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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2026

Wunderbar erzählt

Villa Rivolta
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Piero, der Sohn von Renzo Rivolta, einem Automobilunternehmer
wächst unbeschwert in der Villa seiner Eltern auf.
Für Valeria, die Tochter der Hausangestellten, ist der Garten das Paradies auf Erden.
Die ...

Piero, der Sohn von Renzo Rivolta, einem Automobilunternehmer
wächst unbeschwert in der Villa seiner Eltern auf.
Für Valeria, die Tochter der Hausangestellten, ist der Garten das Paradies auf Erden.
Die beiden verbindet eine wunderschöne Kindheit und Vertrautheit, die
ein ganzes Leben lang halten wird. Sie erleben den Aufstieg seines
Vaters und das Unglück ihrer Mutter. Je älter sie werden, umso mehr
wird ihr gesellschaftlicher Unterschied sichtbar. Bestimmt ihr
familiäres Erbe ihre Identität oder können sie sich davon lösen?

Dieser Roman ist fast schon eine Liebeserklärung an die Rivolta-Modelle,
den italienischen Klassikern der Fünfziger, Sechziger und Siebziger Jahre.
Alles ist atmosphärisch dicht beschrieben.
Das liegt auch an dem unglaublich schönen Schreibstil des Autors.
Eher ruhig, aber voller wunderbarer Details. Komplex, facettenreich, fast schon poetisch wird die Zeit des rasanten, wirtschaftlichen Wiederaufbaus und Aufschwungs Italiens wiedergegeben.
Das Leben und Schaffen der Familie Rivolta, verpackt in eine spannende Familiengeschichte.
Die Charaktere werden brillant zum Leben erweckt, sind klar gezeichnet.
Haben eine starke Präsenz.
Es geht um Menschen und ihre Alltagsschicksale. Um die Kraft des täglichen Daseins. Das kleine bisschen Glück, das sich jeder so wünscht.
Vor allem aber um den Sinn des Lebens, mit all seiner Härte und Bitterkeit.
Das alles wird mit einer wunderschönen, reduzierten Sprache atmosphärisch dicht erzählt, mit viel Sinn für die Details des Lebens.
Trotz der Schwere blitzt immer wieder die Hoffnung auf.
Jeder ist seines Glückes Schmied.
Eine bewegende Geschichte über Aufbruch und den Wandel des Lebens.
Es ist ein charmanter, heiterer bis melancholischer und auch ein sehr warmherziger Roman und vor allem eine bittersüße Liebeserklärung an Italien.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Skurril, temporeich und gespickt mit köstlich witzigen Dialogen.

Prost, auf die Fischer
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Brunngries und seine Bewohner sind so toll beschrieben.
Es ist wie ein nach Hause kommen.
Durch den atmosphärisch dichten Erzählstil
entsteht ein wunderbares, humorvolles Leseerlebnis, das einen
zum Dauerschmunzeln ...


Brunngries und seine Bewohner sind so toll beschrieben.
Es ist wie ein nach Hause kommen.
Durch den atmosphärisch dichten Erzählstil
entsteht ein wunderbares, humorvolles Leseerlebnis, das einen
zum Dauerschmunzeln bringt.
Pointiert und scharfsinnig, einfach umwerfend.
Dadurch wird alles sehr intensiv und besonders realistisch.
Die Nebenstränge werden so super beschrieben, dass sie das eigentliche
Thema in den Schatten stellen.
Das Schöne an dieser Reihe ist, dass sich die Hauptcharaktere kontinuierlich
weiter entwickeln.
Der Wortwitz und die Situationskomik runden alles ab.
Skurril, temporeich und gespickt mit köstlich witzigen Dialogen.
Man hat das Gefühl, dabei zu sein.
Das Kopfkino läuft immer auf Hochtouren.
Ich habe mich mit diesem Buch sehr gut unterhalten gefühlt,
habe mit Rätseln können und ein tolles Kopfkino gehabt.

Ein richtig guter bayerischer Dorfkrimi mit sehr viel Lokalkolorit.
Besser geht es nicht!

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Spannende Miljöstudie

Kommissar Gennat und der Raubmord am Ku’damm
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Regina Stürickow nimmt uns mit auf eine Reise in das Berlin von 1936.
Die Geschehnisse sind sehr echt und packend beschrieben.
Das liegt daran, dass es sich um einen echten Fall des berühmten und
legendären ...

Regina Stürickow nimmt uns mit auf eine Reise in das Berlin von 1936.
Die Geschehnisse sind sehr echt und packend beschrieben.
Das liegt daran, dass es sich um einen echten Fall des berühmten und
legendären Mordermittler Ernst Gennat handelt.
Er hat seinerzeit die systematische Tatort-Arbeit eingeführt.
Es gibt einen tiefen Einblick in die Arbeit von Gennat.
Nicht nur seine Vorliebe für Süßes, ohne zwei Stückchen Kuchen ging
es einfach nicht. Er erfand das „Mordauto“, baute eine riesige Todesermittlungskartei auf, den Vorläufer moderner Datenbanken – und prägte 1930 einen Begriff, der bis heute verwendet wird: Serienmörder. Jahrzehnte, bevor er international bekannt wurde.
Die Atmosphäre der Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg
wird wunderbar wiedergegeben.
Im Hintergrund lauert der Zweite Weltkrieg, die politische Stimmung ist am Kippen.
Das spürt die jüdische Bevölkerung schon mehr als deutlich.
Die Wohnsituation der armen Menschen, ihre Sorgen und Nöte sind wunderbar dicht erzählt.
Der alte Kiez mit seinen Originalen lebt wieder auf
Die Charaktere sind echt gezeichnet und sehr lebensnah.
Man lebt und leidet mit ihnen.
Als ob man alles gemeinsam erlebt.
Eine Reise durch eine vergangene, gar nicht so goldene Zeit.
Spannend recherchiert.
Ein wissenschaftlich fundierter Kriminalfall aus der NS-Zeit.
Dazu die Berliner Schnauze, Tiefgang und ein feines Gespür für das Abgründige.
Ein Lesehighlight

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Veröffentlicht am 21.12.2025

Oh, diese Nachbarn!

Nur Gundula gärtnerte giftiger
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Auch in Hirschweiler kann man nicht in Ruhe leben, wenn der
Nachbar es nicht will. Was braucht man Feinde?
Gundula und Alfred Böttinger haben ihre ganze Nachbarschaft
gegen sich aufgebracht. Die können ...

Auch in Hirschweiler kann man nicht in Ruhe leben, wenn der
Nachbar es nicht will. Was braucht man Feinde?
Gundula und Alfred Böttinger haben ihre ganze Nachbarschaft
gegen sich aufgebracht. Die können die beiden bis auf den Tod
nicht ausstehen. Gundula ist gegen alles und sagt es auch.
Bis eines Tages der Alfred tot im Wintergarten liegt.
Gundula ist für Jupp sofort die Hauptverdächtige. Sie beteuert allerdings ihre
Unschuld. Ihre geköpften Gartenzwerge machen ihr mehr Sorgen als
ihr toter Ehemann.
Jupp hat zu tun und muss sich außerdem um seine Familie kümmern.
Tochter Eva ist in das Nachbarhaus eingezogen und Käthe ist mal wieder
eingetroffen. Sofort hängt der Haussegen schief. Aber Jupp kann sich
nicht um alles kümmern.
Das ist nun schon der 9. Band dieser Reihe und auch dieser
Fall wird wieder von Jupp Backes auf typische Art gelöst.
Jupp bei den Ermittlungen zu begleiten, macht wie immer großen Spaß.
Der nimmt kein Blatt vor den Mund.
In seiner eigenen erfrischend-skurrilen Art schafft er alles und
jeden. Alle Figuren sind wunderbar gezeichnet, mit lebensechten
Charaktereigenschaften.
Aber nicht nur die Mördersuche, das mit rätseln ist spannend und amüsant.
Es gibt sehr viele lose Fäden, die am Ende dann alle so wunderbar verknüpft werden.
Das Privatleben ist auch nicht so ohne.
Die Dialoge sind super und oft sehr spitzfindig. Bringen es auf den
Punkt.
Der Schreibstil ist flüssig und der saarländische Dialekt sehr unterhaltend.
Es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Kurzum, ein richtig guter Dorf- Krimi mit ganz viel Humor und Lokalkolorit.
Dieses Buch hat mir wunderbare Lesestunden bereitet.
Für mich ist die Familie Backes bereits Kult.

Bitte mehr davon!

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Eindrucksvoll

Was vor uns liegt
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Acht junge Frauen leben und studieren 1934 am Grimaldi-Konvikt in Rom.
Die Nonnen haben stets ein Auge auf sie. Trotzdem freunden sie die Frauen
an und bilden eine Clique. Dort teilen sie Sehnsüchte und ...

Acht junge Frauen leben und studieren 1934 am Grimaldi-Konvikt in Rom.
Die Nonnen haben stets ein Auge auf sie. Trotzdem freunden sie die Frauen
an und bilden eine Clique. Dort teilen sie Sehnsüchte und Hoffnungen
miteinander. Trotz der Nähe hütet jede der Frauen ein Geheimnis.

Das Lebensgefühl und der Zeitgeist in Italien der 1930er Jahre werden sehr gut
wiedergegeben und wunderbar in die Geschichte eingebunden.
Es geht um die Liebe, um Träume, Machtkämpfe und um ein selbst bestimmtes Leben.
Das Frauenbild der 30er Jahre ist allerdings sehr bestimmt von einer Männerwelt. Traditionelle Familien- und Rollenbilder prägen die Gesellschaft.
Das ist nicht einfach, denn die Gleichberechtigung ist noch nicht
so im Alltag angekommen. Radikal und auch sehr aufrührerisch werden die
Frauen gezeichnet. Ihr Kampf gegen alten Strukturen und
ihre Anerkennung im gesellschaftlichen Umfeld.
Das bringt die Autorin sehr lebendig und bildhaft rüber.
Das Buch hat nichts von seiner Kraft verloren.
Im Gegenteil, die neue Übersetzung macht es richtig modern.
Dank der wirklich sehr atmosphärisch dichten Schreibweise hat man das Gefühl, ein Teil zu sein. Man erlebt alle Höhen und Tiefen hautnah mit.
Eine wirklich gelungene Zeitreise in ein faschistisches Italien.













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