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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.02.2026

ungewöhnlich

Das Signal
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Mit "Das Signal" hat Ursula Poznanski endlich wieder einen Stand Alone Thriller geschrieben.

Viola, lebt seit einiger Zeit mit ihrem Mann nach einer Zeit im Großstadtdschungel in der Einöde ...

Mit "Das Signal" hat Ursula Poznanski endlich wieder einen Stand Alone Thriller geschrieben.

Viola, lebt seit einiger Zeit mit ihrem Mann nach einer Zeit im Großstadtdschungel in der Einöde auf dem Land. Sie haben sich ihren Traum vom Eigenheim verwirklicht. Um diesen Traum perfekt zu machen, fehlt nur noch der Umbau des alten Kellers zu einem exklusiven Weinkeller. Doch gerade da passiert es, Viola stürzt und ist ab dem Zeitpunkt auf die Hilfe ihres Mannes angewiesen.
Dieser überschüttet sie teils mit Fürsorge, hindert sie allerdings auch daran Fortschritte zurück in die Selbstständigkeit zu machen. Da kommen ihr Zweifel an seiner Liebe und sie beginnt ihn zu verfolgen. Die Technik macht es möglich und da es so gut funktioniert, spioniert sie immer weitere Menschen aus ihrem Umfeld aus. Schon bald ahnt sie, dass ihr Leben nicht mehr sicher ist.....

"Das Signal" punktet durch den spannenden Schreibstil der Autorin, auch wenn es zwischenzeitlich zu viel der sich drehenden Gedanken von Viola wird, schaffte es Ursula Poznanski mich am Lesen zu halten.

Die Auflösung war für mich schlüssig und ich empfehle das Buch gerne weiter.


Veröffentlicht am 14.02.2026

beeindruckend

Ausreden
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Der Journalist und Publizist Florian Klenk hat mit seinem Buch "Ausreden" den Versuch gewagt das Leben der Serienmörderin Elfriede Martha Blauensteiner anhand von Protokollen zusammenzufassen.

Elfriede ...

Der Journalist und Publizist Florian Klenk hat mit seinem Buch "Ausreden" den Versuch gewagt das Leben der Serienmörderin Elfriede Martha Blauensteiner anhand von Protokollen zusammenzufassen.

Elfriede Blauensteiner, in Österreich auch als "Schwarze Witwe" bekannt, suchte sich ihre Opfer per Kontaktanzeigen, um nach ihrem Tod an ihr Vermögen zu gelangen. Sie war im höchsten Maße spielsüchtig und verspielte ihre "Beute" anschließend in den Casinos.
Florian Klenks Schreibstil war im ersten Moment für mich gewöhnungsbedürftig, aber war absolut stimmig zum Text. Die zugrundeliegenden Protokolle der Gerichtspsychiaterin lassen einem das Blut in den Adern gefrieren. Sätze ohne Gefühl oder gar Reue gehen tief und ließen mich öfter den Kopf schütteln.

Das Aufwachsen von Blauensteiner war ein hartes und entbehrliches Stück Kindheit, geprägt von Kälte und Gewalt. Doch dies war in der damaligen Zeit leider üblich und dennoch wurden nicht alle Kinder als Erwachsene zu Serienmördern. Ein Gedankenspiel, welches bis heute Gültigkeit hat, wann entscheidet es sich, welche Mensch durch seine Kindheit zum Mörder wird und welcher nicht.

Besonders Lesenswert fand ich die Passage, in dem Klenk aus der Sicht der Tochter Blauensteiner berichten kann, mit der er persönliche Gespräche führen konnte. Ein völlig konträres Bild zu den Einlassungen der Mutter, die sich immer als Versorgende, pflegende und liebende Person darstellte, die nie morden, sondern nur helfen wollte.

Florian Klenk hat mit "Ausreden" ein beeindruckendes Bild einer Serienmörderin geschaffen.

Veröffentlicht am 11.02.2026

gute Unterstützung

Nichtraucher in 90 Minuten
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"Nichtraucher in 90 Minuten" des Autors und Coaches Jan Becker - da hat mich als Raucherin schon der Titel sehr neugierig gemacht.

Der Schreibstil ist gut zu lesen, und der Autor versteht es hervorragend, ...

"Nichtraucher in 90 Minuten" des Autors und Coaches Jan Becker - da hat mich als Raucherin schon der Titel sehr neugierig gemacht.

Der Schreibstil ist gut zu lesen, und der Autor versteht es hervorragend, die Mechanismen, die ein Raucher in den Jahren übernommen hat zu beschreiben.
Besonders erwähnenswert empfinde ich das große Hintergrundwissen über das Rauchen und die Techniken, die helfen können, diesen Kreislauf zu unterbrechen. Die 90 Minuten sind für mich nicht realistisch, können allerdings für andere Personen absolut realistisch sein.

Die unterschiedlichen Aufgaben und Tipps, die der Autor gibt, haben viel Potenzial und auf Dauer hoffe ich dadurch mit dem Rauchen aufhören zu können. Dabei wird nicht moralisiert, sondern unterstützt und immer wieder motiviert.

Vielleicht kann ich nach nochmaligem Lesen und anwenden der Aufgaben zur Nichtraucherin werden.

Veröffentlicht am 09.01.2026

ungewohnt, spannend

Die Tote im Götakanal: Ein Kommissar-Beck-Roman
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" Die Tote im Götakanal" ist der Auftaktband der Kriminalreihe der Autoren Maj Sjöwall und Per Wahlöö, die schon in den 60-iger Jahren erschienen sind.

Mir als Kriminalroman Liebhaberin war diese Reihe ...

" Die Tote im Götakanal" ist der Auftaktband der Kriminalreihe der Autoren Maj Sjöwall und Per Wahlöö, die schon in den 60-iger Jahren erschienen sind.

Mir als Kriminalroman Liebhaberin war diese Reihe unbekannt und nun habe ich noch 9 Bände die ich lesen kann. Im Jahre 1964 wird die Leiche einer jungen Frau aus dem Borensee geborgen. Aufgrund ihres Zustandes ist schnell klar, sie kann noch nicht lange da gelegen haben und sie wurde auf übelste misshandelt. Die örtliche Polizei kommt schnell an ihre Grenzen und so wird Martin Beck aus Stockholm zu dem Fall hinzugezogen. Erst einmal kann die Leiche nicht identifiziert werden und die Ermittlungen geraten ins Stocken. Nur durch die Verbissenheit von Beck wird weiter gesucht und nach Monaten steht fest, es handelt sich um eine junge Frau aus Amerika. Es kommt zur Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Kollegen, doch der Täter wird deshalb noch nicht gefasst. Beck versucht es mit einem Lockvogel, doch auch dies geht schief....

Anfangs habe ich mich etwas mit der Sprache schwergetan und empfand einige Aussagen doch als sehr sexistisch, im Verlauf des Buches habe ich mich damit arrangieren können. Sprache ändert sich und diese Beschreibungen waren eventuell in den 60-iger Jahren üblich.

Insgesamt konnte mich das Hörbuch allerdings komplett überzeugen und ich habe viele Dinge der Ermittlungsarbeit wieder erkannt, die damals neu und innovativ, heute manchmal schon veraltet sind.

Dieses Autoren-Duo hat die Schweden-Kriminalromane aus der Taufe gehoben und dies auf geniale Art und Weise.

Günther Harder als Sprecher war prima gewählt und hat die Atmosphäre durch seine Intonation an der richtigen Stelle herausgearbeitet.

Veröffentlicht am 01.01.2026

spannend

Safe Space
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Sarah Bestgen ist mit "Safe Space" ein spannender und gleichzeitig sehr bedrückender Thriller gelungen.

Anna Salomon, eine junge Psychologin, tritt ihren neuen Job in einem Hochsicherheitsgefängnis an ...

Sarah Bestgen ist mit "Safe Space" ein spannender und gleichzeitig sehr bedrückender Thriller gelungen.

Anna Salomon, eine junge Psychologin, tritt ihren neuen Job in einem Hochsicherheitsgefängnis an und ihre Aufgabe besteht darin, die Insassen, die grausamen Verbrechen begannen haben, zu therapieren und dabei eventuell auch noch zu resozialisieren. Doch dies ist nicht ihr vordergründiges Ziel, in Wahrheit sucht sie unter den Insassen den Mörder ihrer Schwester, die bestialisch ermordet wurde. Als sie dann auch noch Botschaften bekommt, die ihr nur der Täter schicken kann, wird ihre eigene Seele an ihre Grenzen gebracht.

Der Einstieg in die Story war sehr gelungen, konnte ich mir doch schnell ein Bild von Anna und ihrem Arbeitsbereich machen. Auch ihre Gefangenen bzw. Klienten wurden äußerst gut eingeführt und charakterisiert.
Ihr Privatleben und damit ihre Beziehung fand ich stellenweise zu langatmig erklärt und teilweise relativ konstruiert.

Die beiden Zeitzonen, in denen die Geschichte spielt, werden durch die Tagebucheinträge von Sina, Annas Schwester sehr lebendig und gleichzeitig mysteriös. Die Autorin versteht es, falsche Fährten zu legen und dadurch Verwirrung zu stiften.

Nach ihrem hervorragenden Debüt mit "Happy End" wurden mit "Safe Space" meine Erwartungen nicht ganz erfüllt, dennoch habe ich die Story gerne gelesen und empfehle das Buch gerne weiter.