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Veröffentlicht am 20.04.2026

Tolles Thema, aber zu seicht

Mit anderen Augen
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Das Potential dieses Buches ist einfach riesig! Die Prämisse, dass Frauen ab enem gewissen Alter langsam aus dem Blickfeld der Gesellschaft verschwinden, ist grundsätzlich nicht neu, bekommt hier durch ...

Das Potential dieses Buches ist einfach riesig! Die Prämisse, dass Frauen ab enem gewissen Alter langsam aus dem Blickfeld der Gesellschaft verschwinden, ist grundsätzlich nicht neu, bekommt hier durch Tilda aber ein völlig neues Gesicht.

Denn Tilda verschwindet. Was mit einem kleinen Finger beginnt, breitet sich schnell auch auf andere Körperteile aus. Und ein erstes Gespräch mit ihrer Ärztin zeigt, dass sie damit bei weitem nicht alleine steht. Auch wenn die Diagnose "nicht heilbar" heißt, beginnt Tilda dagegen anzukämpfen.

Der Anfang bzw das erste Drittel des Buches ist wirklich gelungen und verspricht eine tolle Geschichte. Doch nach und nach verliert mich die Autorin. Das liegt zum einen an Tilda, bei der man immer mehr das Gefühl hat, dass sie sich in ihrem Elend suhlt. Ja, sie ist geschieden und man fragt sich immer wieder, wie sie es überhaupt so lange bei ihrem Blödkerl von Exmann ausgehalten hat. Sie hat aber auch einen unglaublich tollen Freundinnenkreis, der ihr permanent Rückendeckung gibt und zwei tolle Töchter, denen sie weniger zutraut als gut ist. Sie hat weder Geldprobleme noch andere größere Sorgen.

Das alles macht es mir unheimlich schwer, Mitgefühl für sie zu entwickeln und meine Meinung ab der Hälfte des Buches nicht zu ändern.

Aber auch die Storyline driftet leider in eine etwas plakative und gleichzeitig seichte Richtung ab, die dem Thema und damit dem ganzen Buch nicht gut tut.

Was ein richtiger Oberknaller von feministischem Manifest hätte sein können verkommt irgendwie zu einem australischen "Cafe am Rande der Welt". Was für eine Verschwendung!

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Zu cosy

The House Witch 1
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In welche Richtung dieses Buch läuft erkennt man eigentlich schon perfekt an seinem Äußeren. Es ist kuschelig, friedlich, zauberhaft- eigentlich ganz die Definition von cosy. Und bis jetzt dachte ich eigentlich ...

In welche Richtung dieses Buch läuft erkennt man eigentlich schon perfekt an seinem Äußeren. Es ist kuschelig, friedlich, zauberhaft- eigentlich ganz die Definition von cosy. Und bis jetzt dachte ich eigentlich auch, dass ich diesen Stil mag, mich gerne darin fallen lasse und mich nichts enttäuschen könnte. Doch Emilie Nikota hat mich eines besseren belehrt.

Fin Ashowan taucht eines Tages am Königshof auf und tritt seinen Posten als königlicher Koch an. Auch wenn er mit seinem verschlossenen, grummeligen Wesen viele vor den Kopf stößt, krempelt er diese Küche (und den restlichen Hof) ziemlich schnell um. Schnell macht er sich einige neue Freunde und versucht dabei sein größtes Geheimnis zu bewahren, er ist eine Haushexe!

Okay, es könnte wirklich alles ganz großartig sein: Finn beim Kochen zu erleben und seine Zauberkunst zu entdecken, macht wirklich unheimlich viel Spaß. Auch ihn dabei zu begleiten, wie er nach und nach Freundschaften schließt und still und leise die Königsfamilie um den kleinen Finger wickelt, ist auch toll.

Aber mir fehlt einfach der Ausgleich bei so viel Zuckerguss. Die Spannung und Dramatik geht dem Buch irgendwie vollkommen ab. Ich meine, dieses Königreich steht angeblich kurz vor einem Krieg, die Königin durchlebt eine schwieirge Schwangerschaft und es werden verschiedene Intrigen am Hof gesponnen. Und doch fühle ich es einfach nicht. Scheinbar ist es allen Figuren vollkommen egal!

Und dann diese Namen! Für meinen Geschmack passen Namen wie Finlay und Howard einfach nicht in ein mittelalterliches Setting. Zumal ich irgendwann auch Schwieirgkeiten hatte, die Namen der verschiedenen Ritter auseinander zu halten- die klingen einfach zu ähnlich!

Und auch die Emotionen kommen nicht richtig rüber (wenn es nicht gerade um Freundschaft geht). Als Lovestory würde ich es wirklich nicht bezeichnen wollen, einfach weil man die Liebe nicht spüren kann.

Wirklich enttäuschend war jedoch das Ende. Als hätte sich die Autorin einfach keine Mühe gegeben, zu verschleiern, dass es eine Reihe mit so einigen Fortsetzungen ist. Kein Faden ist so richtig zuende gesponnen, vieles wird offen gelassen.

Insgesamt sind das 600 Seiten, die einem mit etwas schalem Beigeschmack zurücklassen. Nichts, das mich auf eine Fortsetzung fiebern lassen würde.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Irreführend

Ruf der Leere
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Es gibt sie leider immer wieder, diese Bücher, deren Klappentext einerseits kaum zum Buch passt und andererseits zu viel verrät und damit Erwartungen weckt, die das Buch nicht halten kann.

Wir begleiten ...

Es gibt sie leider immer wieder, diese Bücher, deren Klappentext einerseits kaum zum Buch passt und andererseits zu viel verrät und damit Erwartungen weckt, die das Buch nicht halten kann.

Wir begleiten Felix und einen weiten Kreis an Freunden und Bekanntschaften auf die einsame Hütte seines Vaters. Vorderegrtündig soll die Rückkehr seines besten Freundes gefeiert werden, unterschwellig geht es aber auch um die Aufarbeitung alter Wunden und Streitereien. Bis ein Überraschungsgast die Party aufmischt.

Es klingt wie ein Thriller, ist aber mehr eine Sozialstudie in Rückblenden. Dabei ist mir keine der Figuren in irgendeiner Weise sympathisch, am wenigsten jedoch Hauptfigur Felix. Man könnte natürlich der kaputten Familie die Schuld geben, die nur vom Geld zusammengehalten wird. Aber eigentlich geht diese Antipathie weit darüber hinaus.

Dieser Figur durch ihre Überlegungen hindurch zu folgen, hätte mir ja schon gereicht. Die übertrieben bemühte Wendung hätte der Roman eigentlich wirklich nicht gebraucht.

Diese, genauso wie das Ende, haben mir das Buch ein wenig versaut.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Kunststück

Mr. Saitos reisendes Kino
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Das muss ein Buch auch erst mal schaffen, mich gleichzeitig total zu fesseln und zutiefst zu langweilen!

Lita führt mit ihrer Mutter Fabiola ein eher ungewöhnliches Leben. Weil Fabiola als Findelkind ...

Das muss ein Buch auch erst mal schaffen, mich gleichzeitig total zu fesseln und zutiefst zu langweilen!

Lita führt mit ihrer Mutter Fabiola ein eher ungewöhnliches Leben. Weil Fabiola als Findelkind bei Nonnen aufwächst und schon früh eine Vorliebe für Schuhe entwickelt, kennt Lita kein "normales" Leben und wächst mit ungewöhnlichen Persönlichkeiten auf. Bis sich die kleine Familie mit den falschen Leuten anlegt und schnell das Land verlassen muss. So verschlägt es sie auf eine einsame Insel vor der Küste Neufundlands und wir entdecken die Welt durch Litas kluge und enugierige Augen.

Dieses Buch hat eigentlich alles, was es braucht, um interessant und warmherzig zu sein. Das ist es ni Teilen auch. Mir war jedoch die Verschrobenheit Litas irgendwann zu viel und wirkte sich zu sehr auf den Erzählstil aus. Damit wurde es für mich immer schwieirger am Ball zu bleiben.

Es kann eine kleine Fundgrube wunderschön erzählter und formulierter Szenen sein, wenn man ein Gespür und die richtige Stimmung dafür hat. Für mich war es das leider nicht.

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Löchrige Story

House of the Beast
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Das Äußere ist bei einem Buch nun mal nicht alles. Auch wenn ich auf diese hübschen Hüllen immer wieder hereinfalle. Dabei macht es einem dieses Buch besonders schwer, verlockt es doch zusätzlich noch ...

Das Äußere ist bei einem Buch nun mal nicht alles. Auch wenn ich auf diese hübschen Hüllen immer wieder hereinfalle. Dabei macht es einem dieses Buch besonders schwer, verlockt es doch zusätzlich noch durch hübsche Illustrationen auf fast jeder Seite. Das tröstet mich jedoch nur unzureichend über die löchrig gestrickte Handlung hinweg.

Alma wächst bei ihrer Mutter in ärmlichen Verhältnissen auf, bbis diese eines Tages schwer krank wird und Alma nix anderes übrig bleibt, als ihren bis jetzt unbekannten Vater um hilfe zu bitten. Der lässt nix anbrennen und holt seine ungewollte Tochter zu sich, um sie als Gefäß für seinen Gott einzusetzen (Arm abschlagen inklusive, denn was ist ein gläubiges Gefäß ohne fehlende Gliedmaße?!). Alma scheint sich in ihr Schicksal zu fügen, bastelt aber insgeheim schon an ihrer Rache, gemeinsam mit dem mächtigen Wesen, das nur sie sehen und hören kann.

Die Story klingt fantastisch, mächtige Götter und Menschen, die als deren Gefäße ihre Macht übernehmen und ausüben. Es ist düster und fast schon brutal. Und doch fehlt etwas, das Tempo schwankt zwischen stürmisch und kriechend wie eine Schnecke.

Und auch der Weltenbau ist mehr als dürftig, darüber kann auch die hübsche Gestaltung nicht hinwegtäuschen. Es gibt mehrere Karten, bei denen ich mich immer noch frage, wozu ich sie brauchen könnte. Denn die meiste Zeit bewegt sich Alma kaum von der Stelle. Wie diese Welt wirklich funktioniert, wird bis zum Schluss nicht so wirklich erklärt und jeder Versuch, das zu ändern, lässt mich mit mehr Fragezeichen zurück.

Vielleicht hätte man sich etwas mehr Zeit nehmen sollen, die Komplexität des Weltenbaus mit Inhalt zu füllen, statt die Seiten mit kleinen netten, wenn auch unnötigen, Zeichnungen vollzustopfen.

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