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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2026

Was Freiheit bedeutet

Der letzte Sommer der Tauben
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"Der letzte Sommer der Tauben" von Abbas Khider ist nicht mein erstes Buch des Autors, aber es ist das, welches sich am einfachsten lesen ließ. Es fesselte mich von der ersten Seite an und am liebsten ...

"Der letzte Sommer der Tauben" von Abbas Khider ist nicht mein erstes Buch des Autors, aber es ist das, welches sich am einfachsten lesen ließ. Es fesselte mich von der ersten Seite an und am liebsten hätte ich es gar nicht mehr aus der Hand gelegt.
Noah ist ein Junge , 14 Jahre alt, sein Hobby ist das züchten und halten von Tauben und er lebt in einer Stadt, die sich verwandelt. Das Kalifat übernimmt das Regime und nach und nach verschwindet alles aus seinem Leben, was ihm wichtig und normal erscheint.
Sein Vater muss Plakate schwärzen und Waren vernichten, die Frauen der Familie dürfen nicht mehr arbeiten oder alleine aus dem Haus, Musik und Spiele sind verboten, die Religionen sich uneins.
Das Leben ist gefährlich, man muss aufpassen, wem man vertraut. Als er selber Zeuge einer Steinigung wird, versteht er das komplette Ausmaß und lehnt sich innerlich auf.
Das Buch nimmt einen komplett mit und wirkt sehr nachhaltig, vielleicht gerade, weil wir die Geschichte von einem Jungen erzählt bekommen. Es ist sehr gefühlvoll, obwohl wir es aus einer gewissen Distanz erleben, dem Autor gelingt hier eine sehr geschickte Gratwanderung.
Mich hat diese Geschichte sehr beeindruckt, zu sehen, wie schnell sich alles wandeln kann und wie machtlos die Menschen sind. Ein Buch, welches ich nur weiter empfehlen kann, mich wird es noch lange beschäftigen.

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Veröffentlicht am 24.01.2026

Wer war es?

Mord im Nacktschnecken-Milieu
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"Mord im Nacktschnecken-Milieu" von der Diplom-Biologin Elke Schwarzer ist kein Krimi im herkömmlichen Sinn. Und doch gibt es hier Diebstahl, Raub, Einbruch, Bandenkriminalität und sogar Mord.
Es gibt ...

"Mord im Nacktschnecken-Milieu" von der Diplom-Biologin Elke Schwarzer ist kein Krimi im herkömmlichen Sinn. Und doch gibt es hier Diebstahl, Raub, Einbruch, Bandenkriminalität und sogar Mord.
Es gibt hier kleine Fälle, also Geschichten, immer über mehrere Seiten. Was mir gut gefällt, ist der jeweilige Aufbau. Die Tat wird beschrieben, die Umstände und Opfer dargelegt und dann die Verdächtigen aufgelistet. Dazu gibt es jede Menge hochwertiger Foto-Beweise. Der oder die überführten Täter werden dann noch ganz genau vorgestellt und unter die Lupe genommen. So erfährt man auch, wie man manche Verbrechen im garten begünstigen oder verhindern, erschweren kann.
Das Buch im Ganzen ist nicht nur spannend und witzig, sondern vor allem auch lehrreich. Ich habe hier viele Fakten über die Pflanzen und Tiere in meinem Garten präsentiert bekommen, auf eine Art und Weise, die sich mir auch einprägt.
Man kann mal ein oder zwei Fälle lesen, für die Pause zwischendurch oder sich festschmökern, später kann man auch gerne etwas nachschlagen.
Eine absolut witzige Idee, mit sehr schönen Fotos untermalt, auch ein tolles Geschenk für alle Naturliebhaber.

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Veröffentlicht am 10.01.2026

Zerbrochen

Minnesota
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"Minnesota" von Jo Nesbø ist ein Krimi, der eine wichtige und spannende Geschichte erzählt. Eine Geschichte, die mir Tage nach dem Lesen immer noch im Kopf bleibt.
Die Protagonisten, Täter und auch Ermittler ...

"Minnesota" von Jo Nesbø ist ein Krimi, der eine wichtige und spannende Geschichte erzählt. Eine Geschichte, die mir Tage nach dem Lesen immer noch im Kopf bleibt.
Die Protagonisten, Täter und auch Ermittler stehen mir klar und deutlich vor Augen, Personen, die Tiefe habe und gut ausgearbeitet sind.
Durch einen Erzähler bekommt die Geschichte eine Rahmenhandlung, von der aus sie in die Vergangenheit abtaucht.
Bob Oz ist der ermittelnde Detective, immer einen Schritt vor dem eigenen ausrasten entfernt. Er ist einsam, er ist traumatisiert, er hat sein eigenes Leben nicht im Griff und er hat auch gute Gründe dafür. Allerdings werden wir hier nicht ins Mitleid gezogen, da er nicht unbedingt als sympathisch dargestellt wird.
Mir gefällt, wie hier die Stadt gezeichnet wird, die Kritik an der Politik und die Folgen der Entscheidungen. Vieles hier ist nach wie vor aktuell und wird sozialkritisch beäugt.
Nesbø ist ein großartiger Erzähler und das stellt er hier wieder unter Beweis, die Geschichte beginnt langsam und entwickelt dann einen Sog, sogar die Grenzen von Gut und Böse werden hier mehr als gedehnt und verschoben, es sind die Grauzonen, die Ränder, die hier im Mittelpunkt stehen.
Ganz große Erzählkunst!

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Veröffentlicht am 20.12.2025

Wiener Melange aus schwarzem Humor und echtem Leben

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels
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Mein erstes Buch von Vea Kaiser – und sicher nicht mein letztes! Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und nahbar. Die Protagonistin Angelika erzählt uns ihre Geschichte aus dem Gefängnis heraus: Ein Aufstieg ...

Mein erstes Buch von Vea Kaiser – und sicher nicht mein letztes! Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und nahbar. Die Protagonistin Angelika erzählt uns ihre Geschichte aus dem Gefängnis heraus: Ein Aufstieg aus ärmlichen Verhältnissen in die Welt der Grand Hotels, geprägt von falschen Männern und der unbedingten Liebe zu ihrem Sohn Freddy.
Aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen, mit einer recht kaltherzigen Mutter, beginnt sie eine Karriere im Grand Hotel Frohner, als Buchhalterin. Sehr schnell arbeitet sie sich dort bis in die Leitung vor, sie hat ein gutes Händchen für Zahlen.
Ein nicht so gutes Händchen hat sie mit ihren Männern, da gibt es längere und kürzere Episoden, die sehr humorvoll und erfrischen beschrieben werden.
Was mir besonders gefallen hat: Kaiser fängt den Zeitgeist perfekt ein. Es fühlt sich alles „echt“ an, die Charaktere sind menschlich und die Lebensweisheiten kommen oft mit einem Augenzwinkern daher. Auch wenn der Mittelteil ein paar Längen hatte, ist es insgesamt ein hervorragender Roman über Ambition, Liebe und die Abgründe des Alltags im Wien der 80er.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Wunderbare Heldenreise

Lightfall 1: Das verlorene Licht
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"Lightfall 1: Das verlorene Licht" von Tim Probert ist der Beginn eines Fantasy-Abenteuer, für Kinder ab 10 Jahren, nach oben hin offen.
Die Grafiken sind durchweg farbig, zauberhaft umgesetzt und kommen ...

"Lightfall 1: Das verlorene Licht" von Tim Probert ist der Beginn eines Fantasy-Abenteuer, für Kinder ab 10 Jahren, nach oben hin offen.
Die Grafiken sind durchweg farbig, zauberhaft umgesetzt und kommen mit wenig erklärender Sprache aus. Die Bilder erzählen hauptsächlich die Geschichte. Mir gefällt der Zeichenstil sehr, detailliert, atmosphärisch, man kann tief in diese fremde Welt eintauchen.
Bea lebt bei ihrem Großvater, dem Zauber-Eber. Es ist ein schönes Leben, im Wald, mit vielen Zaubertränken und Geheimnisvollem. Als ihr Großvater verschwindet, macht sich Bea auf die Suche nach ihm, da er ja schon etwas schusselig ist.
Mit von der Partie sind ihre Katze Nim und ein eben kennengelernter Freund, ein starkes und weises Wesen namens Cad.
Es macht sehr viel Spaß die Truppe bei ihrem Abenteuer zu begleiten, sie erleben viel neues und aufregendes. Ihnen begegnen Freundschaft und Verrat, Hilfe und Betrug, sie müssen kämpfen und fliehen und Bea muss mehr als einmal ihre eigenen Angst besiegen.
Am Ende haben sie viele Erkenntnisse gewonnen und es könnte für mich direkt weiter gehen, ich freue mich jedenfalls schon auf den nächsten Band.

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