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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.12.2025

Außergewöhnlich, schmerzhaft schön und lange nachhallend

Verlorenes Herz (The Last Bloodcarver, Band 1)
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Die Geschichte rund um Nhika und ihre Heartsooth-Gabe fühlt sich frisch, originell und ganz anders an als vieles, was man im Fantasybereich sonst liest. Die Verbindung aus Fantasy und medizinisch anmutender ...

Die Geschichte rund um Nhika und ihre Heartsooth-Gabe fühlt sich frisch, originell und ganz anders an als vieles, was man im Fantasybereich sonst liest. Die Verbindung aus Fantasy und medizinisch anmutender Wissenschaft ist nicht nur spannend, sondern auch erstaunlich detailreich und durchdacht.

Nhika ist eine Protagonistin, die man nicht so schnell vergisst. Ihre Einsamkeit, ihre Stärke und ihre Verletzlichkeit liegen dicht beieinander und machen sie unglaublich greifbar. Man leidet mit ihr, hofft mit ihr und fiebert Seite um Seite mit. Die Welt, in der sie lebt, ist technisch weit entwickelt und gleichzeitig gesellschaftlich hart und ungerecht, was der Geschichte zusätzliche Tiefe verleiht.

Besonders gefallen haben mir die Beschreibungen ihrer Gabe. Die Art, wie Körper, Heilung und Schmerz geschildert werden, ist intensiv und teilweise schwer auszuhalten, aber genau das macht den Reiz aus. Dazu kommt eine sehr ruhige, langsame Liebesgeschichte, die sich im Hintergrund entwickelt, ohne jemals im Vordergrund zu stehen. Kein Spice, dafür echte Nähe und Bedeutung.

Die Handlung bleibt durchgehend spannend, überrascht mit Wendungen und steuert auf ein Ende zu, das mir wirklich nahegegangen ist. Selten hat mich ein Schluss so still getroffen und gleichzeitig so neugierig zurückgelassen.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Wenn Bücher Wurzeln schlagen dürfen

Botanic Hearts
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Dieses Buch hat mich stärker berührt, als ich es erwartet hätte. Auf den ersten Blick wirkt Botanic Hearts wie ein klassischer Wohlfühlroman, doch zwischen Pflanzen, Bücherregalen und provisorischen Lösungen ...

Dieses Buch hat mich stärker berührt, als ich es erwartet hätte. Auf den ersten Blick wirkt Botanic Hearts wie ein klassischer Wohlfühlroman, doch zwischen Pflanzen, Bücherregalen und provisorischen Lösungen steckt deutlich mehr Tiefe, als man zunächst vermutet.

Im Mittelpunkt steht Tansy, alleinerziehende Mutter und Leiterin einer öffentlichen Bibliothek, deren Leben durch einen Hurricane komplett aus den Fugen gerät. Nicht nur ihr Zuhause ist betroffen, sondern auch der Ort, für den sie brennt und den sie als Herzstück der Gemeinschaft versteht. Die Übergangslösung, die Bibliothek für mehrere Monate in einen botanischen Garten zu verlegen, bringt sie ausgerechnet mit Jack zusammen, der dort bald eine leitende Position übernehmen soll. Ihre erste Begegnung ist geprägt von Reibung, Missverständnissen und spürbarer Spannung, was die Ausgangslage sehr authentisch wirken lässt.

Besonders gefallen hat mir das Setting. Die Idee, Bücher zwischen Pflanzen, Gewächshäusern und Blumen unterzubringen, ist nicht nur originell, sondern auch atmosphärisch wunderschön umgesetzt. Man spürt förmlich die Ruhe, aber auch die Unsicherheit, die dieser Ort für beide mit sich bringt. Der Roman vermittelt ganz nebenbei, wie wichtig öffentliche Räume wie Bibliotheken oder Gärten für Gemeinschaft, Austausch und Heilung sein können, ohne dabei belehrend zu wirken.

Tansy ist eine starke, glaubwürdige Protagonistin. Ihre Verantwortung gegenüber ihrer Tochter, ihrem Team und den Menschen, die auf die Bibliothek angewiesen sind, verleiht der Geschichte emotionale Tiefe. Auch Briar fügt sich organisch in die Handlung ein und gibt ihr zusätzliche Wärme. Jack wiederum bleibt lange eher verschlossen, entwickelt aber nach und nach Konturen, was gut zur ruhigen, langsamen Annäherung zwischen den beiden passt.

Der Schreibstil ist angenehm, flüssig und sehr bildhaft, auch wenn er für mich nicht durchgehend herausragend war. Die Liebesgeschichte entwickelt sich ruhig und bewusst ohne große Dramen. An manchen Stellen hätte ich mir dennoch etwas mehr emotionale Zuspitzung oder Tempo gewünscht, da sich einige Passagen leicht gezogen haben.

Trotzdem überwiegt für mich klar der positive Eindruck. Botanic Hearts ist ein warmherziger, ruhiger Roman über Neuanfänge, Zusammenhalt und die Kraft von Orten, die Menschen verbinden. Kein Buch für große Spannung, aber eines, das sich wie ein sicherer, grüner Rückzugsort anfühlt. Von mir gibt es dafür sehr gute vier Sterne.

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Veröffentlicht am 22.11.2025

Hass trifft Liebe

Vicious Love
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"Meine Großmutter sagte mir einmal, dass Liebe und Hass dasselbe Gefühl seien, nur unter verschiedenen Vorzeichen erlebt. Bei beiden empfindet man Leidenschaft. Und Schmerz." - S. 13

Ich wollte eigentlich ...

"Meine Großmutter sagte mir einmal, dass Liebe und Hass dasselbe Gefühl seien, nur unter verschiedenen Vorzeichen erlebt. Bei beiden empfindet man Leidenschaft. Und Schmerz." - S. 13

Ich wollte eigentlich nur kurz reinlesen und saß Stunden später immer noch mit gemischten Gefühlen vor den Seiten. Vicious Love ist ein Dark Romance Roman, der mich fasziniert und wütend gemacht hat. Die Mischung aus Hass, Anziehung, Schmerz und Leidenschaft war genau das, was ich mir von einer Enemies to Lovers-Geschichte erhofft habe.

Die Geschichte dreht sich um Emilia, deren Eltern im Haus von Vicious arbeiten, und Baron Vicious Spencer, der sie vom ersten Moment an nicht in Ruhe lässt. Was als Katz und Maus-Spiel beginnt, entwickelt sich Jahre später, als sie sich wieder begegnen und er ihr einen Job anbietet, aber zu welchem Preis? Vergangenheit und Gegenwart greifen ineinander, und nach und nch versteht man, warum zwischen den beiden so starke Gefühle liegen, im Guten wie im Schlechten.

Emilia, die weibliche Hauptfigur, hat mich mit ihrer Stärke und Sanftheit gleichermaßen überzeugt. Sie lässt sich nicht so leicht unterkriegen, auch wenn Vicious ihr das Leben schwer macht. Trotzdem hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Gegenwehr gewünscht, denn manchmal hatte ich das Gefühl, sie lässt ihm zu viel durchgehen. Gerade diese Ambivalenz hat ihre Figur aber auch realistisch wirken lassen.

Vicious dagegen war für mich eine der umstrittensten männlichen Figuren, die ich seit Langem gelesen habe. Er ist hart, verletzend und anfangs einfach unmöglich zu mögen. Doch mit der Zeit wird deutlich, wie tief seine Wunden sitzen und warum er so geworden ist, wie er ist. Seine Entwicklung im Verlauf der Geschichte hat mir gefallen, auch wenn ich mir am Ende etwas mehr Reue und Einsicht gewünscht hätte.

Die Dynamik zwischen Emilia und Vicious war intensiv und voller Spannung. Ich konnte die Anziehung zwischen ihnen in jeder Situation spüren, selbst wenn ich ihn am liebsten schütteln wollte. Besonders gelungen fand ich den Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, da man dadurch immer mehr über ihre gemeinsame Geschichte erfährt und versteht, warum sie beide so handeln, wie sie es tun.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass mir das Ende etwas zu schnell ging. Nach all der Intensität und den Emotionen hätte ich mir einen etwas ausführlicheren Abschluss gewünscht, um die Entwicklung der beiden noch stärker wirken zu lassen. Trotzdem hat mich das Buch über weite Strecken vollkommen gefesselt.

Vicious Love ist eine mitreißende und provokante Dark Romance, die polarisiert, aber genau deshalb so spannend ist. Eine Geschichte voller Wut und Leidenschaft, also nichts für schwache Nerven, aber genau richtig für alle, die starke Emotionen und intensive Liebesgeschichten lieben.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Ein außerirdisch lustiger Trip nach Vegas

Earthventure in Las Vegas
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Dieses Buch war für mich eine herrlich schräge Überraschung. Die Idee, dass Aliens die Erde als Abenteuerurlaubsziel entdecken, klang schon auf dem Klappentext nach einem Spaß, aber die Umsetzung hat mich ...

Dieses Buch war für mich eine herrlich schräge Überraschung. Die Idee, dass Aliens die Erde als Abenteuerurlaubsziel entdecken, klang schon auf dem Klappentext nach einem Spaß, aber die Umsetzung hat mich dann wirklich oft zum Lachen gebracht. Vor allem die naive und gleichzeitig völlig furchtlose Ulionk, die in ihrem grünen Paillettenkleid in Las Vegas landet, war ein echtes Highlight. Ihre kindliche Begeisterung für alles Schillernde, Laute und Zuckerhaltige sorgt für viele chaotische, aber herzerwärmende Momente.

Josh als menschlicher Fremdenführer bildet dazu einen schönen Gegenpol. Sein ruhiges, fast langweiliges Leben wird komplett auf den Kopf gestellt und gerade deshalb sind seine Reaktionen auf Ulionks Wünsche so unterhaltsam. Die Autorin hat ein gutes Gespür für Situationskomik und fängt die Absurditäten von Las Vegas auf eine Weise ein, bei der man sich ständig fragt, was hier eigentlich verrückter ist, die Stadt oder die Touristin.

Der Schreibstil ist locker, bildhaft und mit viel Wortwitz erzählt, sodass man sehr schnell durch die Seiten fliegt. Mir haben besonders die kleinen Beobachtungen gefallen, die zeigen, wie merkwürdig menschliche Gewohnheiten aus der Sicht eines Außenstehenden wirken. Gleichzeitig schwingt in all dem Humor auch eine warmherzige Botschaft über Neugier und Toleranz mit, die der Geschichte eine schöne Tiefe verleiht.

Ein paar Szenen rund um Zucker und Donuts hätten für mich etwas weniger Raum einnehmen dürfen, da sich manche Gags wiederholen. Insgesamt bleibt das Buch jedoch ein leichtes, verspieltes und sehr unterhaltsames Abenteuer, das einfach gute Laune macht.

Ein bunter, lustiger und angenehm abgedrehter Reihenauftakt, der Lust auf weitere Earthventure Reisen weckt.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Ein inspirierender Blick auf positive Trigger

Glimmer
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Dieses Buch hat mich sofort neugierig gemacht, weil der Ansatz der positiven Trigger für mich sehr neu klang. Statt wie gewohnt auf negative Reize zu schauen, lädt der Autor dazu ein, die kleinen, oft ...

Dieses Buch hat mich sofort neugierig gemacht, weil der Ansatz der positiven Trigger für mich sehr neu klang. Statt wie gewohnt auf negative Reize zu schauen, lädt der Autor dazu ein, die kleinen, oft übersehenen Glücksmomente bewusst wahrzunehmen und aktiv zu fördern. Dabei verbindet er psychologische Erkenntnisse mit persönlichen Erfahrungen und praktischen Übungen, die leicht im Alltag umzusetzen sind.

Besonders gut gefallen haben mir die vielen Fallgeschichten, die zeigen, wie unterschiedlich Glimmer Momente aussehen können. Ob Musik, Achtsamkeit, Dankbarkeit oder kleine kreative Tätigkeiten, überall lässt sich etwas entdecken, das Energie und Leichtigkeit zurückbringt. Die Idee der Low stake Kreativität fand ich besonders inspirierend, weil sie ohne Druck funktioniert und trotzdem so viel bewirken kann.

Der Schreibstil ist zugänglich und angenehm, und die Struktur des Buches macht es leicht, immer wieder kleine Impulse mitzunehmen. Der persönliche Anteil des Autors, inklusive seiner eigenen Herausforderungen, sorgt für Authentizität, auch wenn manche Passagen für meinen Geschmack etwas viel Eigenpromotion enthalten. Inhaltlich steckt das Buch voller schöner Denkanstöße, auch wenn nicht alles völlig neu war.

Für alle, die sich mit Achtsamkeit, persönlicher Entwicklung und innerer Ruhe beschäftigen möchten, ist dieses Buch ein sanfter, positiver Begleiter, der Lust macht, das eigene Leben bewusster zu gestalten und mehr Lichtpunkte zu sammeln.

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