Zwischen Realität und Einbildung
Jenseits der ErinnerungDer Roman beginnt leise und melancholisch, entwickelt sich aber schnell zu einer Auseinandersetzung mit Schuld und verdrängter Vergangenheit.
Verschüttete Geheimnisse und unterdrückte Erinnerungen fließen ...
Der Roman beginnt leise und melancholisch, entwickelt sich aber schnell zu einer Auseinandersetzung mit Schuld und verdrängter Vergangenheit.
Verschüttete Geheimnisse und unterdrückte Erinnerungen fließen ineinander und drängen ungeordnet zurück ins Bewusstsein. Immer wieder fragt man sich als Leser, was Wirklichkeit ist und was der Fantasie des Protagonisten entspringt. Manche Szenen irritieren bewusst, weil sie mehr andeuten, als sie aussprechen. Ein ungelöstes Verbrechen aus der Vergangenheit drängt zurück ins Bewusstsein des Protagonisten. Während er nach Wahrheit sucht, verschwimmen Realität, Erinnerung und Einbildung zunehmend.
In ruhiger, präziser Sprache entfaltet der Autor eine traumähnliche Erzählstruktur, die den Roman in eine schwebende, beinahe entrückte Atmosphäre taucht. Wer sich auf das langsame Tempo einlässt, wird mit einer emotional tiefgehenden Lektüre belohnt.
Insgesamt ist es ein stilles, nachdenkliches Buch – eines, das unbedingt gelesen werden sollte.