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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.01.2026

Hör auf deinen Körper

Die Stimme unseres Körpers
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Prof. Dr. Ingo Froböse kannte ich bereits vom Hören und Sehen aus meiner Zeit als Studentin an der Sporthochschule Köln. Umso gespannter war ich auf sein Buch und darauf, ob es tatsächlich so gut geschrieben ...


Prof. Dr. Ingo Froböse kannte ich bereits vom Hören und Sehen aus meiner Zeit als Studentin an der Sporthochschule Köln. Umso gespannter war ich auf sein Buch und darauf, ob es tatsächlich so gut geschrieben ist, wie man es ihm oft nachsagt.
Umso überraschter war ich über den lockeren und zugleich sehr verständlichen Schreibstil. Nach der Inhaltsangabe hatte ich ein eher anspruchsvolles Buch erwartet, das höchste Konzentration beim Lesen erfordert. Das Gegenteil war jedoch der Fall. Die Inhalte sind klar, anschaulich und gut nachvollziehbar erklärt. Besonders gefallen haben mir die vielen leicht verständlichen Beispiele sowie die anschaulichen Gegenüberstellungen, die bereits im ersten Kapitel mit den Begriffen Homöostase und Allostase beginnen.
Doch nicht nur der Schreibstil hat mich überzeugt, sondern vor allem die zentrale Botschaft des Buches: Wir hören viel zu selten auf die Signale unseres Körpers. Würden wir diese bewusster wahrnehmen, könnten wir viele Krankheiten besser verstehen oder ihnen sogar vorbeugen. Der Körper trifft Entscheidungen, die nicht im Widerspruch zu seinen Bedürfnissen oder zu unseren tiefen inneren Überzeugungen stehen – genau das hält uns gesund. Die Erfüllung körperlicher Bedürfnisse und innerer Überzeugungen bildet die Grundlage für ein zufriedenes und vitales Leben. Und genau das ist es doch, was wir alle anstreben.
Ich kann dieses Buch von Herzen weiterempfehlen. Es war mir eine große Freude, es zu lesen.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Unbeschreiblich schön

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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Die Autorin Lisa Ridzén kannte ich bisher nicht. Aber der Titel und das Cover von „Wenn die Kraniche nach Süden ziehen“ hat sofort mein Interesse geweckt. Auf dem Cover sieht man einen Mann mit einem ...



Die Autorin Lisa Ridzén kannte ich bisher nicht. Aber der Titel und das Cover von „Wenn die Kraniche nach Süden ziehen“ hat sofort mein Interesse geweckt. Auf dem Cover sieht man einen Mann mit einem Hund, der den Hauptprotagonisten Bo widerspiegeln soll. Meiner Meinung nach ist das Cover (vor allem wenn man das Buch durchgelesen hat) sehr passend und emotional ergreifend gestaltet worden.
Zur Handlung: Bo lebt mit seinem Hund Sixxten alleine in seinem Haus, nachdem seine demenzkranke Frau in ein Heim ziehen muss. Die Autorin zieht die Themen Familie, Freundschaft, Sehnsucht und das Älter werden in den Vordergrund. Dabei verwendet sie einen Schreibstil, der einen denken lässt die Geschichte selber zu erleben. Der Schreibstil regt zum nachdenken an und hallt nach. An vielen Stellen des Buches musste ich schlucken, weil sie so aufrichtig und emotional beschrieben wurden. Bo durchläuft eine Phase des Verlustes durch seine Frau und seinem Hund Sixxten, der an eine Familie abgegeben wurde, weil dies sein Sohn Hans aufgrund seiner körperlichen Verfassung so entschieden hat. Nach und nach lässt Bos Körper aufgrund seines Alters nach und er erkennt, dass er nicht mehr lange zu leben hat - und das Leben so auch nicht mehr leben möchte. Nicht nur seine Frau und sein Hund fehlen ihm, er verliert auch noch seinen besten und einzigen Freund Tude.
Ganz besonders emotional fand ich die Beschreibung des Sterbens - wann Bo sich seinen Zeitpunkt ausgesucht hat.
Ungerne möchte ich das Schönste am Buch verraten, aber: der letzte Satz auf Seite 379 ist bisher die schönste Pointe die ich je gelesen habe.
Wirklich ein tolles Buch, was ich nur empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 09.12.2025

Anerkennung und Abwehr

Anerkennung ändert alles
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Das Buch „Anerkennung ändert alles“ von Dr. Barbara Strohschein hat mich schon durch sein auffälliges lila-weißes Cover angesprochen. Auch der Klappentext hat mir sofort vermittelt, worum es in dem Buch ...

Das Buch „Anerkennung ändert alles“ von Dr. Barbara Strohschein hat mich schon durch sein auffälliges lila-weißes Cover angesprochen. Auch der Klappentext hat mir sofort vermittelt, worum es in dem Buch geht und warum das Thema Anerkennung eine so große Rolle in unserem Leben spielt. Beim Lesen wurde mir schnell klar, wie verständlich und klar die Autorin ihren Schreibstil gestaltet.

Ich habe durch das Buch gelernt, dass das Bedürfnis nach Anerkennung ein grundlegender Teil unseres Menschseins ist – genauso wie der Impuls, Dinge abzuwehren, die uns unangenehm oder bedrohlich erscheinen. Dr. Strohschein erklärt sehr nachvollziehbar, wie Abwehrmechanismen funktionieren und warum Anerkennung viel bedeutender und kraftvoller ist, als wir oft annehmen. Anhand vieler Beispiele und Geschichten wurde mir bewusst, wie häufig wir im Alltag abwehren, statt anzuerkennen. Die Autorin zeigt, dass Abwehr viel häufiger vorkommt als echte Anerkennung und dass wir eher in einer „Abwehrgesellschaft“ als in einer „Anerkennungsgesellschaft“ leben. Diese Abwehrhaltung erzeugt Konflikte, die unseren Alltag unnötig belasten und Beziehungen erschweren.

Besonders eindrücklich fand ich die Geschichte über den Abteilungsleiter und seinen Vater, die mich emotional sehr berührt hat. Durch die Zusammenarbeit mit Dr. Strohschein erkennt er, welche persönlichen Schritte notwendig sind, um aus festgefahrenen Mustern auszusteigen. Diese Beispiele haben mir geholfen zu verstehen, wie stark unsere inneren Haltungen unser Verhalten prägen.

Für mich ist das Buch ein hervorragendes wissenschaftliches Werk, weil es trotz seines theoretischen Hintergrunds leicht verständlich bleibt. Ich konnte viele Inhalte direkt auf mein eigenes Leben übertragen. Insgesamt hat mir das Buch neue Sichtweisen eröffnet und mir gezeigt, wie wertvoll echte Anerkennung im Zusammenleben ist.

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Herz erwärmend

Der Scherbenpalast
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Im Buch „Der Scherbenpalast“ von der Autorin Annette Mierswa geht es um die Hauptprotagonistin Lou, die eine chaotische Zeit in ihrem Leben durchmacht, da sie aufgrund eines Umzugs ihre beste Freundin ...

Im Buch „Der Scherbenpalast“ von der Autorin Annette Mierswa geht es um die Hauptprotagonistin Lou, die eine chaotische Zeit in ihrem Leben durchmacht, da sie aufgrund eines Umzugs ihre beste Freundin Nel in ihrer Heimatstadt Hamburg zurücklässt. Alles erscheint ihr hoffnungslos, beängstigend und negativ. Aus diesem Grund versucht sie, ihre Eltern zu manipulieren, in der Hoffnung, nach Hamburg zurückzuziehen. Doch diese denken nicht im Entferntesten an einen Rückzug, sondern schmeißen Lou in ein komplett neues Leben. Ein Leben, in dem Lou schon bald eine alte Dame namens Freja in ihrer Nachbarschaft kennenlernt. Freja hört ihr zu. Auf eine bewegende Art und Weise schafft es die Autorin, die zwischenmenschliche Beziehung der beiden Protagonistinnen so herzerwärmend und lebendig darzustellen, dass man als Leser völlig magisch das Gefühl hat, selbst ein Teil der Geschichte zu sein. Das Buch ist für jeden geeignet, der Lust auf eine Geschichte hat, in der es um Veränderung, Hoffnung und Mut für Neues geht.

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Veröffentlicht am 16.10.2025

Bestes Buch 2025

Alle weg
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Alle weg“ von Stefan Maiwald ist für mich das beste Buch, das ich im Jahr 2025 gelesen habe. Gerade jetzt, wo die Tage wieder kälter und gemütlicher werden, passt die Geschichte einfach perfekt zur Stimmung. ...

Alle weg“ von Stefan Maiwald ist für mich das beste Buch, das ich im Jahr 2025 gelesen habe. Gerade jetzt, wo die Tage wieder kälter und gemütlicher werden, passt die Geschichte einfach perfekt zur Stimmung. Stefan Maiwald schreibt mit einem feinen Gespür für Humor, aber auch mit viel Nachdenklichkeit. Seine Figuren wirken so echt, dass ich oft das Gefühl hatte, sie könnten direkt aus dem echten Leben stammen.



Besonders berührt hat mich der Austausch zwischen den Menschen in Pianos Bar. Beim Lesen hatte ich häufig das Gefühl, selbst mit am Tisch zu sitzen – erst still zuzuhören und dann irgendwie Teil dieser Gespräche zu werden. Diese Szenen sind so lebendig beschrieben, dass man fast die Stimmen und das Lachen hören kann.



Ich mag, wie Maiwald über Menschen schreibt – mit Wärme, Respekt und einer liebevollen Ehrlichkeit. Er gibt seinen Figuren Authentizität und zeigt, dass jede Lebensgeschichte es wert ist, erzählt zu werden. Gleichzeitig hatte ich beim Lesen das wunderbare Gefühl, dem Druck der Gesellschaft und der ständigen Schnelllebigkeit für eine Weile entfliehen zu können.



Sein Schreibstil ist flüssig, charmant und oft angenehm ironisch. Immer wieder musste ich schmunzeln oder kurz innehalten, weil ein Satz mich besonders getroffen hat. Ich liebe seine Wortspiele und die Sätze, die so klug und fein formuliert sind, dass sie fast etwas Künstlerisches an sich haben.


Für mich ist „Alle weg“ ein Buch, was ich geliebt habe zu lesen. Und vielleicht werde ich eines Tages in Pinos Bar zum lauschen sitzen! 😊

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