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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.01.2026

Geschichtsträchtig

Spicy Files
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Eine veritable Geschichtsbewältigung Belgiens, eine ausführliche Stadtbegehung, eine Hommage an Jacques Brel ebenso wie an Hervé. Irgendwie ein bisschen versteckt darin die Geschichte eines geschassten ...

Eine veritable Geschichtsbewältigung Belgiens, eine ausführliche Stadtbegehung, eine Hommage an Jacques Brel ebenso wie an Hervé. Irgendwie ein bisschen versteckt darin die Geschichte eines geschassten Journalisten, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die versteckten Leichen in den Kellern der Politprominenz und anderer „VIPs“ zu finden. Darin hat er es zur Meisterschaft gebracht, um anschließend seine Rechercheopfer zu erpressen. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Jedenfalls enthalten die titelgebenden Spicey Files hunderte von Dossiers mit erheblicher Sprengkraft. Und mithin ebenso vielen Motiven, den Erpresser mundtot zu machen. Der fiel angeblich beim Vorhängeaufhängen in seiner Messie-Wohnung von der Leiter, was L‘inspecteur Marcel Vermeylen nie und nimmer glaubt. Eine ruhig erzählte Geschichte mit einem charmanten Ermittler, der aber etwas chaotisch daherkommt. Der eingangs erwähnten Geschichtsstunde, der Stadtführung und auch der Begeisterung für Brel wird vielleicht zu viel Raum gegeben. Die Ermittlungen laufen eher ein passant mit, der Spannung wird wenig Chance gegeben, bis auf einige Szenen ganz am Schluss. Trotzdem eine charmante Lektüre, die eben durch die Übermittlung von geschichtsträchtigen Details punktet.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Consulting kriminell

Heiße Phase
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Wenngleich es ziemlich kriminell zugeht, ein Krimi ist das nicht. Eine – aus Sicht des/der Lesers/in und Verfassers/in dieser Zeilen – zu lange Ausführung übler Machenschaften. Auf Seiten der Unternehmensberater ...

Wenngleich es ziemlich kriminell zugeht, ein Krimi ist das nicht. Eine – aus Sicht des/der Lesers/in und Verfassers/in dieser Zeilen – zu lange Ausführung übler Machenschaften. Auf Seiten der Unternehmensberater wie deren Kunden. Die zeigt, wie mörderisch der Druck auf die Mitarbeitenden ist, wie erfolgsverliebt sich diese aufführen, wie sie sich im Dschungel der Machenschaften verlieren können. Die Geschichte zeigt Machtbesessene, die buchstäblich über Leichen gehen und ein unglaublich menschenverachtendes Verhalten an den Tag legen. Die glauben, unverwundbar zu sein. Und dies oft auch sind. Im Mittelpunkt Sebastian, der Partner werden will und dafür alles zu tun bereit ist. Wirklich alles. Der dabei aber unglaublich naiv ist, sich vorführen und zur Schlachtbank führen lässt. Dabei sehr unbesonnen reagiert und sich ewig lange Gedanken macht, wie nun weiter vorzugehen sei. Man möchte ihm zurufen: Mach hinne!. Unglücklicherweise verguckt er sich auch noch in eine Femme fatale und beginnt mit dem falschen Ende des Körpers zu denken. Ein Insider-Roman? Vielleicht. Aber das Geschehen so allgemein auf die Branche zu münzen, erscheint zumindest bedenklich. Flott und auch spannungsgeladen geschrieben. Der Schluss noch mal mit Drive, aber irgendwie überzogen dargestellt. Ein Überschurke, der alle und jeden austrickst und damit auch noch reüssiert. Ein Buch, das vor mehr als 20 Jahren erstmalig erschienen ist. Das merkt man mit jeder Folie, die aufgelegt wird.

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Veröffentlicht am 01.12.2025

Intensiv in Sprache und Situationsdramatik

Spiel der Toten
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Was für eine Geschichte. Sehr viel Verwicklungen und Wendungen. Ex-Kriminaler Jan, schwer gezeichnet vom Tod seiner Frau und der Bewältigung seines Alltags eher nicht mehr mächtig wird von einem Sicherheitsdienst, ...

Was für eine Geschichte. Sehr viel Verwicklungen und Wendungen. Ex-Kriminaler Jan, schwer gezeichnet vom Tod seiner Frau und der Bewältigung seines Alltags eher nicht mehr mächtig wird von einem Sicherheitsdienst, für den er ab und an tätig ist, für eine Personenschutzaktion rekrutiert bei der er mit einer bekannten und sehr mächtigen Familie in Kontakt kommt. Er nimmt eher widerwillig an. Dazu muss er von Frankfurt nach Berlin, wo ihn sein Onkel, Mordermittler bei der Kripo in Berlin, zu einem Fall hinzuzieht, bei dem es um einen grausamen und sehr merkwürdigen Mordfall geht. Der Tatort wurde von mehreren Personen verwüstet. Und dann kommt noch ein Fall hinzu, bei dem mehrere Leichenteile aus einem Kanal gezogen werden. Die Leichen müssen schon seit Jahren tot sein, aber wer hat sie in den Kanal geworfen? Irgendwie rückt auch hier die Familie Roth in den Fokus, wobei man nicht weiß, wie das alles zusammenhängt. Und das bleibt auch fast bis zum Schluss so, denn alle Ermittler tun sich schwer mit den Fällen und dem Versuch Motive und Verdächtige zu finden. Nebenbei läuft auch noch ein Shitstorm im Internet, der sehr nach Verschwörungstheoretikern aussieht. Die hängt alles zusammen? Die Sprache ist sehr intensiv, sehr verkürzt, Manchmal nur einzelne Worte, manchmal Sätze auf das absolut Notwendigste beschränkt, Das Stilmittel, in einzelnen Worten zu kommunizieren oder in Sätzen, die auf ein Minimum herunter gebrochen sind, ist zwar eines, wird aber etwas überstrapaziert. Wirkt sehr getrieben, die Story wie die Schreibe. Ist gewöhnungsbedürftig, hält die Spannung aber hoch. Auch die Figur des Jan ist gewöhnungsbedürftig. Seine Gedankengänge und Handlungen oft schwer nachvollziehbar. Aber auch das natürlich ein Stilmittel. Muss jeder selbst entscheiden, wie er damit klarkommt. Absolut viel Drive bietet die Geschichte allemal.

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Veröffentlicht am 14.05.2025

Darf man wirklich nicht persönlich nehmen

Nimms nicht persönlich
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Nimms nicht persönlich, ein Spruch, der im Buch ein wenig überstrapaziert wird, trifft auch auf die Leserschaft zu. Die Geschichte nimmt sich ziemlich viel heraus, treibt die Satire über den Punkt hinaus, ...

Nimms nicht persönlich, ein Spruch, der im Buch ein wenig überstrapaziert wird, trifft auch auf die Leserschaft zu. Die Geschichte nimmt sich ziemlich viel heraus, treibt die Satire über den Punkt hinaus, ist an Absurdität nicht zu überbieten, trieft vor Ironie und kann den/die eine/n oder andere/n Lese/in durchaus in den leichten Wahnsinn treiben. Dennoch: Sie hat einen ernsten und wahren Kern, nur dass der hier eben sehr überzeichnet dargestellt wird. Aber der Klappentext beschönigt auch nichts, verspricht hier Horror, schwarzen Humor, überspitzte Satire. Ob man das letztendlich mag oder nicht: Das Buch hält, was es verspricht.

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Veröffentlicht am 17.04.2025

Man ist zwiespältig

Ein Mord im November - Ein Fall für DI Wilkins
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Da stoßen Welten aufeinander im altehrwürdigen Oxford. Obwohl, bei den Protagonisten fällt einem das „Altehrwürdig“ fast wieder aus dem Mund. Eine Tote im Arbeitszimmer von Provost Sir James, Leiter der ...

Da stoßen Welten aufeinander im altehrwürdigen Oxford. Obwohl, bei den Protagonisten fällt einem das „Altehrwürdig“ fast wieder aus dem Mund. Eine Tote im Arbeitszimmer von Provost Sir James, Leiter der Barnabas Hall. Der Fall wird DI Wilkins übertragen, aber nicht DI Ray Wilkins, wie eigentlich angeordnet, sondern DI Ryan Wilkins. Der daraufhin, wie es seine Art ist, alle vor den Kopf stößt und von einem Fettnäpfchen ins nächste hüpft, was DI Ray Wilkins, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, zukünftig verhindern soll. Ryans Auftreten ist nicht nur ungehobelt, wie der Klappentext glauben machen will, es ist schlicht inakzeptabel. Selbst wenn er auf der richtigen Spur zu sein scheint, geht sein Vorgehen nicht nur seinem Partner und seinen Vorgesetzten gegen den Strich. Auch als Leser ist man zwischenzeitlich genervt. Die Geschichte nicht ohne Witz und Hinterlist erdacht und erzählt. Sie hält den Spannungsbogen durch das viele „Falschabbiegen“ der Detectives in dieser verzwickten Geschichte hoch. Sie ist rasant erzählt und menschelt zwischendurch durchaus. Wenn nur das Verhalten von Ryan nicht so arg überzogen dargestellt wäre. Da gibt es eigentlich keine Entschuldigung, auch wenn man mit ihm leidet, wenn so viele unerträgliche Verhaltensweisen, wie z.B. vom Provost, nicht geahndet werden. Die Bewertung ist eigentlich 3,5.

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