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Veröffentlicht am 27.01.2026

Ein sehr blutiger Thriller

Blutwild
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Anka erlebt durch den Fund von abgetrennten Körperteilen noch einmal ihre Entführung durch einen Serientäter, den sie nur knapp überlebt hat. Sie hat damals einen Unterschenkel auf der Flucht verloren, ...

Anka erlebt durch den Fund von abgetrennten Körperteilen noch einmal ihre Entführung durch einen Serientäter, den sie nur knapp überlebt hat. Sie hat damals einen Unterschenkel auf der Flucht verloren, als sie in eine Falle getreten ist. Danach hat sie ihren Dienst bei der Polizei aufgegeben. Und jetzt ist wieder alles da, vor allem die Angst. Sie fühlt sich bedroht und nur Izzy ihre Freundin unterstützt sie, um ihre Ängste zu überwinden. Ihre ehemaligen Kollegen nehmen ihre Angst nicht ernst, da der Mörder im Gefängnis sitzt. Doch Anka hat Bedenken, dass es einen anderen Mörder gibt. Das erlebt sie auch bald am eigenen Leib, denn sie wird wieder gejagt.
Der Thriller „Blutwild“ von Saskia Te Marveld ist ein sehr blutiger Thriller und das Cover zeigt auch ein entscheidendes Tatwerkzeug, ein Beil. Der Mörder zerteilt seine Opfer und nimmt sie aus und danach stellt er die Extremitäten, wie in einer Ausstellung aus. Die Autorin hat schon eine sehr kräftige und bilderbetonte Sprache, so dass man sich die abgetrennten Körperteile vorstellen kann. Auch die Angst, die die Hauptperson hat, ist schon deutlich spürbar. Es ist alles ein wenig fragwürdig, wie sich Anka um diesen Fall kümmert. Nur ihre Freundin Izzy steht ihr bei und unterstützt sie im Alltag. In Rückblenden wird der alte Fall immer wieder in die Story eingebaut, um deutlich zu machen, aus welchen Gründen die Angst in Anka immer wieder hochkommt. Allerdings wird auch die Sicht des Täters immer mal wieder thematisiert. Die Autorin schafft es auch die Szenerie, um den Serientäter aufzubauen und so die Spannung bis zum Ende zu steigern.
Dieser Thriller ist mir eigentlich etwas zu blutig und das stört mein Lesevergnügen ein wenig. Die Story ist schon gut entwickelt und es wird auch Freunde dieses Genre geben, die diesen Krimi mögen.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Ein familiäres Verbrechen

Lügen auf Friesisch
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Sven Christiansen leitet einen Markt für Restposten. Eines morgens wird er ermordet aufgefunden. Doch wer der Täter ist, kann die Kripo nicht auf Anhieb ermitteln. Der Chef der Kripo muss auch noch ins ...

Sven Christiansen leitet einen Markt für Restposten. Eines morgens wird er ermordet aufgefunden. Doch wer der Täter ist, kann die Kripo nicht auf Anhieb ermitteln. Der Chef der Kripo muss auch noch ins Krankenhaus, so dass die Beamten Michi und Ulf auf sich gestellt sind. Nicht ganz, wie sich herausstellt, denn ihr Chef zieht die Strippen auch aus dem Krankenhaus. Er kennt halt eine Menge Leute in Husum und so kommen ganz allmählich einige Geheimnisse ans Licht.
„Lügen auf Friesisch“ aus der Reihe Tatort Waterkant von Thomas Herzberg ist der vierte Band aus dieser Reihe. Das Cover zeigt eine typische Waterkant Szene und passt ganz gut zu diesem Krimi. Die Story ist auch gut nachvollziehbar, die Sprache ist ein bisschen langatmig, in meinen Augen. Die beiden Kommissare hingegen gefallen mir sehr gut. Vor allem das Küken Michi ist ganz schön auf Zack. Nicht nur dass sie ihren Chef Kruse gut im Griff hat, naja sie versorgt ihn ja auch ganz, so kann sie sich auch manchmal einen frechen Spruch erlauben. Auf kriminalistisch gibt sie ihr Bestes und zusammen mit ihrem, manchmal brummigen Kollegen Ulf, bilden sie schon ein gutes Team. Die Krone ist allerdings Kruse, der Gott und die Welt kennt und so vom Krankenbett aus den Fall mit seinen beiden Kollegen zum Abschluss bringt. Gut vorstellen kann ich es mir schon, dass so ein langjähriger Kommissar viele Leute kennt und auch irgendwo immer etwas guthat, um an Informationen zu kommen. Die Szenen im Krankenhaus sind schon etwas Besonderes. Allerdings ist so ein kleines Manko, dass der Krimi sehr langsam in die Gänge kommt und so am Anfang schon so seine Längen hat. Die Spannung ist gut bis zum Ende entwickelt und im Laufe der Handlung wird es dann auch interessanter.
Ich finde diesen Krimi gut in seiner Art, aber nicht überragend. Er lässt sich gut lesen und ist als regionaler Krimi auch gut. Für mehr fehlt so ein bisschen die Spritzigkeit von Anfang an.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Irre letzte Tage

Not Quite Dead Yet
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Margaret „Jet“ Masons letzte Tage beginnen auf einem Hollywood Markt in ihrer Heimatstadt Woodstock. Als sie zu Hause ankommt wird sie von einem Unbekannten niedergeschlagen und schwer verletzt. Im Krankenhaus ...

Margaret „Jet“ Masons letzte Tage beginnen auf einem Hollywood Markt in ihrer Heimatstadt Woodstock. Als sie zu Hause ankommt wird sie von einem Unbekannten niedergeschlagen und schwer verletzt. Im Krankenhaus stellt man ein Aneurysma fest. Sie hat zwei Optionen eine Operation, die sie umbringt oder die letzten Tage zu Hause zu verbringen im Kreise der Familie. Sie weiß, dass ihr Leben in ca. sieben Tagen enden wird und entscheidet sich die Zeit zu nutzen, um ihren Angreifer zu finden. Denn sie ist noch nicht Tod jetzt.
„Not quite dead yet“ von Holly Jackson ist der erste Roman für „Erwachsene“ von Jackson, ein überwiegend gelungenes Vorhaben. Schon das Cover hat mich angesprungen und zeigt eine Röntgenaufnahme eines Gehirns und zeigt somit auch ein zentrales Thema des Romans. Die Frage danach, wie verbringe ich im Angesicht des Todes den Rest meines Lebens ist schon sehr ungewöhnlich und so scheint es auch für die Hauptperson zu sei, denn sie liebte eigentlich das Aufschieben von Dingen, also die Prokrastination. Das ist sicher eine spannende Wendung in diesem Thriller, aber lange nicht die einzige, denn es kommen noch einige. Wie man allerdings mit einem Aneurysma im Kopf auf Verbrechersuche gehen kann, ist und bleibt in der Fantasie der Autorin begraben. Natürlich ist das Umfeld von Jet Manson wichtig für ihr Tun, aber auch die Familie kann hier an die Grenzen kommen. Die Sprache die Jackson hier an den Tag legt ist äußerste spannend gehalten und an Spannung fehlt es in diesem Buch sicher nicht. Allerdings schießt sie manchmal über das Ziel hinaus. Dem Spannungsbogen schadet das allerdings nicht.
Ich finde diesen Thriller lesenswert, aber auch etwas unglaubwürdig und würde genau da die Einschnitte setzen. Wer Hochspannung mag der wird diesen Thriller mögen. Bei mir bleiben ein paar Fragezeichen zurück.

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Veröffentlicht am 13.12.2025

Künstliche Intelligenz

Thanatopia
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Wir schreiben das Jahr 2095 als in Wien an der Donau zwei Leichen gefunden werden, sind die Ermittler um Kommissar Landauer sehr irritiert, denn die beiden Toten sind identisch. Für die Polizisten beginnt ...

Wir schreiben das Jahr 2095 als in Wien an der Donau zwei Leichen gefunden werden, sind die Ermittler um Kommissar Landauer sehr irritiert, denn die beiden Toten sind identisch. Für die Polizisten beginnt eine schwierige Recherche, denn sie müssen tief in die künstliche Unterwelt von Wien eintauchen, um ihre Fragen zu klären. Es sind, so wie es aussieht künstliche Wesen, die wohl zu einem Todeskult gehören. Hier bedarf es auch externer Informationen, wobei die Tochter des Kommissars Landauer helfen kann. Es wird auch deutlich, dass es einen Bezug zu einer künstlichen Intelligenz gibt, die man schon lange eingeschlossen hatte. Doch wie es aussieht, gibt es den Verdacht, dass sie immer noch aktiv ist. Das erleichtert sie Arbeit Polizei überhaupt nicht.
„Thanatopia“ von Tom Hillenbrand ist ein Thriller, der im Jahr 2095 spielt und beschreibt, wie Kriminalfälle in der Zeit aussehen können. Aber das ist nur eine Randnotiz. Der Autor beschreibt, wie Künstliche Intelligenz das Leben beeinflusst. Schon das sehr kryptische Cover gibt einen Eindruck, von in meinen Augen, geordneter Unordnung. Es ist alles nicht so wie es scheint. Menschen sind nicht unbedingt Menschen, sondern Gefäße oder solche, die noch ihr Gehirn haben und nicht austauschbar sind, die Schwammköpfe genannt werden. Es gibt Deather und eine davon ist ein Hauptcharakter dieses Buches. Stasja, die auf der Suche nach dem Todeserleben und den was uns erwartete. Für mich ist das schon eine schräge Sicht. Aber längst nicht die einzige. Der Kommissar Wenzel Landauer ist ebenso eine Hauptfigur, die allerdings gänzlich anders unterwegs, jedenfalls oberflächlich gesehen. Aber auch hier ist nicht alles, wie es scheint. Es geht um übernatürliches oder auch künstliches und auch absurdes, das die ganze Zeit auf den Leser einströmt. Der Autor hat auch geschickt am Ende ein Glossar eingefügt, damit man weiß, wovon er spricht. Denn das ist nicht ganz einfach zu verfolgen. Ich habe auch schon einen anderen Band aus dieser Zeit vom Autor gelesen, sodass ich ein wenig anknüpfen konnte. Die Auflösung oder auch der Spannungsbogen am Ende ist gut ausgestaltet und auch die Sprache ist für das Thema passend. Es ist alles aus meiner Sicht etwas unverständlich, da ich mich so gar nicht in diese Zeit versetzen kann.
Ich finde den Thriller lesbar, aber ich habe mich manchmal etwas verloren gefühlt in dieser Thematik. Die Idee dieses Themas finde ich gut umgesetzt, aber ich gestehe meins ist es nicht. Für Leser, die Thriller in einer Utopie mögen ist das einer, den es zu lesen gilt. Für andere ist er nur schwer verdaulich.

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Veröffentlicht am 18.11.2025

Der Schlingenmörder

Tödliche Wetten
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Als Zoe Mohn nach einem ereignisreichen Abend in einer fremden Wohnung am nächsten Morgen aufwacht, kann sie sich an nichts mehr erinnern und ihr ist speiübel. Als sie sich im Bett umdreht, fällt ihr Blick ...

Als Zoe Mohn nach einem ereignisreichen Abend in einer fremden Wohnung am nächsten Morgen aufwacht, kann sie sich an nichts mehr erinnern und ihr ist speiübel. Als sie sich im Bett umdreht, fällt ihr Blick auf einen Toten, der mit einer Schlinge ermordet wurde. Doch was geschehen ist, ein kompletter Black-out hat sie getroffen. Deshalb macht sie sich auch umgehend aus dem Staub, um nicht verdächtigt zu werden. Da sie nicht weiß, was mit ihr los ist, nimmt sie Kontakt mit einer alten Freundin auf, die Ärztin ist. Die stellt fest, dass sie KO-Tropfen im Blut hatte. Es wird alles noch viel mysteriöser, als sie zu ihrem Chef ins Büro will und der ebenfalls ermordet wurde, mit einer Schlinge. Hier kommt ihr Aufklärungswille zum Tragen, als ehemalige Staatsanwältin und sie macht sich auf eigene Faust auf die Suche nach dem Täter.
„Tödliche Wetten“ von Andreas M. Sturm ist ein Dresden Krimi mit einer ehemaligen Staatsanwältin als Ermittlerin. Der Autor baut sehr geschickt die Hauptperson als Ermittlerin auf, da sie ja eigentlich nur noch Callcenter Mitarbeiterin ist. Doch der Autor findet einen Dreh, um diese Ermittlungsarbeit von der Polizei geduldet, am Ende sogar unterstützt wird. Es ist so ein Ding wie „zwei Frauen fangen einen Mörder“, da die Polizistin auch sehr unzufrieden mit ihrer Position bei der Kripo ist und sehr gut Hilfe brauchen kann. Die Story gefällt mir gut, da sie einen gewissen Realitätsbezug hat und auch das Motiv des Täters nachvollziehbar ist. Der Autor erzählt die Story sehr flüssig, aber er hält sich oft mit Details auf. Die Rückblenden, die er einbaut, erklären die Hintergründe der Motivation des Täters und der >Grund für die Ermordung gerade dieser Personen. Den Täter hält er allerdings sehr lang geheim und so kann der Leser gut miträtseln und das trägt natürlich zur Spannungssteigerung bei. Deshalb ist auch der Spannungsbogen gut bis zum Ende aufgebaut, mit einer sehr bildhaften Sprache und natürlich einem überraschende Ende.
Ich finde diese Dresden-Krimi spannend und unterhaltsam und ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Ein leichter Abstrich sind die undurchsichtigen und unorthodoxen Ermittlungsmethoden von Zoe Mohn. Nichtsdestotrotz kann ich dieses Buch empfehlen.

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