Geschichtsträchtig
Spicy FilesEine veritable Geschichtsbewältigung Belgiens, eine ausführliche Stadtbegehung, eine Hommage an Jacques Brel ebenso wie an Hervé. Irgendwie ein bisschen versteckt darin die Geschichte eines geschassten ...
Eine veritable Geschichtsbewältigung Belgiens, eine ausführliche Stadtbegehung, eine Hommage an Jacques Brel ebenso wie an Hervé. Irgendwie ein bisschen versteckt darin die Geschichte eines geschassten Journalisten, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die versteckten Leichen in den Kellern der Politprominenz und anderer „VIPs“ zu finden. Darin hat er es zur Meisterschaft gebracht, um anschließend seine Rechercheopfer zu erpressen. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Jedenfalls enthalten die titelgebenden Spicey Files hunderte von Dossiers mit erheblicher Sprengkraft. Und mithin ebenso vielen Motiven, den Erpresser mundtot zu machen. Der fiel angeblich beim Vorhängeaufhängen in seiner Messie-Wohnung von der Leiter, was L‘inspecteur Marcel Vermeylen nie und nimmer glaubt. Eine ruhig erzählte Geschichte mit einem charmanten Ermittler, der aber etwas chaotisch daherkommt. Der eingangs erwähnten Geschichtsstunde, der Stadtführung und auch der Begeisterung für Brel wird vielleicht zu viel Raum gegeben. Die Ermittlungen laufen eher ein passant mit, der Spannung wird wenig Chance gegeben, bis auf einige Szenen ganz am Schluss. Trotzdem eine charmante Lektüre, die eben durch die Übermittlung von geschichtsträchtigen Details punktet.