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Veröffentlicht am 12.12.2025

Nicht das Meer ist der Feind …

A Study in Drowning
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Effy studiert Architektur, doch ihre heimliche Liebe gilt der Literatur. Als das herrschaftliche Anwesen eines berühmten Autors renoviert werden soll, bewirbt sie sich für die Aufgabe und erhält überraschend ...

Effy studiert Architektur, doch ihre heimliche Liebe gilt der Literatur. Als das herrschaftliche Anwesen eines berühmten Autors renoviert werden soll, bewirbt sie sich für die Aufgabe und erhält überraschend den Zuschlag. Die Werke des Autors haben Effy ihr Leben lang geprägt. Kurzerhand reist sie in eine düstere Gegend am Meer, um Hiraeth Manor vor dem Verfall zu retten. Doch was sie erwartet, ist ein undurchsichtiger Hausbesitzer, ein Anwesen, das bereits halb im Meer versunken ist und ein unfreundlicher Literaturstudent namens Preston. Effys Arbeit scheint aussichtslos. Als sie und Preston eine verstörende Entdeckung machen, geraten sie zusehends in den Strudel gefährlicher Ereignisse …



Der Begriff „Atmosphärisch“ beschreibt diesen fantasievollen Roman perfekt. Es handelt sich um eine originelle Geschichte, die eine fiktive Welt mit düsterer Magie und der Objektifizierung der Frau verknüpft. Ein ernstes Thema eingewoben in ein raues Setting. Der Leser begleitet Protagonistin Effy bei ihrer Entfaltung vom Spielball zur selbstbewussten jungen Frau. Schon seit ihrer Kindheit sieht sie den mächtigen und bedrohlichen Elfenkönig, der nur darauf zu warten scheint, sie in sein Reich zu entführen. Niemand will ihr Glauben schenken, nicht mal die eigene Mutter. Sodass sie sich selbst kaum noch über den Weg traut.



In Hiraeth Manor muss sie sich mit den Schatten ihrer Vergangenheit und dem übergriffigen Verhalten von Männern auseinandersetzen. Sie lernt den intelligenten und scheinbar arroganten Preston von einer ganz neuen Seite kennen. Ich fand sehr schön, wie er Effy zeigen kann, dass nicht alle Männer gleich sind. Die Zuneigung zwischen ihnen ist authentisch und entwickelt großes Potenzial. Aber genau das ist auch der Schwachpunkt. Insgesamt wartet „A Study in Drowning“ mit sehr viel Potenzial auf, ohne es vollständig auszuschöpfen. Mir wurde zu wenig Emotion transportiert und immer wieder verlor die Handlung an Spannung. Gerade beim Finale hätte ich so viel mehr erwartet.



Ava Reid verfügt über einen angenehmen und stimmungsvollen Schreibstil, der im Hörbuch von der wunderbaren Martha Kindermann eindrucksvoll transportiert wird. Ich liebe die sanfte und dennoch ausdrucksstarke Stimme der Sprecherin, die perfekt zu Effys Charakter passt. Aber auch sie konnte mich für die Geschichte letztlich nicht erwärmen. Ich würdige die überaus wichtige Message des Buches und die außergewöhnliche Fantasie der Autorin, aber für Herzklopfen und Gänsehaut hat es nicht gereicht.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Zwischen Geisterbeschwörung und obsessiver Verehrung

Hinters Licht
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Um 1920 in den USA. Ruth ist dreifache Mutter, Witwe und leidenschaftliche Mathematikerin, die sogar eine Weile studieren durfte. Nach dem Tod ihres Mannes sucht sie nach einer Arbeitsstelle und antwortet ...

Um 1920 in den USA. Ruth ist dreifache Mutter, Witwe und leidenschaftliche Mathematikerin, die sogar eine Weile studieren durfte. Nach dem Tod ihres Mannes sucht sie nach einer Arbeitsstelle und antwortet auf eine Stellenanzeige des charismatischen Spiritismus-Forschers Thomas Bradford als Labor-Assistentin.

Ist es möglich mit dem Jenseits Kontakt aufzunehmen? Nach einem tragischen Schicksalsschlag versucht Thomas Bradford alles, um Verbindung zur anderen Seite zu knüpfen. Aus Liebe zu ihm, ist Ruth zu allem bereit. Doch dann gerät die Situation außer Kontrolle …

„Hinters Licht“ ist ein atmosphärischer Roman, der aufgrund verschiedener Zeitstränge komplex aufgebaut ist. Es dauerte ein paar Seiten, bis ich in die Geschichte hineingefunden habe. Dann war ich fasziniert. Leider blieb zwischen mir und den Figuren immer eine zu große Distanz, um sie wirklich verstehen oder auch nur mögen zu können.

Protagonistin Ruth verheddert sich in einer regelrechten Besessenheit in Bezug auf Thomas. Die Hälfte des Buches liest sich wie ein schwärmerischer Liebesbrief, gleichzeitig wird Thomas‘ Charakter dieser Obsession nicht gerecht. Ich hatte außerdem gehofft, dass Forschung, Experimente und Hintergrundinformationen mehr Raum einnehmen würden, doch das ist nicht der Fall. Im Mittelpunkt stehen die zwischenmenschlichen Beziehungen und ihre Auswirkungen auf die jeweiligen Figuren.

Gegen Ende nimmt die Geschichte Fahrt auf, doch ihr wird der Wind aus den Segeln genommen, da zu viele Informationen vorweggenommen werden. Hier wurde meiner Meinung nach viel Potenzial verschenkt. Ich mag Åsa Avdics Schreibstil und die Idee der Geschichte ist faszinierend. Außerdem finde ich es toll, dass sie sich an realen Persönlichkeiten und historischen Ereignissen orientiert. Ich habe das Buch gerne gelesen, aber es fehlten Tiefe und Überraschungsmoment.

Veröffentlicht am 12.12.2025

verborgen. „ Wenn man drei Stimmen sprechen lässt, dann können drei Wahrheiten nebeneinander existieren“

Die Summe unserer Teile
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Als Lucy überraschend ihren alten Konzertflügel in ihrer Berliner WG vorfindet, werden Wunden in ihr aufgerissen, von denen sie nicht einmal wusste. Seit drei Jahren hat sie keinen Kontakt mehr zu ihrer ...

Als Lucy überraschend ihren alten Konzertflügel in ihrer Berliner WG vorfindet, werden Wunden in ihr aufgerissen, von denen sie nicht einmal wusste. Seit drei Jahren hat sie keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter. Ihre Großmutter hat sie nie kennengelernt. Wer war diese Frau eigentlich, die im Krieg von Polen in den Libanon flüchtete? Drei Frauen, drei Schicksale. Auf unterschiedlichen Zeitebenen erzählt Paola Lopez von Lucy, die nach ihren Wurzeln sucht, von Mutter Daria, die unter der Kälte der Großmutter leidet. Jede der Frauen hat ihr Päckchen zu tragen.

Können sich traumatische Erlebnisse vererben? Auf jeden Fall leiden auch spätere Generationen noch unter den Lügen und Geheimnissen der Vorfahren, das transportiert „Die Summe unserer Teile“ eindrücklich. Zu wenig Kommunikation, zu schmerzvolle Erinnerungen. Paola Lopez begeistert mit faszinierender, bildhafter Sprache. Und doch fehlte mir die emotionale Tiefe, vielleicht auch die ein oder andere Zeitebene, um mit den Figuren warm zu werden.

Möglicherweise ist der Roman zu kurz geraten. Er lässt viele Fragen offen und bietet enormen Raum für Interpretation und Spekulation. Wer das mag, ist hier gut bedient. Ich wäre allerdings gerne mehr an die Hand genommen worden, hätte gern mehr erfahren, mehr verstanden. Sprachlich ist der Roman erstklassig, deswegen hat er mich trotz allem bis zum Ende halten können.

Veröffentlicht am 09.12.2025

Bittersweet

Bis mein Herz wieder schlägt
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Emery leidet unter einer Herzkrankheit, was bedeutet, dass ihr Herz alle paar Jahre aussetzt und sie in einer Zwischenwelt landet. Dort ist Nick. Ein gutaussehender, junger Mann, der Sterbende begleitet, ...

Emery leidet unter einer Herzkrankheit, was bedeutet, dass ihr Herz alle paar Jahre aussetzt und sie in einer Zwischenwelt landet. Dort ist Nick. Ein gutaussehender, junger Mann, der Sterbende begleitet, aber selbst nicht weiß, wo die Reise hingeht. Emery genießt die Zeit mit ihm, doch sie wird immer wieder ins Leben zurückgeholt. Ein Leben, das sie versucht zu genießen und auszukosten und das doch voller Probleme steckt. In welcher Welt gibt es für sie Liebe und Lebensfreude?

Das Besondere an dem Buch ist, dass die Geschichte nicht auf herkömmliche Weise erzählt wird. Wir begleiten Emery auf ihrer Reise durchs Leben mithilfe von Zeitsprüngen oder genauer gesagt, von einem Herzstillstand zum nächsten. Dadurch gewinnen wir nur kurze, dafür aber prägnante Einblicke, allerdings bleibt die emotionale Tiefe, das warm werden mit den Figuren, auf der Strecke. Um ehrlich zu sein, mochte ich Emery nicht besonders, vor allem in der ersten Hälfte des Buches. Ich verstehe, dass sie selbstbestimmt und frei leben möchte, aber zwischen Freiheit und Rücksichtslosigkeit sollte doch ein Kompromiss möglich sein.

Leider konnte mich das Love Triangle nicht wirklich mitreißen und überzeugen. Mir fehlten insgesamt die Emotionen und auch die Spannung, dadurch, dass aufgrund der Episoden das Überraschungsmoment ausblieb. Zum Ende wird es dann insgesamt nochmal besser, sogar rührend, bittersüß. Da konnte das Buch einiges wettmachen, aber eben nicht alles. Trotz faszinierender Idee und des besonderen Erzählstils, konnte mich „Bis mein Herz wieder schlägt“ nicht gänzlich überzeugen.

Veröffentlicht am 09.12.2025

Vorsicht bissig! 🩸🧛🖤

Darkthorn Archives 1: Bite the Bride
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Katherine Campbell ist eine Nicht-Magische und auch noch eine Frau! Als Studentin an der Darkthorn University hat sie damit einen schlechten Stand und das lässt sie der arrogante Vampir und Chef-Bibliothekar ...

Katherine Campbell ist eine Nicht-Magische und auch noch eine Frau! Als Studentin an der Darkthorn University hat sie damit einen schlechten Stand und das lässt sie der arrogante Vampir und Chef-Bibliothekar Ethan Hawthorn auch spüren. Als Kat versucht ein gefährliches Zauberbuch aus der Bibliothek zu entwenden, kommt es zum Eklat. Die einzige Rettung: Kat und Ethan müssen heiraten …

Ein Hörbuch, das von Vincent Fallow gesprochen wird? Hell, yes! Allein wegen seiner großartigen und unverwechselbaren Stimme lohnt es sich „Bite the Bride“ zu hören. Yesim Meisheit liest auch gut, aber ihre Stimme ist mir persönlich zu hoch und auf Dauer etwas anstrengend. Damit passt sie immerhin perfekt zu Kat, die ist nämlich ebenfalls ziemlich anstrengend. Ihre große Klappe und ihr Mut in allen Ehren, aber muss man sich wirklich ständig in Schwierigkeiten bringen und nie Fehler eingestehen?

Dabei ist die Handlung durchaus spannend und Ethan ein toller Charakter, der zum Schmachten einlädt. Auch der Spice kam gut. Zwischendurch hatte ich trotzdem einen Durchhänger. Insgesamt hatte ich mir mehr erhofft: Mehr Spannung, mehr Tiefe, mehr Überraschung, mehr Düsternis. Der Flair von 1920 kam leider auch nicht durch. Den Humor wusste ich hingegen zu schätzen. Der erste Band ist in sich glücklicherweise rund und abgeschlossen, da ich die Reihe nicht weiterverfolgen möchte. Unterhaltungswert war da, die Geschichte gut, Vincent klasse. Kann man machen.