Cover-Bild Wer die Toten stört
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18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Lübbe
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: historischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 416
  • Ersterscheinung: 28.11.2025
  • ISBN: 9783757701413
A. Rae Dunlap

Wer die Toten stört

Historischer Thriller über Grabräuber, Serienkiller und den unbändigen Wunsch nach Wissen und medizinischen Fertigkeiten. Historischer Roman
Axel Franken (Übersetzer)

Schottland, 1828. Der naive, aber unbeirrbare James Willoughby gibt sein behütetes Leben in Oxford auf, um in Edinburgh Medizin zu studieren. Die Universität der Stadt bietet alles - außer der Möglichkeit, an einem menschlichen Leichnam zu arbeiten und somit chirurgisches Wissen zu erlangen. Nye MacKinnon, ein schneidiger junger Sezierer, verspricht James zu helfen. Doch Nye ist ein Grabräuber, ein Leichenfledderer. Und James ist unwissentlich sein Komplize geworden. Schon bald geraten die beiden zwei besonders zwielichtigen Grabräubern namens Burke und Hare in die Quere, deren Nachschubbedarf an Toten so hoch ist, dass sie dafür bereit sind, über Leichen zu gehen ...

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.01.2026

Ein ganz besonderes Lesevergnügen

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Ich habe das Buch in einem Zug mit viel Vergnügen gelesen.
Der Meinung vieler Leser, dass das Buch im Schreibstil und der Leser-Freundlichkeit etwas ganz besonderes ist, kann ich mich nur anschließen.
Lobenswert ...

Ich habe das Buch in einem Zug mit viel Vergnügen gelesen.
Der Meinung vieler Leser, dass das Buch im Schreibstil und der Leser-Freundlichkeit etwas ganz besonderes ist, kann ich mich nur anschließen.
Lobenswert finde ich zudem, dass die Übersetzung aus dem Englischen ins Deutsche nicht durch das von der Duden-Redaktion m.e. zu Recht abgelehnte Gendern verhunzt wird - wie in einigen Roman, die ich gelesen habe, geschehen - obwohl: dass es in der Übersetzung "Studierende" und nicht "Studenten" heißt, ist m.E. eine der Political Correctness unterworfene Verballhornung der deutschen Sprache, die der korrekten Übersetzung eines englischsprachigen Romans, der im Großbritannien vor 200 Jahren angesiedelt ist, nicht würdig ist.

Ganz erstaunlich, wie ich von Anfang an in das Buch gekommen bin und wie mich die Autorin leicht und locker an der Hand nimmt, durch alle überraschenden Plot- und Genrewendungen hindurch. Ob es daran liegt, dass sie lt. Klappentext bei Disney in Hollywood arbeitet? Die Story ist so vielfältig und spannend, dass sie für die Verfilmung in einer Streaming-Serie bei HBO, Netflix, Prime bzw. Disney gedacht zu sein scheint. Mehr als nur ein Zufall?

Mir kommen sofort Bilder von Szenen aus ur-englischen Kneipenszenen in »Herr der Ringe«, aus der düster-skurrilen britischen Filmkomödie »Kleine Morde unter Freunden« der frühen 90er-Jahre, ich denke an Sherlock-Holmes-Krimis, aber auch an Charles Dickens, der die Leiden der britischen Unterschicht im 19. Jahrhundert so treffen beschrieb – nicht zu vergessen all die eigentlich in einem historischen Roman unterzubringenden Details des Kampfes aufgeklärter Naturwissenschaftler gegen tradierten Standesdünkel, wie ihn Mediziner vor 200 Jahren erlebten.
Während ich im ersten Teil des Romans noch überlegte, ob die Bezeichnung Krimi bzw. Thriller diesem Roman gut stehen würde, haut es mich im Mittelteil der 2. Leserunde geradezu um, wenn ich lese, wie sehr sich alles hin zu einer Schwulenromanze al la »Brokeback Mountain« und »I Love You Phillip Morris« aus den 2000er-Jahren entwickelt.
Hat es die Autorin, der ich bislang brav gefolgt bin, nicht mit dieser Wendung übertrieben? Diese Frage stellen sich vielleicht einige hier in der Lesegruppe. Ich für meinen Teil bin ganz erstaunt, wie es Amanda Rae Dunlap auch hier gelingt, die Kurve zu kriegen. Kompliment! »Steampunk« wäre vermutlich die beste Bezeichnung für das Genre, in dem sie schreib. Und schreiben kann sie allemal.

Ja, das Buch ist wirklich eine schöne Lektüre, hat mich angenehm überrascht. In der Filmsprache spricht man von Easter Eggs, wenn kleine versteckte Botschaften eingebaut sind, für aufmerksame Zuschauer bzw. hier Lesern zum Entdecken eingebaut sind. Das Buch wurde von der Autorin derart liebevoll konstruiert, sowohl was die Thriller- und Krimi-Elemente als auch die schwule Liebesgeschichte betrifft, dass ich mich über ein Fortsetzung wirklich freuen würde.

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Ich bin begeistert!

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James beginnt sein Medizinstudium in Oxford, da diese Uni 1828 die fortschrittlichste in dem Bereich ist. Doch das Studium ist nur theoretisch, die praktische Übung müssen sich die angehenden Ärzte in ...

James beginnt sein Medizinstudium in Oxford, da diese Uni 1828 die fortschrittlichste in dem Bereich ist. Doch das Studium ist nur theoretisch, die praktische Übung müssen sich die angehenden Ärzte in privaten chirurgischen Lehranstalten holen, die aber auch eine Menge Geld kosten. James‘ finanzielle Unterstützung wird immer geringer, weshalb er durch Aneurins Hilfe einen ungewöhnlichen Weg wählt, um sich diese zusätzliche unabdingbare Bildung zu leisten. Direkt zu Beginn des Studiums trifft er in seiner Unterkunft auf Charlie und seine Clique, mit denen er oft den Abend ausklingen lässt.

Ich mag die Atmosphäre des Buches sehr! Realistisch gesehen sind die damaligen Zustände in der Medizin und wie manche Erkenntnisse erlangt wurden, schockierend, aber in einem Buch sind die Anfänge der modernen Medizin total faszinierend und auch die Leichenraube auf dem Friedhof ein passendes Detail. Manchmal makaber, aber auch sehr abenteuerlich tragen so einige Momente zu einem düsteren Dark Academia-Vibe bei. Wobei ich finde, dass die Geschichte auch viel Augenmerk auf die Charaktere legt. James‘ Art ist einfach unglaublich sympathisch und seine Entwicklung schön mitzuverfolgen. Auch wenn seine Clique aus Kommilitonen und Mitbewohnern immer mehr untergeht, ist es eine tolle Truppe mit so einigen Eigenheiten. Die Liebesgeschichte hat mir auch unglaublich gut gefallen, weil man einerseits am Anfang noch nicht erahnen kann, in wen sich James verliebt (diese Tatsache ist ungewöhnlich und sehr erfrischend) und die beiden eher unspektakulär zusammen finden und es auch keine expliziten spicy Szenen gibt, sodass die Liebesgeschichte einfach nur herzerwärmend ist. Und absolut spannend ist die Geschichte natürlich ebenfalls. Für die Leichenräuber wird es einige Male ganz schön knapp, ich habe bei einigen actionreichen Szenen die Luft angehalten, später wird es zunehmend gefährlich und die Autorin konnte mich auch oft überraschen.

»Was denn? Leichen sind keine unangenehme Gesellschaft. Sie sind zwar miserable Gesprächspartner, aber ich kann bestätigen, dass sie ausgezeichnete Zuhörer sind.« S. 107

Ich bin kein großer Fan davon, wenn Protagonisten uns Leser/innen ansprechen, aber hier gefällt es mir. Diese Andeutungen von James machen mich eher noch neugieriger. Der Schreibstil der Autorin ist total lebendig und James‘ Erzählung bereitet mir dadurch noch mehr Spaß. Der Protagonist ist vornehm und deshalb auch teilweise unbedarft und unwissend, auf eine liebenswerte Weise. Ich finde es lustig, wenn er sich über den Kleidungsstiel Gedanken macht oder entrüstet ist, wenn jemand nicht seinem gewohnten Standard der Höflichkeit entspricht. Ich finde das Buch hat einige amüsante Momente, weshalb ich schon öfter schmunzeln musste. Ja, die Geschichte ist mit den Leichenrauben und Sektion düster und manchmal makaber, aber sie hat eben auch eine gewisse Leichtigkeit und macht einfach Spaß.

Fazit:
„Wer die Toten stört“ ist eine großartige und total fesselnde Geschichte! Mit einem anschaulichen Schreibstil, Humor, liebenswerten Charakteren, einer sanften Liebesgeschichte und so einigen erschreckenden und abenteuerlichen Momenten, hat diese Geschichte alles, was man sich nur wünschen kann. Ich bin begeistert von A. Rae Dunlaps Dark Academia-Geschichte und möchte unbedingt mehr von ihr lesen!

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Veröffentlicht am 21.12.2025

Tolles Buch über die Anfänge der Medizin

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Dieser Krimi beschreibt die Anfänge der Medizin. Viele Arten und Praktiken würden heute nicht bestehen, wenn man es damals nicht auf die ein oder andere Art ausprobiert hätte .

Auch die Story von James ...

Dieser Krimi beschreibt die Anfänge der Medizin. Viele Arten und Praktiken würden heute nicht bestehen, wenn man es damals nicht auf die ein oder andere Art ausprobiert hätte .

Auch die Story von James und Nye ist sehr schön aufgebaut. Man liest über ihre Liebe aber es ist nie drüber oder zu spicy.

Dieses Debüt ist sehr gelungen und ein Lob an die Autorin.

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Veröffentlicht am 20.12.2025

Edinburghs dunkle Seiten – ein historischer Roman mit Tiefgang

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„Wer die Toten stört“ hat sich für mich zu einem absoluten Jahreshighlight entwickelt. Der Roman verbindet einen sorgfältig recherchierten historischen Hintergrund mit morbiden Themen und einer leisen, ...

„Wer die Toten stört“ hat sich für mich zu einem absoluten Jahreshighlight entwickelt. Der Roman verbindet einen sorgfältig recherchierten historischen Hintergrund mit morbiden Themen und einer leisen, emotionalen Liebesgeschichte zu einer sehr besonderen Mischung, die lange nachhallt.
Die Handlung spielt im Edinburgh des frühen 19. Jahrhunderts, das hier bewusst roh und ungeschönt dargestellt wird. Die Stadt wirkt kalt, dreckig und geprägt von Armut, sozialer Ungleichheit und den dunklen Seiten der medizinischen Ausbildung. Vor allem die Thematik des Leichenraubs für anatomische Zwecke verleiht der Geschichte eine makabre, fast verstörende Faszination und sorgt für deutliche True-Crime-Anklänge.
Im Zentrum steht der junge Medizinstudent James Willoughby. Zu Beginn erscheint er naiv, etwas tollpatschig und noch unsicher in seinen Überzeugungen. Im Laufe der Geschichte durchläuft er jedoch eine nachvollziehbare und glaubwürdig erzählte Entwicklung, in der er gezwungen ist, seine Moral, seine Ziele und seinen Platz in dieser Welt zu hinterfragen. Diese innere Reise hat mich sehr überzeugt und James schnell zu einer Figur gemacht, mit der ich mitgefühlt habe.
Besonders herausragend ist der Schreibstil der Autorin. Er ist atmosphärisch, stellenweise poetisch und gleichzeitig von einem feinen, oft überraschenden Humor geprägt. Die Sprache fängt die Epoche ein, ohne sperrig zu wirken, und gibt dem Roman eine ganz eigene Stimme, die ihn deutlich von anderen historischen Stoffen abhebt.
Auch die Nebenfiguren sind sorgfältig ausgearbeitet und tragen viel zur Wirkung der Geschichte bei. Besonders der geheimnisvolle und charismatische Grabräuber Nye sticht hervor. Er bildet einen spannenden Gegenpol zu James, und die sich langsam entwickelnde Beziehung zwischen den beiden bleibt zurückhaltend, glaubwürdig und fügt sich organisch in die Handlung ein, ohne sie zu dominieren.
Die Geschichte bleibt durchgehend spannend und überrascht immer wieder, auch wenn sie sich Zeit nimmt, ihre Themen zu entfalten. An einigen Stellen hätte ich mir gewünscht, noch tiefer in den medizinischen Alltag und die anatomischen Lehranstalten einzutauchen, und gegen Ende zieht das Tempo etwas stärker an. Diese Punkte ändern jedoch nichts am insgesamt sehr starken Eindruck.
Wer die Toten stört ist ein atmosphärisch dichter, klug erzählter historischer Roman mit düsteren Themen, vielschichtigen Figuren und einer ungewöhnlich warmen emotionalen Ebene. Eine klare Empfehlung für alle, die historische Romane mit Tiefgang und True-Crime-Elementen schätzen.

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Veröffentlicht am 20.12.2025

Perfekt für die dunklen Jahreszeit

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Wer die Toten stört hat sich für mich zu einem absoluten Jahreshighlight entwickelt. Der Roman verbindet historische Fakten, morbide Themen und eine leise, berührende Liebesgeschichte zu einem außergewöhnlichen ...

Wer die Toten stört hat sich für mich zu einem absoluten Jahreshighlight entwickelt. Der Roman verbindet historische Fakten, morbide Themen und eine leise, berührende Liebesgeschichte zu einem außergewöhnlichen Gesamtbild, das lange nachwirkt. Selten habe ich ein Buch gelesen, das gleichzeitig so düster, so klug und so feinfühlig erzählt ist.

Die Handlung führt ins Edinburgh des frühen 19. Jahrhunderts – eine Stadt, die hier nicht romantisiert, sondern rau, kalt und stellenweise erschreckend ehrlich dargestellt wird. Armut, soziale Ungleichheit und die dunklen Seiten der medizinischen Ausbildung prägen das Setting. Besonders die Auseinandersetzung mit Leichenraub und anatomischer Forschung verleiht der Geschichte eine makabre Faszination, die gleichermaßen verstört und neugierig macht.

Im Mittelpunkt steht James Willoughby, ein junger Mann mit großen Ambitionen und begrenzten Mitteln. Zu Beginn wirkt er beinahe unbeholfen und weltfremd, doch im Verlauf der Geschichte wird er gezwungen, seine Werte, seine Moral und letztlich auch sich selbst infrage zu stellen. Diese Entwicklung ist ruhig, glaubwürdig und sehr eindrucksvoll erzählt. James wächst nicht nur an seinen Entscheidungen, sondern auch an den Menschen, denen er begegnet.

Besonders hervorzuheben ist der Schreibstil: atmosphärisch, stellenweise poetisch, dabei aber überraschend humorvoll. Die Sprache orientiert sich an der Epoche, ohne schwerfällig zu wirken, und verleiht dem Roman eine ganz eigene Stimme. Gerade diese Mischung aus sprachlicher Eleganz, schwarzem Humor und schonungsloser Thematik macht das Buch so besonders.

Auch die Nebenfiguren tragen viel zur Wirkung der Geschichte bei. Sie sind nicht bloße Kulisse, sondern bringen unterschiedliche Perspektiven auf Wissenschaft, Moral und Überleben ein. Der geheimnisvolle Grabräuber Nye sticht dabei besonders hervor – charismatisch, vielschichtig und ein faszinierender Gegenpol zu James. Die sich langsam entwickelnde Beziehung zwischen den beiden bleibt dezent, glaubwürdig und fügt sich organisch in die Handlung ein, ohne sie zu dominieren.

Die Geschichte überrascht mehrfach mit Wendungen und bleibt durchgehend spannend, auch wenn sie sich Zeit nimmt, ihre Themen sorgfältig zu entfalten. An wenigen Stellen hätte ich mir gewünscht, noch tiefer in den medizinischen Alltag und die anatomischen Lehranstalten einzutauchen, und gegen Ende wirkt das Tempo etwas straffer als zuvor. Das schmälert den Gesamteindruck jedoch kaum.

Fazit:
Wer die Toten stört ist ein atmosphärisch dichter, hervorragend recherchierter historischer Roman mit True-Crime-Anklängen, tiefgehenden Figuren und einer ungewöhnlich warmen emotionalen Ebene. Düster, intelligent und mit feinem Humor erzählt – eine klare Empfehlung für alle, die historische Stoffe mit Tiefgang lieben, besonders in der dunkleren Jahreszeit

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