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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.01.2026

Zum Teil harte Kost

The Spirit Bares Its Teeth
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London, 1883. Der sechzehnjährige Silas Bell ist trans und würde sich eher die violetten Augen ausreißen, als eine gehorsame Speaker-Ehefrau zu werden. Doch für die Welt zählt nur das Mädchen, das sie ...

London, 1883. Der sechzehnjährige Silas Bell ist trans und würde sich eher die violetten Augen ausreißen, als eine gehorsame Speaker-Ehefrau zu werden. Doch für die Welt zählt nur das Mädchen, das sie in ihm sehen will. Nach dem Scheitern seiner Flucht vor einer arrangierten Ehe wird bei Silas die Schleierkrankheit diagnostiziert – eine mysteriöse Krankheit, die violettäugige Frauen in den Wahnsinn treibt – und er landet im Braxton-Sanatorium. Als die Geister vermisster Schüler ihn um Hilfe bitten, beschließt Silas, Braxtons dunkles Inneres offenzulegen – sofern die Schule ihn nicht vorher zerstört.

Ein Buch was mich zu Anfang erstmal erschrocken hat, da der Autor schon sehr brutal in seinen Schilderungen war.

Die Geschichte wird aus Silas’ Perspektive erzählt. Der Einstieg fällt nicht ganz leicht, da der Autor einen strikten Stil hat, der nicht sofort zu verstehen ist bzw. war, jedenfalls für mich. Silas ist eigentlich ein Mädchen welche Trans ist und sich eher als Mann sieht, was zu der historischen Epoche Gegebenheit garnicht passt. Man kann auch nicht sagen, dass es sich hier um ein normalen historischen Roman handelt, da doch vieles in den Fantasybereich abdriftet. So kommt man erst nach und nach dahinter was mit einer sog. Speakergeseelschaft gemeint ist und woraus diese ihre Macht bezieht. Das bestimmte violettäugige Menschen den Schleier zwischen Leben und Tod öffnen können – ein Privileg, das ausschließlich Männern zusteht. Frauen hingegen sind auf ihre Rolle als Mutter und Hausfrau zu reduzieren. Menschen wie Silas die sich gegen dieses System wehren, werden als Schwachsinnige ins Sanatorium eingeliefert.
Seine psychische Belastung äußert sich in depressiven Phasen, Selbsthass und verstörenden Gedanken. Die Zustände in der Anstalt sind brutal und werden entsprechend eindringlich geschildert: Missbrauch, Gewalt und Grenzüberschreitungen prägen den Alltag.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Guter Start in die Saga

Die Welt in Meran - Walzerblut
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Meran im Fasching 1872: Zwischen Maskenbällen und Kurbetrieb verflechten sich die Schicksale mehrerer Menschen. Den Korsen Benedetti führt ein dunkles Geheimnis in die Passerstadt. Die junge Helen soll ...

Meran im Fasching 1872: Zwischen Maskenbällen und Kurbetrieb verflechten sich die Schicksale mehrerer Menschen. Den Korsen Benedetti führt ein dunkles Geheimnis in die Passerstadt. Die junge Helen soll eine gute Partie machen, doch zwei Männer stellen ihr Vertrauen auf die Probe. Der jüdische Arzt Hirsch widmet sich der Seelenheilkunde, während zwei Tiroler Schwestern gegen Familientraditionen ankämpfen. In der Spinnerei leidet die ladinische Waise Rosa Martini unter Ausbeutung — bis sie eine einmalige Chance ergreift.

Der Klappentext hat mich sofort auf dieses Buch aufmerksam gemacht, da ich mich selbst mit Menschen beschäftige, die seelisch erkrankt sind. Früher wurden solche Menschen oft schlecht behandelt, was im Buch gut dargestellt wird.
Am Anfang hatte ich etwas Schwierigkeiten mit den vielen Figuren. Das ist bei historischen Romanen nichts Ungewöhnliches. Sehr hilfreich fand ich das Glossar im Buch, in dem man Personen nachschlagen kann.
Die Autorin beschreibt den Kurort Meran sehr anschaulich, sodass ich mir alles gut vorstellen konnte. Besonders eindrücklich sind die Schilderungen der Armenviertel. Frauen und Kinder mussten damals hart arbeiten, was zur damaligen Zeit leider normal war. Gut gefallen hat mir, dass sowohl das Leben der armen Bevölkerung als auch das der wohlhabenden Menschen gezeigt wird.
Besonders mochte ich die Figur des Dr. Hirsch. Er kümmert sich um Menschen mit seelischen Erkrankungen, auch wenn er dafür von anderen Ärzten kritisiert wird. Solche Figuren, die sich für andere einsetzen, gefallen mir sehr — ebenso wie die Hauptfigur Helene.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, und ich bin gespannt, wie die Geschichte im zweiten Teil weitergeht.

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Veröffentlicht am 28.12.2025

Gelungene Märchenadaption

Dornenhecke
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Dornenhecke erzählt ein ungewöhnliches Märchen über Krötling, eine gutherzige, krötige Heldin, die durch einen misslungenen Feenzauber an die Menschenwelt gebunden ist und seit Jahrhunderten einen Fluch ...

Dornenhecke erzählt ein ungewöhnliches Märchen über Krötling, eine gutherzige, krötige Heldin, die durch einen misslungenen Feenzauber an die Menschenwelt gebunden ist und seit Jahrhunderten einen Fluch bewacht. Als ein liebenswerter Ritter auftaucht, der diesen Fluch brechen will, gerät ihre Pflicht in Konflikt mit ihrem Herzen.

Ich habe mich riesig darüber gefreut, dass ich dieses Buch in einer Leserunde gewonnen habe und mitlesen durfte, eines meiner Jahreshighlights.

Eine neue Definition von Dornröschen und absolut fantastische Story. Ich fühlte mich auf jede Seite dieses Büchleins absolut unterhalten. Krötling, die eigentliche Heldin dieser Geschichte gefangene in einer Kröte, bis der Ritter Halim ihren Weg kreuzt. Aber auch diese Ritter ist kein typische Ritter, er kämpft mit Intelligenz und Büchern statt mit Schwertern. Dieses Buch ist sensationell gut und hat zurecht den den Hugo Award gewonnen.

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Veröffentlicht am 20.11.2025

Toller zweiter Band

Die Buchreisenden - Eine Tür aus Silber und Lügen
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Adam und Elisa setzen ihre gefährliche Suche nach Elisas verschollener Mutter fort, die einst in einer Buchwelt spurlos verschwand. Dabei geraten sie immer tiefer in das Geheimnis um Figuren, die aus Geschichten ...

Adam und Elisa setzen ihre gefährliche Suche nach Elisas verschollener Mutter fort, die einst in einer Buchwelt spurlos verschwand. Dabei geraten sie immer tiefer in das Geheimnis um Figuren, die aus Geschichten in die reale Welt übertreten können, und erkennen, dass Libronautic ihre Nachforschungen um jeden Preis verhindern will. Um die rätselhafte silberne Tür zu öffnen, müssen sie weitere literarische Welten betreten, wo nicht nur die Libronauten, sondern auch die Gefahren der Geschichten selbst auf sie warten. Trotz zahlreicher Wendungen, magischer Begegnungen und wachsender Bedrohungen hoffen sie, die Codes zu entschlüsseln und Elisas Mutter schließlich zurückzuholen.

Ich habe mich sehr darüber gefreut, bei der Lesejury mitlesen zu dürfen, auch wenn ich diesmal etwas langsamer vorangekommen bin. Im zweiten Band der Buchreisenden-Reihe begleiten wir erneut Adam und Elisa auf ihrer gefährlichen Suche nach Elisas verschwundener Mutter, die sie tief in fantastische Literaturwelten führt. Die beiden erleben zahlreiche Abenteuer und müssen allerlei Hindernisse überwinden, um den Antworten näherzukommen. Das Buch hat mich vollständig in seinen Bann gezogen und mir ein wunderbares Leseerlebnis beschert.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Gerne mehr davon

Kosmos SchlauFUX Roboter und KI
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Ich habe dieses Buch gemeinsam mit meinem zehnjährigen Sohn gelesen, der von Robotik kaum genug bekommen kann. Er war sofort Feuer und Flamme, weil er sich darin wie ein kleiner Entdecker durch die Welt ...

Ich habe dieses Buch gemeinsam mit meinem zehnjährigen Sohn gelesen, der von Robotik kaum genug bekommen kann. Er war sofort Feuer und Flamme, weil er sich darin wie ein kleiner Entdecker durch die Welt der Roboter und der Künstlichen Intelligenz bewegen konnte.

Das Besondere an diesem Sachbuch ist der Aufbau: Man liest es nicht von vorne bis hinten, sondern springt von Thema zu Thema. Am Rand jeder Seite stehen Hinweise, wohin die Reise als Nächstes gehen kann. So entsteht eine Art Abenteuerpfad, den sich die Kinder selbst zusammenstellen. Für meinen Sohn war das großartig – er konnte sich gleich auf die Kapitel stürzen, die ihn am meisten reizten, etwa über autonome Autos, Roboter im Alltag oder Sprachassistenten.

Die Inhalte sind kurzweilig erklärt, gut verständlich und sehr visuell aufbereitet. Viele bunte Illustrationen, kleine Infoboxen und überraschende Zusatzfakten sorgen dafür, dass man auch beim Querlesen immer etwas Spannendes mitnimmt. Wir waren beide erstaunt, wie viele Bereiche – von Spielzeug über Medizin bis hin zu Nanotechnologie – hier anschaulich dargestellt werden. Selbst ich habe beim Mitlesen noch einiges Neues erfahren.

Ein kleiner Kritikpunkt bleibt: Der Begriff „interaktiv“ hat bei mir zunächst Erwartungen geweckt, die das Buch so nicht erfüllt. Ich hatte eher an digitale Ergänzungen oder praktische Mitmach-Elemente gedacht. Die Interaktivität beschränkt sich hier auf die Wahl des nächsten Themas. Für Kinder, die gerne knobeln oder selbst ausprobieren, wäre da vielleicht noch Luft nach oben.

Trotzdem: Für neugierige Kinder ab etwa acht Jahren, die Lust auf Technik und Zukunftsthemen haben, ist dieses Buch eine klare Empfehlung. Mein Sohn war begeistert, hat viele Abende darin geschmökert und mir danach voller Eifer von seinen Entdeckungen berichtet.

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