Cover-Bild Wohin ihre Flügel sie tragen
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16,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Gerth Medien
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Klassisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Ersterscheinung: 19.01.2026
  • ISBN: 9783961227303
Susie Finkbeiner

Wohin ihre Flügel sie tragen

Roman
Renate Hübsch (Übersetzer)

1975: Die vierjährige Minh wird durch eine Hilfsorganisation aus dem vom Krieg erschütterten Vietnam in eine neue Welt gebracht – nach Amerika, wo Linda und Bruce sie voller Liebe aufnehmen. Als Erwachsene fasst sie den Entschluss, auf die Suche nach ihren Wurzeln zu gehen. Ihre Adoptiveltern lassen sie schweren Herzens ziehen. Wird Minh zurückkehren? Oder verlieren sie ihre Tochter für immer?

Eine zutiefst bewegende Geschichte über Familie, Identität und die heilende Kraft der Liebe – die stark genug ist, loszulassen und dennoch zu verbinden.

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.01.2026

Ein ganz wundervolles Buch

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Linda ist traurig. So gerne hätte sie noch ein Baby. Leider haben die Bemühungen bisher keinen Erfolg. Ihr Mann Bruce tröstet sie und er hat eine Idee. In Vietnam warten Waisenkinder auf Ehepaare, die ...

Linda ist traurig. So gerne hätte sie noch ein Baby. Leider haben die Bemühungen bisher keinen Erfolg. Ihr Mann Bruce tröstet sie und er hat eine Idee. In Vietnam warten Waisenkinder auf Ehepaare, die sie nach Amerika einladen. Die Verantwortlichen erhoffen sich eine bessere Zukunft für die Kleinen. Auch Linda und Bruce bemühen sie um eine Adoption. Sie würden gerne einem kleinen Jungen ein sicheres Zuhause bieten. Es kommt aber alles ganz anders und die klein Minh wird ihr Töchterchen Nr. 2.

Die ältere Tochter Sophie freut sich sehr auf ihre kleine Schwester. Nur Bruces Mutter ist skeptisch, ja sogar sehr abweisend. Liegt es an dem Schicksalsschlag, der ihr den Sohn wegnahm? Linda und Bruce geben sich sehr viel Mühe mit dem Mädchen. Doch sie fühlt sich in der christlichen Schule gar nicht wohl. Sie gehört auch noch nach Jahren nicht richtig dazu. Alle ihre Bedenken und Wünsche werden von den Eltern mitgetragen. Das macht ihr Leben sehr viel leichter.

"Wohin ihre Flügel sie tragen" ist ein ganz wunderbares Buch. Der feine Schreibstil und der subtile Humor fesselten mich. Die Kapitel wechseln immer zwischen den Jahreszahlen und besonderen Ereignissen in der Familie. Erzählt wird in der Ich-Form und immer wieder von anderen Familienmitgliedern. Spannend für mich war, dass ich von der Organisation „Operation Babylift“ hörte. Die kannte ich bisher noch nicht. Nicht nur die umfangreiche Recherchearbeit der Autorin macht das Buch zu einem außergewöhnlichen Highlight in dem noch jungen Lesejahr. Hundertprozentige Empfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 28.12.2025

Zwischen Herkunft und Zuhause: Ein Roman voller Herz und Hoffnung

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Der Titel des Buches erweist sich als äußerst treffend und gewinnt durch das Nachwort der Autorin eine besondere Tiefe. Dort heißt es, dass „Lob und Dank unserem Vater gebühren, der uns sieht, wenn wir ...

Der Titel des Buches erweist sich als äußerst treffend und gewinnt durch das Nachwort der Autorin eine besondere Tiefe. Dort heißt es, dass „Lob und Dank unserem Vater gebühren, der uns sieht, wenn wir fliegen, der sich um uns sorgt, wenn wir fallen und der jederzeit seine Hand über uns hält“. Dieser Gedanke zieht sich spürbar durch den gesamten Roman und prägt seine warmherzige, hoffnungsvolle Atmosphäre.
Die Geschichte wird aus drei Perspektiven und klar voneinander abgegrenzten Zeitebenen erzählt. Linda berichtet aus der Sicht als Mutter im Jahr 1975, als die Familie durch die Adoption der kleinen Vietnamesin Minh – liebevoll Mindy genannt – im Rahmen der Operation Babylift wächst. Kinder wurden damals aus der Gefahrenzone des Vietnamkriegs in die USA gebracht, um dort ein neues Zuhause zu finden.

Sonny, die Tochter von Bruce und Linda, erzählt aus der Perspektive ihrer Jugend im Jahr 1988. Ihre Kapitel spiegeln das Aufwachsen der Halbschwestern wider: erste Verliebtheit, familiäre Veränderungen, Unsicherheiten und Reibungen, aber auch Zusammenhalt und Ehrlichkeit. Vater Bruce ergänzt die Geschichte aus der Gegenwart, verbunden mit Rückblicken, die das Erlebte einordnen und vertiefen.

Anfangs erfordern die zeitlichen Sprünge etwas Aufmerksamkeit, bis man sich in die familiären Abläufe, Sorgen, Ängste und auch die Vorurteile von außen eingelesen hat. Ist dieser Überblick jedoch gewonnen, entfaltet die Geschichte ihre volle emotionale Wirkung.

Durch die persönliche Erzählweise wirken die beschriebenen Emotionen besonders intensiv. Vor allem Vater Bruce schließt man schnell ins Herz: Seine liebevolle, offene Art, seine Bereitschaft, Gefühle zu zeigen, und sein aufrichtiges Bemühen, für jedes Familienmitglied da zu sein, verleihen der Geschichte große Authentizität.

Beeindruckend ist zudem der Umgang der Familie mit Mindy. Ob Sonnys direkte, manchmal dickköpfige Ehrlichkeit oder die Eltern, die sich ihren eigenen Ängsten stellen und ihre Adoptivtochter nicht nur beim Aufwachsen, sondern auch bei ihrem späteren Wunsch, nach ihrer Herkunftsfamilie zu suchen, unterstützen – stets stehen Annahme, Offenheit und Zuhören im Mittelpunkt.

Die Geschichte entwickelt sich anders als erwartet: emotional, stellenweise sehr berührend, zugleich aber auch mit leichten und humorvollen Momenten. Einige im Klappentext angekündigte Aspekte bleiben vergleichsweise knapp, sodass das Ende offen wirkt und Raum für eigene Gedanken oder eine mögliche Fortsetzung lässt.

Der christliche Glaube ist dezent, aber bewusst in die Handlung eingeflochten. Besonders die Hinweise auf Gottes Güte, seine Liebe zu allen Menschen und die Botschaft, dass Herkunft keinen Unterschied im Wert eines Menschen macht, fügen sich stimmig ein.
Insgesamt ist es ein lesenswertes Buch, auch wenn stellenweise mehr Tiefe oder Spannung möglich gewesen wäre und bekannte familiäre Entwicklungen teilweise vorweggenommen werden. Zurück bleibt jedoch eine berührende Geschichte über Familie, Vertrauen und das Wissen, gesehen und gehalten zu sein.

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