinzessinnen in spe nur von einem kleinen Dorf zum nächsten, von denen alle gleich sind. Es ist dem fließenden und unterhaltsamen Schreibstil der Autorin, sowie einiger amüsanten Schlagabtausche zwischen Tatyana und der Supertussi Charlotte, zu verdanken, dass es nicht komplett langweilig wurde.

Zurück im Palast, gehen sich die Beiden jedoch aus dem Weg und es folgt eine zähe Passage. Irgendwie dümpelt alles so vor sich herum. Tanya geht zum Frühstück, zum Mittag, zum Abendessen. (Im Ernst, ich habe Hunger beim Lesen bekommen, weil die Mahlzeiten so oft beschrieben wurden) Dazwischen gibt es Unterricht und etwas Kokettieren mit dem ein oder anderen potenziellen Prinzen. Besonders Henry kommt sie dabei nah, was auch nicht sonderlich verwunderlich ist, benimmt sich Phillip doch größtenteils, wie ein Idiot. Der Junge ist sprunghafter in seinen Aussagen als das Wetter im April. Dennoch herrscht zwischen ihm und Tanya eine Chemie, die mich persönlich gefangen hielt.

Letztendlich werden wir dann auch endlich von der Frage erlöst, wer denn nun der Prinz ist. Zwar wurde es zum Schluss immer offensichtlicher, aber ich muss sagen, dass mich die Autorin in den ersten Bänden doch hin und wieder , mit gewissen Aussagen der jungen Männer, ins Zweifeln gebracht hat, ob mein erstes Bauchgefühl wirklich das Richtige war.

Zum Ende hin wurde ich dann doch noch von einer Wendung überrascht, mit der ich in der Form und in dem Ausmaß nicht gerechnet habe. Der Spannungsbogen schießt nach oben, kümmerte er doch den Großteil des Buches am Boden herum. Diese Wendung "rettete" eine Krone aus Stahl dann doch noch auf eine 3,5

Fazit:


Diesmal haben wir einen sehr durchwachsenen Band. Der Anfang ist noch ganz gut, doch hätte ich aufgrund des zähen Mittelteils zunächst eher eine 3 vergheben. Die überraschende Wendung am Ende, reißt das Ganze aber wieder hoch.

Veröffentlicht am 06.02.2018

Etwas schwächer, aber immer noch gut

Royal 2: Ein Königreich aus Seide
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Da der erste Band mich so gut unterhalten hatte und ich ihn eh an einem Tag durch hatte, musste natürlich gleich der Zweite her. Ich habe mir vorgenommen zu jedem Band auch eine Rezension zu schreiben. ...

Da der erste Band mich so gut unterhalten hatte und ich ihn eh an einem Tag durch hatte, musste natürlich gleich der Zweite her. Ich habe mir vorgenommen zu jedem Band auch eine Rezension zu schreiben. Verzeiht mir aber, wenn cih nicht für jeden Band so viele Worte finden, ich möchte mich ja auch nicht jede Rezension wiederholen.
Insgesamt empfand ich ihn minimal schwächer als den Vorgänger.

Die Charaktere sind weiterhin große Klassen, wobei ich sagen muss, dass Tanya in diesem Teil weinerlicher daherkommt und das, wo ich doch ihre Stärke und Zuversicht im ersten Band so gelobt habe, schade. Auch der potenzielle Prinz Phillip überrascht mit wankelmütigen und fragwürdigem Verhalten. Dennoch sind es immer noch Charaktere auf hohem ausgearbeiteten Niveau, weswegen es eher Schönheitsfehler sind.

Die Handlung selbst verläuft etwas langsamer, es passiert weniger, was auch der Hauptgrund für meine Aussage ist, dieser Band sei etwa schwächer. Fans von Dystopien dürften ich aber freuen, dass der dystopische Hintergrund mit der Glaskuppel nun eine größere Rolle einnimmt. Ich persönlich hätte eine stärkere Konzertanion auf die Entwicklung der Charaktere und deren Beziehungen untereinander, bevorzugt, aber ich denke, dass ist auch Geschmackssache, da der dystopische Anteil wirklich nicht so schlecht ist. Für mich hat es nur etwas die märchenhafte Atmosphäre unterbrochen.

Leider „glänzt“ auch dieser Band wieder durch einen phänomenal schlecht gesetzten Cut. Das ist für mich kein Cliffhanger mehr, sondern einfach nur unnötig und schlecht gewählt.

Fazit:



Der zweite Band konnte das Niveau des Vorgängers nicht ganz halten, konnte mich aber dennoch gut unterhalten.

Veröffentlicht am 06.02.2018

Auch für Leute, die keine Krimis mögen geeignet

Das Geheimnis der Lady Audley
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Zum Glück gibt es sowas wie Blogg Dein Buch. Im Laden wäre ich nie auch nur auf die Idee gekommen, einen Krimi und dann auch noch einen viktorianischen, in die Hand zu nehmen.
Wobei man natürlich einen ...

Zum Glück gibt es sowas wie Blogg Dein Buch. Im Laden wäre ich nie auch nur auf die Idee gekommen, einen Krimi und dann auch noch einen viktorianischen, in die Hand zu nehmen.
Wobei man natürlich einen Krimi, der 1861 erschienen ist, nicht mit heutigen Krimis vergleichen kann. Ja, ganz richtig. Lady Audley's Secret erschien 1861 und gilt als der erste richtige Bestseller. Warum er erst jetzt ins Deutsche übersetzt wurde, ist mir Schleierhaft.

Was einem ziemlich schnell auffällt ist, dass der Spannungsbogen nicht so funktioniert wie man es von heutigen Krimis gewohnt ist. Denn man weiß ziemlich schnell was los ist. Während mich das normalerweise bei Thriller und so eher stört, hat es mir hier überhaupt nichts ausgemacht. Es ging gar nicht darum herauszufinden wer es war, selbst das warum war schnell beantwortet, wenn man aufmerksam gelesen hatte. Was mich dennoch zum weiterlesen trieb, war die Frage: Wird es wohl auch unser träger, liebenswürdiger Anwalt schaffen den Täter zu überführen ?

Allgemein war Robert Audley ein sehr sympathischer Charakter. Er ist vielleicht etwas faul und antriebslos, aber durchaus freundlich. Wie ein alter kuschliger Teddybär. 1Ihm Gegenüber steht natürlich Lady Audley, wobei ich nicht all zu viel zu ihr sagen möchte um nicht auch noch den letzten Funken Rätsel vorneweg zu nehmen. Nur so viel sei gesagt: Sie ist ein wirklich interessanter Charakter und auch wenn man ihre Handlungen nicht gutheißen kann sind sie im Anbetracht der Umstände und der damaligen Zeit sogar teilweise nachzuvollziehen.
Auch die restlichen Charaktere haben alle ihre ganz eigene Art. Ob nun gut oder schlecht, jeder hat eine ganz eigene Persönlichkeit und verschwindet nicht in den Hintergrund.

Ein besonderer Fall ist in diesem Buch natürlich die Sprache. Fans dieser alten, verschachtelten und verblümten Sprache werden hier nicht auf ihre Kosten kommen. Denn der Roman wurde nicht nur übersetzt, sondern auch bearbeitet. An der Wortwahl merkt man den viktorianischen Stil, jedoch sind die Sätze kurz und etwas vereinfach. Vielleicht hätte man den Leser doch etwas mehr "zumuten" können. Aber gerade für jüngere Leser und Neueinsteiger in Romane des 19. Jahrhunderts dürfte das erleichternd sein.

Fazit


Ein toller alter Roman, der mich wunderbar unterhalten hat, auch ohne Rätsel und viel Tralla, ganz allein durch seine herzlichen, individuellen Charaktere.

Veröffentlicht am 04.02.2018

Mehr ein Familiendrama

Tote Mädchen schreiben keine Briefe
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Bei gerade mal 175 Seiten hatte ich nicht wirklich viel erwartet, allgemein hatte ich mit etwas anderem gerechnet, als ich es bekommen hab.Ich dachte mir das Mädchen wäre eine gruselig genaue Kopie von ...

Bei gerade mal 175 Seiten hatte ich nicht wirklich viel erwartet, allgemein hatte ich mit etwas anderem gerechnet, als ich es bekommen hab.Ich dachte mir das Mädchen wäre eine gruselig genaue Kopie von Jazz und der Roman würde darauf hinauslaufen, irgendwie zu beweisen, dass sie es doch nicht ist.Tja falsch gedacht.

Aber fangen wir erst mal mit den Charakteren an, viele sind es nicht, eigentlich nur 5. Ich möchte diesmal auch wirklich über fast alle kurz etwas sagen, denn das Verhältnis zwischen den Charakteren ist die ganz große Stärke in diesem Buch. Es zeigt das Porträt einer Familie, die schon lange nicht mehr funktioniert.

Da hätten wir Sunny. Sunny stand ihr Leben lang im Schatten ihrer perfekten großen Schwester Jazz. Während ihre Eltern ihr nur Aufmerksamkeit schenkten um sie zu ermahnen doch bitte so wie Jazz zu sein, schikanierte und manipulierte Jazz sie, wo sie nur konnte. Das Sunny dabei immer zynischer und in sich gekehrter wurde, ist da nicht verwunderlich.Dennoch war sie mir sympathisch, denn man konnte nachvollziehen warum sie so ist und hatte streckenweise auch Mitleid mit ihr.

Dann wäre da natürlich Jasmine. Jazz die immer bekam was sie wollte,von allen geliebt wurde und von ihren Eltern praktisch angebetet. Sie war manipulativ und auf ihren eigenen Nutzen bedacht. Ihre Schwester Sunny war ihr beliebtestes Ziel für ihre Schikanen. Ihr Tod reißt die ohnehin schon wacklige Familie endgültig auseinander.

Sunnys Dad ist ein Alkoholiker.Da gibts nicht viel mehr zu sagen.
Womit wir beim 4. Mitglied dieser schrecklich netten gestörten Familie wären: Sunnys Mutter. Ihre Welt ist vollkommen von Jazz abhängig und nach deren Tod verfällt sie in Depressionen. Sie schafft es nicht mal mehr sich etwas ordentliches anzuziehen und weigert sich das Haus zu verlassen.

Man sieht also, in dieser Familie läuft nichts wie es sollte. Sunny steht nach dem Tod ihrer Schwester alleine mit einer depressiven, hilflosen Mutter und einem trinkenden Vater da und versucht irgendwie das alltägliche Leben aufrecht zu erhalten, indem sie Rechnungen bezahlt, kocht, den Haushalt schmeißt und sich nebenbei um ihre Mutter kümmert und in die Schule geht. Sie ist 14 !
Ich hatte während dem Lesen das Gefühl, dass das Geheimnis um um die vermeintliche Jazz eher die Rahmenhandlung für die Geschichte dieser Familie ist. Was mich aber nicht im geringsten störte. Die Autorin schafft es, das zerrüttete Familienverhältnis eindringlich zu schildern, ohne das es sich zu sehr in den Vordergrund drängt.
Die Handlung geht in einem angenehmem Tempo voran und man bleibt gedanklich beim Wesentlichen. Auch der Schreibstil passt sich dem an. Nicht so viel Schnickschnack und Ausschmückungen. Der zynische Humor von Sunny kommt immer wieder gut zur Geltung.

Was mich völlig aus der Bahn geworfen hat, ist das Ende. Die plötzliche Wendung hat mir inhaltlich zwar super gefallen, jedoch war es zu kurz. Keine Erklärung und im letzten Absatz kommt dann plötzlich noch eine Wendung die gänzlich ungeklärt bleibt. Ein paar Seiten mehr hätten dem Ende mehr als gut getan, denn so bleibt man mit lauter Fragen im Kopf zurück.