Profilbild von Sommerkindt

Sommerkindt

Lesejury Star
offline

Sommerkindt ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Sommerkindt über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.12.2018

Reif für das eine oder andere Wunder oder gar Happy End?

Die wundersame Mission des Harry Crane
0

Wenn Menschen aus dem Leben scheiden hinterlassen diese Lücken meist ist dies mit einer tiefen klaffenden Wunde zu vergleiche. Ihre Liebsten, die zurückbleiben stehen am Beginn eines Trauerprozesses, der ...

Wenn Menschen aus dem Leben scheiden hinterlassen diese Lücken meist ist dies mit einer tiefen klaffenden Wunde zu vergleiche. Ihre Liebsten, die zurückbleiben stehen am Beginn eines Trauerprozesses, der bei jedem unterschiedlich verläuft.

Und genau solchen Trauerprozess entführt uns dieses Buch. Zwei Mensche verlieren ihre bessere Hälfte. Harry seine Frau und Amanda und Oriana ihren Mann und Vater.

Harry stützt sich in seiner abgrundtiefen Trauer in die Arbeit und kann so gar nicht richtig mit dem Verlust abschließen, bis zu dem Tag da er wirklich sehr viel Geld bekommt, weil er seine geliebt Beth verloren hat. Er ist dermaßen verzweifelt das er aus dem Leben scheiden will. Er fährt und fährt bis er zu einem Wald kommt und einen Baum findet und ab da läuft alles ganz anders. Er trifft auf Oriana, die sich in eine eigene Welt und Wunder und Märchen und Magie geflüchtet hat um mit dem Tod ihres klar zu kommen. Und von da an ändert sich das Leben aller grundlegend.

Das Buch fängt wirklich herzzerreißend an, so das man es gar nicht weglegen will. Leider hält dieser Spannungsbogen nicht an. Der Autor verliert sich in ewig gleicher Schilderung ein und desselben in verschiedenen Variationen. Und das ist für den Leser wirklich sehr ermüdend und deprimierend zugleich. Wenn man sich als Leser dann durch diese 200 Seiten Depression und Langeweile durchgearbeitet hat kann man sich auf einen wirklich grandiosen Roman mit viel Herz und Gefühl freuen. Ja und genau für diese letzten 300 Seiten liebe ich diesen Roman. Trauerprozesse sind so unterschiedlich wie jeder Mensch. Und das beste an diesem Roman ist das Happy End, das so richtig zu Herzen geht und vor allem für die ersten 200 Seiten entschädigt.

Fazit: Absolut lesenswert. Die Natur heilt und ab und dann können Menschen Berge versetzen und die Welt zu einem besseren Ort machen. Wer Lust auf das eine oder andere Wunder hat und einem tollen Happy End nicht abgeneigt ist sollte sich dieses Buch schnappen und lesen und sein Herz dabei ganz weit öffnen.

Veröffentlicht am 19.08.2024

bildgewaltig

60 Kilo Kinnhaken
0

Mit einer bildgewaltigen Sprache erschafft der Autor einen lebhaften Eindruck und Bilder vom Leben der Isländer um die Jahrhundertwende.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Gestur, der es alles andere als ...

Mit einer bildgewaltigen Sprache erschafft der Autor einen lebhaften Eindruck und Bilder vom Leben der Isländer um die Jahrhundertwende.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Gestur, der es alles andere als leicht hat. Sein tägliches Leben ist ein Kampf ums überleben nicht nur das Seinige sondern auch seiner Adoptivfamilie, für die er mittlerweile, die Verantwortung trägt. Er arbeitet hart um sie alles zu ernähren und wird so nach und nach erwachsen. Übernimmt Verantwortung.

Es zeigt sich aber auch in welcher sozialen rauen Gefüge die Geschichte spielt. Es wird nicht nur unter menschenunwürdigen Verhältnissen gelebt sondern auch gearbeitet. Es wird gesoffen und gevögelt. Die Gesellschaft ist total verrohrt. Mit den Sprung in die Industrialisierung verbessern sich zwar die Lebensumstände für einige, aber für viele ändert sich trotz harter Arbeit wenig. Frauen werden als Freiwild betrachtet und Femiziede werden nicht geahndet oder gar unter den Teppich gekehrt.

Und all diesen Trubel lebt und arbeitet Gestur, der zwar Stück für Stück durch harte Arbeite ein ganz klein wenig aufsteigt im Gegenzug aber auch von gewieften Spekulanten betrogen und ausgenutzt wird. Es dauert viele viele Jahre bis Gestur samt Familie von einem Erdhügel in ein Holzhaus ziehen kann.

Das er trotz allem seines sonniges behält grenzt schon an ein Wunder, bei den vielen Nackenschlägen, die ihn ereilen.

Fazit: Ein einzigartiges und opulentes Werk eines Wortkünstlers, der ein Gemälde erschafft, das man mit all seinen Farben vor sich sieht. Jedoch sehr kleinteilig erzählt und sehr umfangreich. Es hat Spaß es zu lesen auch wenn mir am Ende fast die Luft ausgegangen ist. Lesenswert ist es vor allem für diejenigen, die sich für Historische Romane begeistern.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.12.2023

anders als erwartet

Dreizehnfurcht
0

Der Autor erzählt mit diesem Roman eine wirklich tolle Geschichte, jedoch schmälert ein phasenweise wiederkehrender wirklich fürchterlicher Schreibstil, das Lesevergnügen. Das mag auch dem geschuldet sein, ...

Der Autor erzählt mit diesem Roman eine wirklich tolle Geschichte, jedoch schmälert ein phasenweise wiederkehrender wirklich fürchterlicher Schreibstil, das Lesevergnügen. Das mag auch dem geschuldet sein, was der Autor versucht, nämlich den Spagat zwischen rund ca. 300 Jahre. Was der Autor jedoch wirklich zeigen will, ist das Anderssein keineswegs ein Makel ist und Mutig zu sein, das Leben positiv verändern kann.

Moritz Bang leidet an einer Zwangsstörung, die sein Leben massiv einschränkt. Auch wenn er sich versuch ihr entgegenzustellen, übernimmt immer wieder der Zwang die Kontrolle über sein Leben. Die Hektik der Großstadt Berlin ist für ihn alles andere als förderlich. Da kommt ihn eine Stelle als Haussitter außerhalb von Berlin wie gerufen. Und sein Boss ein ältere Herr, scheinbar aus einer anderen Welt, macht ihm ein Angebot, dass er in seiner ausweglosen Lage nicht abschlagen kann. Doch bald glaubt er seinen Verstand zu verlieren, Nachts erscheint ein Auto, dann ein Geist in Form einer weißen Frau. Völlig kopflos will er hinschmeißen und flieht und wird von seinem Boss wieder eingeholt und überredet es noch mal zu versuchen. Kaum hat er sich wieder beruhigt, passiert es schon wieder und Moritz folgt dieser Frau und landet in einer Welt, in der die Zeit still zu scheinen steht. Er ist in eine Art Parallelewelt gelandet, wie vor 300 Jahren und wird auch gleich festgenommen und verhört. Er erlebt einen Kulturschock, wird fast umgebracht und landet schließlich bei einem alten Herren und Clement, einen Dichter, der sich riesig freut, endlich jemanden in seinen Alter um sich zu haben. Doch kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse.

Die Figur des Moritz Bang bleibt leider ähnlich wie die Handlung recht oberflächlich. Als Leser braucht man schon eine gewisse Zeit, um sich in diese Geschichte hineinzufinden. Mir ist das erst nach 100 Seiten gelungen, nicht zuletzt wegen den Teils wirklich fürchterlichen Schreibstil. Wirklich schade finde ich das die Figur des Moritz Bang im Verlaufe der Handlung immer weiter an Bedeutung verliert und leider nur noch eine Figur von vielen ist. Zugunsten von anderen Figuren wie Merle, Clemtent und Falk mag sein, dennoch finde ich es wirklich schade, dass seine Figur so an Bedeutung verliert.

Das Cover finde ich echt klasse, mit ein Grund warum ich das Buch unbedingt lesen wollt.

Fazit: Sieht man mal von den phasenweise wirklich schrecklichen Schreibstil ab, ist es eine wirklich tolle Geschichte, wenn man ein Lid und die Bann erst mal als ein Portal begriffen hat, kommt man gut mit der Geschichte zurecht. Mit gewissen Abstrichen kann ich das Buch wärmstens empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.12.2025

junge Serienkillerin

Das Beste sind die Augen
0

Mit dem Schreibstil der Autorin konnte ich mich schnell anfreunden.

Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht ein junges Mädchen mit asiatischen Wurzeln, dessen Familiengeschichte mit etlichen Traumata belastet ...

Mit dem Schreibstil der Autorin konnte ich mich schnell anfreunden.

Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht ein junges Mädchen mit asiatischen Wurzeln, dessen Familiengeschichte mit etlichen Traumata belastet ist, die an die Nachkommen weiter gegeben werden.
Der Punkt wo aus einem fast normalen jungen Mädchen, eine Serienkillerin wird, ist schleichend und wird durch die familiären Umstände forciert. Hatte sie vorher nur eine leichte Tendenz ihren Mitmenschen oder Familienmitgliedern zu schaden, eskaliert dies als sich ihre Eltern trennen und recht schnell neue Partner finden.
Das ihre Mutter jedoch auf einen Betrüger herein fällt, der keine redlichen Absichten hat und zudem nicht nur rassistische sondern auch pädophile Tendenzen aufweist, wirkt bei dem Mädchen, das von ihm mit einer Nummer versehen wird, nicht nur entmenschlichend sondern auch eskalierend.
Denn ab diesen Zeitpunkt ist sie total auf blaue Augen fixiert. Und diesen Drang lebt sie auch aus. Auch wenn sie es anfänglich mit ihren Drogenkonsum begründet.
Den Schlenker den die Autorin dann jedoch vollzieht und diese Fixierung und auch die Morde mit einer Erkrankung zu rechtfertigen schlägt vollkommen fehl. Da nach dieser Behandlung das Töten nicht endet.

Auch wenn die Protagonistin in prekären Familienverhältnissen lebt, einen hohen Leistungsdruck unterworfen ist und zudem ständigen rassistischen Anfeindungen unterworfen ist, kann dies nicht alleine zusammen mit den familiären Traumata alleine dafür herhalten, das aus einem „normalen“ Mädchen eine Serienkillerin wird.

Das Ende war einfach nur dahin geschludert und wenig überzeugend ja geradezu enttäuschend.

Fazit: Wenn man sich mit diesem Buch auseinandersetzt muss man auch zwischen den Zeilen lesen und den Subtext erfassen. Ich hätte mir mehr erwartet und war von dem Ende schlichtweg enttäuscht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.12.2025

sehr fordernd

Die Fletchers von Long Island
0

Selten habe ich mich so schwer mit einem Buch getan. Ich brauchte mehrere Anläufe bis ich das Buch wirklich durchgelesen hatte. Grund hierfür war nicht nur der Erzählstil sondern auch wie erzählt wurde.

Die ...

Selten habe ich mich so schwer mit einem Buch getan. Ich brauchte mehrere Anläufe bis ich das Buch wirklich durchgelesen hatte. Grund hierfür war nicht nur der Erzählstil sondern auch wie erzählt wurde.

Die Autorin erzählt eine Familiengeschichte rückwärts und aus verschiedenen Perspektiven. An sich wäre dies eine wirklich interessante und spannende Geschichte gewesen, wenn sie sich auf eine Perspektive beschränkt hätte und die Story nicht mit allen möglichen Problemen, Traumata und Krankheiten überladen hätte.

Ziemlich schnell wird klar, dass die Familie neben jeder Menge Leichen im Keller auch komplett traumatisiert und durch ihr Reichtum schlichtweg die Bodenhaftung verloren hat.

Die Autorin seziert die Familiengeschichte bis auf die Knochen. Vor allem der größte Teil, der sich mit Beamer beschäftigt, ein erfolgloser Drehbuchautor und Suchtiger war recht schwer zu lesen, weil er eben sehr konfus geschrieben wurde und neben vielen Wiederholungen auch die beständige Vorwegnahme der Handlung mir schlichtweg den letzten Nerv geraubt hat.

Auch der zweite Bruder ein Anwalt und die Schwester, die ewige Studentin waren nicht wesentlich besser zu lesen. Dementsprechend langsam bin ich auch voran gekommen.

Fazit: Der Roman ist in der Erzählweise und Erzählstil schon sehr speziell. Wer gerne Rückwärts erzählte Geschichten liest wird begeistert sein. Was mich jedoch wirklich gestört hat war wirklich die ständige Vorwegnahme von Infos und die Überfrachtung mit Problemen jeglicher Art die quasi über die Familie hereinbricht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere