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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.04.2026

wichtiges Thema, aber anstrengend zu lesen

EDEN - Wenn das Sterben beginnt
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Marc Elsberg greift in Eden ein hochaktuelles und wichtiges Thema auf: Umwelt, Klima und die Frage, wie wir unsere Nahrung künftig gewinnen wollen. Besonders eindrucksvoll ist dabei, wie das Buch zeigt, ...

Marc Elsberg greift in Eden ein hochaktuelles und wichtiges Thema auf: Umwelt, Klima und die Frage, wie wir unsere Nahrung künftig gewinnen wollen. Besonders eindrucksvoll ist dabei, wie das Buch zeigt, dass oft schon kleine Veränderungen enorme Auswirkungen haben können – vor allem dann, wenn kritische Kipppunkte erreicht werden. Diese Szenarien wirken alarmierend und regen definitiv zum Nachdenken an. Man wird als Leser*in dazu gebracht, das eigene Konsumverhalten und die persönlichen Prioritäten zu hinterfragen – und genau darin liegt eine große Stärke des Romans.

Leider konnte mich Eden als Gesamtwerk dennoch nicht vollständig überzeugen. Der Erzählstil mit sehr kurzen Kapiteln sowie häufigen Szenen- und Perspektivwechseln hat es mir schwer gemacht, wirklich in die Geschichte einzutauchen. Statt Spannung aufzubauen, wirkte vieles eher fragmentarisch und sprunghaft.

Zudem hatte ich das Gefühl, dass eine durchgehend fesselnde Handlung hinter den zahlreichen Katastrophenszenarien und Botschaften etwas in den Hintergrund tritt. Die inhaltliche Relevanz ist ohne Frage hoch – doch die emotionale Bindung zur Geschichte und zu den Figuren blieb für mich eher schwach.

Insgesamt ein wichtiges Buch mit einer starken Botschaft, das zum Nachdenken anregt, mich aber erzählerisch nicht ganz abholen konnte.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Lebensgefühl der 70er Jahre in Bonn

Rheinblick
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„Rheinblick“ von Brigitte Glaser ist ein Roman, der weniger durch eine spannende Handlung als durch seine Figuren und die Atmosphäre lebt. Im Mittelpunkt stehen die verschiedenen Charaktere und ihr Lebensgefühl ...

„Rheinblick“ von Brigitte Glaser ist ein Roman, der weniger durch eine spannende Handlung als durch seine Figuren und die Atmosphäre lebt. Im Mittelpunkt stehen die verschiedenen Charaktere und ihr Lebensgefühl – besonders das der jüngeren Generation Anfang der 1970er-Jahre. Die Autorin zeichnet ein stimmungsvolles Bild dieser Zeit am Rhein und legt viel Wert auf zwischenmenschliche Dynamiken und persönliche Entwicklungen.

Mir persönlich fiel es jedoch etwas schwer, richtig in die Geschichte hineinzufinden. Da die Handlung eher ruhig und wenig handlungsgetrieben ist, brauchte ich einige Zeit, um mich auf die Figuren und ihren Alltag einzulassen. Wer einen klar strukturierten Plot erwartet, könnte hier möglicherweise Geduld brauchen.

Der am Rand mitlaufende Kriminalfall hat für mich letztlich den entscheidenden Spannungsbogen geliefert. Ohne dieses Element hätte ich das Buch vermutlich nicht bis zum Ende gelesen.

Insgesamt ist „Rheinblick“ vor allem ein Roman für Leserinnen und Leser, die sich für Charakterstudien und das Lebensgefühl der 70er Jahre interessieren. Wer dagegen eine durchgehend spannende Handlung sucht, wird hier möglicherweise weniger auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

etwas abgedreht aber lesenswert

Die Saat von gestern
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Ferl ist nicht in der besten Phase seines Lebens. Arbeitslos, von der Freundin verlassen und auf dem besten Weg Alkoholiker zu werden. Als sich dann auch noch sein Cousin Kurt umbringt, fährt er in sein ...

Ferl ist nicht in der besten Phase seines Lebens. Arbeitslos, von der Freundin verlassen und auf dem besten Weg Alkoholiker zu werden. Als sich dann auch noch sein Cousin Kurt umbringt, fährt er in sein Heimatdorf um sich die Sache genauer anzusehen. Damit nehmen Ereignisse ihren Lauf, die vieles auf den Kopf stellen, dass er zu wissen geglaubt hat.

Ich fand das Buch nicht leicht zu lesen. Am Anfang zog es sich hin und am Ende passierte so viel, dass es mich fast erschlagen hat. Die Story an sich entwickelt sich gut. Ich kann nicht sagen, dass es eine Stelle in dem Buch gab an der ich gewusst hätte was als nächstes kommt. Mir war es am Ende aber dann doch irgendwie fast zu abgedreht. Eine große Stärke des Buch liegt in den alles andere als perfekten Leben, die hier gezeigt werden. Die Menschen haben es schwer. Sie haben alle ihr Päckchen zu tragen, bleiben dabei aber nahbar, authentisch und sympathisch.

Man muss bereit sein sich darauf einzulassen, dann lohnt es sich auch.

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Veröffentlicht am 15.11.2025

historischer Epos, aber gut lesbar

Sieben Jahre
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„Sieben Jahre“ war für mich insgesamt ein gutes und angenehm zu lesendes Buch. Der Schreibstil hat mir sehr gefallen: ruhig, atmosphärisch und passend zur Epoche, ohne je langweilig zu werden.

Allerdings ...

„Sieben Jahre“ war für mich insgesamt ein gutes und angenehm zu lesendes Buch. Der Schreibstil hat mir sehr gefallen: ruhig, atmosphärisch und passend zur Epoche, ohne je langweilig zu werden.

Allerdings hatte ich mit der großen Anzahl an Figuren zu kämpfen. Geschwister, Prinzen, Verbündete und weitere historische Personen treten in so großer Zahl auf, dass ich gelegentlich den Überblick verloren habe – besonders, wenn manche Figuren nur indirekt erwähnt werden („die Schwester in …“ usw.). Das hat leider dazu geführt, dass ich mitunter nicht genau wusste worum es ging.

Die Dialoge Sprache sind häufig höfisch und eher indirekt, wie es historisch üblich war. Daher musste ich manchmal zweimal lesen, um wirklich zu verstehen, was gemeint war.

Ein Thema, das im Buch viel Raum einnimmt, ist die sexuelle Ausrichtung der Figuren. Das ist interessant und historisch plausibel, wirkt aber manchmal wie das dominierende oder sogar einzige Charaktermerkmal, das wirklich Gewicht bekommt. Dadurch bleiben manche Figuren für meinen Geschmack etwas eindimensional.

Trotz dieser Punkte bleibt „Sieben Jahre“ ein stilistisch starkes, gut lesbares historisches Werk, das viel Atmosphäre bietet. Vor allem Leser*innen, die komplexe Figurenkonstellationen mögen und Freude an historischen Details haben werden es mögen.

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Veröffentlicht am 29.09.2024

sehr gut geschriebener Roman aber leider mit Längen

Das Wohlbefinden
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Anfang des 19. Jahrhunderts treffen sich die seherisch begabte Anna und die angehenden Schriftstellerin Johanna in den Lungenheilstätten Beelitz. Die daraufhin entstehende Beziehung verändert das Leben ...

Anfang des 19. Jahrhunderts treffen sich die seherisch begabte Anna und die angehenden Schriftstellerin Johanna in den Lungenheilstätten Beelitz. Die daraufhin entstehende Beziehung verändert das Leben der beiden. Johanna schafft es endlich ihren ersten großen Roman zu schreiben und Anna kann ihrem Leben als einfache Fabrikarbeiterin entfliehen. Aber diese Verbindung der beiden Frauen ist nicht einfach und hat ihre eigene Dynamik.

Sehr gut gefallen hat mir die Beschreibung der Heilstätten. Sie wirkt fast utopisch an. Aber auch wenn es sich so liest wurden dort, die für die damalige Zeit sehr fortschrittliche Technik wie elektrisches Licht und E-Autos, genutzt. Hier liegt auch die Stärke des Romans. Er ist sehr gut geschrieben. Die Beschreibung der Heilstätten liest sich wie ein Ort der aus der Zeit gefallen ist. Er ist wie eine Insel. Daher wirkt die seherische Fähigkeit von Anna zwar unglaublich aber eben nicht unglaubwürdig.

Leider hat der Roman auch seine Längen. Auch der Erzählstrang in der Gegenwart, um die ziellose Vanessa, konnte mich nicht begeistern.

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