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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.12.2025

1.5 ⭐

Culpa Mía – Meine Schuld
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Was als emotional aufgeladene Enemies-to-Lovers-Geschichte gedacht ist, entpuppt sich leider als eine problematische Mischung aus toxischer Dynamik, fragwürdigen Entscheidungen und romantisierter Grenzüberschreitung. ...

Was als emotional aufgeladene Enemies-to-Lovers-Geschichte gedacht ist, entpuppt sich leider als eine problematische Mischung aus toxischer Dynamik, fragwürdigen Entscheidungen und romantisierter Grenzüberschreitung. Zwar war der Roman stellenweise unterhaltsam, doch genau darin liegt auch sein größtes Problem: Er verwechselt Drama mit Tiefe und Lautstärke mit Entwicklung.

Die Beziehung zwischen Noah und Nick basiert nicht auf Wachstum oder gegenseitigem Respekt, sondern auf Kontrolle, Besitzdenken und ständiger Eskalation. Nicks Verhalten ist durchgehend aggressiv, manipulativ und übergriffig — und wird dennoch als leidenschaftlich oder schützend umgedeutet. Besonders irritierend ist, dass klare Grenzsetzungen von Noah wiederholt ignoriert werden, ohne dass dies ernsthaft reflektiert oder Konsequenzen nach sich zieht.

Auch die Altersdynamik verstärkt dieses Unbehagen. Die Sexualisierung einer minderjährigen Protagonistin, kombiniert mit einem deutlich älteren männlichen Gegenpart, wird nicht kritisch hinterfragt, sondern narrativ normalisiert. Das passt weder zum Young-Adult-Label noch zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den angesprochenen Themen.

Noah selbst ist keine konsequent geschriebener Charakter. Zwar wird sie als stark inszeniert, handelt jedoch oft widersprüchlich und unrealistisch naiv. Konflikte werden künstlich verlängert, Missverständnisse nicht ausgeräumt, Kommunikation konsequent vermieden — alles zugunsten weiterer Eskalation. Die wenigen Nebencharaktere, die emotional stabil oder unterstützend wirken, bleiben Randerscheinungen.

Hinzu kommt ein Schreibstil, der stark auf Wiederholung, innere Monologe und sexualisierte Gedanken setzt, dabei aber Atmosphäre, Tiefe und glaubwürdige Entwicklung vermissen lässt. Viele problematische Aussagen über Frauen, Beziehungen und Machtverhältnisse bleiben unkommentiert stehen.

Unterm Strich bleibt ein Buch, das zwar Drama liefert, aber auf Kosten von Glaubwürdigkeit, Respekt und Verantwortung. Unterhaltung allein reicht hier nicht aus, um die Vielzahl an inhaltlichen Schwächen zu überdecken.

Veröffentlicht am 16.12.2025

1.5 ⭐

He Sees You When You´re Sleeping
2

Die Idee klang nach genau der Art Geschichte, die mich eigentlich abholen müsste: ein dunkler Blick hinter eine scheinbar festliche Fassade, Spannung, moralische Grauzonen, ein Spiel aus Nähe und Gefahr. ...

Die Idee klang nach genau der Art Geschichte, die mich eigentlich abholen müsste: ein dunkler Blick hinter eine scheinbar festliche Fassade, Spannung, moralische Grauzonen, ein Spiel aus Nähe und Gefahr. Der Einstieg funktioniert auch – er erzeugt Neugier und verspricht Tiefe. Doch dieses Versprechen konnte das Buch für mich nicht einlösen.

Schon nach und nach begann sich ein Gefühl von Unstimmigkeit einzuschleichen. Nicht, weil das Thema per se problematisch wäre, sondern weil es erzählerisch nicht zusammenfand. Die Charaktere handelten weniger aus innerer Überzeugung heraus, sondern schienen je nach Bedarf der Handlung ihre Richtung zu wechseln. Dadurch fehlte mir ein emotionaler Anker.

Besonders schwierig war für mich die Dynamik zwischen Chloe und Jack. Was als spannungsgeladene, ambivalente Verbindung hätte funktionieren können, blieb oberflächlich. Die Anziehung stand im Vordergrund, während Vertrauen, Entwicklung oder echte emotionale Auseinandersetzung kaum Raum bekamen. Entscheidungen wurden getroffen, ohne dass ich ihre Tragweite wirklich nachvollziehen konnte.

Auch der Ton des Romans wirkte widersprüchlich. Das winterlich-romantische Setting erzeugte Erwartungen, die der Inhalt nicht einlöste. Die Geschichte wollte düster sein, blieb dabei aber seltsam harmlos, fast glattgebügelt. Dadurch entstand eine Distanz, statt der gewünschten Beklemmung oder Intensität.

Der Schreibstil konnte diese Lücken nicht auffangen. Viel Dialog, wenig Atmosphäre, kaum Raum für innere Reflexion – Szenen wirkten dadurch flüchtig und austauschbar. Was eigentlich Spannung oder Tiefe hätte erzeugen sollen, verpuffte oft wirkungslos.

Am Ende blieb bei mir vor allem Enttäuschung zurück. Nicht, weil das Buch extrem schlecht wäre, sondern weil es sich anfühlte wie eine verpasste Chance. Die Grundidee hätte deutlich mehr hergegeben, wurde aber nie konsequent ausgeschöpft. Für mich war das Gesamtbild zu unausgegoren, um wirklich hängen zu bleiben oder zu berühren.

Veröffentlicht am 16.12.2025

1.5 ⭐

Tell Me Softly
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Der Roman beginnt mit einer grundsätzlich interessanten Ausgangssituation: Taylor und Thiago kehren in ein Haus zurück, das sie mit ihrer Vergangenheit verbindet. Gegenüber lebt Kamila, zu der früher eine ...

Der Roman beginnt mit einer grundsätzlich interessanten Ausgangssituation: Taylor und Thiago kehren in ein Haus zurück, das sie mit ihrer Vergangenheit verbindet. Gegenüber lebt Kamila, zu der früher eine enge Freundschaft bestand, die jedoch durch ein einschneidendes Ereignis zerbrochen ist. Die anfängliche Spannung zwischen den Charakteren weckt Neugier und lässt Potenzial für emotionale Entwicklung erkennen.

Leider kann die Geschichte dieses Potenzial im weiteren Verlauf nicht ausschöpfen. Nach einem vielversprechenden Beginn verliert die Handlung zunehmend an Dynamik. Besonders der Mittelteil zieht sich stark in die Länge, ohne neue inhaltliche Impulse zu setzen. Statt Spannung oder emotionaler Tiefe entsteht Wiederholung, was den Lesefluss deutlich bremst.

Auch die Charakterzeichnung bleibt hinter den Erwartungen zurück. Thiago wirkt durchgehend unsympathisch und in seinem Verhalten kaum reflektiert, wodurch es schwerfällt, eine Bindung zu ihm aufzubauen. Taylor bleibt blass und austauschbar, ohne klare Entwicklung oder eigene Stimme. Kamila wird zwar als ein zentraler Charakter positioniert, bleibt jedoch widersprüchlich angelegt und wenig greifbar, was ihre innere Konfliktdynamik schwächt.

Das Ende bringt zwar nochmals dramatische Elemente ein, diese wirken jedoch eher konstruiert als organisch gewachsen und können den Gesamteindruck nicht mehr wesentlich verbessern. Die angekündigten Themen wie persönliche Entwicklung, Vertrauen und emotionale Reife bleiben oberflächlich behandelt.

Insgesamt konnte mich das Buch weder emotional berühren noch nachhaltig fesseln. Trotz einer interessanten Grundidee mangelt es an Tiefe, Tempo und überzeugender Charakterentwicklung.

Veröffentlicht am 15.12.2025

1.5 ⭐

Wild Ember
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Ich hatte große Erwartungen an dieses Buch, wurde jedoch leider enttäuscht. Statt einer mitreißenden, emotionalen Geschichte wirkte die Handlung auf mich stellenweise überladen und die Charaktere blieben ...

Ich hatte große Erwartungen an dieses Buch, wurde jedoch leider enttäuscht. Statt einer mitreißenden, emotionalen Geschichte wirkte die Handlung auf mich stellenweise überladen und die Charaktere blieben oft oberflächlich. Besonders River, unser Protagonist, erschien mir eher wie eine sexbesessene Figur ohne Tiefe, wodurch viele Szenen erzwungen und unglaubwürdig wirkten.

Positiv hervorzuheben sind die Nebencharaktere wie Andrea, Quinn und Billie, die dem Buch Herz verleihen, sowie die detailreiche Darstellung der Hamptons, die für Atmosphäre sorgt. Kritisch bleiben die zahlreichen Perspektivwechsel, die sich tonlich zu ähnlich anfühlen, die überbordende Sprache und die problematische Darstellung von Gewalt, die teilweise fragwürdig wirkt.

Insgesamt hat die Geschichte interessante Ansätze, konnte mich aber in Charakterzeichnung, Handlung und Ton nicht vollständig überzeugen.

Veröffentlicht am 29.11.2025

1.5 ⭐

Finding You – Die Macht der Seelen
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Diese Buch konnte mich leider nicht vollständig überzeugen. Die Handlung wirkt sehr vorhersehbar und folgt bekannten Mustern, wie man sie aus vielen "Bad-Boy/Good-Girl"-Geschichten kennt: Ein neues Mädchen ...

Diese Buch konnte mich leider nicht vollständig überzeugen. Die Handlung wirkt sehr vorhersehbar und folgt bekannten Mustern, wie man sie aus vielen "Bad-Boy/Good-Girl"-Geschichten kennt: Ein neues Mädchen kommt in eine Kleinstadt, trifft auf den geheimnisvollen, zunächst abweisenden Jungen, und schon bald wird klar, dass sie Seelenverwandte sind. Dieses Konzept ist grundsätzlich vertraut, bietet aber in diesem Fall kaum eigene Akzente oder Überraschungen.

Sky selbst bleibt über weite Strecken ein eher blasser Charakter. Ihre Persönlichkeit ist kaum ausgeprägt, und auch ihre Entscheidungen wirken oft passiv oder wenig nachvollziehbar. Selbst als sich zentrale Teile ihrer Vergangenheit offenbaren, fehlt der emotionale Tiefgang, um wirklich mitzufühlen. Die anderen Charaktere bleiben ähnlich oberflächlich und entwickeln sich kaum, sodass die Charakterdynamik insgesamt schwach bleibt.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den Schreibstil. Die Dialoge wirken häufig hölzern und unnatürlich, insbesondere in emotionalen oder dramatischen Szenen. Wichtige Ereignisse werden teilweise abrupt behandelt, ohne dass die Charaktere auf glaubwürdige Weise darauf reagieren, was die Spannung zusätzlich mindert.

Positiv hervorzuheben ist, dass sich das Buch schnell lesen lässt und vereinzelt humorvolle oder charmante Momente enthält.