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Veröffentlicht am 18.12.2025

Viel Herbst, wenig Kuschelfaktor

The Pumpkin Spice Latte Disaster
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Auf den ersten Blick wirkt das Dorf genau so, wie man es sich für einen herbstlichen Romance-Roman wünscht: idyllisch, fortschrittlich, herbstlich dekoriert – das Setting stimmt definitiv. Und ja, man ...

Auf den ersten Blick wirkt das Dorf genau so, wie man es sich für einen herbstlichen Romance-Roman wünscht: idyllisch, fortschrittlich, herbstlich dekoriert – das Setting stimmt definitiv. Und ja, man liest das Buch an sich auch gerne. Denn der Schreibstil von Kyra Groh ist grundsätzlich angenehm und flüssig, auch wenn er sehr beschreibend ist und sich dadurch stellenweise etwas verzettelt. Doch im Fokus der Geschichte steht eine kratzbürstige Protagonistin und ihre Bindungsangst-geführte aufkeimende Liebesgeschichte zu James, die insbesondere an den Nebenschauplätzen an Tiefgründigkeit vermissen lässt.

Insbesondere mit Jude als Protagonistin bin ich nur sehr langsam warm geworden, weil sie mir persönlich oft ziemlich auf die Nerven gegangen ist. Ihre Kratzbürstigkeit gegenüber dem Love Interest James, ihre Bindungsängste und ihr ADHS wirkten auf mich zwar realistisch angelegt, blieben aber teilweise schwer nachvollziehbar – vor allem, weil wichtige Themen wie Diagnose oder Umgang damit kaum reflektiert wurden. Trotzdem fand ich es schön, die Entwicklung zwischen Jude und James so intensiv mitzuerleben.

James wirkte anfangs fast zu sehr wie der klassische Sunshine-Golden-Retriever-Typ, bekam im Laufe der Geschichte aber etwas mehr Tiefe. Auch wenn er sehr stark körperlich auf Jude fokussiert war (teilweise zu stark), war er immerhin nicht eindimensional-dümmlich und ließ sich nicht alles gefallen. Die Annäherung der beiden fühlte sich insgesamt authentisch an – nur emotional hat sie mich nicht ganz abgeholt, weil beide Figuren bis zuletzt sehr verschlossen blieben. Hierdurch wurde es auch sehr schwer mit dem cozy-Lesegefühl.

Was mich leider immer wieder aus der Geschichte gerissen hat, war das massive Name-Dropping. Lululemon, Red Wings und Co. fühlten sich unnötig und aufgesetzt an und haben mich mehr genervt als bereichert. Ähnlich ging es mir mit dem Humor: Vieles wirkte zu sehr auf „das muss jetzt lustig sein“ getrimmt, besonders Judes Vergleiche waren manchmal eher ungelenk als witzig.

Auch mit dem Cozy-Vibe hatte ich meine Schwierigkeiten. Obwohl das Setting herbstlich ist, kam bei mir nicht dieses klassische „Gilmore-Girls-auf-der-Couch“-Gefühl auf. Das ist an sich nicht schlimm – der Roman hat dafür mehr Inhalt als viele reine Herbst-Vibes-Romances – aber ich hatte mir dennoch etwas mehr Dorfleben, Wärme und Gemeinschaft gewünscht.

Ein großes Manko waren für mich die Nebenfiguren. Gerade Judes Schwester, Eleanor und auch andere Dorfbewohner hätten viel mehr Raum verdient. Beziehungen und Konflikte wurden angerissen, aber nicht wirklich vertieft. Besonders enttäuschend fand ich, dass es keinerlei echte Auseinandersetzung mit Judes Eltern gibt – keine Konfrontation, kein Aufarbeiten. Dass sie einfach alles schluckt und dann dauerhaft im selben Dorf leben soll, fühlte sich für mich nicht stimmig an.

Trotz aller Kritik gab es auch viele schöne, amüsante Momente: das Pubquiz, einzelne Dialoge, die Szene mit James’ Eltern im Café, gerade zum Ende hin hatte ich wirklich Spaß beim Lesen, nachdem ich mich auf den Stil der Autorin eingelassen hatte.

Unterm Strich bin ich hin- und hergerissen: Pumpkin Spice Latte Desaster ist gut geschrieben, unterhaltsam und hat Charme, verschenkt aber durch fehlende Geradlinigkeit, zu wenig ausgearbeitete Nebenfiguren und ausbleibende Konfliktauflösungen einiges an Potenzial.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Zauberhaft, aber ohne klaren Fokus

Cassandra Morgan, Band 1 - Der goldene Schlüssel
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Die 12-jährige Cassandra Morgan lebt seit sieben Jahren an einem Mädcheninternat, nachdem ihre Mutter sie dort mit dem Versprechen zurückließ, bald wiederzukommen. Als die Behörden ihre Mutter für tot ...

Die 12-jährige Cassandra Morgan lebt seit sieben Jahren an einem Mädcheninternat, nachdem ihre Mutter sie dort mit dem Versprechen zurückließ, bald wiederzukommen. Als die Behörden ihre Mutter für tot erklären und Cassandra in ein Heim bringen wollen, flieht sie in einer Nacht- und-Nebel-Aktion. Dabei begegnet sie einem sprechenden Kater, der ihr eröffnet, dass sie aus einer mächtigen Hexenfamilie stammt. Gemeinsam reisen sie zu ihrer Tante, der Haghexe, wo Cassandra ihre magische Ausbildung beginnt. In einer von Naturmagie geprägten Welt muss sie sich neuen Freundschaften, magischen Geheimnissen und ihrer eigenen Vergangenheit stellen.

"Cassandra Morgan – Der goldene Schlüssel" von Skye McKenna entführt in eine fantasievolle, naturverbundene Welt, die mich vor allem durch ihre Atmosphäre überzeugte. Die Magie ist stark an die Natur gebunden, und die Landschafts- sowie Umgebungsbeschreibungen erzeugten eine angenehme, fast gemütliche Stimmung beim Lesen. Viele der Ideen sind bunt, kreativ und liebevoll gedacht, insbesondere in Anbetracht des jüngeren Fantasy-Publikums.

Cassandra ist eine zwölfjährige Hexe in Ausbildung und als Hauptfigur grundsätzlich sympathisch. Ihre Unsicherheiten, Ängste und impulsiven Entscheidungen passten gut zu ihrem Alter. Allerdings wiederholte sie ihre Fehler mehrfach, handelte immer wieder eigenmächtig und brachte sich dadurch selbst mehrfach in Schwierigkeiten. Was anfangs nachvollziehbar war, wurde für mich mit der Zeit eher frustrierend, da sie nur wenig aus ihren Erfahrungen zu lernen schien.
Die Figuren sind insgesamt gut angelegt, bleiben aber häufig an der Oberfläche. Besonders liebenswert sind Cassandras neu gewonnene Freundinnen Rue und Tabitha, die der Geschichte Wärme verliehen. Auch die Vielzahl an Fantasywesen empfand ich als spannend, doch hier fehlten mir manchmal genauere Beschreibungen, um mir diese wirklich bildhaft vorstellen zu können.

Inhaltlich verfolgte das Buch viele Handlungsstränge, ohne einen klaren Fokus auf ein zentrales Ereignis zu setzen. Dadurch verlor sich der rote Faden stellenweise, und die Geschichte plätscherte eher vor sich hin. Das Miträtseln fiel mir schwer, da mögliche Übeltäter mehrfach scheinbar zufällig eingeführt wurden, ohne dass man als Leser*in echte Hinweise bekommen hätte. Gleichzeitig war anderes wiederum sehr vorhersehbar. Probleme wurden oft zu schnell gelöst, Cassandra hatte erstaunlich rasch eine Antwort parat – hier hätte ich mir mehr Entwicklung und echte Herausforderungen gewünscht.

Fazit: Trotz einiger Kritikpunkte bin ich neugierig auf den nächsten Band, insbesondere wegen des cozy Lesegefühls. Auch das Grundkonzept, die Welt und einige der Figuren haben definitiv Potenzial. Insgesamt ist "Der goldene Schlüssel" für mich ein süßes, atmosphärisches Kinder-Fantasybuch mit vielen guten Ideen, deren Umsetzung insgesamt jedoch recht oberflächlich bleibt.

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Beziehung ohne falsche Dramen

The Darlington - Ethan & Grace
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"The Darlington – Ethan & Grace" ist der zweite Band der Darlington-Reihe von Laura Kneidl und es empfiehlt sich, vorab Band 1 zu lesen, um alle Handlungen und Entwicklungen der Figuren im zweiten Teil ...

"The Darlington – Ethan & Grace" ist der zweite Band der Darlington-Reihe von Laura Kneidl und es empfiehlt sich, vorab Band 1 zu lesen, um alle Handlungen und Entwicklungen der Figuren im zweiten Teil nachvollziehen zu können. Im Mittelpunkt stehen diesmal Ethan Darlington und Grace, eine Angestellte des traditionsreichen Hotels "The Darlington". Als Ethan Zimmermädchen Grace beim Einbruch in ein Büro des Hotels erwischt, vertraut Grace ihm an, dass sie eigene Ermittlungen anstellt, um einen schweren Schicksalsschlag aufzuklären. Obwohl sich die beiden bisher eher spinnefeind waren, unterstützt Ethan sie tatkräftig und schon bald fördern sie einige pikante Geheimnisse zutage.

Schon zu Beginn hat mir besonders gefallen, dass Ethan sein aus Band 1 bekanntes Partyleben erstaunlich schnell hinter sich ließ - und zwar aus eigener Motivation heraus. Diese charakterliche Weiterentwicklung wirkte auf mich authentisch und war erfreulicherweise nicht von Grace’ Einfluss abhängig. Die wechselnden Kapitel aus beiden Perspektiven machten es mir leicht, mit Grace und Ethan mitzufühlen. Vor allem Grace’ Trauer im Rahmen des Schicksalsschlages hat mich sehr berührt. Ihr Wunsch, den Vorfall aufzuklären, sorgte für einen fesselnden Spannungsbogen, zumal sie den Täter im Umfeld von Ethans Vater vermutete. Gleichzeitig entwickelte sich zwischen ihr und Ethan eine Beziehung, die angenehm ehrlich verlief: Es gab wie in Band 1 keine künstlich erzeugten Missverständnisse, die man aus vielen Romance-Romanen kennt. Beide sprachen stets offen über ihre Gefühle und Gedanken, was ich als herrlich erfrischend und als ein großes Plus dieser Reihe empfinde!

Natürlich war die Handlung insgesamt vorhersehbar, doch Laura Kneidls Schreibstil hat mich wie schon in Band 1 sofort abgeholt. Besonders die anonymen Zwischenberichte aus dem Darlington, die den Gerichtsprozess gegen Ethans Vater begleiten, haben wieder zusätzliche Spannung erzeugt. Der Spice-Anteil war für meinen Geschmack etwas hoch, auch wenn er zur Situation und zu Grace’ Bedürfnis nach Ablenkung durchaus passte. Positiv fand ich, dass die Autorin es trotzdem schaffte, die emotionale Nähe und Tiefe zwischen den Figuren nicht aus dem Blick zu verlieren. Auch Henry und Kate aus Band 1 wiederzutreffen, war ein schönes Highlight.

Insgesamt ist "The Darlington - Ethan & Grace" für mich etwas schwächer als Band 1, aber dennoch ein packender zweiter Band, der zum Ende hin richtig Fahrt aufnahm. Meine Vermutungen, wer hinter allem steckte, haben sich bestätigt, aber das hat meinem Lesevergnügen keinen Abbruch getan, und ich freue mich schon sehr auf Band 3 und das Paar (Logan&Rose), das ich bisher am spannendsten finde.

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Veröffentlicht am 06.11.2025

Magischer Herbst, Achtung Spice!

Spookily Yours
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"Spookily Yours" ist ein kurzweiliges Herbstbuch mit einer eher oberflächlichen Geschichte, die sich rund um die Hexe Willow und ihren Love Interest Dämon Damien dreht. Ich habe den Roman als Hörbuch gehort ...

"Spookily Yours" ist ein kurzweiliges Herbstbuch mit einer eher oberflächlichen Geschichte, die sich rund um die Hexe Willow und ihren Love Interest Dämon Damien dreht. Ich habe den Roman als Hörbuch gehort und konnte kleinere Schwächen in der Handlung und auch Cringe in Spice-Szenen gut überhören. So war es ein nettes Nebenher-Hören mit einem schönen, saisonalen Setting, das besonders durch seine herbstliche Atmosphäre punktet. Die Aktivitäten und Beschreibungen rund um den Herbst schafften eine gemütliche Stimmung und machten das Buch zu einer passenden Lektüre für die Übergangszeit.

Inhaltlich blieb die Geschichte jedoch eher oberflächlich. Die Handlungen und Gefühle der Protagonisten wurden häufig nur kurz angerissen, ohne wirklich in die Tiefe zu gehen. Dadurch fiel es mir manchmal schwer, die Emotionen nachzuvollziehen oder eine Bindung zu den Figuren aufzubauen. Auch einige Wendungen – etwa magische Elemente oder Verwandlungen – passierten recht plötzlich, sodass sie an Wirkung verloren.

Der Schreibstil war insgesamt flüssig, aber stilistisch nicht ganz mein Geschmack. Häufig wurde eher „erzählt“ als „gezeigt“, sodass bestimmte Emotionen eher benannt als erlebbar gemacht wurden. Besonders auffällig war die wiederkehrende Formulierung „Mich überkam ein Gefühl von …“, die den Lesefluss etwas eintönig machte.

Ab etwa der zweiten Hälfte legte die Geschichte deutlich an Tempo zu, vor allem durch einige Spice-Szenen, die klar auf eine erwachsene Zielgruppe ausgelegt sind. Diese Szenen sind stellenweise etwas übertrieben oder etwas „cringe“, passen aber zum Ton des Buches, wenn man es als leichte Unterhaltung versteht und nicht zu ernst nimmt.

Insgesamt ist "Spookily Yours" kein tiefgründiger Roman, sondern eher eine Lektüre mit herbstlichem Setting für zwischendurch – besonders, wenn man die Geschichte als Hörbuch genießt und nicht alles zu ernst nimmt. Wer nach ausgearbeitetem Fantasy-Epos oder romantischem Slow-Burn sucht, ist hier allerdings falsch.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Love me in Late Summer

Love me in Autumn. Eine cinnamon spiced Romance
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Laurie Gilmore entführt uns in" Love me in Autumn" erneut nach Dream Harbor und damit in eine cozy, charmante Welt – auch wenn der Titel hier ein wenig in die Irre führt. Vom Herbst ist nämlich kaum etwas ...

Laurie Gilmore entführt uns in" Love me in Autumn" erneut nach Dream Harbor und damit in eine cozy, charmante Welt – auch wenn der Titel hier ein wenig in die Irre führt. Vom Herbst ist nämlich kaum etwas zu spüren; die Geschichte spielt im Spätsommer, und so will sich das versprochene Herbstgefühl nie ganz einstellen. Trotzdem verbreitet das Buch eine wohlige, unaufgeregte Atmosphäre, perfekt für eine leichte Lektüre zwischendurch.

Hazel und Noah sind niedliche Charaktere, die Geschichte ist ingesamt eher oberflächlich angesiedelt und lässt sich leicht verfolgen. Was man allerdings sagen muss: Der Spice-Anteil ist hoch – zu hoch für meinen Geschmack. Weniger wäre hier definitiv mehr gewesen. Die Geschichte selbst bleibt eher seicht, aber sie hat ihren niedlichen Charme und trifft genau das, was man von Chick Lit erwartet: locker, leicht, kurzweilig und mit einem cozy Setting, das zum Wegträumen einlädt.

Ich habe das Buch als Hörbuch, gesprochen von Victoria Schätzle, gehört – ihre Stimme hat wunderbar zu Hazels Charakter gepasst und das Ganze sehr angenehm gemacht.

Fazit: Ein süßes, leichtes Wohlfühlbuch für Zwischendurch – ohne große Tiefe, aber mit sympathischen Figuren und einer Prise Sommerromantik. Wer kein Problem mit etwas mehr Spice hat und einfach abschalten will, liegt hier richtig.

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