Platzhalter für Profilbild

Kado82

Lesejury Star
offline

Kado82 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Kado82 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.12.2025

Weihnachts-Highlight

Wunder einer Winternacht
0

Ich dachte wirklich, ich hätte meinen Favoriten unter den Weihnachtsbüchern bereits vorher gefunden - doch ich wurde eines Besseren belehrt.
'Wunder einer Winternacht' von Marko Leino ist in Sachen Gefühl ...

Ich dachte wirklich, ich hätte meinen Favoriten unter den Weihnachtsbüchern bereits vorher gefunden - doch ich wurde eines Besseren belehrt.
'Wunder einer Winternacht' von Marko Leino ist in Sachen Gefühl und Sinn der Weihnacht kaum zu übertreffen. Zum Jahresende nochmal ein absolutes Highlight - und das ist keineswegs übertrieben. 🥹

Der kleine Nikolas steht nach einem schweren Schicksalsschlag im Alter von gerade einmal fünf Jahren ganz alleine da. Wie schön, dass es die warmherzige Dorfgemeinschaft des kleinen Fischerörtchens Korvajoki gibt. Obwohl jede Familie selbst von Jahr zu Jahr ums Überleben kämpft, treffen sie gemeinsam eine ungewöhnliche Entscheidung: Nikolas soll jeweils ein Jahr bei einer Familie leben und immer an Weihnachten weiterziehen.

Anfangs leidet der Junge sehr unter dieser Situation, doch mit der Zeit helfen ihm die liebevollen Menschen, Vertrauen zu fassen und langsam zu heilen. Als stillen Dank schnitzt Nikolas jedes Jahr kleine Holzgeschenke für die Kinder seiner jeweiligen Gastfamilie - eine liebevolle Geste , die zeigt, wie viel Wärme und Mitgefühl trotz aller Entbehrungen in ihm stecken.

Nach einigen Jahren jedoch kommt ein wirtschaftlich besonders schlechtes Jahr - und der einzige, der Nikolas aufnehmen kann, ist der mürrische, eigenbrötlerische Tischler Iisakki. Für ihn ist Nikolas zunächst nichts weiter als eine billige Arbeitskraft. Doch dann geschieht ein kleines Weihnachtswunder.

Mehr möchte ich gar nicht verraten, denn gerade die leisen, überraschenden Momente machen diese Geschichte so unglaublich zauberhaft.
Während des Lesens war ich traurig, freudig überrascht, voller Mitgefühl und mehrfach zu Tränen gerührt - ein Wechselbad der Gefühle.

Eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte, die sich tief in mein Herz eingebrannt hat. Von mir eine ganz klare Leseempfehlung.

Den Film habe ich mir im Anschluss ebenfalls angesehen, doch für mein Empfinden fehlt dort einiges. Vor allem konnte das besondere Gefühl des Buches bei Weitem nicht so intensiv transportiert werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.12.2025

Das Weihnachts-Geheimnis

Das Geheimnis der Weihnachtskiste
0

'Das Geheimnis der Weihnachtskiste' war thematisch vielfältiger, als ich erwartet hatte - und genau das hat mir besonders gut gefallen.
Es steckt ganz viel Wohlfühlatmosphäre darin, mit einer wunderbaren ...

'Das Geheimnis der Weihnachtskiste' war thematisch vielfältiger, als ich erwartet hatte - und genau das hat mir besonders gut gefallen.
Es steckt ganz viel Wohlfühlatmosphäre darin, mit einer wunderbaren Kulisse in Husum. Gleichzeitig greift die Geschichte auch ernstere Themen auf, die mir das ein oder andere Tränchen entlockt haben. Dennoch bleibt alles in einem Rahmen, der mich am Ende eher beseelt als traurig zurückgelassen hat.

Rike erfährt völlig überraschend, dass ihre Mutter Vally die alte Fischerkate - ihr Elternhaus - verkaufen möchte. Trotz des Weihnachtstrubels organisiert Rike alles um und reist nach Husum, um ihre Mutter zu unterstützen. Da Mutter und Tochter in ihrer Einstellung zu Weihnachten kaum unterschiedlicher sein können, sind Konflikte vorprogrammiert. Doch es passiert noch soviel mehr: Rike kommt überraschend zu einem Aushilfsjob in einer ganz besonderen Location, trifft einen alten Schwarm wieder und ihre Mitarbeit an einer Beitragsreihe für die Husumer Zeitung lässt ein lange verborgenes Geheimnis erahnen.

Die Autorin Lisa Ahland hat hier einen Weihnachtsroman geschaffen, der cozy ist, ohne kitschig zu wirken. Es passiert viel, aber nichts fühlt sich überladen an. Weihnachtsfeeling kommt auf, auch wenn nicht alles heile Welt ist - und genau das macht die Geschichte so besonders.

'Das Geheimnis der Weihnachtskiste' war für mich das perfekte Weihnachtsbuch und ich kann es euch wirklich von Herzen empfehlen. 🎄✨️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.12.2025

Familiengeheimnisse

Die Verlorene
0

Mit 'Die Verlorene' hat Miriam Georg uns einen wirklich unterhaltsamen und zugleich bewegenden Roman vorgesetzt.
Er vereint vieles, was ich besonders schätze: eine vielschichtige Familiengeschichte, zwei ...

Mit 'Die Verlorene' hat Miriam Georg uns einen wirklich unterhaltsamen und zugleich bewegenden Roman vorgesetzt.
Er vereint vieles, was ich besonders schätze: eine vielschichtige Familiengeschichte, zwei Handlungsstränge auf unterschiedlichen Zeitebenen sowie einen Roman über Frauen und ihre Schicksale.

Der erste Handlungsstrang spielt im Jahr 2019 in Frankfurt. Laura stößt auf ein lange verborgenes Familiengeheimnis und macht sich daran, dessen Ursprung auf die Spur zukommen. Nach anfänglicher Skepsis lässt sich auch ihre Mutter Ellen auf diese Suche ein - ein Prozess, der für beide weitreichende Folgen hat.

Die zweite Zeitebene führt zurück ins Jahr 1943 nach Schlesien, auf den Pappelhof. Dort wachsen die Zwillingsschwestern Änne und Luise auf einem Pferdehof auf und erleben trotz der Kriegswirren zunächst eine behütete Kindheit und Jugend. Doch eine Krankheit zwingt Änne plötzlich dazu, im Verborgenen leben zu müssen. Ihr einziger Halt ist Luise - während sich für diese das Leben weiterdreht. Als schließlich der Kriegsgefangene Karl auf den Hof kommt, nimmt das Schicksal seinen Lauf ...

Ich mochte beide Handlungsstränge sehr gerne. Normalerweise fesselt mich vorallem die Vergangenheit, doch hier war ich ebenso gespannt auf die Entwicklung in der Gegenwart. Besonders eindrücklich fand ich die Darstellung vererbte Traumata und zu beobachten, wie sich die zunächst kühle Ellen Schritt für Schritt öffnet.
In der historischen Ebene geschieht naturgemäß mehr, und mit beiden der Schwestern konnte ich intensiv mitfühlen.
'Die Verlorene ' ist ein Roman, der vieles vereint: Enteignung, Kriegstraumata, (Geschwister-)Liebe, Verlust und Mutterschaft - getragen von starken Frauenfiguren und sehr bildhaften Beschreibungen. Ich habe das Buch gelesen als auch gehört und konnte der Sprecherin Tanja Fornaro ausgesprochen gut lauschen.

Ein rundum gelungener Roman, den ich uneingeschränkt empfehlen kann. 📚✨️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.11.2025

Was das Meer uns gibt

Das Geschenk des Meeres
0

Was für eine zutiefst berührende, traurige und zugleich hoffnungsvolle Geschichte.

Der Roman 'Das Geschenk des Meeres' von der Autorin Julia R. Kelly hat mich von Anfang bis zum Ende völlig in seinen ...

Was für eine zutiefst berührende, traurige und zugleich hoffnungsvolle Geschichte.

Der Roman 'Das Geschenk des Meeres' von der Autorin Julia R. Kelly hat mich von Anfang bis zum Ende völlig in seinen Bahn gezogen.

In einem kleinen Fischerdörfchen an der schottischen Küste wird ein kleiner Junge vom Meer an den Strand gespült - ein Ereignis, das wie ein Sturm in das Leben der Dorfbewohner fährt.
Besonders für Dorothy, die Lehrerin die sich dem Jungen annimmt, bedeutet seine Ankunft weit mehr als nur ein außergewöhnliches Ereignis.
Ihr eigenes, traumatisches Erlebnis liegt erst wenige Jahre zurück und ähnelt dem Schicksal des Jungen auf schmerzhafte Weise. Durch ihre kühle, entbehrungsreiche Kindheit geprägt, wirkt Dorothy oft zurückhaltend und unnahbar - etwas, das ihr die Menschen im Dorf nur allzu kritisch auslegen.

Die Geschichte ist so eindringlich und bildhaft erzählt, dass ich mich der rauen Brandung, dem Wind und der melancholischen Stille des Küstenortes kaum entziehen konnte. Die Figuren wirken unglaublich echt: Ich habe Dorothys Schmerz gespürt, ebenso wie das leise Aufflammen ihrer Hoffnung. Auch Joseph, der Fischer, der den Jungen findet, hat mich bewegt - seine stille Stärke, seine Zweifel, seine unerwartete Verbundenheit zu Dorothy. Seine innere Zerissenheit hat mich sehr berührt.

Gut gefallen hat mir auch die geschwätzige Damenrunde im Dorflädchen, allen voran Mrs. Smith, die mit ihrer ehrlichen, direkten und unverblümten Art immer wieder Wärme in die Geschichte bringt.

Dieses Buch vereint die Gewalt der Natur mit der Zerbrechlichkeit menschlicher Emotionen. Es hat mich tief getroffen, mich gefesselt, mich zum Nachdenken gebracht- und es hat das Potential, mein persönliches Lesehighlight 2025 zu werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.11.2025

Fluch und Segen

Das Dreizehnte Kind
0

'Das dreizehnte Kind' von Erin A. Craig ist schon optisch eine Highlight. Das Cover ist ein echter Hingucker - und das Besondere: Der Einband unter dem Schutzumschlag ist sogar noch schöner. Solche Details ...

'Das dreizehnte Kind' von Erin A. Craig ist schon optisch eine Highlight. Das Cover ist ein echter Hingucker - und das Besondere: Der Einband unter dem Schutzumschlag ist sogar noch schöner. Solche Details liebe ich einfach. 🥰

Die Protagonistin Hazel hat ein bewegtes Leben. In Armut geboren, als das titelgebende dreizehnte Kind, wird sie mit Missachtung gestraft und wartet Jahr um Jahr sehnsüchtig auf ihren ihr noch gänzlich unbekannten Paten.
Der Pate ist niemand Geringeres als der Gott des Todes. Besonders schön fand ich, dass er nicht diese furchteinflößende Gestalt ist, die man erwarten würde, sondern ein kluger, einfühlsamer Gott, der Hazel mit Respekt begegnet.
Hazel hat als dreizehntes Kind eine besondere Gabe - das Heilen - und diese Gabe ist Fluch und Segen zugleich.
Als der König schwer erkrankt und sie an den Hof gerufen wird, um ihn zu retten, stellt sich ihr Leben völlig auf den Kopf.

Dies ist ein schöner Fantasyroman mit düsteren Elementen und einer tollen Geschichte. Am liebsten mochte ich die anfängliche Erzählung der kleinen Hazel, und wie sehr habe ich mitgefiebert, dass sie endlich aus diesem lieblosen Elternhaus geholt wird. Ihre Entwicklung zur großen Heilerin hätte von mir aus gerne länger erzählt werden können und dafür etwas weniger von dem Leben auf dem königlichen Hof. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Dafür fand ich das Ende wieder ganz großartig.

Ich hatte eine wirklich tolle Lesezeit mit Hazel. Die Geschichte ist durchdacht, die Figuren sind lebendig und interessant und der Schreibstil ist angenehm flüssig.
Ich empfehle dieses Buch allen, die Fantasy mit sanft düsteren Untertönen lieben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere