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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.01.2026

Süße Geschichte im Münchener Kunstmilieu

Painted Promises (Golden Hearts, Band 3)
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Mit Painted Promises ist ein ganz wunderbarer Reihenabschluss entstanden, der sich locker und leicht lesen lässt und das Interesse dennoch festhält.

Luis & Minnie sind beides Figuren die sich in ihren ...

Mit Painted Promises ist ein ganz wunderbarer Reihenabschluss entstanden, der sich locker und leicht lesen lässt und das Interesse dennoch festhält.

Luis & Minnie sind beides Figuren die sich in ihren frühen 20ern befinden und mit Erwartungshaltung, Druck und Talent zu kämpfen haben, sich Fragen stellen, die man eben so hat in dem Alter. Was möchte ich eigentlich vom Leben? Was macht mich aus? Wer bin ich denn eigentlich so ganz ohne den Blick der Anderen?
Die Beziehung der Beiden ist knisternd, schnell und zu Teilen explosiv. Man freut sich richtig, die Entwicklung der beiden zu beobachten.

Es gibt wenig was mich stört, aber irgendetwas fühlt sich dennoch nicht ganz rund an. Der Schluss ist durchaus etwas over the top, aber irgendwie auch lustig. Tatsächlich stoße ich mich ein wenig an der Sprache, zu viele Anglizismen, die bei Henry & Vincent noch charakteristisch vertretbar waren, mir hier aber aufstoßen. Außerdem ist die Wortwahl an mancher Stelle durchaus blasphemisch, aber da bin ich einfach etwas sensibler als andere.

Es ist ein Buch mit viel Fanservice, ausgelegt um auf Booktok und Bookstagram eine Plattform zu haben, möglichst glatt gebügelt, was meine Freude über die wirklich süße Geschichte im Münchener Kunstsetting etwas trübt.

Dennoch vier Sterne für ein Buch was Spaß macht und mich aus meiner mehrmonatigen Leseflaute geholt hat.

Veröffentlicht am 01.01.2026

The Favourites

The Favourites
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Wild. Dieses Buch ist ein absolut wilder Ritt durch alle Emotionen.

Gegliedert in fünf Teile erzählt Katarina Shaw ihre Geschichte, dazwischen immer wieder unterbrochen durch Intervieweinblenden von ...

Wild. Dieses Buch ist ein absolut wilder Ritt durch alle Emotionen.

Gegliedert in fünf Teile erzählt Katarina Shaw ihre Geschichte, dazwischen immer wieder unterbrochen durch Intervieweinblenden von Weggefährten. Dieser Doku-Stil funktioniert so furchtbar gut, dass man das Buch eigentlich gar nicht aus de Hand legen kann, weil sich wirklich jede Seite wie eine Netflix-Doku anfühlt.

Die immens ehrgeizige Kat, der masochistische Heath - über zwanzig Jahre getrieben von sich selbst und dem Sport dem sie angehören. Klischeebehaftete Skandale, toxische Beziehungen, das Gefühl in einer Folge 90210 gelandet zu sein - diese Buch hält alles bereit, wirft einen von links nach rechts und packt einen so fest, dass man gar nicht merkt, wie eigentlich nichts passiert und man nur von elend langem Foreshadowing bei der Stange gehalten wird.

Ich habe Kat so sehr gehasst, wie Heath sie geliebt hat. Heath hat mich mehr enttäuscht, als Kat es zugeben konnte. Ellis, Garret, Bella, Frannie, Sheila - alles Personen, die so vermutlich 1:1 in jedem olympischen Dorf vorkommen und bestimmt so oder so ähnlich auch in jeder Tonya Harding Doku zu Wort kommen.

Dieses Buch zu lesen war mir ein Fest, auch wenn ich es gerne mehrmals gegen die Wand geschmissen hätte und ich in der Mitte gehofft habe, dass es bald vorbei ist.

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Veröffentlicht am 01.01.2026

Das Leben fing im Sommer an

Das Leben fing im Sommer an
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Der Sommer 2006 ist für viele ein Sehnsuchtsort des Wunschdenkens. Neben “Da war die Welt noch in Ordnung” - Gedanken gab es einen geilen Sommer und die Heim-WM. Für mich ging es das erste Mal in meinem ...

Der Sommer 2006 ist für viele ein Sehnsuchtsort des Wunschdenkens. Neben “Da war die Welt noch in Ordnung” - Gedanken gab es einen geilen Sommer und die Heim-WM. Für mich ging es das erste Mal in meinem Leben in den Urlaub, von meinem Heimatdorf in ein bayrisches Dorf - mir ist die Welt noch nie größer vorgekommen.

Und so fühlt sich dieses Buch an. Wie Urlaub und Zeitreise, wie Nostalgie ohne die schwere der Melancholie, ein wenig verklärt und verträumt, aber so fühle ich mich auch, wenn ich zurückdenke. Jede Seite blutet den Sommer, ich rieche das gemähte Gras, spüre die flimmernde Hitze auf dem Asphalt und den Durst nach Punica.

Mich verliert der Roman ein wenig ab der Hälfte, da mir der Liebesanteil etwas zu hoch ist und ich auch nicht so ganz den Kopf an dieser ganzen “Le Soleil” Story kriege, ebenso wie “die Diebin”. Ich habe das Gefühl, dass das für etwas stehen soll, was sich hochgestochener anfühlt als es ist und da verliert es bei mir etwas Authentizität.

Ansonsten kann ich dieses Buch nur weiterempfehlen. Ein bisschen coming off age, ein bisschen Rückschau und Nostalgie, ein bisschen Realität und Fiktion - ich sehe mich auf fast jeder Seite und kann neben den Schauplätzen meiner Kindheit auch viele meiner jugendlichen Ängste und Sorgen wiederfinden.

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Veröffentlicht am 01.01.2026

Zufriedenstellend aber nicht begeisternd

In Case We Dare
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Laurel wird dem aufstrebenden und nach langer krankheitsbedingter Abwesenheit zurückkehrendem Star der Anwaltskanzlei Aaron als neue Mentee zugeteilt. Bei den Vorbereitungen zum Gerichtsprozess rund um ...

Laurel wird dem aufstrebenden und nach langer krankheitsbedingter Abwesenheit zurückkehrendem Star der Anwaltskanzlei Aaron als neue Mentee zugeteilt. Bei den Vorbereitungen zum Gerichtsprozess rund um die Bürgermeistergattin fliegen bald nicht nur die Fetzen.

Laurel ist eine furchtbar anstrengende Protagonistin. Sie ist unglaublich gut geschrieben, sehr komplex und kantig und eben „grau“, weil nichts auf der Welt nur schwarz oder weiß ist. Ihre Vergangenheit, ihre Ängste, ihre Gegenwart erklären viel, aber machen den Umgang mit ihr natürlich nicht einfach. Das muss es auch nicht, es gibt genügend glattgestriegelte Protagonisten, dennoch ist Laurel jemand mit dem ich im echten Leben nicht zusammenarbeiten wollen würde.

Aaron liegt mir etwas besser, vielleicht weil ich mich selber gerade von einem Burn-Out erhole und viel Verständnis für seinen Leidensdruck mitbringen kann oder weil ich ihn dafür bewundere, so sehr um seine Beziehung kämpfen zu wollen.

Mit knapp 530 Seiten bietet das Buch einige Längen, die aber okay sind, weil das Kanzleileben recht interessant und der Schreibstil ausladend schön ist. Das lange Push-and-Pull zwischen den beiden Charakteren hingegen hat mich etwas genervt, ist aber sehr passend für die Verhaltensweisen der Charaktere.

Am Anfang werden drei Haupthandlungsstränge aufgemacht: etwas aus Laurels Vergangenheit, der Fall an dem beide arbeiten müssen sowie die Beziehung der beiden und da hätten meiner Meinung nach zwei vollkommen gereicht. Die Handlung mit Laurels Vergangenheit ist für mich etwas unrund gelöst und trägt auch nicht weiter zur Spannung bei.

Ich bin zufrieden mit dem Buch, aber nicht begeistert und ich hätte mir gewünscht, dass sich die zwei Sichtweisen aus denen erzählt wird mehr voneinander unterscheiden. Leider verquirlt die Tonalität der Erzählweise das alles zu einem Einheitsbrei.

Veröffentlicht am 01.01.2026

Lesenswerter Thriller, bei dem man etwas Durchhaltevermögen braucht

Fremd
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Joanna genießt einen entspannten Tag bis sie aus der Dusche kommt und dort auf einmal ein fremder Mann im Haus steht, der behauptet ihr Verlobter zu sein. Erik freut sich nach einem stressigen Tag auf ...

Joanna genießt einen entspannten Tag bis sie aus der Dusche kommt und dort auf einmal ein fremder Mann im Haus steht, der behauptet ihr Verlobter zu sein. Erik freut sich nach einem stressigen Tag auf der Arbeit auf seine Verlobte, doch als er nach Hause kommt, rastet sie aus, weil sie denkt er wäre ein Einbrecher.

Dieser Poznanski/Strobel Thriller wirft uns direkt mitten in die Handlung zwischen der australischen Milliardärstochter und dem deutschen IT-Spezialisten. Es ist nervenaufreibend, verworren und man weiß gar nicht so wirklich wem man jetzt was glauben soll. Vor allem da es turbulent weiter geht und immer klarer wird, dass beide in höchster Gefahr schweben und andere Leute ihnen nach dem Leben trachten.

Ich habe die Story innerhalb eines Nachmittages gelesen, da es flüssig von der Hand geht und einen wirklich bei der Stange hält. Ab und an hatte ich zwar Momenten in denen ich alle Beteiligten am liebsten geschüttelt hätte und hin und wieder war es etwas repetitiv, da die Kapitel ausnahmslos abwechselnd aus Jo‘s und Eriks Sichtweise geschrieben sind und auch mal die gleichen Zeitspannen abdecken.

Zum Ende hin verdichtet sich die Spannung immer weiter und es wird richtig action geladen - leider wird hier dann an Glaubhaftigkeit und Realitätsbezug eingebüßt. Wer steckt jetzt genau wo hinter? Wer hängt mit drin? Die finale Auflösung wird allerdings in wenigen Seiten abgehandelt, da hätte ich mir etwas mehr gewünscht, vor allem bei dem Thema was da zum Schluss aufgemacht wird und was genau in Antigua passiert ist.

Fazit: Lesenswerter Thriller bei dem man etwas Durchhaltevermögen braucht und den man nicht allzu ernst nehmen sollte.