Berührend, erschütternd, fesselnd - eine hervorragende Fortsetzung
Uns trägt die Hoffnung12 Jahre sind seit den Ereignissen um die Familie von Otto Kaiser und seine Schokoladenformenfabrik inzwischen vergangen. Endete der erste Band mit der (finanziellen) Rettung des Traditionsunternehmens ...
12 Jahre sind seit den Ereignissen um die Familie von Otto Kaiser und seine Schokoladenformenfabrik inzwischen vergangen. Endete der erste Band mit der (finanziellen) Rettung des Traditionsunternehmens und den Hochzeitsplanungen von Emma und Max, so findet man sich gleich zu Beginn des nun vorliegenden zweiten Bandes der Dresden Saga mitten im Inferno der Bombardierung von Dresden. Ich war tatsächlich überrascht, wie intensiv die Autorin diese Atmosphäre beschreibt. Die Gefühle von Frieda und Lotte während dieser Ereignisse sind von einer Intensität, der ich mich erschüttert haben.
Auch wenn der überwiegende Anteil des Romans eine Zeitspanne von rund 12 Monaten, beginnend ab Februar 1945, beschreibt, so werden die Auswirkungen der Naziherrschaft der vorhergehenden Jahre auf die Familie des ältesten Sohnes Karl mit seiner jüdischen Ehefrau Elisabeth und Tochter Eva, in einem weiteren Erzählstrang sehr eindringlich, vor allem aber auch in berührenden, bedrückenden Kleinigkeiten dargestellt. Und auch die unterschiedlichen familiären Einstellungen zu den politischen und gesellschaftlichen Ereignissen finden Berücksichtigung, die innerhalb der Familie Kaiser zu nachlassender Unterstützung, zu Spannungen, Ausgrenzungen und auch Trennungen führen.
Für mich allerdings der wichtigste Bestandteil dieses Romans ist die Bekanntschaft, Freundschaft und letztendlich auch Liebe zwischen dem russischen Offizier Alexei und Lotte. Eine ganz leichte, zarte Liebes- und Glaubensgeschichte. Geboren aus den drängenden persönlichen Fragen zum eigenen Verhalten und auch Versagen in den zurückliegenden Jahren und dem Wunsch, aufrichtig vergeben zu können. Dabei hat mich gerade Alexej ganz besonders berührt. Im Besitz eines kleinen Buches, das seinem gefallenen Freund sehr wichtig war, beschäftigt er sich ohne jegliche Vorkenntnisse neugierig und gespannt mit der Bibel. Er wird mit Aussagen und Ereignissen konfrontiert, die ihn bewegen, zum Nachdenken bringen, ihn verändern und ihn letztendlich auch vergeben lassen.
Ob und wie sich die zum größten Teil zerstörte Fabrik von Otto Kaiser weiter entwickelt, bleibt abzuwarten. Dank Lotte, ihrem technischen Interesse und ihrer Kreativität konnten bereits neue Produkte entwickelt werden, sodass Hoffnung auf einen Weiterbestand durchaus vorhanden ist.
Die Autorin vermittelt empathisch, leise und sanft und doch sehr eindringlich die lebenswichtige und lebensverändernde biblische Botschaft vom Kreuz, der man sich nicht entziehen kann. Dazu tragen vor allem auch wichtige kurze Bibelzitate bei, die entscheidende Gedankenimpulse auslösen.