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Veröffentlicht am 11.12.2025

Eine wunderschöne Adventskalendergeschichte

Der Wunschzetteldieb
1

Die Zwillinge Anni und Tim haben viele Weihnachtswünsche, doch noch keinen einzigen zu Papier gebracht. In letzter Minute gelingt es ihnen endlich doch noch, doch bevor sie ihre Wunschzettel zur Post bringen ...

Die Zwillinge Anni und Tim haben viele Weihnachtswünsche, doch noch keinen einzigen zu Papier gebracht. In letzter Minute gelingt es ihnen endlich doch noch, doch bevor sie ihre Wunschzettel zur Post bringen können, sind sie verschwunden. Schnell stellt sich heraus, dass nicht nur die Wunschzettel von ihnen verschwunden sind, sondern dass auch die meisten ihrer Freunde das Gleiche erlebt haben. Anni und Tim gründen schnell die 2-Zwillings-Detektei, begeben sich auf Spurensuche und klären letztendlich auch die Diebstahlserie – Weihnachten ist gerettet.

In insgesamt 24 kurzen Kapiteln wird eine warmherzige und auch spannende Weihnachtsgeschichte erzählt. Die Texte werden begleitet von Bildern, die Inhalte der Texte noch einmal auf eine ganz besondere Weise hervorheben und veranschaulichen. Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, dass mich ganz besonders die grafische Gestaltung der Seitenzahl angesprochen hat. Sie ist in einem Schneeball versteckt und mit unterschiedlichen teilweise amüsanten winterlichen Aspekten wie einem Handschuh oder Vogelbeinen, die aus dem Schneeball ragen, ergänzt worden.

Als Einstieg in die folgende Geschichte werden die Zwillingsgeschwister Anni und Tim zunächst einmal kurz vorgestellt, verbunden mit einer bildlichen Darstellung. Eine Identifizierung mit den beiden gelingt schnell und leicht und es macht großen Spaß, sie durch ihr aufregendes Weihnachtsabenteuer zu begleiten.

Sie sind mutig, aber auch fürsorglich, achten aufeinander, ergänzen sich mit ihren unterschiedlichen Charaktereigenschaften, die sehr gut und verständlich dargestellt werden, hervorragend. Ihr Verhalten, ob gegenüber den Eltern, den Freunden oder auch gegenüber dem Dieb und später dann auch dem Weihnachtsmann ist respektvoll und wertschätzend und überzeugt.

Der Schreibstil ist angenehm leicht. Kindgerecht, eignet sich natürlich zum Vorlesen, aber auch zum Selberlesen.

Mir hat nicht nur die Geschichte und die darin enthaltenen und vermittelten Wertevorstellungen sehr gut gefallen, sondern auch die grafische Gestaltung, hier ganz besonders die wunderschöne und treffenden Illustrationen. Und – für mich ebenfalls sehr wichtig – die individuelle Vorstellung der beiden Kinder.

Dieses vorweihnachtliche Adventskalenderbuch empfehle ich sehr gerne weiter

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Bilder und Illustrationen
Veröffentlicht am 10.12.2025

Eine neue Heimat für eine kleine Maus

Das Haus mit der kleinen roten Tür
0

Das Cover dieses zauberhaften kleinen Buches für Kinder ab 4 Jahren, so die Altersempfehlung, unterstreicht auf eindrucksvolle, vor allem aber auch verständliche Weise den Titel: ein recht großes Haus ...

Das Cover dieses zauberhaften kleinen Buches für Kinder ab 4 Jahren, so die Altersempfehlung, unterstreicht auf eindrucksvolle, vor allem aber auch verständliche Weise den Titel: ein recht großes Haus mit ausreichend Platz, dessen Haustüre leuchtend rot leuchtet.

Gespannt war ich auf die Geschichte, die sich quasi hinter dieser Türe verbirgt und war bereits von den ersten Seiten an wie verzaubert.

Eine kleine Maus, die mutterseelenallein in diesem Haus mit der kleinen roten Tür lebt verliert durch die Auswirkungen eines heftigen Schneesturms ihr gewohntes Zuhause. Gut, dass Olivia, ein kleines Mädchen mit einem großen Herzen, versucht zu helfen, doch alle angebotenen neuen Wohnmöglichkeiten bieten der kleinen Maus nicht das Gefühl von Heimat, von Geborgenheit, das sie in ihrem ehemaligen Domizil empfunden hat. Erst als Olivia ihr Unterkunft in ihrem Zuhause anbietet, fühlt sich die kleine Maus endlich angekommen, endlich wohl.

Eine sehr schöne Geschichte, der bereits kleine Kinder sehr gut folgen können. Aber es ist nicht nur der Inhalt, der die Kinder in ihren Bann ziehen wird, es ist auch die gesamte Aufmachung des Buches. Die zunächst angebotenen Wohnmöglichkeiten haben mir immer wieder ein Schmunzeln entlockt und ich habe wirklich über die kindgerechten kreativen Ideen gestaunt.

Hinzu kommt, und dies immer ein besonderes Highlight, die Möglichkeit, kleine Pappklappen zu öffnen und einen direkten Blick in die angebotene Unterkunft, wie z.B. eine Teekanne, zu werfen. Ein zusätzliches Angebot, die Geschichte beim Vorlesen oder Betrachten mit weiteren Fragen und Hinweisen zu verbinden.

Ich bin wirklich begeistert und habe mich gefreut, dieses Kinderbuch entdeckt zu haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.11.2025

Wenn Träume wahr werden

Ein gutes Ende
3

Mit großem Interesse habe ich die Romanbiographie über die mir bekannte deutsche Schriftstellerin Hedwig Courths-Mahler gelesen. Sie war mir lediglich als Autorin von vielen Liebesromanen bekannt, doch ...

Mit großem Interesse habe ich die Romanbiographie über die mir bekannte deutsche Schriftstellerin Hedwig Courths-Mahler gelesen. Sie war mir lediglich als Autorin von vielen Liebesromanen bekannt, doch mit ihr als Person hatte ich mich nie beschäftigt. Mit dieser Romanbiographie durfte ich sie nun auch persönlich kennenlernen.

Aufgewachsen mit zwei Brüdern in ärmlichen Verhältnissen findet sie bereits als Kind Zuflucht in erdachten Geschichten und sehr früh wächst in ihr der Wunsch, einmal ein anderes Leben zu führen als das ihrer Mutter. Immer mit diesem Ziel vor Augen gelingt ihr dies im Laufe der Jahre, auch wenn sie immer wieder mit Rückschlägen konfrontiert wird.

Dabei gelingt es dem Autorinnenduo mit großem Geschick und Einfühlungsvermögen, Hedwigs Akzeptanz des damaligen Rollenverständnisses, sich nach ihrer Heirat dem Haushalt und später der Erziehung der beiden gemeinsamen Töchter zu widmen, darzustellen. Eine berufliche Tätigkeit, insbesondere als Schriftstellerin, ist undenkbar. Hinzu kommt zudem auch noch die fehlende Wertschätzung und Anerkennung ihres Ehemannes für ihre schriftstellerische Arbeit, sodass sie diese zunächst aufgibt.

Fein nuanciert und mit viel Empathie wird Hedwigs Weg beschrieben, sich von dieser Erwartungshaltung zu lösen und wieder Zuflucht zu finden in der kreativen schriftstellerischen Verarbeitung von Alltagssituationen und -beobachtungen in fiktive Geschichten. Dies bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Ehe. Entwickelt sich Hedwig doch mehr und mehr zu einer selbstbewussten Frau, die mutig wird, ihren Selbstwert kennt, die lernt zu fordern und sich durchzusetzen, auf Gleichberechtigung zu bestehen. Eine gelungene und überzeugende Darstellung, insbesondere auch hinsichtlich der Bereitschaft, im Rahmen der Ehe immer wieder aufeinander zuzugehen, offen miteinander zu reden, zu streiten, zu verzeihen und zu akzeptieren.

Mit großer Begeisterung habe ich diese Romanbiographie gelesen. Ich durfte in ein entbehrungsreiches, spannendes und letztendlich überaus erfolgreiches Leben eintauchen und eine großartige Frau kennenlernen, die nie aufgab und die ihren Weg fand und lebte, sich selbst und andere durch wunderbare Geschichten glücklich machte.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 15.10.2025

Spannender und ereignisreicher Regionalkrimi

Mörderische Brise - Der Tote am Sandstrand
4

Mit dem Roman „Der Tote am Sandstrand“ beginnt eine neue Ostsee-Krimireihe, der mich sofort in seinen Bann gezogen hat.

Wenn auch Krimis auf keinen Fall zu meinem bevorzugten Genre zählen, wurde ich durch ...

Mit dem Roman „Der Tote am Sandstrand“ beginnt eine neue Ostsee-Krimireihe, der mich sofort in seinen Bann gezogen hat.

Wenn auch Krimis auf keinen Fall zu meinem bevorzugten Genre zählen, wurde ich durch den Handlungsort, Ostersande an der Wissmarer Bucht, sofort an einige Urlaubsreisen an Ost- oder Nordsee erinnert, was letztendlich mitentscheidend für meine Leseentscheidung war.

Und ich wurde nicht enttäuscht – ganz im Gegenteil. Denn in diesem Krimi werden sehr viele unterschiedliche Aspekte angesprochen und zu einem harmonischen Gesamtergebnis verknüpft.

Hauptcharaktere ist Hannah Bülow, die erst vor kurzem ihren Ehemann auf tragische Weise verloren hat, alle Brücken hinter sich abbricht und in ihren Heimatort zurückkehrt und eine freie Stelle in der dortigen Polizeiwache übernimmt. Schon bald gilt es einen mysteriösen Todesfall aufzuklären, dem wenig später ein weiterer folgt, wobei es sich um Mitglieder des ehemaligen Freundeskreises um Hannah und ihre jetzige Vorgesetzte und Freundin aus Kindertagen, Constanze, handelt. Im Laufe der Ermittlungen ergeben sich zunehmend Hinweise auf ein tragisches Ereignis der ehemaligen Freundesclique, bei dem eine gemeinsame Freundin den Tod fand.

Neben der Schilderung einer spannenden und wechselvollen polizeilichen Ermittlungstätigkeit werden auch viele Einblicke in die persönlichen Entwicklungen und Verhältnisse der das Romangeschehen tragenden Charaktere ermöglicht. Denn der Jahrzehnte zurückliegende tragische Bootsunfall hat individuelle Spuren hinterlassen. Eine sorgfältige und detailreiche Charakterisierung der Protagonisten sorgt dafür, dass ich mich leicht mit ihnen, ihren Gedanken und auch Entscheidungen identifizieren konnte. So unterschiedlich ihre persönlichen Verhältnisse auch waren, werden sie doch lebensecht und wirklichkeitsnah dargestellt.

Hinzu kommt auch immer wieder die Berücksichtigung eines aktiven und stark frequentierten Urlaubsortes. Und dies auch im Hinblick darauf, dass eine zügige und doch auch zurückhaltende Polizeiarbeit gefordert wird.

Für mich ein wirklich überaus gelungener, spannender und überzeugender Regionalkrimi, von dem ich sehr gerne weitere Bände lesen würde.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 21.09.2025

Englands Thron – heiß und hart umkämpft

Rabenthron
2

Dieser Roman stellt eine fesselnde und spannende Ergänzung zu den bereits vorliegenden beiden Romanen der s.g. Helmsby-Reihe dar. Wieder einmal werden historische Ereignisse mit fiktiven Personen, in diesem ...

Dieser Roman stellt eine fesselnde und spannende Ergänzung zu den bereits vorliegenden beiden Romanen der s.g. Helmsby-Reihe dar. Wieder einmal werden historische Ereignisse mit fiktiven Personen, in diesem Roman ist es der junge Aelfric und sein Sohn Penda, verknüpft. Ausgehend im Jahr 1013 beginnt eine fesselnde und auch abenteuerliche Reise durch gut 30 Jahre englische Geschichte, geprägt durch einige Kämpfe um die Königskrone Englands. Dabei ist einmal mehr die intensive Recherche der Autorin sowohl zu den historischen Ereignissen als auch zu den Lebensverhältnissen sowohl von der Bevölkerung als auch von den Angehörigen der Adelsschicht zu erkennen. Mitreißend und detailreich beschrieben, gelingt eine spannende und informative Zeitreise.
Für mich fällt dabei Königin Emma die wichtigste Rolle zu. Sie verfügt über eine hervorragende Beobachtungsgabe, kennt sich bis in Kleinigkeiten mit den Gepflogenheiten, aber auch den Gefahren am Königshof aus und kämpft, oft auch im Verborgenen, mit um die Königskrone für ihre Söhne. Unterstützung findet sie durch Aelfric, dessen Freund Hakon und einen Mönch, die ihr zeit ihres Lebens treu zur Seite stehen.
Auch wenn sich der Roman über fast 900 Seiten erstreckt, lassen sich diese durch einen leichten Schreibstil sehr gut lesen.

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