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Veröffentlicht am 18.12.2025

Spiel mit Identitäten

Das Böse nebenan
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Sharon Bolton & ich sind eigentlich immer ein Match. Nachdem ich die britische Autorin längere Zeit unerklärlicherweise aus den Augen verloren hatte, bin ich jetzt seit ein paar Jahren wieder drin im Game ...

Sharon Bolton & ich sind eigentlich immer ein Match. Nachdem ich die britische Autorin längere Zeit unerklärlicherweise aus den Augen verloren hatte, bin ich jetzt seit ein paar Jahren wieder drin im Game und lese ihre Bücher seitdem wieder mit großer Freude. Deshalb musste auch ihr neuer Thriller DAS BÖSE NEBENAN direkt bei mir einziehen. Und ja, es hat erneut alles gepasst. Ich liebe ihre Bücher einfach.
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Darum geht’s: Anna Brown will in der englischen Kleinstadt St. Abel’s Chapel einen Neuanfang wagen. Aber in dem Ort geschehen seltsame Dinge…
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Mehr verrate ich nicht. Lest selbst. Und lasst euch von Sharon Bolton erst mal maximal verwirren. Das hat sie nämlich drauf, wie keine Zweite. Fast 100 Seiten lang hatte ich das Gefühl, dass ich hier rein gar nichts checke. Aber weil Bolton so toll schreibt und ich ja mittlerweile weiß, dass Verwirrung bei ihr Programm ist, bin ich diesen Weg wieder mitgegangen. Irgendwann lichtet sich der Nebel dann auch und man denkt, dass man jetzt weiß, wie der Hase läuft. Aber weit gefehlt. Ich weiß es zumindest nie. Und so ist es Sharon Bolton auch diesmal wieder gelungen, mich nach allen Regeln der Kunst an der Nase herumzuführen. In DAS BÖSE NEBENAN spielt Bolton mit den Identitäten ihrer Charaktere und der Wahrnehmung ihrer Leserinnen. Und das macht sie für meinen Geschmack wahnsinnig gut. Ich habe wirklich geglaubt, den Lösungspfad recht klar vor Augen zu haben. Dabei hätte ich wissen müssen, dass es bei Bolton nie so einfach ist und eben nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
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DAS BÖSE NEBENAN entwickelt sich fast beiläufig zu einem Pageturner, den man kaum aus der Hand legen kann. Die Story hat verschiedene Aspekte, die ich unbedingt unter einen Hut bekommen wollte. Aber daran bin ich bei Bolton mal wieder kläglich gescheitert. Sie hat mich einmal mehr mit spielerischer Leichtigkeit und einfach gekonnt auf falsche Fährten gelockt. Irgendwann kam der erste Twist, der mich atemlos gemacht hat (auch, wenn ich mich hier an eine Wendung in einem anderen Buch erinnert gefühlt habe) und ab da ging es dann wirklich Schlag auf Schlag. Das letzte Drittel des Buches ist unglaublich tempo- und wendungsreich. Eine Pause einlegen? An diesem Punkt absolut keine Option!
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Bolton baut die Handlung für meinen Geschmack sehr stark auf und schlägt einen tollen Spannungsbogen. Letztendlich überschlagen sich die Ereignisse fast und entladen sich in Twists, die ich persönlich wirklich gelungen finde und die mich atemlos gemacht haben. Beim Ende warne ich euch mal ein bisschen vor, denn hier wird nicht jeder 100% befriedigt das Buch zuklappen. Da lässt Bolton uns Leser
innen einen gewissen Spielraum. Für mich hat aber auch das gepasst.
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Es war mir ein Fest! Sharon Bolton schafft mit DAS BÖSE VON NEBENAN den Sprung in die Region der Top-Thriller – und das fast schon mit lässiger Selbstverständlichkeit. Ich hüte mich ja eigentlich immer vor allzu großen Erwartungen. Bei Bolton darf man sie aber noch haben, ohne enttäuscht zu werden.

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Veröffentlicht am 13.12.2025

Ein grandioses Überraschungs-Highlight

Sophie L.
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Im vergangenen Jahr habe ich ANNA O. von Matthew Blake gelesen. Ein Buch, dass ich zu diesem Lesezeitpunkt zwar interessant, aber auch schwierig zu lesen fand, was am Ende auf eine mittelprächtige Bewertung ...

Im vergangenen Jahr habe ich ANNA O. von Matthew Blake gelesen. Ein Buch, dass ich zu diesem Lesezeitpunkt zwar interessant, aber auch schwierig zu lesen fand, was am Ende auf eine mittelprächtige Bewertung hinausgelaufen war. Trotzdem muss ich in dem Buch irgendetwas gesehen haben, was mich jetzt nach kurzem Zögern dazu gebracht, Blake mit seinem neuen Thriller SOPHIE L. eine weitere Chance zu geben. Auf den ersten Seiten habe ich schon gemerkt, dass die Chemie zwischen mir und dem Buch stimmt. Das ist auch durchgehend so geblieben. Am Ende stand sogar die Erkenntnis, dass ich hier kurz vor Jahresschluss nochmal ein echtes Highlight lesen durfte.
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Darum geht’s: Olivia Finn ist Gedächtnisexpertin an einem Londoner Krankenhaus. Dann wird sie zu einem familiären Notfall nach Paris gerufen. Ihre Großmutter Josephine ist in dem berühmten Hotel Lutetia aufgetaucht, hat behauptet jemand ganz anderes zu sein und als junge Frau einen Mord begangen zu haben. Wenig später wird die scheinbar verwirrte Seniorin ermordet…
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Matthew Blake fährt in SOPHIE L. raffinierte Psychospannung vom Allerfeinsten auf. Wie schon bei ANNA O. kann man auch hier wieder über das dem Buch aufgedrückte Thriller-Label diskutieren. Das mag bei einigen Lesern andere Erwartungen wecken. Allerdings wüsste ich auch nicht, welchem Genre man SOPHIE L. alternativ zuordnen sollte. Und gerade das Ende hat mich so mitgenommen und außer Atem gebracht, dass ich die Bezeichnung Thriller dann doch wieder passend fand. Und dabei bleibe ich jetzt der Einfachheit halber auch mal.
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SOPHIE L. ist überwiegend ein Thriller der leisen Töne. Gleichzeitig aber hochgradig intensiv und granatenstark geschrieben. Womit Matthew Blake mich gleich auf seiner Seite hatte, ist das Setting in Paris, das er unglaublich toll zum Leben erweckt hat. Dann kam ein Zeitsprung im Geschehen, der mich zunächst ernüchtert hat. Matthew Blake hat mich ans Ende des 2. Weltkrieges zurückgeführt und mit Themen konfrontiert, mit denen ich mich beim Lesen zum puren Zeitvertreib und zur Zerstreuung nun mal einfach nicht gerne auseinandersetze. Aber irgendwas muss Matthew Blake hier goldrichtig gemacht haben, denn dieser Handlungsaspekt hat mich nicht abgeschreckt, sondern eine eigentümliche Faszination ausgeübt und mich immer tiefer in die Geschichte hineingezogen. Es gibt noch eine weitere Zeitebene in der näheren Vergangenheit und zwei weitere Perspektiven, die für Verwirrung aber auch gleichzeitig Spannung sorgen. Und wie Matthew Blake letztendlich alle Punkte zusammenführt und auflöst … holla, die Waldfee … das ist großes Kino.
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Ich kann für mich nur sagen: Was für ein Buch!!! Ja, man muss Zugang dazu finden, man muss sich darauf einlassen und man muss offen für eine andere Art von Thriller sein. Ich war gerade anscheinend in allen Punkten bereit für dieses Buch, denn SOPHIE L. hat mich einfach komplett begeistert. Die Atmosphäre, die Charaktere, die Intensität, die Story, der Handlungsverlauf – alles zusammengenommen und wie Matthew Blake es hier angeht und umsetzt hat SOPHIE L. für mich zu einem Überraschungserfolg gemacht. Damit hatte ich in keinster Weise gerechnet. Ich kann diesen Thriller einfach nur als atemberaubendes Highlight der ganz besonderen Art bezeichnen.

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Veröffentlicht am 01.12.2025

Psychologischer, intensiver und aufwühlender Thriller

Safe Space
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Mit HAPPY END hat Sarah Bestgen im vergangenen Jahr ein vielbeachtetes Debüt vorgelegt. Der Thriller hatte mir so gut gefallen, dass jetzt auch der Nachfolger SAFE SPACE sofort auf meiner Leseliste gelandet ...

Mit HAPPY END hat Sarah Bestgen im vergangenen Jahr ein vielbeachtetes Debüt vorgelegt. Der Thriller hatte mir so gut gefallen, dass jetzt auch der Nachfolger SAFE SPACE sofort auf meiner Leseliste gelandet ist.
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Darum geht’s: Anna Salomon tritt ihre neue Stelle als forensische Psychologin in der JVA Weyer an. In dem Hochsicherheitsgefängnis verfolgt sie allerdings ein ganz persönliches Ziel. Da, wo Sadisten, Psychopathen und Serienmörder einsitzen, will sie dem Schicksal ihrer Schwester auf die Spur kommen…
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Ui, Sarah Bestgen hat hier für meinen Geschmack stark nachgelegt. Wer ruhige und psychologisch sehr intensive Thriller mag, kommt hier auf seine Kosten. Meinen Geschmack hat die Autorin damit jedenfalls getroffen. Diesmal sogar noch mehr als mit ihrem Debüt. Der tolle Schreibstil von Sarah Bestgen hat mich sofort gefesselt – auch wenn es dann ein bisschen Anlauf gebraucht hat, in die Story hineinzufinden. Ich musste erst mal mit ein paar losen Enden klarkommen. Kapitel aus unterschiedlichen Perspektiven werden verknüpft mit Stilmitteln wie Rückblenden, Kindheitserinnerungen und Tagebucheinträgen. Das ist anfangs etwas viel, was da auf einen einströmt. Aber als sich dann so langsam Zusammenhänge ergeben haben, war ich drin.
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Auf der Suche nach Antworten habe ich mich hier in einen regelrechten Rausch gelesen. SAFE SPACE hat mich persönlich auf emotionaler Ebene noch viel mehr abgeholt und erreicht als HAPPY END. Diesmal haben mich die Personen und ihr Schicksal eindeutig mehr interessiert. Außerdem gab es nahezu keine Längen. Mit diesem psychologisch aufwühlenden Thriller hat Sarah Bestgen mich eindeutig auf dem richtigen Fuß erwischt und konnte zumindest für meinen Geschmack eins draufsetzen. Im Vergleich zum Vorgänger also eine 4 Sterne plus-Bewertung, die ich – da ich ja keine halben Sterne vergebe – auf 5 Sterne aufrunde.

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Veröffentlicht am 27.11.2025

Spannend. Überraschend. Wendungsreich.

Body Number One
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BODY NUMBER ONE von Helen Fields reiht sich in die Liste der besten Thriller ein, die ich dieses Jahr gelesen habe. Es war für mich der dritte Fields-Thriller und ganz ehrlich: Ich war unsicher, in welche ...

BODY NUMBER ONE von Helen Fields reiht sich in die Liste der besten Thriller ein, die ich dieses Jahr gelesen habe. Es war für mich der dritte Fields-Thriller und ganz ehrlich: Ich war unsicher, in welche Richtung mein Leseempfinden diesmal ausschlagen würde. THE INSTITUTION war absolut topp - vor allem wegen Protagonistin Connie Woolwine. THE KILLER PROFILE war nicht schlecht, im Nachklang betrachtet aber eher blass – für mich hauptschlich, weil Dr. Connie darin nur eine Randnotiz war. In BODY NUMBER ONE hat Fields die forensische Profilerin wieder in den Fokus gerückt und das feiere ich. Dr. Connie ist ein sehr spezieller Charakter. Aber, was soll ich sagen, ich liebe sie genauso wie sie ist!
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Darum geht’s: Eine grausame Mordserie erschüttert Edinburgh. Ein Muster? Ein Zusammenhang? Fehlanzeige! Um einen Durchbruch zu erzielen, wird die für ihre außergewöhnliche Intuition bekannte Dr. Connie Woolwine als Expertin hinzugezogen.
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Ich war in BODDY NUMBER ONE aber schon gefangen, bevor Dr. Connie ihren ersten Auftritt hatte. Die Story beginnt gleich richtig stark. Die Schilderung der Morde aus der Wahrnehmungsperspektive der Opfer hat mich sofort fasziniert. Dann hat Detective Sergeant Sam Lively mit seinen bissigen Kommentaren die Bühne betreten und es war komplett um mich geschehen. Dass Connie Woolwine und Brodie Bardaa diesmal wieder eine zentrale Rolle spielen, war dann sozusagen die Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Die Zusammenarbeit der beiden ist schlichtweg genial. Dr. Connie lässt sich von Bardaa durch den Dreck ziehen oder kuschelt sich an ihn - alles im Dienste der Ermittlungen. Ich mag sie und ihre Methoden nun mal. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Neben den starken Figuren hat mich aber auch die Handlung des Thrillers überzeugt. Der Fall ist spannend. Kapitel aus der Sicht einer besonderen Person sorgen immer wieder für eine extra Portion Nervenkitzel. Die Ermittlungen verlaufen wendungsreich. Die Auflösung ist überraschend und sehr intensiv. Das alles macht BODY NUMBER ONE zu einem durchweg tollen Thriller, der wieder an sämtliche Stärken von THE INSTITUTION anknüpft.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

WOW! Einfach nur WOW!

Eisnebel
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Zuallererst hat mich bei EISNEBEL von Kate Alice Marshall das Cover angesprochen. Etwas anderes zu behaupten wäre eine glatte Lüge. Okay, der Klappentext hat sich nicht besonders innovativ angehört – er ...

Zuallererst hat mich bei EISNEBEL von Kate Alice Marshall das Cover angesprochen. Etwas anderes zu behaupten wäre eine glatte Lüge. Okay, der Klappentext hat sich nicht besonders innovativ angehört – er klang in meinen Ohren aber auch nicht ganz verkehrt. Als ich dann noch gelesen habe, dass die Autorin hier ihr Thriller-Debüt für Erwachsene gibt, dachte ich, ich riskiere es einfach mal. Tja, und dieser Mut zum Risiko hat sich tatsächlich sowas von gelohnt!
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Darum geht’s: Idlewood ist das luxuriöse Winterdomizil der Daltons. Theodora reist mit ihrem Verlobten Connor an, um seine Familie kennenzulernen. Theo fühlt sich alles andere als willkommen. Sie wird verfolgt und bekommt Drohnachrichten…
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In EISNEBEL bin ich schon wieder in einer schneebedeckten Landschaft gelandet, abgeschnitten von der Außenwelt und muss meine Zeit mit einer Familie verbringen, in der jeder ein Geheimnis zu hüten scheint. Schnarch, Gähn, schon 100-mal gelesen…? Von wegen! Kate Alice Marshall erfindet das Rad zugegebenermaßen auch nicht neu. Und trotzdem hat sie es geschafft, mich mit EISNEBEL komplett aus den Socken zu hauen. Dieser Thriller kommt auf den ersten Blick scheinbar eher langsam in Fahrt. Zunächst hat mich EISNEBEL mit einem gut lesbaren Schreibstil und einer geheimnisvollen Atmosphäre eingelullt. Und ehe ich mich versehen habe, war ich dem Buch dann schon mit Haut und Haaren verfallen. Ich habe hier für meinen Geschmack einen Pageturner der Extraklasse gelesen, der zu einem atemlosen One Day-Read geworden ist. EISNEBEL hat mich absolut gefesselt und lässt in Sachen dunkler Geheimnisse, überraschender Wendungen und pulsierender Spannung keine Wünsche offen. Dieser Thriller hat von der ersten bis zur letzten Seite alles, was ein Topp-Thriller braucht.
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EISNEBEL ist nicht einfach irgendein Thriller, sondern ein absolutes erzähltechnisches Highlight. So, so, so, so gut. WOW! Ich hoffe, dass Kate Alice Marshall an dieses granatenstarke Debüt anknüpfen kann.

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