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Veröffentlicht am 12.12.2025

Starker Reihenauftakt - Verbotene Liebe in den Wirren der Kriegsjahre

Sturmjahre
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Erster Weltkrieg, London: Die junge, schottische Krankenschwester Bonnie hat sich ganz der Hilfe von Kriegsverletzten verschrieben. Viele der verwundeten Männer sehen einen rettenden Engel in ihr, doch ...

Erster Weltkrieg, London: Die junge, schottische Krankenschwester Bonnie hat sich ganz der Hilfe von Kriegsverletzten verschrieben. Viele der verwundeten Männer sehen einen rettenden Engel in ihr, doch die hübsche Rothaarige hat ihre Prinzipien und eines davon lautet: Niemals in einen Patienten verlieben.
Eines Tages landet ihr herrischer Bruder Archie in dem Krankenhaus, in dem sie tätig ist. Und mit ihm sein wortkarger, aber attraktiver Kamerad Connor. Bonnie fühlt sich wider besseren Wissens zu ihm hingezogen. Warum er Bonnie und ihrem Bruder bis ins heimische Schottland folgt, weiß niemand so genau, doch Bonnie fällt es immer schwerer, sich von dem jungen Mann fernzuhalten. Würde er doch nur kein dunkles Geheimnis mit sich herumtragen …

Ich habe die Geschichte so geliebt! Bonnie war mir auf Anhieb sympathisch und die zarten Gefühle, die sich nach und nach zwischen ihr und Connor entwickeln, waren für mich sofort greif- und fühlbar. Lia Scott hat ein Händchen dafür, ihre Figuren bildhaft zu beschreiben, sie dem Leser geradezu in den Kopf zu zeichnen.
Die Familienszenen haben mir ganz besonders gefallen. Die liebevolle Atmosphäre des Dennon-Clans war sehr berührend. Connor wird bedingungslos in ihrer Mitte aufgenommen. Kämpft mit den Geistern der Vergangenheit, der Sehnsucht nach einer Familie und seiner Kriegsverletzung. Vor allem aber mit seiner Zuneigung zu Bonnie.

Liebe, Armut, Krankheit, Schmerz, Krieg und Hoffnung. Ich habe bei der Geschichte, die mal aus Connors, mal aus Bonnies Sicht erzählt wird, mitgefiebert bis zur letzten Seite. Scotts Erzählstil ist flüssig und authentisch. Dialoge, Landschaften, Charaktere - ich hatte alles lebhaft vor Augen. Auch wenn ich keine Expertin für historische Romane bin, wage ich zu behaupten, dass Scott gut recherchiert und ihre Geschichte authentisch in die damalige Zeit eingebettet hat.

In Zukunft möchte ich sehr gerne mehr von der Autorin lesen und verleihe meiner Begeisterung für ihren Roman Sturmjahre - Ein Gefühl von Unendlichkeit anhand von fünf verdienten Sternen Ausdruck! Ich freue mich schon auf den zweiten Teil der Sturmjahre-Reihe, der im August 23 erscheinen wird.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Ein Highlight

Gameshow – Der Preis der Gier
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Eine Welt in der Zukunft, die grausamer nicht sein könnte. Eine „Unterschicht“, die in perfiden Spielen gegeneinander kämpfen muss, bis auf den Tod. Auf der anderen Seite die „Oberschicht“, die auf ebendiese ...

Eine Welt in der Zukunft, die grausamer nicht sein könnte. Eine „Unterschicht“, die in perfiden Spielen gegeneinander kämpfen muss, bis auf den Tod. Auf der anderen Seite die „Oberschicht“, die auf ebendiese Gamer Wetten abschließt, während sie sich an den qualvollen Toden der Spieler ergötzt.



Die junge Cass befindet sich als Angehörige der „Platins“ irgendwo dazwischen, kann den abscheulichen Spielen auf Leben und Tod jedoch im Gegensatz zu den Menschen um sie herum nichts abgewinnen. Sie wünscht sich zwar, wie ihre geliebten Freundinnen, zu den sogenannten weißen „Neutrals“ aufzusteigen, gerät stattdessen aber durch ihren eigenen Vater in die „Rote Zone“ und ist plötzlich selbst eine Gamerin, die bei den Wettkämpfen um ihr Leben bangen muss. Dabei trifft sie auf Jax, einen attraktiven und erfahrenen Gamer. Er öffnet ihr die Tore zu einer ganz neuen Unterwelt. Cass verbirgt jedoch ein Geheimnis, das ihre neuen Freundschaften in der lebensfeindlichen Umgebung gefährdet …



Was für ein Debüt! Ich liebe Franzi Kopkas Schreibstil, ihre bildhafte Sprache und die kreative Welt, die sie in ihrem Roman „Gameshow“ erschaffen hat. Alles ist neu, aufregend, lebensgefährlich. Ich habe so sehr mit Cass mitgefiebert, dass ich meinen E-Reader kaum weglegen konnte. Besonders aufregend sind natürlich die Spiele, in denen Cass um ihr Leben kämpft, aber auch die aufkeimende Zuneigung zu dem gut aussehenden Jax hat mir sehr gefallen. Die Story hält den Spannungsbogen, ist für mein Empfinden null vorhersehbar und macht auf jeden Fall richtig Lust auf mehr. Die Charaktere sind authentisch und liebenswert ausgestaltet, die Dialoge echt, humorvoll und flüssig. Cass ist eine gelungene Sympathieträgerin und ich mag ihre schlagfertige Art.

Tolles Debüt, den Folgeroman habe ich bereits vorbestellt und kann sein Erscheinen im Oktober kaum erwarten. Ich würde mich freuen, in Zukunft noch viel mehr von der Autorin lesen zu dürfen.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Eine Liebe, die alles erträgt und jedes Leid überwindet

Nocona
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1836: Ein weißes Mädchen, das während eines Rachefeldzuges von den Indianern entführt und von einem Stamm aufgenommen wird wie ihresgleichen. Ein weißes Mädchen, das nach strengen Sitten und christlichem ...

1836: Ein weißes Mädchen, das während eines Rachefeldzuges von den Indianern entführt und von einem Stamm aufgenommen wird wie ihresgleichen. Ein weißes Mädchen, das nach strengen Sitten und christlichem Glauben aufgezogen wurde und zum ersten Mal Freiheit schmeckt, die Weisheit der Nunumu und ihre Lebensweise im Einklang der Natur kennenlernen darf. Ein weißes Mädchen, das seinen bürgerlichen Namen freiwillig gegen einen indianischen eintauscht, reitet, jagt, kämpft. Und sich in den Sohn des Häuptlings verliebt: Nocona, der Wanderer. Doch die Weißen wollen immer mehr Land, bekämpfen die Indianer voller Hass. Trotz aller Wehrhaftigkeit haben die Eingeborenen gegen die Flut der weißen Einwanderer kaum eine Chance.

2018: Sara lebt und arbeitet in New York, gerät aber wie zufällig durch ihren Job in die Great Plains und in das Museum eines Indianerreservats. Dort trifft sie auf den attraktiven Indianer Makah. Etwas in ihr scheint ihn zu erkennen, fühlt sich zu ihm hingezogen. Ihm ergeht es ähnlich. Wie Magnete werden die beiden vom Schicksal zusammengeführt, doch dann geraten sie in den Strudel seltsamer Träume und Visionen einer längst vergangenen Zeit. Einer Zeit, in der Indianer um ihre Lebensgrundlage kämpften und eine Weiße sich in einen Häuptlingssohn verliebte.

Eine unglaublich ergreifende, wunderbar recherchierte und vor allem wundervoll erzählte Geschichte, die mich immer wieder zu Tränen rührte.
Die Schicksale der Charaktere werden in zwei Zeitsträngen erzählt, von denen vor allem der im Jahre 1800 spielende mich absolut gepackt hat. Es fiel mir schwer, meinen E-Reader überhaupt mal aus der Hand zu legen. Der Schreibstil von Britta Strauss ist eindringlich, authentisch und zog mich so in den Bann, wie man es sich von einer Geschichte nur wünschen kann.
Was habe ich mit den Figuren gehofft, geliebt, gelitten! Als ich das Buch ausgelesen hatte, blieb ich traurig, nachdenklich und dankbar zurück. Eine epische Liebe, die niemals stirbt. Herzzerreißend und absolut empfehlenswert!

Veröffentlicht am 12.12.2025

Liebe, Schmerz und Hoffnung

Vom Ende der Nacht
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Rosie und Will entwickeln schon während der Schulzeit Gefühle füreinander, eine zarte Liebe, die noch leicht zu erschüttern ist. Dennoch fragte ich mich beim Lesen: Was könnte passieren, dass zwei Menschen, ...

Rosie und Will entwickeln schon während der Schulzeit Gefühle füreinander, eine zarte Liebe, die noch leicht zu erschüttern ist. Dennoch fragte ich mich beim Lesen: Was könnte passieren, dass zwei Menschen, die sich lieben, nicht zueinander finden? Die Antwort erzählt Daverley in ihrer emotionalen Geschichte: Das Leben. Eine schreckliche Tragödie verbindet und trennt die beiden Protagonisten gleichermaßen. Immer wieder überwinden sie die Hürden der jeweiligen Schicksale, nur um doch wieder zurück in die Trennung geschleudert zu werden. Ein Auf und Ab der Gefühle, das mich gepackt und mitgerissen hat.

Will White ist trotz seiner wortkargen und fast schon ruppigen Art ein absoluter Sympathieträger. Ich mochte jede Szene mit ihm, jeden Dialog und hoffte so sehr für ihn, dass er seine Rosie endlich dauerhaft in die Arme schließen könnte.

Auch Rosie ist durchaus ein interessanter Charakter, wenn ich sie auch zu gerne mal ordentlich geschüttelt hätte. Wie kann man so sehr für andere existieren und so wenig für die eigenen Bedürfnisse tun? Sie wurde von Daverley natürlich absichtlich so gezeichnet, aber manchmal hätte ich ihr gerne die Meinung gegeigt. Oft genug benutzt sie Will, um sich selbst besser zu fühlen, nutzt ihn aus und weiß am Ende doch nicht, was sie will. Dementsprechend macht sie eine starke Entwicklung durch, die auch schön von der Autorin herausgearbeitet wurde.

„Vom Ende der Nacht“ ist eine dieser Liebesgeschichten, die den Leser die Zeit vergessen lassen. Von denen man einfach nicht genug kriegen kann. Es fiel mir jedes Mal schwer, mich von der packenden und berührenden Geschichte zu lösen. Oft ertappte ich mich dabei, wie ich im Alltag darüber nachdachte.
Ich liebe den Schreibstil von Claire Daverley und die Art der Ausgestaltung ihrer Charaktere. Szenen, Emotionen und Gespräche hatte ich bildlich vor Augen, einem Kinofilm gleich. Eine wunderschöne, ergreifende Liebesgeschichte, die mich sehr berührt hat.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Romantische Katz-Maus-Lovestory, brillante Sprecherin

Read into me
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Olivias sehnlichster Wunsch geht in Erfüllung: Sie bekommt eine Stelle als Lektorin bei einem renommierten Verlag. Der etwas holprige Start trübt ihre Motivation nicht und ehe die junge Frau sich‘s versieht, ...

Olivias sehnlichster Wunsch geht in Erfüllung: Sie bekommt eine Stelle als Lektorin bei einem renommierten Verlag. Der etwas holprige Start trübt ihre Motivation nicht und ehe die junge Frau sich‘s versieht, hat sie sich den undankbaren Job eingehandelt, einen ehemaligen Bestseller-Autor mit Schreibblockade zum Verfassen eines neuen Romans zu animieren.
Dass James Cohen hinter der rauen und unglaublich attraktiven Fassade einen sensiblen und kreativen Charakter verbirgt, macht es Olivia zunehmend schwer ihre Gefühle für den Autor zu kontrollieren. Eine seriöse Lektorin lässt sich doch nicht mit ihrem Autor ein! Schon gar nicht, wenn der Verlag eine entsprechende Verbots-Klausel in seinem Arbeitsvertrag verewigt hat … oder doch?

„Read into me“ ist ein kuschliger Wohlfühl-Roman, der nach einer weichen Wolldecke und einer Tasse Kakao vor dem knisternden Kamin förmlich schreit. Ich habe die Geschichte mit ihren liebevoll ausgearbeiteten Figuren sehr genossen. Humorvoll und unterhaltsam bringt die Autorin Olivia und James einander und auch dem Leser/Hörer näher.

Die Protagonistin Olivia ist eine sympathische junge Frau, die selbstbewusst und frech, garniert mit einer Prise Naivität das eine oder andere Fettnäpfchen ansteuert, aber auch schwierige Situationen meistert.
James hingegen wirkt anfangs düster und verschroben. Sein verschlossener Charakter macht neugierig. Schon bald muss man auch ihn einfach gern haben.

Ich will ehrlich sein: An manchen Stellen war mir Olivia zu naiv und eine Nuance mehr Drama in der Story hätte mir durchaus gefallen, aber auch so fand ich die Geschichte sehr gelungen.

Nicht zuletzt möchte ich die unglaublich tolle, ja großartige Sprecherin Dagmar Bittner erwähnen und loben! Sie hat mit ihrem schauspielerischen Talent die Figuren derart zum Leben erweckt, dass ich mich auf jede Minute des Hörbuchs riesig gefreut habe. Es war ein echter Hörgenuss ihrer Darbietung zu lauschen und ich habe mir bereits zwei weitere Hörbücher gekauft, die sie spricht. Einfach klasse!