Ich liebe Die drei ???. Ich habe sie als Kind gehört und warte heute als Erwachsener sehnsüchtig darauf, alle 2 Monate die neueste Folge hören zu können.
Andreas Eschbach transportiert die Story in unsere ...
Ich liebe Die drei ???. Ich habe sie als Kind gehört und warte heute als Erwachsener sehnsüchtig darauf, alle 2 Monate die neueste Folge hören zu können.
Andreas Eschbach transportiert die Story in unsere Gegenwart, also auch nach 45 Jahren sind die drei Detektive doch tatsächlich mal gealtert und haben sich als Mitfünfziger aus den Augen verloren. Wahrscheinlich so, wie es im echten Leben auch gekommen wäre.
Aber genau diese Story hat auch ihre Längen, denn der Fall ist nichts Anderes als eine in die Länge gezogene Hörspielfolge, die aber nach 1 Stunde zuende ist. Hier liest man bedeutend länger und so fühlt es sich leider auch manchmal an.
Und ja, auch Nachhaltigkeit und ein politisch korrekter Umfang mit allen potentiellen Fallstricken wird hier sehr plakativ thematisiert. Das brauche ich in so einem Roman nicht und hat mich eher genervt.
Trotzdem war es ein spannendes Experiment, das ich gerne gelesen habe.
Ferdinand von Schirach. Dieser Name sagte mir lediglich etwas im Zusammenhang mit dem "Fall Collini". Die Verfilmung mit Elyas M’Barek hatte mir damals sehr gut gefallen.
Jemand wie ich, der in erster ...
Ferdinand von Schirach. Dieser Name sagte mir lediglich etwas im Zusammenhang mit dem "Fall Collini". Die Verfilmung mit Elyas M’Barek hatte mir damals sehr gut gefallen.
Jemand wie ich, der in erster Linie Unterhaltungsliteratur liest, muss sich bewusst sein, dass er bei "Der stille Freund" seine literarische Komfortzone verlässt. Das muss per se nichts Schlechtes sein, allerdings muss man sich an ungewohnte Dinge erst einmal gewöhnen und somit wären wir beim Kernproblem. Kurzgeschichten, mal kürzer, mal länger, sind eigentlich nicht mein Ding. Ich finde, eine Geschichte kann sich schwer entwickeln, wenn sie nur wenigen Seiten Zeit dafür hat. Sei es hier ein Musikgenie auf Selbstfindungstrip oder ein illiegaler Messerkampf im Dunklen, der von zwei Männern beobachtet wird. Muss man als Leser darin immer einen tieferen Sinn erkennen? Hab ich meistens leider nicht. Aber ist wohl auch eine Sache der Interpretation. Der Schreibstil war verständlich, inhaltlich, wie gesagt, zwischen interessant und banal.
Und der titelgebende stille Freund ist unser aller Gewissen. Ob das allerdings immer still und ein Freund ist, wage ich zu bezweifeln.
Ich wollte schon lange ein Buch von Emily Rudolf lesen. Aber "Die Auszeit" hab ich nie geschafft und "Das Dinner" soll durch die Personen und ihre Pseudonyme beim Krimi-Dinner zu verwirrend sein. Ich war ...
Ich wollte schon lange ein Buch von Emily Rudolf lesen. Aber "Die Auszeit" hab ich nie geschafft und "Das Dinner" soll durch die Personen und ihre Pseudonyme beim Krimi-Dinner zu verwirrend sein. Ich war somit sehr erfreut, als ein neuer Roman von ihr erschienen ist, der auch optisch ansprechend ist. Gut, bei der Bezeichnung "House...." hat gerade jeder "The Housemaid" im Kopf. Dies hier ist aber eine völlig andere Geschichte. Cecilia kämpft nach einem harten familiären und geschäftlichen Rückschlag um ihre Existenz und beginnt, sich bei vermögenden Firmen und Familien als Housesitterin anzubieten. Solche Menschen leben in den Häusern von Fremden und sind sozusagen der Wachhund während die Besitzer längere Zeit abwesend sind. Cecilia verknüpft die langen Tage und Abende damit, dass sie immer ein paar Freunde einläd, die sich dann im Pool tummeln können und zusammen den Kühlschrank plündern. Doch eines Tages verliebt sich Cecilia in Johannes, den Chef der Waldner Gruppe, die luxuriöse Möblierungen aller Art anbieten. Unnötig zu erwähnen, dass Johannes Waldner stinkreich ist und seit dem Ableben seines Vater die Geschicke des Konzerns leitet. Da Cecilia auch die Häuser der Familie sittet, kann man sehr gut das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Doch ist was wirklich alles nur ein Zufall?
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von drei Personen und in verschiedenen Zeitebenen erzählt. Klingt immer sehr kompliziert, wenn eine Story permanente Zeit- und Personensprünge macht. Hier absolut kein Problem. Gut beschrieben und inhaltlich nicht so anspruchsvoll, dass man durcheinanderkommen könnte. Und ja, ich weiß, man soll nicht vergleichen, schon gar nicht, wenn Geschichte eine völlig andere ist. Trotzdem hab ich es getan und wenn ich "The Housemaid" gegenüberstelle, die Entwicklung der Spannung vergleiche, die Twists und die Logik, dann scheitert Emily Rudolfs Roman leider in allen Bereichen. Was nicht heißt, dass er schlecht ist. Das ist alles recht spannend und teils auch tragisch. Aber dümpelt irgendwo im mittelmäßigen Fahrwasser anderer Thriller umher, die die gleichen Motive aufweisen, die ich aus Spoilergründen nicht nennen kann. Haben wir aber schon sehr oft sehr viel besser erlebt. Auch die spicy Szenen wirken irgendwie zu gewollt. Die hätte man genauso gut weglassen können. Aber warum nicht auf den Trend mit aufspringen, bei dem das Spicelevel der Bücher durch Chilischoten kategorisiert werden?
Unterm Strich war das alles ganz nett, ganz spannend, ganz durchschnittlich. Ich werde jedenfalls keine Housesitterin engagieren. Aber den neonorangen Farbschnitt hab ich wirklich gefeiert.
Eine Insel. Nein, nicht mit zwei Bergen. Aber mit einem Leuchtturm, einem kleinen Hotel, ein paar Häusern, einem Tante-Emma-Laden, dem Friedhof der Namenlosen und einem ehemaligen Schullandheim. Neuwerk, ...
Eine Insel. Nein, nicht mit zwei Bergen. Aber mit einem Leuchtturm, einem kleinen Hotel, ein paar Häusern, einem Tante-Emma-Laden, dem Friedhof der Namenlosen und einem ehemaligen Schullandheim. Neuwerk, eine Insel, die politisch zum Stadtgebiet von Hamburg gehört, obwohl sie sich 100 km entfernt in der Helgoländer Bucht befindet. Und auf dieser kleinen Insel kommen eines Tages 5 Besucher mit der Fähre an, die nicht an den Sehenswürdigkeiten der Insel interessiert sind. Aus unterschiedlichsten Gründen sind sie zu ihrer Reise aufgebrochen. Annika ist eine Hamburger Polizistin und will sich um ihre demenzkranke Mutter Hedda kümmern, Mats ist Meteorologe und fasziniert vom herannahenden Orkan, Michelle will die Stelle als neue Vogelwartin antreten, Charlotte, eine Nonne, will ihrer alten Freundin Hedda einen Besuch abstatten und Sinje, eine Schriftstellerin, sucht Inspirationen für ihr Buch. Auf den ersten Blick alles grundverschiedene Menschen und doch verbindet sie die Geschehnisse, die sich vor 30 Jahren im Schullandheim von Neuwerk zugetragen haben. Sie alle wollten das vergessen, aber offensichtlich hat jemand Interesse daran, die alten Wunden wieder aufzureißen. Was ist damals auf der Insel passiert? Und mit Janosch, der damals der Anführer ihrer Clique war und plötzlich wie vom Erdboden verschluckt worden ist?
Als Setting eine kleine Insel zu verwenden, auf der den Einwohnern und Besuchern droht, vom Rest der Welt durch einen Orkan abgeschnitten zu werden, ist ein schlauer Move von Romy Fölck, bietet dies die Möglichkeit, durch das Gefühl der Isolation einen grandiosen Spannungsbogen aufbauen zu können. Tja, wenn’s nur so einfach wäre. Kennt das jemand, wenn man früher mit den Eltern zum Wandern musste und einem versprochen wurde, gleich hinter der nächsten Biegung kommt die Hütte, in der es Kaiserschmarren und Spezi gibt? Und dann kam nach jeder Kurve wieder ein Stück zur nächsten Kurve und man bemerkte irgendwann, dass man permanent verarscht wurde? So habe ich mich beim Lesen gefühlt. Nur, dass dann am Ende nicht der leckere Kaiserschmarren gewartet hat, sondern ein Rosenkohlauflauf. Die Handlung steuert unwillkürlich auf das Geheimnis der „Fünf Fremden“ zu, die regelmäßig zwischen 1995 und 2025 hin- und herspringt. Man hat also 2 Handlungsebenen mit jeweils 5 Personen. Das ist sportlich, aber Romy kommt inhaltlich niemals durcheinander. Chapeau! Leider verliert sie sich dann oft in inhaltlichen Wiederholungen. Irgendwann weiß ich zu Genüge, was Barken sind und Pri(e)l nicht nur ein Spülmittel ist. Lieber wäre das in den Spannungsaufbau geflossen, denn in der ersten Hälfte des Romans passiert gefühlt gar nichts, wenn man mal von einer kleinen Rettungsaktion absieht. Die zweite Hälfte wird dann etwas interessanter. Muss es auch, denn da dieses Buch unter „Thriller“ kategorisiert ist, muss auch mal „Butter bei die Fische“. Dennoch ist das Wesen eines Thrillers, dass er den Leser mitreißt, es rasant wird. Dazu braucht es nicht Liter an Blut und Tonnen an Leichen. Dazu braucht es nur eine spannende Geschichte. Und daran krankt „Fünf Fremde“. Die Handlung, das Ende mit der Auslösung des Geheimnisses, sowas hat man schon in unzähligen TV-Filmchen gesehen. Da kann ich mir perfekt Simone Thomalla vorstellen, wie sie in der Rolle als Annika über die Insel stromert. Würde mich ähnlich kalt lassen, wie die Romanvorlage.
Das Buch ist ein netter Krimi geworden, der bei genauerer Betrachtung aber dann doch stinklangweilig ist. Die Inselatmosphäre wird schön beschrieben, verliert mit der Zeit aber durch zu häufige Wiederholungen ihren Zweck. Wenn man Farbe beim Trocken und Gras beim Wachsen zugeschaut hat, kann man das auch mal lesen.
Vielen Dank an NetGalley und den Bastei Lübbe Verlag für das Rezensionsexemplar.
Michaela "Mickey" Fitzpatrick ist Streifenpolizistin in Keningston. Leider nicht am gleichnamigen Palast in London, sondern einem Stadtteil von Philadelphia, der als einer der größten Drogenhöllen der ...
Michaela "Mickey" Fitzpatrick ist Streifenpolizistin in Keningston. Leider nicht am gleichnamigen Palast in London, sondern einem Stadtteil von Philadelphia, der als einer der größten Drogenhöllen der USA gilt. Als wäre der Dienst auf der Straße nicht schon hart genug, ist Mickey alleinerziehende Mutter eines siebenjährigen Sohnes und muss sich zusätzlich noch permanent Sorgen um ihre Schwester Kacey machen. Diese ist in den Strudel aus Drogen und Prostitution geraten. Michaela versucht ihr so gut wie es geht zu helfen, in dem sie ein Auge auf sie hat. Trotzdem ist Kacey eines Tages verschwunden und dies auch noch zu der Zeit, als ein Serienmörder in Kensington sein Unwesen treibt. Hilfe erhält Mickey von ihrem ehemaligen Streifenpartner Truman.
Mich hat der Liz Moore Roman "Der Gott des Waldes" schon nicht überzeugt. Ja, da gehöre ich einer sehr, sehr, sehr minikleinen Minderheit an, aber auch hier hab ich ein Problem mit der Story. Also erstmal, dieses Buch auch nur ansatzweise als Krimi zu vermarkten ist ein Witz. Die Serienkillergeschichte ist völlig redundant und dient nur dazu, diesen unsäglich düsteren und deprimierenden Grundton etwas zu durchbrechen. Der mag ja ein adäquates Sittengemälde dieses Stadtteils abgeben, aber wenn man über 400 Seiten liest, wie Scheiße alles ist, dann nervt mich das mit der Zeit. Mickey passiert etwas Gutes? Oh nein, kann man so nicht lassen und zwei Seiten später wird das gleich mal wieder zunichte gemacht. Sicher gibt es solche Schicksale und es ist unbeschreiblich schlimm, was man sieht, wenn man Bilder aus Kensington googelt. Aber sorry, das war mir für einen "Unterhaltungsroman" zu viel Realität und zu wenig Thriller. Als zum Schluss der Täter enttarnt wird, kommt sowas wie eine Art "Actionsequenz" im Buch vor, die zum bisherigen Grundtenor des Romans so gar nicht passt.
Ich muss mich damit abfinden, dass Liz Moore Bücher für mich einfach nichts sind. Ich habe das Gefühl, ich muss mich durcharbeiten und das kann nicht Sinn der Sache sein. Ich fühlte mich auch bei "Long Bright River" nicht unterhalten. Wird wohl auch nicht Ziel der Autorin gewesen sein. Ist aber der Grund, warum ich Bücher lese und somit für mich (!) Ziel verfehlt. Ich schau mir jetzt noch die Serie an. Vielleicht ist das eine der rühmlichen Ausnahmen, bei der mir die Verfilmung besser gefällt als das Buch.