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Veröffentlicht am 12.12.2025

Bittersüßes, modernes Weihnachtsmärchen

Andere Sterne
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Ein eher schmales Büchlein, bei dem weder Titel noch Cover auf den tief berührenden Inhalt schließen lassen. So schlicht wie seine Gestaltung ist auch Rishøis klarer, schnörkelloser Schreibstil, der mich ...

Ein eher schmales Büchlein, bei dem weder Titel noch Cover auf den tief berührenden Inhalt schließen lassen. So schlicht wie seine Gestaltung ist auch Rishøis klarer, schnörkelloser Schreibstil, der mich sofort in die kleine Ronja hineinversetzt hat, die uns ihre Geschichte in diesem Buch erzählt.

Ronja lebt mit trunksüchtigem Vater und der liebevollen großen Schwester Melissa in einer trostlosen Stadtwohnung. Kein Geld, kein Job, keine kindlichen Freuden. Die Weihnachtszeit bricht an und eine Lageverbesserung scheint anzustehen: Ronja bekommt vom mitfühlenden Schul-Hausmeister den Tipp für einen Job als Weihnachtsbaumverkäufer und bittet ihren Vater, sich zu bewerben. Tatsächlich bekommt er die Arbeitsstelle und endlich geht es für die kleine Familie bergauf. Doch die vorprogrammierte Enttäuschung lässt nicht lange auf sich warten. Ronjas Vater fällt zurück in die Alkoholsucht. Kurzerhand übernimmt Melissa den Job, schuftet hart, hält die Familie zusammen. Schließlich hilft sogar Ronja selbst beim Geld verdienen mit, illegal und hinterm Rücken des Standinhabers.

Besonders anrührend und traurig fand ich die Momente, in denen Melissa von besseren Zeiten erzählt. Von einer einsamen, aber gemütlichen Hütte im Wald, in der sie zu dritt eine normale Familie sein können. Herzergreifend!

Zum Ende spitzt sich die Situation der Mädchen zu. Die illegalen Verkäufe fliegen auf, ein Wintersturm zieht auf, Ronja wird krank, niemand kümmert sich. Zwei Kinder, die schutzlos dem nackten Überleben ausgesetzt sind. Mir kamen die Tränen.

Keine warme Wohlfühl-Geschichte, bei der man gemütlich Kakao schlürft und dann beruhigt ins Bett geht. Bittersüß und nachdenklich stimmend, rau, scharfkantig und am Ende … muss jeder selbst entscheiden …

Veröffentlicht am 12.12.2025

Können Wissenschaft und Spiritualität Hand in Hand gehen?

Heilige Medizin
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Schon Lissa Rankins erstes Buch „Mind over Medicine“ hat mich sehr begeistert. Für mich war sofort klar, dass ich auch ihr Buch „Heilige Medizin“ lesen muss. Und zwar aus Neugierde und einem tiefen Verständnis ...

Schon Lissa Rankins erstes Buch „Mind over Medicine“ hat mich sehr begeistert. Für mich war sofort klar, dass ich auch ihr Buch „Heilige Medizin“ lesen muss. Und zwar aus Neugierde und einem tiefen Verständnis dafür heraus, dass das Ziel Heilung nicht mithilfe eines patentierten Weges zu erreichen ist. Kein Arzt, kein Heiler, kein Mensch hat eine Wunderpille, niemand von uns ist vor Krankheit gänzlich gefeit. Und es ist offensichtlich, dass wir heutzutage und in Zukunft immer mehr Schwierigkeiten haben, geistig und körperlich gesund zu sein und dies bis ins hohe Alter auch zu bleiben.

Ich bewundere Rankins ehrgeiziges Anliegen, alternative und spirituelle Heilungsmethoden mit Wissenschaft und Schulmedizin zu verknüpfen. Mit ihren Büchern baut sie Brücken, schaut hinter jede Fassade, unter jeden Stein, um erkrankten Menschen etwas essenziell Wichtiges zurückzubringen: Hoffnung bis zum letzten Atemzug!

Geschichten spektakulärer Heilungserfolge und spiritueller Heilrituale entführen den Leser in eine Welt, die nichts mit esoterischer Scharlatanerie zu tun hat, sondern einer tiefen Verbundenheit mit der Natur, mit Mutter Erde und unserer eigenen Göttlichkeit.

Die Kernaussage: offen sein, sich nicht aus falschem Stolz oder eingebläuten Glaubenssätzen davon abhalten, an sich und anderen ein Wunder zu vollbringen.

Tolles Buch, tolle Ärztin und ganz viel Wissenswertes!

Veröffentlicht am 12.12.2025

Mystisch, düster, romantisch - Typisch Zafón

Der Friedhof der vergessenen Bücher
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Als Fan von Zafóns Büchern war für mich klar: Auch dieses muss ich lesen! Der Schreibstil ist wunderbar wie eh und je, mitreißend und spannend. Zwischen Realität und Traum, Iillusion und Märchen - spielend ...

Als Fan von Zafóns Büchern war für mich klar: Auch dieses muss ich lesen! Der Schreibstil ist wunderbar wie eh und je, mitreißend und spannend. Zwischen Realität und Traum, Iillusion und Märchen - spielend und mystisch bewegt sich der Autor durch verschiedene, kurze Episoden, von einer Dimension zur anderen. Geheimnisse werden gelüftet, neue kreiert, während die Liebe zu der Stadt Barcelona in all ihrer Schönheit und Hässlichkeit stets allgegenwärtig ist!

Carlos Ruiz Zafón hinterlässt eine wunderbare Welt der Geschichten und eines ist sicher: Seine Werke werden nie auf einem Friedhof für vergessene Bücher landen!

Veröffentlicht am 12.12.2025

Ärztinnen wider Willen - bewegende Familien-Saga!

Die Töchter der Ärztin
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Die Geschichte um die Berliner Ärztinnen-Familie Thomasius geht weiter. Für mich das erste Buch der großen Familien-Saga und eine tolle Entdeckung! Trotz der Tatsache, dass ich die vorhergehenden Bände ...

Die Geschichte um die Berliner Ärztinnen-Familie Thomasius geht weiter. Für mich das erste Buch der großen Familien-Saga und eine tolle Entdeckung! Trotz der Tatsache, dass ich die vorhergehenden Bände nicht gelesen habe (was ich unbedingt nachzuholen gedenke!), bin ich sofort und komplikationslos in das Geschehen eingetaucht und war schon nach kurzer Zeit von der Handlung gefesselt.

1928: Ricarda Thomasius führt in Berlin eine kleine Praxis und auch ihre erwachsenen Töchter gehen demselben Metier nach. Während sich in Deutschland die Familien-Angelegenheiten überschlagen, reist die jüngste Thomasius-Tochter Antonia über den Seeweg nach Afrika, auf der Suche nach ihren Wurzeln. Sie versucht, sich in einem britischen Krankenhaus zu behaupten und gleichzeitig Eingeborenen medizinische Hilfe anzubieten. Vieles läuft schief. Ich habe mit „Toni“ mitgefiebert!

Es war mir eine Freude, die Geschichte der Familie zu verfolgen. Dank der übersichtlichen und gut eingebetteten Erklärungen darüber, was in der Vergangenheit vorgefallen war, hatte ich keinerlei Schwierigkeiten dem Geschehen zu folgen.

Toller Schreibstil, toller Roman - für mich nur der Anfang von Helene Sommerfeld.
Sehr zu empfehlen!

Veröffentlicht am 12.12.2025

„Man muss nirgendwo hingehen, nur hier sein“

Handbuch des inneren Loslassens
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Ein wunderbares Buch, wichtig und wertvoll auf allen Ebenen!

Auf überraschend wenigen Seiten, schafft es Peter Russell die Essenz des Loslassens auf den Punkt zu bringen, greifbar zu machen. Etwas, das ...

Ein wunderbares Buch, wichtig und wertvoll auf allen Ebenen!

Auf überraschend wenigen Seiten, schafft es Peter Russell die Essenz des Loslassens auf den Punkt zu bringen, greifbar zu machen. Etwas, das gleichzeitig so leicht und doch so schwierig ist!

„Wir lassen nicht so sehr Dinge los als vielmehr die Art, wie wir sie sehen.“

Dabei geht es nicht darum (wie viele pseudospirituelle Lehren uns weismachen wollen) alles hinter sich zu lassen: Besitz, Wünsche, Ziele, dein Ego. Es geht nicht darum, gegen etwas zu kämpfen. Vielmehr geht es um Entspannung, darum den Griff zu lockern und zu erkennen, dass die Welt nicht fällt, wenn du ihre Last von deinen Schultern nimmst.

„Der Körper macht das Loslassen für mich – das heißt, sobald mein Verstand aus dem Weg geht.“

Ein Appell, zurück in die Gegenwart zu kommen, dankbar zu sein, liebevoll mit dir und deinen Mitmenschen umzugehen.

Wundervoll geschrieben und so klar in seiner Aussage, ein Buch, das ich jedem ans Herz legen möchte. Ich werde es noch öfter zur Hand nehmen, um mich zu erinnern.