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Veröffentlicht am 25.01.2026

Magie, die prüft – und Entscheidungen, die alles kosten

The Ordeals
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The Ordeals hat mich mit seiner düsteren Grundstimmung und dem Fokus auf Prüfungen und Machtkämpfe sofort neugierig gemacht. Die Geschichte fühlt sich von Beginn an angespannt an – als würde ständig etwas ...

The Ordeals hat mich mit seiner düsteren Grundstimmung und dem Fokus auf Prüfungen und Machtkämpfe sofort neugierig gemacht. Die Geschichte fühlt sich von Beginn an angespannt an – als würde ständig etwas Unsichtbares über den Figuren schweben, bereit zuzuschlagen, sobald jemand einen Fehler macht.

Die Protagonistin steht im Zentrum eines Systems, das gnadenlos ist und keine Schwäche verzeiht. Besonders spannend fand ich ihren inneren Konflikt: der Wunsch zu überleben, ohne sich selbst zu verlieren. Ihre Entwicklung ist geprägt von Angst, Mut und der Frage, wie viel man opfern darf, um stärker zu werden. Das wirkt roh und stellenweise sehr intensiv.

Die tödlichen Prüfungen sind klar das Herzstück der Geschichte. Sie sorgen für Spannung, treiben die Handlung voran und zeigen, wie brutal diese Welt sein kann. Nicht jede Prüfung ist rein körperlich – viele fordern moralische Entscheidungen heraus, was dem Buch zusätzliche Tiefe gibt. Gerade diese Momente haben bei mir am meisten Eindruck hinterlassen.

Das Magiesystem bleibt stellenweise bewusst mysteriös. Alte Magie und neue Mächte treffen aufeinander, ohne sofort vollständig erklärt zu werden. Das erzeugt Atmosphäre, kann aber auch fordernd sein, weil man als Leser:in nicht immer alle Regeln kennt. Wer detailliertes Worldbuilding sucht, muss Geduld mitbringen.

Rachel Greenlaws Schreibstil ist klar, eher kühl und passt gut zur ernsten Stimmung der Geschichte. Emotionen werden nicht ausgeschlachtet, sondern gezielt eingesetzt. The Ordeals ist kein leichtes Fantasybuch, sondern eines, das fordert – seine Figuren genauso wie die Leser:innen.

Am Ende bleibt ein angespanntes, neugieriges Gefühl zurück. Eine Geschichte über Macht, Überleben und die Frage, wie viel Dunkelheit man in sich zulassen kann, um nicht daran zu zerbrechen.

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Veröffentlicht am 23.12.2025

Zwischen Rennbahn, Nähe und Herzklopfen

Off to the Races
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Off to the Races ist genau die Art von Romance, die man anfängt „nur ein Kapitel“ zu lesen – und plötzlich ist man mittendrin. Die Geschichte fühlt sich leicht an, ohne oberflächlich zu sein, und lebt ...

Off to the Races ist genau die Art von Romance, die man anfängt „nur ein Kapitel“ zu lesen – und plötzlich ist man mittendrin. Die Geschichte fühlt sich leicht an, ohne oberflächlich zu sein, und lebt von einer Atmosphäre, die sofort cozy, lebendig und einladend wirkt.

Die Protagonistin hat mich mit ihrer direkten, ehrlichen Art schnell abgeholt. Sie ist schlagfertig, selbstständig und bringt genau die richtige Portion Herz mit. Besonders mochte ich, wie sie sich in einer für sie neuen Welt behauptet, ohne sich zu verbiegen. Ihre Entwicklung wirkt natürlich und nachvollziehbar.

Der Love Interest ist ein klassischer Elsie-Silver-Held: ruhig, loyal, leicht grumpy – und mit einem weichen Kern, der sich nur langsam zeigt. Die Chemie zwischen den beiden ist von Anfang an da, aber sie baut sich Schritt für Schritt auf. Keine überhastete Dramatik, sondern Nähe, kleine Gesten und dieses ständige Knistern, das unter der Oberfläche bleibt.

Die Rennbahn-Kulisse verleiht der Geschichte einen besonderen Charme. Pferde, frühe Morgen, staubige Ställe und lange Tage – all das fühlt sich lebendig an und gibt der Romance Tiefe. Gleichzeitig bleibt genug Raum für Emotionen, für Zweifel und für das langsame Vertrauen, das zwischen den Figuren wächst.

Elsie Silvers Schreibstil ist flüssig, warm und sehr bildhaft. Sie schafft es, Humor und Gefühl auszubalancieren, sodass man oft schmunzelt und im nächsten Moment innehält. Off to the Races ist keine Geschichte voller großer Wendungen – sie lebt von ihrem Herz.

Am Ende bleibt dieses zufriedene Gefühl zurück, als hätte man Zeit mit Menschen verbracht, die einem ans Herz gewachsen sind. Eine perfekte Wohlfühl-Romance mit Substanz.

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Veröffentlicht am 14.12.2025

Zwei Schritte Abstand – und doch so nah am Herzen

Two steps away - London Hearts 2
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Two Steps Away hat mich leise, aber nachhaltig berührt. Es ist keine Geschichte, die laut nach Aufmerksamkeit schreit – sie schleicht sich vielmehr vorsichtig ins Herz und bleibt dort. Valentina Fast und ...

Two Steps Away hat mich leise, aber nachhaltig berührt. Es ist keine Geschichte, die laut nach Aufmerksamkeit schreit – sie schleicht sich vielmehr vorsichtig ins Herz und bleibt dort. Valentina Fast und Lorena Schäfer erzählen von Nähe und Distanz, von dem Mut, Gefühle zuzulassen, und von der Angst, genau daran zu zerbrechen.

Die Protagonistin wirkt unglaublich echt in ihrem inneren Zwiespalt. Sie will Nähe, sehnt sich nach Verbindung – und hat gleichzeitig diese Unsicherheit, diesen Schutzmechanismus, der sie immer wieder zwei Schritte zurückgehen lässt. Genau das hat mich abgeholt. Dieses Hin und Her zwischen „Ich möchte“ und „Ich traue mich nicht“ fühlt sich so menschlich an, dass man sich selbst darin wiedererkennt.

Der Love Interest ist ruhig, aufmerksam, geduldig – kein lauter Held, sondern jemand, der durch kleine Gesten wirkt. Die Chemie zwischen den beiden ist sanft, fast zerbrechlich, und gerade deshalb so intensiv. Es sind nicht die großen Dramen, sondern die leisen Momente, die Blicke, die Pausen zwischen den Worten, die diese Geschichte tragen.

Besonders mochte ich den Schreibstil: fließend, emotional, unaufgeregt. Die Autorinnen geben den Gefühlen Raum, ohne sie zu überladen. Man spürt die Unsicherheiten, das vorsichtige Annähern, das langsame Vertrauen. Two Steps Away ist eine Geschichte über Selbstschutz und Selbstfindung, über Grenzen – und darüber, was passiert, wenn man sie ganz langsam überschreitet.

Als ich das Buch beendet habe, blieb dieses ruhige, warme Gefühl zurück. Kein Herzrasen, sondern ein sanftes Nachklingen. Genau die Art Geschichte, die man nicht sofort vergisst, weil sie ehrlich ist und mitten aus dem Leben kommt.

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Ein Hauch von Magie, ein Funken Dunkelheit – und eine Heldin, die das Herz stiehlt

Holly – Eine Belladonna-Novelle (Belladonna 4)
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Holly – Eine Belladonna-Novelle von Adalyn Grace fühlt sich an wie ein kurzer Ausflug zurück in eine Welt, die man längst vermisst hat. Obwohl es „nur“ eine Novelle ist, bringt sie genau diese Mischung ...

Holly – Eine Belladonna-Novelle von Adalyn Grace fühlt sich an wie ein kurzer Ausflug zurück in eine Welt, die man längst vermisst hat. Obwohl es „nur“ eine Novelle ist, bringt sie genau diese Mischung aus Magie, Melancholie und prickelnder Dunkelheit mit, die die Belladonna-Reihe so besonders macht. Man blättert nur ein paar Seiten um – und plötzlich ist man wieder mittendrin im Spinnennetz aus Geheimnissen, Schatten und leiser Hoffnung.

Holly als Figur ist sofort einnehmend: verletzlich, stark, neugierig und gleichzeitig so typisch Adalyn-Grace-Heldin, dass man sie sofort ins Herz schließt. Sie trägt Licht und Dunkelheit gleichermaßen in sich, und genau das macht sie spannend. Ihre Perspektive bietet einen frischen, intimen Blick auf eine Welt, die wir kennen – und trotzdem ist alles neu, anders, intensiver.

Adalyn Grace schafft wieder diese unverwechselbare Atmosphäre: mystisch, elegant, mit einem Hauch viktorianischer Schwermut. Jede Szene wirkt wie mit Kerzenlicht beleuchtet, jede Begegnung mit Charakteren wie ein Flüstern aus der Vergangenheit. Trotz der Kürze fühlt es sich vollständig an, wie ein kleiner, kostbarer Einblick in ein Herz, das noch viel mehr zu erzählen hat.

Besonders schön ist, wie sensibel und gleichzeitig pointiert Adalyn Grace Emotionen zeichnet. Holly kämpft mit ihrer Vergangenheit, ihrer Identität und dem, was Dunkelheit in einem Menschen auslösen kann. Und obwohl die Geschichte düstere Elemente hat, bleibt sie voller Wärme. Voller Menschlichkeit. Voller Funken, die zeigen, dass auch Schatten Schönheit tragen können.

Was diese Novelle so besonders macht, ist das Gefühl von Nachhausekommen. Für alle, die Belladonna geliebt haben, ist es ein kleines Geschenk – eine Rückkehr zu Figuren und Stimmungen, die einen bereits berührt haben. Für neue Leser*innen ist es ein süßer Vorgeschmack auf das, was die Reihe kann: charmante Charaktere, düstere Romantik und eine Welt, die ihren ganz eigenen Zauber atmet.

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Veröffentlicht am 07.11.2025

Wenn Dunkelheit verführt und Monster ein Herz tragen – eine Romantasy, die süchtig macht

House of the Beast
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House of the Beast von Michelle Wong hat mich sofort in seine düster-verführerische Atmosphäre hineingezogen. Ich wusste nicht viel über die Geschichte, bevor ich begonnen habe – und gerade das hat dafür ...

House of the Beast von Michelle Wong hat mich sofort in seine düster-verführerische Atmosphäre hineingezogen. Ich wusste nicht viel über die Geschichte, bevor ich begonnen habe – und gerade das hat dafür gesorgt, dass ich völlig unvorbereitet in diesen Strudel aus Magie, Macht und verbotener Anziehung gerissen wurde. Es ist eines dieser Bücher, bei denen man schon nach wenigen Seiten spürt: Hier lauert etwas Geheimnisvolles, etwas Gefährliches … und etwas zutiefst Emotionales.

Im Zentrum steht die Protagonistin, die durch einen verhängnisvollen Fehler oder ein schicksalhaftes Ereignis im Haus des „Beasts“ landet – einem Mann (oder vielmehr einem Wesen), der so viel mehr ist als sein Titel. Das „Beast“ ist brutal, unnahbar, gezeichnet von seinem Fluch und seinen Taten – und trotzdem spürt man bei jedem Aufeinandertreffen diese unterschwellige Sehnsucht, die er selbst nicht zulassen will. Genau diese Mischung aus Stärke, gebrochener Verletzlichkeit und abgründiger Dunkelheit macht ihn so faszinierend.

Was mich besonders abgeholt hat, ist die Art, wie Michelle Wong die Beziehung zwischen den beiden Figuren schreibt: langsam, intensiv, voller Spannung und Misstrauen – und doch mit einer Zartheit, die sich erst ganz vorsichtig zeigt, fast wie ein Geheimnis, das selbst die Charaktere nur ungern aussprechen würden. Die Chemie ist spürbar, aber nicht überstürzt. Es ist ein „Slow Burn“, der trotzdem ständig unter Strom steht.

Auch die Welt, die Wong hier erschafft, ist beeindruckend atmosphärisch. Das Haus selbst wirkt wie ein lebender Schatten – ein Ort, der atmet, beobachtet, verschlingt. Jeder Raum, jede Begegnung trägt eine eigene, mystische Schwere. Ich konnte die Dunkelheit förmlich greifen, den Duft von Kerzen und altem Stein riechen, das Prickeln von Magie auf der Haut spüren. Genau dieses Setting macht die Geschichte so emotional intensiv: Man fühlt sich eingesperrt – und gleichzeitig magnetisch angezogen.

Der Schreibstil ist poetisch, bildhaft und gleichzeitig roh in den Momenten, in denen es nötig ist. Michelle Wong zögert nicht, Schmerz und Schuld, Wut und Begierde offen zu zeigen. Dadurch entsteht eine emotionale Tiefe, die weit über eine „Beauty and the Beast“-ähnliche Prämisse hinausgeht. Die Charaktere sind nicht perfekt – und gerade das macht sie so unglaublich lebendig.

Besonders schön fand ich, wie die Autorin mit den Grenzen spielt: Grenzen zwischen Mensch und Monster, zwischen Freiheit und Gefangenschaft, zwischen Angst und Verlangen. Es ist eine Liebesgeschichte – ja –, aber vor allem ist es eine Geschichte über Selbstfindung, Mut und die Frage, ob man selbst entscheidet, wer man ist … oder ob die Welt einen dazu zwingt.

Als ich das Buch beendet habe, war ich gleichzeitig erschöpft und voller Herzklopfen. Es hatte dieses bittersüße Ende-Gefühl, das mich noch lange nicht losgelassen hat – dieses „Ich brauche sofort Teil 2“-Gefühl, weil man schlichtweg mehr will: mehr Antworten, mehr Dunkelheit, mehr von dieser seltsamen, tiefen Verbundenheit zwischen den Figuren.

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