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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.01.2026

wenn Fantasie Wirklichkeit wird

Woman Down
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Autorin Petra steckt nach einer furchtbaren Schlammschlacht um die Verfilmung ihres letzten Buches in einer Schreibblockade. Sie hat Angst sich ihrem Publikum zu stellen und starke Selbstzweifel. Sie nimmt ...

Autorin Petra steckt nach einer furchtbaren Schlammschlacht um die Verfilmung ihres letzten Buches in einer Schreibblockade. Sie hat Angst sich ihrem Publikum zu stellen und starke Selbstzweifel. Sie nimmt sich eine Auszeit in einer einsamen Seehütte, in der Hoffnung dort endlich wieder konzentriert an ihrem nächsten Buch arbeiten zu können. Doch die Inspiration erwischt sie auf eine andere Weise als sie erwartet hätte. Polizist Saint steht eines Nachts vor ihrer Tür - und er sieht exakt so aus, wie eine ihrer Romanfiguren. Aus dem Treffen entwickelt sich ein Rollenspiel, dass alle Grenzen überschreitet..

"Woman down" basiert wohl auf einer Kurzgeschichte von Colleen Hoover, die ich aber im Vorfeld nicht gelesen habe. So konnte ich mich von dem Buch völlig überraschen lassen - was aber nicht so richtig gelungen ist. Der Plot ist absolut fesselnd, spannend und emotional geschrieben - aber auch vorhersehbar. Der Thriller- oder Suspense-Aspekt geht dadurch etwas unter. Trotzdem - die Grundidee und das Spiel mit den Grenzen haben mir super gut gefallen. Auch die Einblicke in Petras Seelenleben, den Druck und ihre Selbstzweifel fand ich super rübergebracht.

Dieser Roman ist längst nicht so düster wie "Verity", aber hat mich trotzdem super unterhalten!

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Veröffentlicht am 26.12.2025

romantische Küchenschlacht

The Heat is on – Something‘s Cooking Between Us
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Nachdem "Courting" ein absolutes Überraschungshighlight war, musste ich unbedingt auch "the heat is on" von Felicia Kingsley lesen. Und was soll ich sagen - auch von dieser Story wurde ich nicht enttäuscht. ...

Nachdem "Courting" ein absolutes Überraschungshighlight war, musste ich unbedingt auch "the heat is on" von Felicia Kingsley lesen. Und was soll ich sagen - auch von dieser Story wurde ich nicht enttäuscht. Kingsley schreibt gewohnt locker und humorvoll. Die Szenen zwischen Julia (die unter Verdacht steht die Tochter eines Unterweltbosses zu sein, aber sich eigentlich nicht sehnlicher wünscht, als ihrem Vater zu beweisen wie gut sie als Küchenchefin des neuen Familienrestaurants geeignet ist) und Dwight (Eliteagent beim FBI mit Decknamen Romeo und Undercoverkoch im Restaurant) sind herrlich spitz und ironisch. Natürlich geraten sich die zwei Turteltauben immer wieder in die Haare.
Neben Romantik und Humor wird das Thema chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn in die Geschichte mit eingeflochten und wie Julia mit diesem Krankheitsbild umgeht und auch versucht ihre Unsicherheit zu überwinden.

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Veröffentlicht am 08.06.2025

Krankenhauswahnsinn

Staying Alive
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In einem großen Berliner Krankenhaus geht es drunter und drüber. Die neue Assistenzärztin Nicki weiß gar nicht mehr wo ihr der Kopf steht. Patienten mit den skurrilsten Anliegen und manchmal sogar welche ...

In einem großen Berliner Krankenhaus geht es drunter und drüber. Die neue Assistenzärztin Nicki weiß gar nicht mehr wo ihr der Kopf steht. Patienten mit den skurrilsten Anliegen und manchmal sogar welche mit echten Notfällen. Völlig übernächtigt versucht Nicki den Krankenhausalltag zu meistern und gleichzeitig auch noch ihr nicht vorhandenes Privatleben in den Griff zu bekommen. Und wie könnte es anders sein, verliebt sie sich dann auch noch in den Oberarzt.

Die Autorin und Ärztin Eva Mirasol schreibt herrlich bissig und überspitzt (hoffe ich jedenfalls ;) ) über den alltäglichen Krankenhauswahnsinn, über Frauen die in ihrer Rolle als Ärztin nicht ernstgenommen werden und über absurde Situationen.
Für Laien erklärt sie medizinische Begriffe auf eine einfache und witzige Art in Fußnoten. Für mich hätte es das tatsächlich nicht gebraucht, weil es mich persönlich im Lesefluss eher unterbricht. Aber vielleicht ist es für andere Personen wirklich hilfreich. Insgesamt fand ich das Buch sehr unterhaltsam und trotz der humorvollen Schreibweise und den komischen Situationen, hat es doch einen kritischen Unterton, der zum Nachdenken anregt. Es liest sich ein bisschen wie ein Tagebuch einer überlasteten Ärztin, statt wie ein Roman, weil man viele einzelne Situationen durchlebt, die übergeordnete Geschichte sich aber nur sehr langsam entwickelt und auch nicht in jeder Szene Thema ist. Mir hats Spaß gemacht!

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Veröffentlicht am 08.05.2025

the first to fall

The First to Fall
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Auroras Schwester kam auf ihrer Reise bei einem tragischen Unfall ums Leben. Aurora glaubt nicht so recht daran und macht sich auf die Suche nach den Spuren der Wahrheit. In einem Hotel in den Alpen findet ...

Auroras Schwester kam auf ihrer Reise bei einem tragischen Unfall ums Leben. Aurora glaubt nicht so recht daran und macht sich auf die Suche nach den Spuren der Wahrheit. In einem Hotel in den Alpen findet sie dann erste Hinweise… und Jakob, einen Ex-Profisportler, dem sie sich anvertraut. Doch schon bald weiß Aurora nicht mehr, wem sie noch trauen kann.

In "the first to fall" von Kristina Moninger erleben wir eine gelungene Mischung aus Romantik und Thrill. Die Beziehung zwischen Aurora und Jakob steht zwar im Vordergrund, aber Rückblenden auf die Erlebnisse der Schwester werden durch Jakobs Sichtweise geschickt eingeflochten, sodass eine leicht bedrohliche Atmosphäre immer zu spüren ist. Man weiß nicht mehr so recht, welcher der Charaktere nun vertrauenswürdig ist und vielleicht mit dem Verschwinden zu tun haben könnte.

Die Chemie zwischen Jakob und Aurora finde ich eigentlich ganz gut, die zwei kommen sich schnell näher. Allerdings ich finde es immer etwas anstrengend, wenn Probleme dadurch geschaffen werden, dass die Protas gefühlt erst nach 350 Seiten mit einander über ihre Geheimnisse reden und ständig nur darüber nachdenken genau das noch tun zu müssen.

Das Alpensetting ist toll beschrieben und ein wirklich cooler Handlungsort für diese Geschichte. Ich konnte die Berge und das Chalet jederzeit vor meinem inneren Auge sehen. Das Cover dazu perfekt abgestimmt und farblich einfach ein Traum.

Grundsätzlich hat mir die Handlung super gut gefallen, stellenweise hätte es für meinen Geschmack jedoch zügiger vorangehen können, das hätte der Spannungskurve ein bisschen mehr Schwung gegeben.
Der Cliffhanger am Ende reißt es natürlich wieder heraus und ich werde Band 2 definitiv lesen :).

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Veröffentlicht am 03.04.2025

besondere Welten

Lyneham
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Das Weltall ist auf die Erde gekommen. Nur einige wenige Menschen können auf einen anderen Planeten "Perm" fliehen. Henry, sein Vater und seine Geschwister hatten Glück und konnten einen Platz in dem Raumschiff ...

Das Weltall ist auf die Erde gekommen. Nur einige wenige Menschen können auf einen anderen Planeten "Perm" fliehen. Henry, sein Vater und seine Geschwister hatten Glück und konnten einen Platz in dem Raumschiff ergattern. 12 000 Jahre dauert die Reise zum anderen Sonnensystem. Henrys Mutter, eine hochintelligente Forscherin, sollte mit dem nächsten Raumschiff nachkommen. Durch die neuere Technologie, kann sie aber die ersten Transportschiffe um einige 1000 Jahre überholen und schon einmal alles für deren Ankunft vorbereiten. Doch leider läuft nicht alles wie geplant…

Das World-Building von Nils Westerboers Sci-Fi Roman ist wirklich großartig ausgearbeitet und Perm sehr bildhaft beschrieben. Die Menschen müssen in sogenannten Biomen leben, weil die Atmosphäre Perms zu wenig Sauerstoff enthält und für die Menschen tödlich ist. Es gibt unsichtbare Wesen, die nur mit Hilfe ihres Gehörs ihre Opfer finden. Alles ist rau und nicht besonders lebenswert.

Wir erleben Perm aus zwei Perspektiven. Einmal die von Henrys Mutter Mildred - sie erklärt nach und nach wie es zum Aufbau der Biome kam und stellt die Frage, wie weit die Menschen in eine fremde Lebenswelt eingreifen und sie beeinflussen dürfen. Ihre Passagen sind sehr sachlich und ich könnte mir vorstellen, dass es für den ein oder anderen zu wissenschaftlich und schwer nachzuvollziehen ist. Wie funktionieren Lungen auf Perm? Wie könnte man die DNA der Menschen verändern, damit sie auf Perm frei leben können, usw.
Die zweite Sicht ist die von Henry. Er erlebt die neue Welt natürlich viel kindlicher, stellt in seiner Naivität oft die richtigen Fragen und bewertet Situationen nach seinem Bauchgefühl. Ich fand den Kontrast zwischen der rationalen Sicht der Mutter und die von Henry beim Lesen sehr spannend und habe mich oft gefragt, wie ich mich an ihrer Stelle entschieden hätte.

Insgesamt ist der Roman sehr atmosphärisch und komplex. Man muss permanent mitdenken, um nicht den Überblick zu verlieren. Aber wenn man sich die Zeit nimmt und gerne neue Welten entdeckt, kann Lyneham ein besonderes Leseerlebnis bieten.

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