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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.12.2025

Eine wichtige Frage, wunderbar beantwortet

Was wütest du so sehr, kleiner Pandabär?
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Tilly, ein munteres, liebenswerte und aktives kleines Pandamädchen hat nur ein Problem: sie kann so schlecht damit umgehen, wenn etwas nicht so läuft, wie sie möchte und wird dann unsagbar wütend.

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Tilly, ein munteres, liebenswerte und aktives kleines Pandamädchen hat nur ein Problem: sie kann so schlecht damit umgehen, wenn etwas nicht so läuft, wie sie möchte und wird dann unsagbar wütend.

In Reimform gehalten entfaltet sich eine leicht verständliche Geschichte, mit der sich nicht nur Erwachsene sehr leicht identifizieren können, sondern auch Kinder und ich denke, die empfohlene Altersangabe von 2 Jahren ist zutreffend.

In der Geschichte kommt Tilly selbst zu Wort, sie lässt zum einen Teil haben an den Dingen, die sie ärgern, aber auch ihre Fragen, warum sie Reaktionen zeigt, die von ihr doch eigentlich gar nicht gewollt sind. Wenn sie z.B. vor lauter Frust ein Loch in ihre Laterne schlägt, obwohl sie die Laterne doch sehr mag.

Es gefällt mir wirklich sehr gut, wie verständnisvoll die Autorin Tillys Auseinandersetzung mit sich selbst darstellt. Für Kinder sehr aufschlussreich und für mich nachvollziehbar. Vor allem auch die große selbstkritische Frage, warum sich Tillys Wut erst im Laufe des Tages zeigt, bzw. zunimmt, sie aber durchaus in der Lage ist, sich ausgeglichen und freundlich zu verhalten. Gut, dass ihre Mutter sie versteht und ihr geduldig, aufbauend und hilfreich zur Seite steht.

Diese Geschichte bietet zudem eine gute Möglichkeit, mit Kindern ins Gespräch zu kommen und gemeinsam an vielleicht ähnlichen Problemen zu arbeiten.

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Veröffentlicht am 10.12.2025

Auch Kinder dürfen Grenzen setzen

Nein ist Nein! Das gilt für Groß und Klein
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Ein kleiner aber feiner und sehr wichtiger Begleiter für kleine Kinder um sie zu stärken, Selbstvertrauen zu entwickeln und auch um zu lernen, dass es bereits für sie wichtig ist, Grenzen zu setzen.

In ...

Ein kleiner aber feiner und sehr wichtiger Begleiter für kleine Kinder um sie zu stärken, Selbstvertrauen zu entwickeln und auch um zu lernen, dass es bereits für sie wichtig ist, Grenzen zu setzen.

In kindgerechten Bildern und alltagstauglichen Situationen/Szenen, die von den Kindern durchaus selbst erlebt wurden und daher verständlich und nachvollziehbar sind, werden sehr gute Impulse und Botschaften vermittelt, um zu verstehen und zu lernen, wie wichtig es ist, für sich selbst einzustehen.

Texte und Bilder sind so gehalten, dass sie sich hervorragend eignen, mit Kindern ins Gespräch zu kommen, eigene Erfahrungen der Kinder zu besprechen, zu reflektieren und Möglichkeiten aufzuzeigen, zu erarbeiten, sich anders zu verhalten, anders zu reagieren.

Und auch mutmachend, dass ein kindliches Nein genauso zu respektieren ist, wie das von Erwachsenen.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Weihnachten in Cornwall

Winterzauber in der kleinen Stofftierklinik
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Ruby, die für ein exklusives Modelabel in London arbeitet, ist überglücklich, dass zwei ihrer Kreationen in die vorweihnachtliche Modenschau gezeigt werden. Sie unterbricht jedoch ihre Vorbereitungen und ...

Ruby, die für ein exklusives Modelabel in London arbeitet, ist überglücklich, dass zwei ihrer Kreationen in die vorweihnachtliche Modenschau gezeigt werden. Sie unterbricht jedoch ihre Vorbereitungen und reist kurzfristig in ihren Heimatort Mousehole in Cornwall, weil ihre Großmutter krankheitsbedingt tatkräftige Unterstützung in ihrer liebevoll betriebenen Stofftierklinik benötigt. Mit großer Liebe und Hingabe widmet sie sich den größeren und kleineren Verletzungen von heißgeliebten Stofffiguren und lernt zudem Dylan kennen, der sie zwar fasziniert, sie durch sein Verhalten aber auch vor Fragen stellt.
Ein wunderschöner winterlicher-vorweihnachtlicher Roman, den man, einmal begonnen, einfach nicht mehr aus der Hand legen möchte. Der Schreibstil ist angenehm leicht und fängt die bekannte winterliche Vorweihnachtsatmosphäre, aber die damit immer wieder einhergehende stressige und zeitraubende Atmosphäre ein. Dies findet sich sehr gut dargestellt in der zeitintensiven Vorbereitung einer Modenschau und dabei vor allem in dem aggressiven, sehr unfreundlichen und sehr unhöflichen Verhalten von Rubys Vorgesetzten wieder. Aber auch in der deutlich erkennbaren Distanziertheit zu ihrem Freund. Da überrascht es nicht wirklich, dass sich Ruby mehr oder weniger zur Flucht in das mit vielen wunderschönen Erinnerungen verbundene Mousehole entscheidet, wo Menschen auf sie warten, von denen sie Zeit ihres Lebens Wärme, Geborgenheit und grenzenloser Liebe erfahren hat. Bezeichnend dabei Rubys liebevolle Zugewandtheit zu Menschen in ihrem näheren Umfeld, gelingt es ihr doch, ihre Freundin Nicole und deren Sohn zu überreden mitzukommen.
Mit diesem Roman gelingt eine wunderschöne Auszeit. Die kalte, kühle, hektische Vorweihnachtszeit in einer Großstadt wird ebenso realistisch dargestellt, wie das warme und herzliche Willkommensgefühl bei Menschen, von denen man geliebt wird. Ich habe die Zeit in Mousehole mit Ruby, ihrer Familie und ihren Freunden sehr genossen und ein klein wenig von dem Weihnachtsfrieden und der Weihnachtsfreude, lange vor den Feiertagen, spüren können.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Ein Sommer der Veränderungen

Duftwickensommer
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Ein Roman, wie ich ihn liebe: in zwei unterschiedlichen Zeitsträngen eröffnen sich gleich zwei unterschiedliche Geschichten, bei der es keine familiären Zusammenhänge gibt und die mit unterschiedlichen ...

Ein Roman, wie ich ihn liebe: in zwei unterschiedlichen Zeitsträngen eröffnen sich gleich zwei unterschiedliche Geschichten, bei der es keine familiären Zusammenhänge gibt und die mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten aufwarten. Abwechselnd verbringt man einige schön sonnige aber durchaus auch schon regennasse Tage auf der Insel Borkum oder in etwa den gleichen Zeitraum in England im Jahr 1911.Die gut 40jährige, frisch geschiedene Marieke hat sich in Erinnerung an unbeschwerte Tage bei ihren Großeltern im Jahr 2024 auf Borkum ein leicht renovierungsbedürftiges Haus gekauft. Doch der Zauber ihrer Kindheitserinnerungen stellt sich nur ansatzweise ein, da die Scheidung ihre Spuren hinterlassen hat.

Im Sommer des Jahres 1911 nimmt Anni, eine junge Deutsche, die in England als Vorleserin bei einer gut situierten älteren Dame beschäftigt ist, nicht nur an einem Wettbewerb um die schönsten Wicken teil, sondern verfolgt mit großem Interesse den Beginn der englischen Frauenbewegung.

Ausgehend von Wickenblüten am Zaun von Mariekes neuem Zuhause erzählt ihre Nachbarin Alwine, die als junge Frau Anni kannte, aus dem Leben von Anni.

Beide Erzählstränge sind durch die jeweiligen Überschriften klar voneinander abgegrenzt und doch fließend miteinander verknüpft. Mit Marieke und Anni werden überzeugende Charaktere ins Leben gerufen, mit denen man sich sehr gut identifizieren kann. Auch wenn sie unterschiedliche Probleme zu lösen haben, so sind diese gerade in Bezug auf ihre jeweilige Lebenssituation sehr treffend und nachvollziehbar dargestellt.

Wobei ich gerade die Skizzierung von Anni mit der Bewältigung ihrer Niedergeschlagenheit bzw. äußerst ausgeprägten depressiven Phase berührt hat. Sie auf ihrem Weg zu begleiten, wieder Lebensfreude zu finden – war für mich ein ganz besonderer Bestandteil dieses Romans.

Und mit Anni habe ich eine junge Frau kennenlernen dürfen, die mit klugen und aufmerksamen Augen ihre Umwelt zur Kenntnis nimmt und mit ihrer klugen und schlagfertigen Art so manche tiefergehende Diskussion, gerade was das Recht von Frauen angeht, auslöst.

Ein buntes und abwechslungsreiches Bild in zwei unterschiedliche Zeitepochen, die für einen wunderschönen Lesegenuss gesorgt haben.

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Veröffentlicht am 06.08.2025

Herzogtum Aquitanien im Mittelalter

Das Lied der Rose
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In diesem hervorragend recherchierten Roman konnte ich Einblicke in eine Zeit und Ereignisse erlangen, die mir bisher noch nicht bekannt waren.

Ausgehend von der fiktiven Rahmenhandlung um die Sängerin ...

In diesem hervorragend recherchierten Roman konnte ich Einblicke in eine Zeit und Ereignisse erlangen, die mir bisher noch nicht bekannt waren.

Ausgehend von der fiktiven Rahmenhandlung um die Sängerin Sahar, und den ehemaligen Novizen, Marian, entwirft die Autorin ein detail- und aufschlussreiches Bild über das Wirken des Herrscherhauses von Aquitanien, Graf Guillaume und seiner Ehefrau Philippa. Dabei werden die überlieferten historischen Ereignisse in einer fesselnden und überzeugenden Weise dargestellt, denen man mühelos folgen kann.

Vor allem das ständige Bemühen und Streben von Philippa, wieder in den Besitz des ihr zustehenden Erbes, die Grafschaft Toulouse, zu gelangen, wird hervorragend beschrieben und zeigt das Bild einer beherrschten und auch machtgierigen Frau auf. Ihr ist jedes Mittel recht und ihr Verhalten, das angestrebte Ziel zu erreichen, hat mich mehrmals erstaunt und auch teilweise erschüttert.

Dass zur damaligen Zeit die Kirche und ihre Kirchenfürsten eine nicht unwichtige Rolle spielten bzw. wie die Macht der Kirche auch ausgenutzt wurde, stellt für mich ebenfalls eine wichtige Thematik dieses Romans dar und hat mich teilweise dann doch überrascht, weil ich so manche Entscheidung/Entwicklung nicht erwartet hätte,

Die Charakterisierung der wichtigsten Personen finde ich sehr gelungen. Es handelt sich um reale historische Personen, die mich mit ihren Gedanken und ihrem Verhalten überzeugt haben.

Die realen historischen Ereignisse sind sehr interessant und doch habe ich mich immer wieder gefreut, wenn auch Sahar und Marian Berücksichtigung fanden. Bei all den grausamen und kriegerischen Auseinandersetzungen, den politischen und menschlichen Intrigen, der Schilderung des gefährlichen und letztendlich verlustreichen und eher erzwungenen Kreuzzugs von Herzog Guillaume, haben Sahar und Marian für schöne und ruhigere Lesezeiten gesorgt.

Abgerundet wird dieser Roman mit einer farblich sehr ansprechenden Landkarte der Landstriche, die im Romangeschehen Erwähnung finden, sodass man gerade im Hinblick auf den Kreuzzug einen sehr guten Eindruck über eine so lange Reise zur damaligen Zeit erhält.

Und es findet sich bereits vor Beginn der Romanhandlung ein umfangreiches Personenregister, durchaus sinnvoll, denn im Laufe der Geschichte lernt man viele Personen kennen.

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