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Veröffentlicht am 24.12.2025

Pinguine, Wissenschaft and a little bit spice

The Penguin Paradox
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Emerie, Beckett und die Pinguine. Dieses Hörbuch hat mir viele sehr schöne Stunden beschert. Eine gelungene Enemies-to-Lovers-Geschichte, die sich zugleich mit ernsten Themen auseinandersetzt ...

Emerie, Beckett und die Pinguine. Dieses Hörbuch hat mir viele sehr schöne Stunden beschert. Eine gelungene Enemies-to-Lovers-Geschichte, die sich zugleich mit ernsten Themen auseinandersetzt und dazu eine gute Portion Spice bietet, so ließe sich das Rezept dieses Hörbuchs wohl beschreiben.

Mir haben zum einen die wissenschaftlichen Aspekte rund um die Pinguine gefallen, zum anderen fand ich die Antarktis als Schauplatz eines Romans besonders reizvoll. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden Protagonisten ist gut ausgearbeitet, besitzt Tiefe und viele Facetten. Beide Figuren haben mir sehr gut gefallen. Emerie hat zunächst ein recht festes Bild von Beckett, ist jedoch bereit, dieses im Verlauf der Geschichte zu hinterfragen und zu revidieren. Beckett ist zwar der Leiter der Expedition, begegnet seinem Team jedoch zugleich sehr fürsorglich und verständnisvoll.

Auch die übrigen Mitglieder der Forschungsstation sind wunderbar gezeichnet, sodass sich das Bild einer eingeschworenen Gemeinschaft ergibt, aus der Freundschaften fürs Leben entstehen. Durch den dualen Perspektivwechsel gelingt es der Autorin, den Hauptfiguren sehr nahe zu kommen. Die beiden Sprecherinnen und Sprecher tragen ihr Übriges dazu bei, indem sie den Figuren durch ihre Interpretation zusätzliche Tiefe und weitere Facetten verleihen.

Ich habe das Hörbuch in kurzer Zeit durchgehört, da mich auch die ernsteren Themen wie die Pinguinforschung, der wissenschaftliche Alltag, Gebärdensprache, Freundschaft und Urheberrechtsdiebstahl sehr gefesselt haben. Die Geschichte spielt kurz vor Weihnachten und an den Weihnachtstagen, wodurch sich das Hörbuch hervorragend für den Jahresausklang eignet.

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Veröffentlicht am 21.12.2025

Historischer True-Crime im historischen Berlin

Die an den Tod nicht glauben
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Ein spannender Fall in Berlin, der uns tief in mysteriöse Kreise katapultiert und eine ganz eigene Welt offenbart.

Ein historischer Kriminalroman für True-Crime-Fans und alle, die sich für die Gerichtsmedizin ...

Ein spannender Fall in Berlin, der uns tief in mysteriöse Kreise katapultiert und eine ganz eigene Welt offenbart.

Ein historischer Kriminalroman für True-Crime-Fans und alle, die sich für die Gerichtsmedizin interessieren. Mich fasziniert seit Jahren vor allem die Zeit und das gesellschaftliche Leben in Berlin um die Jahrhundertwende. Es besteht deshalb immer die Gefahr, dass einen viel Altbekanntes langweilt, doch das war hier Gott sei Dank nicht der Fall.

Im Mittelpunkt des Romans steht Perdita Menke, die Totenleserin. Sie ist Gerichtsmedizinerin, auch wenn ihr, wie sie selbst sagt, das Zertifikat fehlt. In der Gerichtsmedizin aufgewachsen, ist sie früh mit dem Metier vertraut. Sie will beweisen, dass die junge Frau nicht den Freitod gewählt hat, sondern ermordet wurde. Bei ihren Ermittlungen trifft sie auf den Bestatter Charon Czerny. Zwischen unbestreitbarer Anziehungskraft und vielen Geheimnissen müssen Perdita und Charon ermitteln.

Der Roman gliedert sich in drei Teile und wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, sodass wir zu mehreren Figuren eine gute Verbindung aufbauen können. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen; er überzeugt vor allem durch eine recht authentische Sprache und den Berliner Dialekt. Besonders gut gefallen hat mir das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Perdita und Charon, aber auch das Interagieren und die Rolle von Kriminalanwärter Schultz und seiner Verlobten. Für mich haben diese vier Personen den Kriminalroman zu etwas Besonderem gemacht. Insgesamt muss man jedoch sagen, dass die Autorin mit sehr vielen Figuren arbeitet, was es ihr leicht macht, die Lesenden in die Irre zu führen, wer „gut“ und wer „böse“ ist. Ein Kriminalroman, der neben der Ermittlungsarbeit auch ein Sittengemälde der Zeit zeichnet und damit zusätzliche Informationen bietet.

Ich würde mich wirklich freuen, wieder von den „Vieren“ zu lesen. Ein Tipp für alle Fans von René Anour, Anne Stern, Alex Beer und Susanne Goga.

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Veröffentlicht am 21.12.2025

Die Familie Strauss und die Mordfälle

Johann Strauss - Walzertod
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Eine Künstlerfamilie im Angesicht mysteriöser Mordfälle. Ein Kriminalroman, der Historie und Fiktion in meinen Augen sehr gut vereint. Der Fiakerfahrer Heinrich Kaunitz sowie Wachtmeister Theo Haas sind ...

Eine Künstlerfamilie im Angesicht mysteriöser Mordfälle. Ein Kriminalroman, der Historie und Fiktion in meinen Augen sehr gut vereint. Der Fiakerfahrer Heinrich Kaunitz sowie Wachtmeister Theo Haas sind die beiden Hauptprotagonisten neben der Familie Strauß. Heinrich Kaunitz ist geprägt von seiner Vergangenheit, die einen schweren Schicksalsschlag umfasst. Dieser prägt ihn nachhaltig, und eine gewisse Melancholie begleitet ihn immer wieder. Theo Haas ist ein prinzipientreuer Kriminalist, der am liebsten allein arbeitet – sehr zum Missfallen seines Vorgesetzten.

Beide Figuren bewegen sich rund um einen Fall, der immer wieder die Handlungssphäre von Johann Strauß Vater und Johann Strauß Sohn berührt. Dieser zweite Erzählstrang rund um die berühmte Musikerfamilie hat mir sehr gut gefallen, da man so einiges über die Familienverhältnisse und die Künstlerwelt der damaligen Zeit erfährt.

Der Fall ist gut konstruiert und sorgt für stetige Spannung. Ich hatte zwar eine recht starke Vermutung hinsichtlich des Täterprofils, doch die Spannung blieb beim Lesen durchgehend erhalten. Insgesamt ein Kriminalroman, der das Zeitgeschehen sehr gut widerspiegelt. Ein einprägsamer Schreibstil und eine atmosphärisch dichte Erzählweise sorgen für ein gutes und unterhaltsames Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 02.12.2025

Chaotische Weihnachten

Merry Crisis - ein fast besinnliches Weihnachtsfest
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Meine Meinung:

Ein herrlich skurriler und lustiger Weihnachtsroman. Ich habe Tränen gelacht und fühlte mich sehr gut unterhalten.

Olivia, die Protagonistin und Ich-Erzählerin des Romans, fährt wie ...

Meine Meinung:

Ein herrlich skurriler und lustiger Weihnachtsroman. Ich habe Tränen gelacht und fühlte mich sehr gut unterhalten.

Olivia, die Protagonistin und Ich-Erzählerin des Romans, fährt wie viele von uns über Weihnachten nach Hause. Doch bei ihren Eltern übernachten nicht nur ihr Bruder, sondern auch Ömi, Tanten und Onkel. Das Haus ist voll mit sonderbaren Menschen, die sich größtenteils nur einmal im Jahr sehen. Ob ein ihr völlig unbekannter Onkel in Ballettschläppchen oder eine versnobte Tante. Olivia bleibt nichts erspart. Und als dann auch noch ihr Erzfeind aus Schulzeiten auftaucht, ist das Chaos perfekt.

Ein humorvoller und herzerwärmender Roman, der sich dank der 24 Kapitel auch wunderbar als Adventskalender eignet. Die Kapitelüberschriften sind Titel unzähliger bekannter Advents- und Weihnachtslieder. Der Schreibstil der Autorin ist locker und leicht zu lesen. Es geht um Familienkonflikte, die Kommunikation innerhalb der Familie, aber auch um Traditionen und Erwartungen. Ein Roman, der hinter die Kulissen einer Familie blickt und somit ein Sinnbild für viele Familien während der Feiertage darstellt. Witzig und tiefgründig zugleich, ein guter Spagat, der mich über einige Längen des Romans hinwegsehen lässt.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Veränderungen in Little Germany

Little Germany - Der Geschmack von Freiheit
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Auch in Band 2 entführt uns Maria Nikolai wieder nach New York und lässt uns am Leben von Lissi und Julia teilhaben. Nach der schweren Tragödie auf dem East River ist das Leben der beiden Freundinnen nicht ...

Auch in Band 2 entführt uns Maria Nikolai wieder nach New York und lässt uns am Leben von Lissi und Julia teilhaben. Nach der schweren Tragödie auf dem East River ist das Leben der beiden Freundinnen nicht mehr wie zuvor.

Gerade Lissi hat es schwer getroffen, aber kaum jemand in Little Germany ist von dem Unglück auf irgendeine Weise verschont geblieben. Das Viertel verändert zunehmend sein Gesicht, viele Menschen verlassen den Ort, der sie immer wieder an das Grauen erinnert. So fangen auch Lissi und Julia neu an – doch können sie ihre Vergangenheit wirklich hinter sich lassen?

Maria Nikolai erzählt wieder einmal sehr einfühlsam und stimmungsvoll vom New York zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es hat mir erneut großen Spaß gemacht, die liebgewonnenen Figuren durch die Straßen dieser faszinierenden Stadt zu begleiten. Die Autorin hat hervorragend recherchiert, und eine Karte zur Zeit des Romans bietet eine hilfreiche Orientierung.

Die Figurenzeichnung ist, wie schon in Band 1, sehr gelungen. Besonders schön fand ich, dass noch einmal eine Brücke zur „Überfahrt“ geschlagen wird – so wirkt die Geschichte wunderbar rund.

Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt flüssig, die Sprache leicht und die Dialoge lebensnah und authentisch. Insgesamt gliedert sich der Roman in drei Teile, wobei gegen Ende einige Zeitsprünge eingebaut sind, die die Erzählung etwas weniger dicht wirken lassen.

Eine gelungene Dilogie über zwei junge Frauen, die in New York ihr Glück suchen. Sehr lesenswert – nicht nur für alle, die sich für Auswanderergeschichten interessieren, sondern auch für Leserinnen und Leser, die zeitgeschichtliche Romane mit fundierter Recherche schätzen.

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