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Venatrix

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Hat mich nicht ganz überzeugt

Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl
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„Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl“ ist der zweite Band rund um den neapolitanischen Commissario Salvatore Gaetano.

Dieser Krimi entführt uns in die Vorbereitungen zum Osterfest, das in Neapel ...

„Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl“ ist der zweite Band rund um den neapolitanischen Commissario Salvatore Gaetano.

Dieser Krimi entführt uns in die Vorbereitungen zum Osterfest, das in Neapel mit jeder Menge Volksfrömmigkeit und dem dazugehörenden Spektakel gefeiert wird. Eigentlich will Commissario Gaetano die Feiertage bei seiner Familie verbringen, als ihm eine männliche Leiche, die am Karfreitag im Hafenbecken angespült wird, einen Strich durch die Rechnung macht. Nachdem die Dienststelle chronisch unterbesetzt ist, kehrt Gaetano trotz Urlaubs nach Neapel zurück, um nach dem Rechten zu sehen. Zunächst ist nicht klar, ob es sich überhaupt um Mord oder nicht doch um einen Unfall oder Selbstmord handelt. Gaetano ist geneigt hier einen Unfall anzunehmen, um den Fall so schnell wir möglich ad acta zu legen.

Allerdings hat er nicht mit der Beharrlichkeit seiner jungen Kollegin Beppa Bellucci gerechnet, die ihm gefühlt tausend und einen Grund nennt, dass der Tote ermordet worden ist ...

Zähneknirschend muss Gaetano ermitteln und langsam kommt ihm die ganze Sache spanisch vor. Zudem erinnert ihn die familiäre Situation des Toten - er hat einen schwer behinderten Bruder - an seine eigene Familie.

Der Tote aus dem Hafenbecken bleibt nicht der einzige Tote, weshalb es mit der Osterruhe gänzlich vorbei ist.

Meine Meinung:

Wie schon im ersten Fall angemerkt, ist mir der Commissario nicht ganz sympathisch. Ja, er hat mit seinem behinderten Bruder Aniello und dem dementen Vater eine schwierige Familienkonstellation. Dabei vergisst er aber, dass die Last eigentlich auf den Schultern seiner Nichte Carla ruht, während deren Ehemann sich mit dem familieneigenen Weinberg beschäftigt. Erst die Ermittlungen lassen ihn darauf aufmerksam werden. Ob diese Erkenntnis allerdings nachhaltig etwas ändern wird, bleibt offen. Sein Verhalten der jungen Beppa gegenüber ist ein wenig ambivalent bis fragwürdig. Ja, sie ist übereifrig, ehrgeizig und engagiert, vor allem, weil sie sich in der, von Männern und ihrem aufgeplusterten Ego, Welt behaupten will (und muss). Aber eine Polizeischülerin, die alleine ermittelt? Das kommt mir nicht ganz glaubwürdig vor, auch wenn man den Italienern gerne nachsagt, Gesetze ein wenig in die passende Richtung zu verbiegen.

Gut beschrieben sind die Bräuche der neapolitanischen Bevölkerung rund um die Karwoche und Ostern. Diese intensiven Volksfrömmigkeit kann ich nur wenig anfangen. An manchen Stellen nimmt die detaillierte Beschreibung des kirchlichen Fest ein wenig überhand.

Wie schon beim Vorgänger bin auch diesmal mit Commissario Salvatore Gaetano nicht auf einer Wellenlänge.

Fabio Nola ist das Pseudonym eines deutsche Historikers, der während seiner Studienzeit in Neapel gelebt hat. Seine Liebe zur Stadt und ihrer Bevölkerung kommen hier deutlich zum Ausdruck.

Fazit:

Auch dieser zweite Fall für Commissario Gaetano kann mich nicht wirklich begeistern, daher gibt es 3 Sterne.

Veröffentlicht am 22.02.2026

Australisches Roadmovie

Zuflucht
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Untertauchen bei jemandem, der selbst untergetaucht ist - kann das gut gehen?
Im Mittelpunkt dieses Thrillers steht Grace, die ihr Leben durch raffinierte Diebstähle finanziert. Dabei hat sie so etwas ...

Untertauchen bei jemandem, der selbst untergetaucht ist - kann das gut gehen?
Im Mittelpunkt dieses Thrillers steht Grace, die ihr Leben durch raffinierte Diebstähle finanziert. Dabei hat sie so etwas wie ein Gewissen, denn Opfer sind ausschließliche die Reichen Australiens. Ihr abgebrühte Professionalität lässt sie dabei von einer Identität in eine andere schlüpfen. Was ihr fehlt, ist ein Zuhause, denn sie ist mit Adam in einer Pflegefamilie aufgewachsen.

Wenig später trifft sie auf Erin Mandel und kann in deren Antiquitätenladen, zu dem auch eine Einliegerwohnung gehört, vorläufig zur Ruhe kommen. Doch auch Erin hat so ihre dunklen Geheimnisse.

Gleichzeitig schwenkt das Buch auf Adam, der für eine Detektei diverse Arbeiten erledigt und dabei auch vor Drecksarbeit nicht zurückschreckt. Nun gerät er unversehens in einen Entführungsfall und soll einen Jugendlichen überwachen, dessen Vater Teil eines Zeugenschutzprogramms ist.

Und dann gibt es noch einen Detective Senior Constable, der kurz vor seinem Pensionsantritt schwer verletzt wird und einen Gewalttäter, der vor einiger Zeit von seiner Frau verlassen worden ist, und sie nun auf einer Videoüberwachung zufällig entdeckt.

Ob und wie die vielen Handlungsstränge zusammenhängen, müsst ihr selbst lesen.

Meine Meinung:

Garry Disher gilt als in Australien als bekannter Thrillerautor., der zahlreiche Stand-alone-Krimis sowie zwei Reihen verfasst hat. Für mich ist dieses Buch das erste, das ich von ihm lesen. Es wird auch vermutlich das letzte sein, denn ich bin weder mit den Protagonisten noch mit dem Schreibstil so richtig warm geworden. Zudem gibt zahlreiche Handlungsstränge, die jeder für sich spannend ist, zusammen genommen, letzten Endes auch gut zusammengeführt werden, aber für mich einfach zu viele sind. Hier wäre weniger mehr gewesen. Aber, das ist Geschmackssache.

Großen Raum nehmen toxische Beziehungen und misogyne Männer ein. Dieser Thriller ist eine Art australisches Roadmovie. Als Film kann ich mir den Stoff gut vorstellen.

Die Geschichte spielt in den Adelaide Hills, einer Bergkette in South Australia, eine Gegend, die ich gar nicht kenne. Das war ein Anreiz, dieses Buch zu lesen.

Fazit:

Diesen Thriller, der eine Art australisches Roadmovie ist, kann ich mir als Film gut vorstellen, als Buch hat er mir nicht ganz so gut gefallen. Daher gibt es nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 13.02.2026

Hat mich nicht ganz gepackt

Eigerduell
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Dieser Krimi ist der dritte Reihe rund um die Schweizer Kriminalbeamtin Megan Jäger und ihre Tante Ida. Worum geht’s?

Die beiden Extrembergsteigerinnen Arielle von Känel und Victoria Adler matchen sich ...

Dieser Krimi ist der dritte Reihe rund um die Schweizer Kriminalbeamtin Megan Jäger und ihre Tante Ida. Worum geht’s?

Die beiden Extrembergsteigerinnen Arielle von Känel und Victoria Adler matchen sich seit langem um den Titel der weltbesten Speed-Queen unter den Gipfelköniginnen. Kurz bevor Arielle den aktuellen Rekord in der Eigernordwand, der von Victoria gehalten wird, brechen kann, liegt Arielle tot am Fuße des Niesen. Recht bald ist klar, dass hier jemand nachgeholfen hat. Auf Grund ihres Egoismus‘ hat sich die Tote zahlreiche Feinde gemacht. Die gilt es nun aufzusuchen und den Täter oder die Täterin zu finden.

Je tiefer Megan Jäger in den Fall einsteigt, desto komplexer wird er. Megan ist Halbkenianerin, weshalb sie die Liebe der Schweizer Bevölkerung für Berge und Schnee nicht so ganz versteht, wird von ihrer Tante Ida bei ihren Ermittlungen unterstützt. Recht bald eröffnet sich nicht nur ein Abgrund aus Neid, verletztem Stolz und tödlichem Ehrgeiz, sondern neben Victoria Adler eine Reihe weiterer Personen, die alle Grund haben, Arielle zu hassen. Als dann wenig später eine zweite Leiche am Niesen gefunden wird, muss sich Megan fragen, wen oder was sie zunächst übersehen hat.

Meine Meinung:

Ich gebe ja Autorinnen und Autoren gerne ein zweite Chance, wenn mich das erste Buch nicht ganz so gepackt hat. Nach dem ersten Fall (Mord im Tropenhaus) habe ich nun den dritten Teil der Reihe rund um Megan Jäger gelesen. Nach wie vor fehlen mir Informationen zu den Protagonisten. Wieso und warum lebt Megan, die Tochter eines Schweizers und einer Kenianerin hier im Kanton Bern? Auch die Irritation, dass Megan alleine ermitteln darf/soll/muss, hat sich nicht gelegt. Wo bleibt das Vier-Augen-Prinzip? Und gilt sie wegen ihrer Verwandtschaft mit einer Verdächtigen nicht als befangen? Nun, ich kenne die Usancen und Vorschriften in der Schweiz nicht.

Geschickt lässt Autorin Irène Mürner ihre Ermittlerin über den Fanatismus, den manche BergsteigerInnen an den Tag legen, philosophieren. Ja, das gefällt mir ebenso, wie die Beschreibung von Land und Leuten. Zugegeben, über den Niesen hätte ich noch gerne mehr erfahren.

Nicht alle Charaktere sind ähnlich ausführlich angelegt. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen.
Ich habe recht schnell herausgefunden, wer bzw. was für den Tod der Arielle verantwortlich ist.

Fazit:

Ich gebe diesem Schweizer Bergkrimi, der mich nicht ganz gepackt hat, gute 3 Sterne.

Veröffentlicht am 06.01.2026

Hat mich nicht ganz überzeugt

Miez Marple und die Tatze der Verdammnis
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„Miez Marple und die Tatze der Verdammnis“ von Fabian Navarro ist 2025 im Haymon-Verlag erschienen. Der Krimi ist bereits der dritte Band der Cosy-Krimi-Reihe mit der Katzendetektivin Miez Marple. Für ...

„Miez Marple und die Tatze der Verdammnis“ von Fabian Navarro ist 2025 im Haymon-Verlag erschienen. Der Krimi ist bereits der dritte Band der Cosy-Krimi-Reihe mit der Katzendetektivin Miez Marple. Für mich ist das die erste Begegnung mit dem Autor und seiner tierischen Detektivin.

Weil ihre Dosenöffnerin Agathe Christenson einen Wanderurlaub antreten möchte, wird Miez Marple kurzerhand in das Luxus-Tier-Ressort Bellagio verfrachtet. Zunächst ist Miez Marple not amused, zumal sie das Zimmer mit dem alternden Schlagerkater Florian Silberschweif teilen muss, mit dem sie noch eine alte Rechnung offen hat.

Doch als am Tag nach der Ankunft eine der urlaubenden Showstar-Katzen tot aufgefunden wird, beginnt Miez Marple zu ermitteln, was nicht jedem Hotelgast in den Kram passt. Zudem ist ihr die Welt des Showbusiness nicht ganz so vertraut, weshalb sie über ihren Schatten springt und letztlich Silberschweif als ihren Assistenten akzeptiert. Doch der hat, wie so viele andere Hotelgäste, auch ein Geheimnis, das nicht enthüllt werden soll ....

Meine Meinung:

Meine Meinung zu diesem Krimi ist ziemlich zwiegespalten. Die Wortgewandtheit des Autors finde ich toll. So musste ich laut lachen, als ich von Gabriel zu Grundel, der Stockente gelesen habe, die am Finanzmarkt tätig ist, den Dachs beobachtet und mit Bitcorns handelt. Das muss einem erst einmal einfallen. Oder die Achtsamkeitsübung „Mensch barfuß auf Kies“, die Florian Silberschweif gerade übt. Welche menschliche Entsprechung gemeint ist, ist wohl klar.

„...Wie unhöflich von mir! Runter vom Sofa. Hasso runter vom Sofa ist mein Name. Ich bin hocherfreut, Sie zu treffen, ich bin ein großer Fan…“

Diese Vorstellung des Reisegefährten Labradoodle klingt stark nach „Bond, James Bond“ und ist wohl beabsichtigt. In ähnlicher Diktion geht es weiter.

Geschickt flicht Fabian Navarro auch Vorurteile und Befindlichkeiten, wie jene, die Miez Marple dem Schlagerkater Silberschweif gegenüber hat, ein.

Als Zeichentrickfilm ist der Plot sicherlich eine gute Grundlage, aber als Krimi hat mich die Handlung nicht wirklich überzeugt. Aber, vielleicht bin ich schon zu alt dafür oder zu realistisch. Ich mag ja auch das Genre Fantasy oder S/F nicht.

Fazit:

Es gibt, wenn ich die 5-Sterne-Rezensionen so ansehe, eine große Fan-Gemeinde von Miez Marple. Ich zähle mich nicht dazu und vergebe 3 Sterne.

Veröffentlicht am 16.12.2025

Hat mich nicht überzeugt

Das Geheimnis der weißen Weihnacht
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Der Verlag Klett-Cotta bringt seit einigen Jahren weihnachtliche Krimis heraus, die durch gediegene Aufmachung aus der Masse der Kriminalromane hervorstechen. Die Autoren sind durchwegs wenig bekannt. ...

Der Verlag Klett-Cotta bringt seit einigen Jahren weihnachtliche Krimis heraus, die durch gediegene Aufmachung aus der Masse der Kriminalromane hervorstechen. Die Autoren sind durchwegs wenig bekannt. Der diesjährige Krimi stammt, wie schon jener aus dem Jahr 2022 („Geheimnis am Weihnachtsabend-7“) aus der Feder von Gladys Maude Winifred Mitchell (1901-1983). Die Autorin hat insgesamt 66 Krimis geschrieben, von denen nur eine Handvoll in deutscher Sprache erschienen sind. Der vorliegende ist der 23. aus der Reihe.

Worum geht’s?

Die Psychoanalytikerin und Nervenärztin Adela Bradley mit Praxis in Oxford hat sich in London einen Namen als erfolgreiche Amateurdetektivin gemacht.

Nun, zu Weihnachten folgt sie abermals der Einladung ihres Neffen Carey Lestrange, der nun frisch verheiratet ist, nach Cotswolds, um gemeinsam mit anderen Gästen entspannte Feiertage verbringen will. Doch es kommt wieder einmal anders. Denn in die ländliche Idylle wird bald durch anonyme Briefe, die pikante Details enthüllen, merkwürdige Fußspuren im frisch gefallenen Schnne sowie einer geheimnisvollen Nachbarin und einem Mord, der nicht der einzige bleiben wird, unterbrochen.

Gut, dass Tante Adela vor Ort ist, denn trotz ihres nicht besonders einnehmenden Äußerem (oder gerade deswegen), verfügt sie über einen messerscharfen Verstand, mit dem sie auch diesen Kriminalfall souverän aufklärt.

Meine Meinung:

Ich gebe ja Autorinnen und Autoren gerne eine 2. Chance, weshalb ich diesen Krimi, der wie schon der erwähnte andere Weihnachtskrimi als „Lesegenuss“ bzw. als Pendant zu Agatha Christie hoch gelobt wird, gelesen habe.

Nun ja, wie schon zuvor, kann ich mich dieser Bewertung nur bedingt anschließen. Ja, zahlreiche skurrile Charaktere bevölkern diesen Krimi. Allen voran Adela Bradley, die als scharfsinnig und intelligente Frau beschrieben wird (eh klar, sonst könnte sie keine Nervenärztin und Psychoanalytikerin sein). Als Patientin würde ich mich allerdings vor ihrem Äußeren fürchten, denn ihre Mimik wird mit dem einer Schlange bzw. Alligators beschrieben, die mit ihrem „teuflischen Grinsen“ und „meckerndem Lachen“ die Leute verschreckt. Auch ihre mageren, klauenartigen Hände mit den gelben Fingern werden häufig erwähnt, was sie mir nicht sympathischer macht. Manchmal habe ich den Eindruck, dass sie selbst ihre eigene Patientin wäre. Vor allem dann, wenn sie jedes Gegenüber mit „mein Kind“ anspricht, egal ob es sich Freund oder Feind, ein wirkliches Kind oder gar den Polizeipräsidenten handelt.

Warum die Autorin eine solche Hauptfigur entworfen hat, erschließt sich mir nicht.
Der Schreibstil ist mir persönlich ein wenig zu langatmig, obwohl ich ruhige Krimis ohne viel Action sehr schätze.

Und nein, einen dritten Versuch einen Krimi von Gladys Mitchell zu lesen, starte ich trotz der gediegenen Aufmachung nicht.

Fazit:

Mir war dieser Krimi ein bisschen zu langatmig und die Ermittlerin höchst unsympathisch, daher nur knappe 3 Sterne.