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Veröffentlicht am 14.01.2026

Ein Ratgeber in eine unterhaltsame Geschichte verpackt, dadurch sehr eindringlich - Top!

Der Dschinn deines Herzens
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"Wünsche sollten wohlüberlegt eingesetzt werden. Ich möchte sicherstellen, dass du wirklich weißt, was du dir wünscht und warum."
Kapitel "Flohmarkttage"
Laura hat genug. Genug von ihrem Job, in dem sie ...

"Wünsche sollten wohlüberlegt eingesetzt werden. Ich möchte sicherstellen, dass du wirklich weißt, was du dir wünscht und warum."
Kapitel "Flohmarkttage"
Laura hat genug. Genug von ihrem Job, in dem sie sich nicht wohl fühlt, von ihrer Mutter, die sie nur anruft, um zu jammern, von ihrem ganzen Leben. Da passieren zwei merkwürdige Dinge: Erst schenkt ihr eine Dame ein leeres Notizbuch, dann entdeckt sie eine alte Flasche - darin ist ein Flaschengeist! Aladin, so nennt er sich, will sie erst kennenlernen, bevor er ihr ihre Wünsche erfüllt. "Denn manchmal ist das, was wir uns wünschen, nicht das, was wir brauchen", so sagt er.
Wie ein guter Geist begleitet er sie die nächste Zeit und lehrt sie wichtige Lektionen wie Grenzen setzen, Glaubenssätze erkennen, Selbstliebe und Mitgefühl.
Ich habe schon einige Ratgeber zu diesen Themen gelesen, die Inhalte sind nicht neu. Aber Katja Ollech packt sie in Aladin und ihre kurze, aber eindrucksvolle Geschichte von Laura und ihrem Weg zu einem besseren Leben. Das Buch liest sich leicht und locker dahin, aber irgendwie kommen die Botschaften gerade dadurch direkt bei mir an.
Schritt für Schritt bringt Aladin Laura dazu, auch mal Nein zu sagen, ihr Licht nicht unter den Scheffel zu stellen und ihren eigenen Weg nicht nur zu erkennen, sondern auch zu beschreiten.
In den letzten Tagen habe ich mich selbst dabei erwischt, wie "Aladins" Stimme durch meinen Kopf geisterte, als würde er nun mich begleiten!
Mir hat "Der Dschinn deines Herzens" sehr gut gefallen und geholfen, Mut gemacht und Botschaften verankert!
Fazit:
Ein Ratgeber in eine unterhaltsame Geschichte verpackt, dadurch sehr eindringlich - Top!

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Ein sanfter Roman über die Macht der geschriebenen Worte, die Brücken bauen - klare Leseempfehlung!

Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand
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"Es ist nicht leicht, mit Worten, die weder Farbe, Klang noch Geschmack haben, bei einem anderen Menschen Gefühle auszulösen."

Teil "Der Glanz der Vergangenheit", 1. Kapitel

Diese Gedanken Hyoyeongs ...

"Es ist nicht leicht, mit Worten, die weder Farbe, Klang noch Geschmack haben, bei einem anderen Menschen Gefühle auszulösen."

Teil "Der Glanz der Vergangenheit", 1. Kapitel

Diese Gedanken Hyoyeongs treffen es für mich auf den Punkt. Es ist nicht leicht, aber es ist im ganzen Buch ebenso geglückt, wie in den Briefen, an die sie dabei denkt.

Hyomin hat einen schwerwiegenden Fehler gemacht, sie, die Perfekte. Und damit ihre ganze Familie schwer belastet. Deshalb ist sie verschwunden. Das einzige Lebenszeichen sind Briefe an ihre Schwester Hyoyeong, die diese nicht liest. Auch Hyoyeong ist getroffen. Sie legt ihren großen Traum, Regisseurin zu werden, auf Eis, zieht von den Eltern weg und arbeitet als Aushilfe im Letter Shop ihres ehemaligen Kommilitonen Seonho. Dort findet sie sich gut ein und wird mit ihrer ruhigen Art zuzuhören ein Fixpunkt für die Kunden.

Der Letter Shop ist für mich ein echter Sehnsuchtsort! Alles dreht sich ums Schreiben, Briefe, Notizbücher, besondere Stifte. Und eine wirklich außergewöhnliche Idee: den Penpal Service. Dabei werden Fremde zu Brieffreunden. Erst am Ende des Buches habe ich erfahren, dass es den Letter Shop tatsächlich gibt - und die Briefe real geschriebene Briefe sind, um die sich nun die Geschichte rankt.

In letzter Zeit habe ich einige japanische Bücher gelesen, dies ist mein erstes koreanisches. Es hat mich von der ersten Seite weg mitgerissen, gerade weil es so ruhig und besonnen ist. Hyoyeong ist so sanft, vermittelt, aber schafft es selbst nicht, den Faden zwischen ihr und ihrer Schwester wieder aufzunehmen. Sie ist für alle im Letter Shop eine Bereicherung, für ihren Chef Seonho ebenso wie für die Stammkunden und Yeonggwang, einen Webtoon-Zeichner, der gerade mit einem Projekt und Schlaflosigkeit kämpft.

Als es für Hyoyeong eng wird, ist er ebenso für sie da, wie sie es bis dahin für ihn war ...

Fazit:

Ein sanfter Roman über die Macht der geschriebenen Worte, die Brücken bauen - klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Dieses Buch holt die vergessenen Heldinnen des zweiten Weltkrieges auf die Bühne, spannend erzählt!

Wir dachten, das Leben kommt noch
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"Fahr nach Paris und schau ob Lilou noch lebt!"

BBC-Moderatorin Gwen fällt plötzlich wieder diese Bitte ihrer verstorbenen Großmutter Isabé ein, als sie einen Auftrag erhält: Für ein Buch recherchieren, ...

"Fahr nach Paris und schau ob Lilou noch lebt!"

BBC-Moderatorin Gwen fällt plötzlich wieder diese Bitte ihrer verstorbenen Großmutter Isabé ein, als sie einen Auftrag erhält: Für ein Buch recherchieren, dass sich mit den SOE-Agentinnen im zweiten Weltkrieg beschäftigt. Wer war Lilou? Und warum war Isabé gerade zu einer Zeit nach Paris gereist, als es dort brandgefährlich war?

Die SOE war eine britische Spezialeinheit. Französisch sprechende Britinnen und Briten wurden in Frankreich und eingeschleust, mit neuer Identität und Coverstory. Dort haben sie den Wiederstand unterstützt, mit Spionage- und Sabotageaktionen. Gerade die Geschichte der Agentinnen ist weitgehend unerzählt.

Gwen beschließt, den Auftrag anzunehmen und reist mit ihrer Tochter Ruth, ihrer Freundin und ihrer Tante nach Paris. Bald stößt sie auf die Spuren der Agentin Simon. Auch ihre Großmutter hat ihr Tonbandaufnahmen hinterlassen, in denen sie von ihrer Zeit in Paris erzählt.

Bei ihrer Recherche trifft Gwen auf Pat. Ihre Schwester war als Agentin tätig, Pat selbst aber ist verschlossen und will erst nicht über diese Zeit reden. Doch auch bei ihr werden Erinnerungen und alte Gefühle wach.

Da die Agentinnen alle Decknamen hatten, werden manche Verwicklungen erst spät klar, das hat für mich die Spannung perfekt aufrecht gehalten. Mehr als einmal habe ich mit stockendem Atem auf die nächsten Worte gewartet!

Denn auch Isabé, genannt "die Gräfin", ist tief in den damaligen Widerstand verwickelt. Geschickt spinnt sie ein Netzwerk und Gwen bekommt einen völligen neuen Blick auf ihre Großmutter.

Nichts und niemand ist wie es scheint, und Gefahr lauerte überall in jener Zeit.

Was haben wir in der Schule über den zweiten Weltkrieg alles gehört?! Grausame Fakten, aber wenig Geschichten, die für mich damals greifbar waren. Mit "Wir dachten, das Leben kommt noch" trifft Elisabeth Sandmann einen Nerv bei mir! Gekonnt verflicht sie die unterschiedlichen Erzählstränge: Pats Erinnerungen, denn auch sie hatte einen Auftrag in Frankreich, Gwens eigene Spurensuche jetzt und auch die Tonbandaufnahmen von Isabé. Fabelhaft gesprochen von Elisabeth Günther, gerade in diesen Passagen fand ich sie wunderbar! Isabés ältliche Stimme, ihr österreichisch gefärbtes "Schatzerl", es war herrlich anzuhören!

Beim Hörbuch musste ich mich manchmal sehr konzentrieren, um die Verbindungen nicht aus dem Auge zu verlieren und zu Beginn hab ich mir ein paar Notizen gemacht, wer wer ist. Es ist nichts zum nebenbei weghören/-lesen. Aber das will man auch nicht, denn "Wir dachten, das Leben kommt noch" ist so interessant und packend erzählt, dass man völlig in die Geschichte eintaucht!

Fazit:
Dieses Buch holt die vergessenen Heldinnen des zweiten Weltkrieges auf die Bühne, spannend erzählt!

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Veröffentlicht am 12.12.2025

Ein stimmungsvoller Herbstroman mit interessanten Protagonisten.

The Pumpkin Spice Latte Disaster
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"Stur geradeaus, Jude. Geh einfach stur geradeaus. Es ist mein Lebensmotto. Stur geradeaus, nicht links und rechts gucken - und schon gar nicht zurück."
Kapitel 8, Jude
Ja, Jude geht immer weiter, stur ...

"Stur geradeaus, Jude. Geh einfach stur geradeaus. Es ist mein Lebensmotto. Stur geradeaus, nicht links und rechts gucken - und schon gar nicht zurück."
Kapitel 8, Jude
Ja, Jude geht immer weiter, stur geradeaus. Zurück nach Lower Whilby, den Ort, in dem sie aufgewachsen ist, kommt sie widerwillig und nur wegen der Hochzeit ihrer Schwester. Jude betreibt einen Musik-Podcast, und als sie merkt, dass der Cafébesitzer James der Sohn zweier Mitglieder ihrer Lieblingsband ist, die sich aus bisher ungenannten Gründen getrennt hat, ist ihr Jagdinstinkt geweckt.
James ist nur mit zwei Dingen beschäftigt: Sein Café betreiben und seine Vergangenheit und die seine Eltern aus der Öffentlichkeit herauszuhalten. Aus einer Notsituation heraus stellt er Jude an, obwohl er genau weiß, dass sie alles dafür geben würde, die Geheimnisse seiner Eltern zu lüften.
Die beiden geraten sich ständig in die Haare - und sorgen dabei für ordentlichen Funkenflug. Jude war immer schon die Unangepasste, zu viel, zu laut. Doch bei James kann sie etwas zur Ruhe kommen und die beiden verbringen immer lieber Zeit miteinander.
"The Pumpkin Spice Latte Disaster" ist unregelmäßig wechselnd aus Judes und James Perspektive erzählt. Wie ich sowas liebe! Es erklärt beide Seiten der Geschichte und sorgt für zusätzliche Spannung, weil wir etwas wissen, was der jeweils andere nicht ahnen kann.
Zusätzlich mochte ich das Kleinstadtfeeling, das auch Jude immer mehr zu schätzen lernt. Sie trifft alte Bekannte von früher, und merkt langsam, dass nicht alles an der Beschaulichkeit schlecht ist - und dass sie mehr gemocht wird, als ihr klar war.
Gerade die Nebenfiguren wie Barbesitzerin Deb oder die kleine freche Aushilfe von James sind mir sehr ans Herz gewachsen.
Ich mochte die Geschichte und vor allem Jude von Anfang an. Sie scheint nirgendwohin zu passen, und landet doch genau am richtigen Fleck. Dabei bringt sie James und seine Kleinstadtidylle gehörig durcheinander! Gerade ihre oft grenzüberschreitende Art macht sie für mich besonders.
Auch die Sprecher sind wunderbar, vor allem, als Leonard Hohm (James) die Stimme seiner Mutter spricht, wunderbar! Etwas irritiert hat mich die extrem lange spicy Szene und ich frage mich, ob Leser:innen, die das gerne mögen, nicht lieber immer Mal wieder Happen davon wollen und nicht nur eine, die sich über Minuten hinzieht. Ich persönlich hätte es nicht gebraucht, sie tat meiner Hörfreude aber auch keinen Abbruch.
Vor allem Judes Entwicklung war schön zu beobachten, wie sie langsam Frieden schließt - mit sich selbst und Lower Whilby.
Nebeneffekt: Ich wohne ländlich und auch hier ist weit und breit kein Pumpkin Spice Latte zu finden. Aber da Jude so lange darum gekämpft hat, ihn auch im Café anzubieten, ist mein Sirup schon auf dem Postweg und ich bin gespannt auf das "klebrige Zeug"!
Dies ist der erste Band einer Reihe, und ich meine, schon Fäden entdeckt zu haben, die auf den Frühlingsband hinweisen - den ich unbedingt lesen/hören will!
Fazit:
Ein stimmungsvoller Herbstroman mit interessanten Protagonisten.

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Veröffentlicht am 10.12.2025

Auf eine Weise vermittelt, die bei mir gut angekommen ist!

Glimmer
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"(...) aber die Trigger waren immer noch da, und diese konnte ich nicht einfach durch Nicht-Trigger ersetzen.
Oder doch? Gab es vielleicht auch dafür so etwas wie ein positives Gegenstück? Es gibt doch ...

"(...) aber die Trigger waren immer noch da, und diese konnte ich nicht einfach durch Nicht-Trigger ersetzen.
Oder doch? Gab es vielleicht auch dafür so etwas wie ein positives Gegenstück? Es gibt doch Licht und Schatten, Leben und Tod, Gut und Böse, Yin und Yang - es musste auch so etwas wie positive Trigger geben! Aber wo? Wie konnte ich sie finden und wie würden sie mir helfen?"
Seite 19
Bernhard Tewes hat eine heftige Zeit hinter sich. Erst ein Entzug, Reha und eine komplette Neuorientierung haben wieder Licht ins Dunkel gebracht. Dabei ist er auf den Begriff der "Glimmer" gestoßen - Mikromomente der Sicherheit und Freude. Aber wie er selber sagt - wo kann man sie finden?
In seinem Buch zeigt er viele Wege auf, wie man für sich selbst kleine positive Oasen schaffen und immer wieder aufsuchen kann.
Was soll ich sagen? Die Wege zum Glück sind eigentlich altbekannt: Meditation, Tätigkeiten, bei denen man in den Flow kommt, soziale Kontakte, ...
Dennoch hat mich seine Botschaft irgendwie auf eine andere Art erreicht. Erst sind es keine großen Veränderungen, die er anbietet, wie z. B. Selbstreflektion und Bewusstheit und Achtsamkeit. Immer wieder wert, daran erinnert zu werden.
Mittlerweile ist er selbst Hypnosetherapeut und hat eine besondere Selbsthypnose-App erfunden, auf die er im Buch immer wieder verweist. Für manche Übungen braucht man die App, die auch kostenlose Features anbietet.
Er zeigt in seinem Buch viele kleine und große Übungen an, um im Selbst, in Interaktionen und durch Präsenz (so die drei Unterteilungen des Buches) Glimmer-Momente zu erleben.
Manche der Vorschläge sind sicher nicht überall und für jeden umsetzbar, ich wohne eher ländlich, da ist man schon froh, wenn man einen Kursplatz der Volkshochschule für "normales" Yoga ergattert - an Hot Yoga ist hier nicht zu denken. Dennoch sind die Ratschläge so breit gefächert, dass wohl jeder etwas für sich dabei entdeckt.
Um seine Lektionen zu veranschaulichen, erzählt Bernhard Tewes anonymisiert von Klienten. Diese Beispiele wirkten auf mich manchmal einen Zacken zu eindimensional, haben aber dennoch das Gesagte verdeutlicht.
Ich mache mich jetzt auf jeden Fall mal auf Glimmer-Suche - und bin mir sicher, ich werde fündig!
Fazit:
Keine überraschend neuen Ideen zum Finden von Glücksmomenten - aber auf eine Weise vermittelt, die bei mir gut angekommen ist!

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