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Veröffentlicht am 11.12.2025

Eiskalt und düster

Das Ganymed-Fragment
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Der Ermittler Alan Bishop wird im Jahr 2225 von der Raumstation auf dem Zwergplaneten Ceres zur Mine auf dem Jupitermond Ganymed gerufen, als dort ein Minenarbeiter unter seltsamen Umständen ums Leben ...

Der Ermittler Alan Bishop wird im Jahr 2225 von der Raumstation auf dem Zwergplaneten Ceres zur Mine auf dem Jupitermond Ganymed gerufen, als dort ein Minenarbeiter unter seltsamen Umständen ums Leben kommt.

Schon bald ist ihm klar, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Mächtige Industriekonzerne sind an dem interessiert, was der Minenarbeiter und seine zwei Kollegen gefunden haben und nicht nur aus diesem Grund werden Bishop bei seinen Ermittlungen viele Steine und Gefahren in den Weg gelegt.
Dieses Buch ist eher ein sehr düsterer Krimi mit allem, was es dabei so braucht: ein abgewrackter, desillusionierter Ermittler, eine sehr trostlose, heruntergekommene, in diesem Fall noch eiskalte Umgebung, hoffnungslose Gestalten, u. v. m., als Sciencefiction, obwohl seine Handlung in der fernen Zukunft im Weltall stattfindet.

Aber hier geht es um noch mehr: Industriespionage, skrupellose Methoden für eigenen Gewinn, Machtintrigen, Verschwörungen, aber auch um persönliches, (gescheitertes,) menschliches Leben und ein moralisches Dilemma. So wirkt das Buch fast schon überfrachtet mit Themen und einer gewissen Brutalität.

In seinem Nachwort schreibt der Autor seine Gedanken zu diesem Buch, u. a. „Alles, was hier erzählt wurde, entspringt einer möglichen Zukunft – aber letztlich auch immer unserer Gegenwart,“ denn „die Einsicht, dass es keine einfachen Lösungen gibt und dass am Ende jeder seinen eigenen Preis zahlen muss“ ist schon jetzt Fakt.

So kann jeder aus diesem Buch, die für ihn passenden Gedanken mitnehmen. „Vielleicht bleibt auch nur das Gefühl, dass hinter jedem wissenschaftlichen Fortschritt, hinter jedem technischen Triumph immer der Mensch steht – mit all seinen Zweifeln, Fehlern und Hoffnungen.“

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Was heißt hier das beste?

Das beste Tier der Welt
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Welches Tier ist das Tollste? Ist es das größte, das stärkste, das schnellste oder geht es um etwas ganz anderes?

Das Buch handelt von zwei Freundinnen, von denen die eine auf dem Weg nach Hause eine ...

Welches Tier ist das Tollste? Ist es das größte, das stärkste, das schnellste oder geht es um etwas ganz anderes?

Das Buch handelt von zwei Freundinnen, von denen die eine auf dem Weg nach Hause eine Schnecke findet. Diese ist für sie das tollste Tier der Welt und das kann ihr auch ihre Freundin mit vielen guten Argumenten nicht ausreden.

Die Idee des Buches finde ich sehr schön: In den kleinen Dingen das Besondere zu sehen, sie genauso zu achten wie die großen und sich an ihnen zu erfreuen.

Die Zeichnungen dazu sprechen mich allerdings nicht an. Die Illustratorin nutzt kräftige Farben für ihre Bilder. Die Kinder haben dabei eine dunkelpinke, bzw. das andere Mädchen eine grüngelbliche Hautfarbe und sind meist fast zweidimensional gehalten. Straßen und Gebäude sind oft nur farblich umrandet dreidimensional dargestellt oder einfarbig – manchmal auch nur teilweise – ausgefüllt. Natur ist bunt, aber auch hier mit „unnatürlichen“ Farben kombiniert (Baumstämme in rot und rosa, Schnecke in hellblau mit rotem Haus, etc.). Die Bilder wirken wie extra einfach gehalten.

Auf den ersten drei Doppelseiten findet sich kein Text, so dass nur die Illustrationen auf den Leser wirken. Danach ist der Text kurz, aber eindrücklich, die Bilder fast immer doppelseitig gehalten. Die zwei vorletzten Doppelseiten kommen wieder ohne Text aus. Die letzte Doppelseite beinhaltet den längsten Text, in dem das eine Mädchen in sein Tagebuch schreibt und damit die Intension des Buches erklärt wird.

Ein Bilderbuch mit einer tollen „Message“, aber - für mich – gewöhnungsbedürftigen Illustrationen.

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Veröffentlicht am 05.03.2025

Nachts geht's los

Lottes erster Schultag
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Lotte kommt in die Schule, doch ihre Schulsachen entwickeln ein Eigenleben, die nur ihr Schmuseschwein stoppen kann, das eigentlich nicht mit zur Schule soll.

Das Bilderbuch beginnt mit einer alltäglichen ...

Lotte kommt in die Schule, doch ihre Schulsachen entwickeln ein Eigenleben, die nur ihr Schmuseschwein stoppen kann, das eigentlich nicht mit zur Schule soll.

Das Bilderbuch beginnt mit einer alltäglichen Einschulungsgeschichte. Ein Mädchen kann die Nacht vor seiner Einschulung nicht schlafen, während ihr Ranzen gepackt vor ihrem Bett steht. Die Mutter hat eine Liste ausgedruckt, dann wurden die Schulsachen eingekauft und Lotte hat auch schon mal die neuen Stifte ausprobiert.

Als sie nun endlich eingeschlafen ist, beginnen die Schulsachen lebendig zu werden, hüpfen aus dem Ranzen und machen Quatsch. Nur das tapfere Schmuseschwein bekommt das Malheur mit, besiegt alle Gegenstände, sperrt sie in den Ranzen und passt bis zum Morgen darauf auf, dass auch alle darin bleiben.

Der Text ist dabei auf jeder Doppelseite kleiner als das große Bild und in Reimen gehalten zu jeweils zehn Zeilen, wobei sich immer zwei aufeinanderfolgende reimen.

Die großen doppelseitigen, sehr plakativen Bilder zeigen stets noch mehr, als der Text erzählt und sind in kräftigen, bunten Farben gemalt. So können die Lesenden immer noch etwas mehr entdecken, als der Text aussagt. Alle gezeichneten Dinge sind mit klaren Konturen voneinander abgegrenzt. Mit den Proportionen und Perspektiven wird dabei bewusst gespielt, so dass ein wenig die Idee erzeugt wird, als hätte ein Kind hier gemalt.

Die Geschichte bringt nicht wirklich etwas Neues: Eine Einschulungsgeschichte, in der die Schulsachen lebendig werden, und ein tapferes Kuscheltier, das aushilft, und auch den Einstieg in die Schule erleichtert. Humor und Pep bringen jedoch die gereimten Texte mit sich.

Alles in allem: Ein lustiges Einschulungsbuch.

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Veröffentlicht am 24.02.2025

Wie funktioniert Familie?

Die Garnett Girls
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Vor der Kulisse der traumhaften Isle of Wight schreibt die Autorin ihren Familienroman. Dieses Urlaubsgefühl wird noch durch das Cover mit dem Foto der drei jungen Frauen im Wasser, dem dies umrandendem ...

Vor der Kulisse der traumhaften Isle of Wight schreibt die Autorin ihren Familienroman. Dieses Urlaubsgefühl wird noch durch das Cover mit dem Foto der drei jungen Frauen im Wasser, dem dies umrandendem Gelb und dem Wellenmotiv der Buchdeckel sehr ansprechend unterstrichen.

Die Geschichte handelt von Margo, einer Mutter, und ihren drei Töchtern, Rachel, Imogen und Sasha, die der trinkende Vater, als Sasha noch ein Kleinkind und Rachel elf Jahre alt war, verlassen hat. Von diesem Ereignis hat sich keine von ihnen wieder ganz erholt, haben alle ein Trauma davongetragen. Die Mutter hatte danach ein Jahr lang Depressionen und die Kinder waren sich selbst überlassen, Tante und Freunde der Mutter versuchten helfend einzuspringen, Rachel trug sehr viel Last. Die Mädchen verarbeiten dies ihr Leben lang sehr unterschiedlich.

Da die Mutter herrisch und vehement verbietet und sich weigert über den fehlenden Vater zu sprechen, können die Erlebnisse auch nicht aufgearbeitet werden, bis am Ende der Knoten platzt.
Die Geschichte wird immer aus Sicht eines autoritären, allwissenden Erzählers geschrieben, wechselt aber die Perspektive zwischen den Frauen ab. Dadurch kam ich keiner der Figuren so richtig nahe. In die Mutter Margo konnte ich mich am wenigsten einfühlen, da sie mir sehr egozentrisch zu sein scheint und damit die Töchter unterdrückt. Auch die Nebenfiguren bleiben blass. Noch dazu hat die Erzählung ihre Längen. Margos Motive, nicht mit ihren Töchtern über den Vater zu reden, hätten vielleicht eher enthüllt werden müssen, um diesen entgegenzuwirken. Auch die Ich-Perspektive hätte dem vielleicht entgegengewirkt. Die Beweggründe der Töchter, ihr Leben so zu gestalten, wie es ist, konnte ich besser nachvollziehen.

Der Klappentext des Buches klang sehr interessant, aber die teils langatmige Erzählweise und die distanzierte Zeichnung der Figuren hat mich nicht vollständig gepackt.

Alles in allem ein leichtlesbarer, gut durchdachter Roman vor einer spektakulären Kulisse.

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Veröffentlicht am 02.11.2024

Freundschaft überwindet Schwierigkeiten

Zusammen können wir fliegen
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Echte Freundschaft überwindet Unterschiedlichkeit und Schwierigkeiten.

Eine Freundschaft zwischen einem Wolf und einem Schaf - das ist schon recht ungewöhnlich. In diesem Bilderbuch wird gezeigt, das ...

Echte Freundschaft überwindet Unterschiedlichkeit und Schwierigkeiten.

Eine Freundschaft zwischen einem Wolf und einem Schaf - das ist schon recht ungewöhnlich. In diesem Bilderbuch wird gezeigt, das solch eine konträre Freundschaft funktionieren kann und sogar zusammen der Traum des einen verwirklicht und Schwierigkeiten dabei gemeinsam überwunden werden können.

Die Tiere sind bei dieser Erzählung vermenschlicht worden, denn sie können mit einander reden und ihre Vorderbeine wie Arme und Hände benutzen, außerdem können sie komplexe Probleme lösen.

Schaf und Wolf sind dabei auf eine ganz eigene Art und Weise vom Illustrator gemalt worden. Sie wirken fast zweidimensional, „Arme“ und Beine sind einfach verbreiterte Linien, Füße und „Hände“ sind am Ende wie mit der Schere im Zickzack eingeschnitten, ebenso der Schwanz und das Maul des Wolfes. Die Farbe des Wolfes ist ein Dunkelbraun mit leichten Schattierungen ins Schwarze, während das Schaf schwarze „Arme“, Beine und Kopf hat, der Rumpf changiert von weiß über grau bis schwarz.

So sind auch alle Illustrationen in diesen Farbtönen gehalten, mal heller, mal dunkler. Dabei sind die Bilder oft wie Collagen dargestellt, als wenn das Schaf auf dem Stück einer Tapete sitzt und die vorbeifliegenden Vögel auch aus Papierresten bestehen (S. 4). Oder es sind Stücke von Schriftstücken mit altertümlicher Schrift, Teile von Landkarten, Zeitungen, Zeichnungen und Rechnungen eingefügt. Die Konturen sind dabei immer sehr klar vom stets weißen Hintergrund abgegrenzt.

Die Bilder ziehen sich fast immer über eine Doppelseite, wobei der kurze Text weniger Raum als sie einnimmt, was zur Angabe des Verlages passt, dass dieses Bilderbuch ab drei Jahren Vorlesealter vorgesehen ist.

Die Botschaft des Buches bietet nicht wirklich etwas Neues – Freundschaft überwindet Verschiedenartigkeit, wobei dies hier nicht ausdrücklich thematisiert wird (Die Lesenden erfahren nicht, warum Schaf und Wolf befreundet sind.) und Freundschaft überwindet zusammen Schwierigkeiten und hilft dem anderen, seine Träume zu erfüllen. Dazu empfinde ich die Illustrationen als sehr gewöhnungsbedürftig und nicht sehr ansprechend, auch nicht in der Farbauswahl.

Aber natürlich sollte sich jeder ein eigenes Bild von diesem Bilderbuch machen!

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