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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2026

Aufruf zum Kampf für eine bessere, gerechtere Welt

Funkenschwestern
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„Funkenschwestern“ macht deutlich, warum wir von tatsächlicher Gleichberechtigung noch weit entfernt sind. Barbara Blaha will aufzeigen, dass das, was uns Frauen vermeintlich „privat“ passiert, in Wahrheit ...

„Funkenschwestern“ macht deutlich, warum wir von tatsächlicher Gleichberechtigung noch weit entfernt sind. Barbara Blaha will aufzeigen, dass das, was uns Frauen vermeintlich „privat“ passiert, in Wahrheit „geteilte politische Realitäten“ sind.
In sieben Kapiteln untersucht sie diese näher und verbindet sie mit persönlichen Geschichten. So schafft sie es, komplexe Themen verständlich darzustellen und einen persönlichen Bezug zum/r Leser:in zu finden. Die meisten Frauen haben eine oder mehrere in „ Funkenschwestern“ geschilderte Situationen sicher bereits selbst erlebt.
Die Autorin erzählt die Geschichte des Patriarchats, von geschlechterspezifischer Gewalt, finanzieller Ungleichheit und vielem mehr.

Unterlegt wird das Ganze mit diversen Studien und Medienberichten, die man im Rahmen der mehr als 400 Quellenangaben auch selbst nachlesen kann.

Besonders interessant fand ich die Informationen zu engagierten Frauen, deren Mut und Beharrlichkeit zu gesellschaftlichen Veränderungen führten, egal, ob es sich um einzelne Frauen wie z.B. Amalie Ryba handelt oder um den „Freien Tag“ der isländischen Frauen.

Das Buch regt zum Nachdenken über soziale Gerechtigkeit im allgemeinen und Zusammenhalt an und macht deutlich, wie viel Veränderungskraft in einer einzelnen Person und in der Gemeinschaft steckt und welch weiten Weg wir noch gehen müssen. Am Schluss legt die Autorin dar, wie wir eine andere Welt schaffen können.
Die Sprache war äußerst angenehm zu lesen. Auch das Design von „Funkenschwestern“ hat mir gut gefallen.
So interessant das Buch war, der emotionale Funke ist bei mir nicht ganz übergesprungen. Die Anmerkung der Autorin „Hier wird gezündelt“ wurde für mich nicht erfüllt.
Insgesamt ist „Funkenschwestern“ ein sehr informatives, gutes Buch, das ich insbesondere Leser:innen empfehlen kann, die sich mit diesem Thema noch nicht tiefer befasst haben.
Ich hoffe, dass es auch viele männliche Leser findet.

Veröffentlicht am 16.02.2026

Amüsant und tiefgründig

Wir Freitagsmänner
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„Wir Freitagsmänner – Wer wird denn gleich alt werden?“ist ein humorvoller, warmherziger Roman von Hans-Gerd Raeth über das Älterwerden, Selbstzweifel und die Sehnsucht nach einem Neuanfang und einer neuen ...

„Wir Freitagsmänner – Wer wird denn gleich alt werden?“ist ein humorvoller, warmherziger Roman von Hans-Gerd Raeth über das Älterwerden, Selbstzweifel und die Sehnsucht nach einem Neuanfang und einer neuen Liebe.
Im Mittelpunkt steht Henri, ein Mann in den Fünfzigern, der seine Ehe durch eine Affäre in den Sand gesetzt hat. Als sein Arzt ihm männliche „Wechseljahre“ diagnostiziert, beginnt Henri, sein Leben und seine Wünsche neu zu überdenken und stellt fest, dass es gar nicht so einfach ist, zu wissen, was man vom Leben (noch) erwartet oder wünscht.
Raeths Schreibstil ist lebendig und oft sehr witzig. Ich musste mehrmals laut lachen. Er macht das Buch zu einer kurzweiligen Lektüre, die einfühlsam und realistisch die kleinen Dramen des Lebens zeigt, obwohl er sich aller Klischees bedient.
Die Figuren sind sehr sympathisch dargestellt. Der Autor zeigt, wie wichtig Freunde im Leben sind.
„Wir Freitagsmänner“ bringt den Leser zum Schmunzeln, regt aber auch zum Nachdenken über Lebensphasen, Erwartungen und Chancen an. Die Idee, das Leben als Woche zu betrachten, bei der es bereits Freitag ist, fand ich sehr gelungen.
Der Roman ist eine empfehlenswerte, unterhaltsame Lektüre über das Leben in der zweiten Lebenshälfte - geeignet nicht nur für Männer. Ich denke, jüngere Leser würden ihn nicht so amüsant finden.

Veröffentlicht am 28.01.2026

Das Wasser bringt es ans Licht

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
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Mit „Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten“, dem sechsten Band zum deutsch-österreichischen Ermittlungsteam Alexa Jahn und Bernhard Kramer, liefert Anna Schneider erneut einen packenden Krimi.
Um mitzukommen, ...

Mit „Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten“, dem sechsten Band zum deutsch-österreichischen Ermittlungsteam Alexa Jahn und Bernhard Kramer, liefert Anna Schneider erneut einen packenden Krimi.
Um mitzukommen, muss man die vorgehenden Bände nicht gelesen haben.

Von der ersten Seite an zieht die Geschichte in ihren Bann.
Während schwerer Unwetter und einer damit verbunden Flutkatastrophe werden nicht nur viele Menschen vermisst, es geschehen auch mehrere Mordfälle.

Die Flut erinnert sehr an die Flut im Ahrtal und Anna Schneider schreibt nicht nur einen spannenden Krimi, sondern sie zeigt auf, in welche psychischen und körperliche Ausnahmesituationen sowohl Betroffene als auch die Helfer kommen und wie hilflos der Mensch der Naturgewalt gegenübersteht. Man spürt die Zerrissenheit von Alexa. Sie muss den Überblick über alle eingehenden Notrufe behalten, möchte aber am liebsten selbst tätig werden und jedem einzelnen helfen.
Auch das Thema Gewalt gegen Frauen kommt zur Sprache.

Erzählt werden im Krimi mehrere unterschiedliche Einzelfälle und Perspektiven. Man fragt sich als Leser, was diese miteinander zu tun haben und fiebert auf die Auflösung hin.
Mir hat besonders gut die Verknüpfung von Spannung mit gesellschaftlichen Themen gefallen und wie gut die Autorin die entsprechende Stimmung bzw. Atmosphäre schafft.

Mein Fazit: Ein fesselnder Krimi, den ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Ich freue mich schon auf Band 7.

Veröffentlicht am 01.01.2026

Trau keinem, außer dir selbst

Wem du traust
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„Wem du traust“ ist ein spannender Krimi, der zeigt, wie trügerisch Vertrauen sein kann und wie schnell sich Sicherheiten auflösen – egal, ob es sich um Beziehung oder um Freundschaft handelt.
Eva führt ...

„Wem du traust“ ist ein spannender Krimi, der zeigt, wie trügerisch Vertrauen sein kann und wie schnell sich Sicherheiten auflösen – egal, ob es sich um Beziehung oder um Freundschaft handelt.
Eva führt mit ihrem Mann Daniel das perfekte Leben. Kleinstadtidylle pur. Oft hilft Sofia, die fünfzehnjährige Tochter von Evas bester Freundin Susanne, als Babysitter aus. Diese ist für Eva wie ihr zweites Kind. Eines Nachts bringt Daniel Sofia nach dem Babysitten nach Haus. Am nächsten Morgen ist sie spurlos verschwunden und die Suche beginnt. Sagt Daniel die Wahrheit? Was verschweigt Susanne und was die Schulkameradinnen?
Die Geschichte entwickelt sich ruhig, aber stetig und zieht einen immer tiefer in ein Netz aus Geheimnissen, Zweifeln und unerwarteten Wendungen hinein. Man rätselt von Anfang bis Ende mit, wem man glauben kann und wem nicht.
Geschildert wird die Story aus der Perspektive von drei Personen: einer unbekannten, aus der Ich-Perspektive von Eva und aus Sicht der Kriminalhauptkommissarin Heidi, was das Ganze abwechslungsreich macht.
Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen, wodurch man schnell vorankommt und das Buch kaum weglegen kann.
Kleine Schwächen zeigt der Roman stellenweise im Mittelteil, wo sich einige Szenen etwas ziehen und die Spannung kurzzeitig nachlässt, aber nicht komplett verloren geht.
Insgesamt ist „Wem du traust“ ein fesselnder Krimi über Vertrauen, Misstrauen und greift auch Themen wie Misshandlung in der Beziehung auf.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich kann es allen empfehlen, die psychologische Spannung mögen.

Veröffentlicht am 11.12.2025

Dunkle Geheimnisse

Eisnebel
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Der Inhalt des Buches klingt, abgesehen vom Prolog, zunächst nach „Pretty Woman“. Eine nicht gerade begüterte junge Frau lernt gutaussehenden, sehr wohlhabenden Mann kennen und sie verloben sich nach kurzer ...

Der Inhalt des Buches klingt, abgesehen vom Prolog, zunächst nach „Pretty Woman“. Eine nicht gerade begüterte junge Frau lernt gutaussehenden, sehr wohlhabenden Mann kennen und sie verloben sich nach kurzer Zeit. Nun sind Theodora und Connor auf dem Weg nach Idlewood, einem Berg mit diversen Chalets, der seiner Familie gehört und wo sie zwei Wochen Weihnachtsurlaub verbringen, um Theo der Familie vorzustellen.
Bereits auf der Fahrt taucht das erste schlechte Omen in Form eines Beinaheunfalles mit einem angeschossenen, schwer verletzten Hirsch auf.
Theo kommt in der Familie nicht gut an. In Connors Familie ist es wichtig, den Schein zu wahren. Niemand ist, wie er scheint, jeder hat ein Geheimnis – aber das trifft auch auf Theo zu.
Gerade dies macht die Spannung des Buches aus, da sich so ständig neue Erkenntnisse und Wendungen ergeben.
Im Laufe des Buches wird man mehrmals auf eine „falsche Fährte“ gelockt, sodass mich der Ausgang völlig überrascht hat.
Ich fand das Buch spannend und konnte es kaum weglegen. Durch den flüssigen Schreibstil ließ es sich sehr gut lesen und die Beschreibungen des Settings schufen eine passende, geheimnisvolle Atmosphäre.
Ein empfehlenswerter Thriller, der gut in die Winterzeit passt und bereits durch das tolle Cover und den Farbschnitt besticht. Von mir gibt es eine Leseempfehlung mit 4 Sternen.