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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.10.2025

Zwischen Schulprojekt und Serienkiller

A Good Girl’s Guide to Murder
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Wenn du auf spannende Krimis mit cleveren Wendungen, sympathischen Charakteren und einer richtig guten Portion Nervenkitzel stehst, dann ist A Good Girl’s Guide to Murder von Holly Jackson genau dein Buch.

Die ...

Wenn du auf spannende Krimis mit cleveren Wendungen, sympathischen Charakteren und einer richtig guten Portion Nervenkitzel stehst, dann ist A Good Girl’s Guide to Murder von Holly Jackson genau dein Buch.

Die Story dreht sich um Pippa, eine sehr ehrgeizige Schülerin, die für ihr Abschlussprojekt einen alten Mordfall aus ihrer Kleinstadt neu aufrollt. Vor fünf Jahren wurde Sal Singh beschuldigt, seine Freundin Andie Bell getötet zu haben – doch Pippa glaubt nicht, dass er schuldig ist. Also beginnt sie, selbst zu ermitteln. Und natürlich dauert es nicht lange, bis sie tiefer drinsteckt, als sie je gedacht hätte.

Was das Buch so besonders macht, ist die Art, wie Holly Jackson erzählt. Es gibt nicht nur normale Kapitel, sondern auch Pippas Notizen, Interviewaufzeichnungen und E-Mails – fast so, als würde man selbst in einem True-Crime-Fall mit ermitteln. Man fiebert richtig mit, wenn Pippa Hinweise sammelt oder sich in gefährliche Situationen bringt.

Sprachlich ist das Buch leicht zu lesen, aber trotzdem richtig fesselnd. Es gibt viele Cliffhanger, falsche Spuren und Überraschungen. Es bleibt auf jeden Fall spannend bis zur letzten Seite.

  • Einzelne Kategorien
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  • Spannung
Veröffentlicht am 25.08.2025

Madwoman – Wenn Perfektion nur eine Maske ist: Ein Leben zwischen Fassade und Trauma

Madwoman
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Dieses Buch hat mich von Anfang an gepackt – nicht, weil es leicht zu lesen wäre, sondern gerade, weil es so schwer wiegt. Madwoman ist ein Roman, der mich mit voller Wucht getroffen hat und mich auch ...

Dieses Buch hat mich von Anfang an gepackt – nicht, weil es leicht zu lesen wäre, sondern gerade, weil es so schwer wiegt. Madwoman ist ein Roman, der mich mit voller Wucht getroffen hat und mich auch nach der letzten Seite nicht loslässt. Chelsea Bieker erzählt Cloves Geschichte so intensiv, dass ich mich beinahe selbst in ihrer beklemmenden Welt wiedergefunden habe.

Clove lebt ein Leben, das nach außen hin von Ordnung, Kontrolle und Stärke geprägt ist. Doch je tiefer ich in die Geschichte eingetaucht bin, desto deutlicher wurde: All das ist nur ein Schutzschild gegen die Schrecken ihrer Kindheit. Das Aufwachsen mit Gewalt, Angst und permanenter Bedrohung hat Narben hinterlassen, die sich nicht einfach wegwischen lassen. Beim Lesen habe ich gespürt, wie diese Vergangenheit sie immer wieder einholt – manchmal ganz subtil, manchmal brutal und unübersehbar.

Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Vielschichtigkeit von Clove. Sie ist keine reine Opferfigur, sondern eine Frau, die gleichzeitig zerbrechlich und unheimlich stark wirkt. Ihr Versuch, das Chaos durch Selbstdisziplin, Ernährungsrituale und Kontrolle zu bannen, hat mich erschüttert, aber auch fasziniert. Denn darin steckt eine tiefe Menschlichkeit: Der Wunsch, das eigene Leben endlich selbst in die Hand zu nehmen, auch wenn es auf Lügen gebaut ist.

Die Lektüre war für mich eine emotionale Achterbahnfahrt. Ich war wütend, traurig, manchmal regelrecht atemlos. Vor allem aber hat das Buch in mir die Frage aufgeworfen: Wie viele Menschen um uns herum leben wohl ebenfalls mit einer solchen Fassade, während hinter den Mauern ihrer Häuser Gewalt und Leid verborgen sind?

Madwoman ist kein Roman, den man einfach wegliest. Er zwingt zum Innehalten, zum Nachdenken, zum Hinsehen. Gerade das macht ihn so wertvoll. Chelsea Bieker hat eine Geschichte geschrieben, die schmerzt, aber gleichzeitig ein unerschütterliches Zeichen setzt: Für Betroffene, für Überlebende – und für all jene, die bereit sind, endlich nicht mehr wegzuschauen.

Denn Übergriffe sind keine Ausnahmefälle, sondern eine Alltäglichkeit, die auch in der Öffentlichkeit geschieht – oft übersehen oder kleingeredet. Chelsea Bieker führt uns in ihrem Buch schonungslos vor Augen, wie wichtig es ist, hinzusehen, Verantwortung zu übernehmen und unsere Gesellschaft für diese Realität stärker zu sensibilisieren. Nur so können wir Betroffene unterstützen und den Kreislauf der Gewalt durchbrechen.

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Veröffentlicht am 12.12.2025

Weibliche Wut ist kein Makel, sondern eine gewaltige Ressource

NEMESIS' TÖCHTER
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„Nemesis’ Töchter“ von Tara-Louise Wittwer hat mir insgesamt richtig gut gefallen. Das Buch ist spannend und leicht verständlich, und man merkt sofort beim Lesen, wie sehr die Autorin recherchiert hat. ...

„Nemesis’ Töchter“ von Tara-Louise Wittwer hat mir insgesamt richtig gut gefallen. Das Buch ist spannend und leicht verständlich, und man merkt sofort beim Lesen, wie sehr die Autorin recherchiert hat. Im gesamten Buch sind überall sind Quellenangaben, geschichtliche Hinweise, kleine Aha-Momente versteckt.
Der Stil ist locker, direkt und persönlich und macht das Ganze leicht zugänglich. Die Verbindung von feministischem Gedanken, geschichtlichen Beispielen und aktuellen Bezügen regen zum Nachdenken an.

Was mir allerdings gefehlt hat, ist ein klarer roter Faden. Manche Kapitel stehen relativ selbständig da und springen thematisch sehr stark. Manchmal wird ein Fakt nach dem anderen einfach aufgeführt und stehen dann etwas haltlos im Raum, es wird nicht näher darauf eingegangen oder nochmal aufgegriffen. Dennoch bleibt die zentrale Botschaft stark und durchgängig spürbar: weibliche Wut ist kein Makel, sondern eine gewaltige Ressource, die sich durch die Geschichte zieht.
Unterm Strich: ein sehr lesenswertes und gut recherchiertes Buch, das zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 12.12.2025

Eine schöne Lektüre für den Herbst

Rewitched
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"Die leuchtenden Blätter waren wie ein Herbstgemälde, wie Konfetti aus saftigem Keksbraun, Mandeln und Bernstein, Walnuss und Schokolade."

Rewitched von Lucy Jane Wood hat sich für mich wie ein warmer ...

"Die leuchtenden Blätter waren wie ein Herbstgemälde, wie Konfetti aus saftigem Keksbraun, Mandeln und Bernstein, Walnuss und Schokolade."

Rewitched von Lucy Jane Wood hat sich für mich wie ein warmer Herbsttag angefühlt. Die bunten Blätter, die gemütliche Stimmung und die kleinen magischen Momente. Die Protagonisten Belle arbeitet in einer kleinen Buchhandlung, die so gemütlich beschrieben wird, dass ich am liebsten selbst dort wäre. Sie ist eine Hexe, aber sie benutzt ihre Magie nur für kleine Dinge im Alltag. Deshalb war sie mir direkt total sympathisch. Wer wünscht sich nicht selbst so manchmal ein paar Zaubersprüche für den Alltag? Ich freue mich, dass es mal um eine Hexe geht, die in meinem Alter ist, sodass man auch mal "erwachsenere" Probleme hat, die gemeistert werden müssen.
Doch plötzlich ändert sich ihr Leben und es geht so einiges drunter drüber: Der Sohn ihrer Chefin übernimmt die Buchhandlung, und Belle muss beweisen, dass sie ihre Magie behalten und weiter nutzen darf.
Dabei trifft sie viele seltsame, aber sehr liebevolle Charaktere. Mein Lieblingscharakter war der alte Magier, der zwar sein Gedächtnis verloren hat, aber einfach ein absoluter Herzensmensch ist.
Das Buch hat für mich eine sehr beruhigende Wirkung gehabt. Es ist ein perfektes Buch, wenn man einfach mal entspannen und ein bisschen in eine magische Welt abtauchen möchte.
Für mich war Rewitched das ideale Herbstbuch: magisch, witzig, leicht zu lesen und voller Wohlfühlmomente.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.07.2025

Zwischen Schein und Sein: Ein ungewöhnlicher YA-Krimi

Girls' Trip - Vier Freundinnen. Eine Luxusjacht. Eine tödliche Reise.
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Girls Trip von Jan Gangsei entführt in eine Welt voller Luxus, Geheimnisse und tödlicher Intrigen. Vier junge Frauen – Giselle, Vivian, Emi und Maggie – erleben vor dem Beginn ihres College-Lebens eine ...

Girls Trip von Jan Gangsei entführt in eine Welt voller Luxus, Geheimnisse und tödlicher Intrigen. Vier junge Frauen – Giselle, Vivian, Emi und Maggie – erleben vor dem Beginn ihres College-Lebens eine scheinbar perfekte Auszeit auf einer Yacht, die jedoch schnell zu einem Albtraum wird. Der Tod von Giselle wirft Fragen auf, und jeder an Bord scheint etwas zu verbergen.

Besonders spannend ist die Erzählweise: Rückblickende Erinnerungen, Tagebucheinträge und Verhörprotokolle verweben sich zu einem dichten Netz aus Verdächtigungen und überraschenden Enthüllungen. Die Struktur sorgt dafür, dass man die Ereignisse Stück für Stück zusammensetzt und ständig auf der Hut bleibt. Das Ende kommt dann unerwartet und hat mich wirklich überrascht.

Die Figuren bleiben allerdings ziemlich undurchsichtig und sind meist wenig sympathisch. Die Geheimnisse und Manipulationen unter den Mädchen machen es schwer, mit jemandem richtig mitzufühlen – selbst Maggie, die eigentlich im Mittelpunkt steht, wirkt manchmal nicht ganz greifbar und hätte mehr Tiefe verdient.

Was mich zudem gestört hat, war Giselles Art, Briefe an ihre Mutter zu schreiben. Sie wirken sehr künstlich und holprig, da sie oft ganze Gespräche wie eine Art Skript abbilden – das fühlt sich wenig authentisch an.

Optisch ist das Buch aber ein Highlight: Das Cover und die Gestaltung mit dem Wellenmotiv als Farbschnitt machen es zu einem echten Hingucker.

Insgesamt ist Girls Trip eine fesselnde Geschichte, die vor allem junge Leserinnen mit ihrem spannenden Setting, der komplexen Handlung und den vielen unerwarteten Wendungen begeistern dürfte. Für Fans von Young-Adult-Krimis ist das Buch definitiv einen Blick wert – auch wenn es an manchen Stellen noch etwas mehr Charaktertiefe vertragen könnte.

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