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JohannaMaus

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.02.2025

Spannung Pur, aber mit Schwächen

Deepfake
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Deepfake: Das Ende der Wahrheit wirft eine wichtige Frage auf: Was passiert, wenn wir nicht mehr zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden können? Die Grundidee ist faszinierend und erschreckend realistisch, ...

Deepfake: Das Ende der Wahrheit wirft eine wichtige Frage auf: Was passiert, wenn wir nicht mehr zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden können? Die Grundidee ist faszinierend und erschreckend realistisch, gerade in Zeiten von immer ausgefeilterer KI. Der Thriller baut von Anfang an Spannung auf und hält das Tempo mit actionreichen Verfolgungsjagden und unerwarteten Wendungen hoch.

Leider zeigt sich schnell, dass die Umsetzung nicht mit der brisanten Thematik mithalten kann. Die Charaktere bleiben blass, insbesondere Hauptfigur Tom Anson wirkt austauschbar und ohne echte Tiefe. Einige logische Ungereimtheiten trüben den Lesefluss, und vor allem die hohe Anzahl an Rechtschreib- und Grammatikfehlern fällt unangenehm auf. Gerade bei einem Buch, das mit technischer Präzision punkten will.

Trotzdem bleibt der Thriller spannend und unterhaltsam. Wer über die handwerklichen Schwächen hinwegsehen kann, bekommt einen kurzweiligen Pageturner mit einem hochaktuellen Thema, das zum Nachdenken anregt.

Gut gemeinte 4 von 5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.01.2025

Gärtnern mit Spaß und ohne Perfektionismus: Ein inspirierender Blick in den ‚Kleinen Horrorgarten‘

Blumen, Kohl & Rock'n'Roll
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„Blumen, Kohl & Rock'n'Roll“ von Anja Klein ist ein erfrischender und inspirierender Gartenratgeber, der ganz ohne Druck und Perfektionismus auskommt. Die Autorin nimmt uns mit auf eine persönliche Reise ...

„Blumen, Kohl & Rock'n'Roll“ von Anja Klein ist ein erfrischender und inspirierender Gartenratgeber, der ganz ohne Druck und Perfektionismus auskommt. Die Autorin nimmt uns mit auf eine persönliche Reise durch ihren Schrebergarten und teilt ihre Erfahrungen und Tipps auf eine sehr sympathische und humorvolle Weise. Die wunderschönen Bilder und Anekdoten machen das Buch zu einem echten Genuss und verleihen dem Gartenratgeber eine ganz besondere Atmosphäre. Besonders gefällt mir der Ansatz, das Gärtnern locker und ohne erhobenen Zeigefinger anzugehen. Die praktischen Tipps und DIY-Projekte sind motivierend, aber teilweise hätte ich mir etwas hervorgehobene Gartentipps gewünscht, um sie schnell nachschlagen zu können. Oft sind die Hinweise eher im Fließtext eingebaut, was den Lesefluss angenehm macht, aber für eine schnelle Referenz nicht immer ideal ist. Dennoch ist das Buch eine wertvolle Quelle an Inspiration und bietet tolle Ideen, besonders wenn man einen Garten neu gestalten möchte oder frische Impulse für den eigenen Garten sucht. Alles in allem ist es ein sehr gelungenes Werk, das ich für alle Gärtner*innen empfehlen kann, die einen entspannten und kreativen Zugang zum Thema suchen.

  • Einzelne Kategorien
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Veröffentlicht am 07.01.2025

Bewegende Charaktere in einer vertrauten Geschichte

We between Worlds
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We Between Worlds von Francesca Peluso ist eine gefühlvolle Geschichte, die zwar bekannte Elemente und Tropes aufgreift, diese aber charmant und unterhaltsam umsetzt.

Peyton und Charles überzeugen durch ...

We Between Worlds von Francesca Peluso ist eine gefühlvolle Geschichte, die zwar bekannte Elemente und Tropes aufgreift, diese aber charmant und unterhaltsam umsetzt.

Peyton und Charles überzeugen durch ihre glaubwürdige Entwicklung. Besonders Charles beeindruckt mit seiner Wandlung vom privilegierten Jungen zum reflektierten jungen Mann. Ihre Beziehung wächst langsam, aber authentisch, und romantische Szenen wie die Halloween-Party oder der erste Kuss fügen sich stimmig in die Handlung ein.

Auch wenn die Geschichte das Rad nicht neu erfindet, punkten die liebevoll gezeichneten Nebencharaktere und die warmherzigen Familienszenen. Ein etwas tieferer Fokus auf die politische Dimension von Charles’ Mutter oder ein abschließender Epilog hätten das Buch noch komplexer machen können. Dennoch bleibt We Between Worlds eine emotionale und unterhaltsame Lektüre, die bekannte Themen mit viel Herz erzählt.

Eine klare Empfehlung für alle, die sich von romantischen Geschichten mit sympathischen Figuren verzaubern lassen möchten!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 01.01.2026

Zwischen Ozean und Innenwelt: eine sehr persönliche Suche nach Urvertrauen

IMUA Reise ins Urvertrauen
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Mit „IMUA – Reise ins Urvertrauen“ legt Sharon Makana Seban ein sehr persönliches Memoir vor, das weit über den Rahmen eines klassischen Reiseberichts hinausgeht. Vor der eindrucksvollen Kulisse Hawaiʻis ...

Mit „IMUA – Reise ins Urvertrauen“ legt Sharon Makana Seban ein sehr persönliches Memoir vor, das weit über den Rahmen eines klassischen Reiseberichts hinausgeht. Vor der eindrucksvollen Kulisse Hawaiʻis erzählt sie von einem inneren und äußeren Aufbruch, vom Loslassen und von Neuanfängen sowie dem Versuch, dem Leben wieder mit mehr Vertrauen zu begegnen.

Der Begriff „IMUA“, der sinngemäß für mutiges Voranschreiten steht, zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Die Autorin nimmt die Lesenden mit in ihren Alltag auf den Inseln, schildert Begegnungen, Naturerlebnisse und spirituelle Erfahrungen, die sie Schritt für Schritt näher zu sich selbst führen. Besonders die atmosphärischen Beschreibungen von Meer, Landschaft und Naturgewalten sind eindrucksvoll gelungen – man spürt die Hitze, hört das Rauschen des Ozeans und kann sich die Weite der Inseln gut vorstellen.

Sharon Makana Seban schreibt sehr ehrlich über Verletzlichkeit, Zweifel und innere Prozesse. Themen wie emotionale Abhängigkeiten, falsche Sicherheiten und das Vertrauen in die innere Führung werden offen angesprochen und regen zum Nachdenken an. In diesen Passagen entfaltet das Buch seine größte Stärke, da viele Gedanken und Erfahrungen universell wirken und eigene Fragen widerspiegeln können.

Gleichzeitig blieb für mich eine gewisse emotionale Distanz. Die vielen spirituellen Konzepte, Begriffe und inneren Dialoge wirkten stellenweise abstrakt und eher aneinandergereiht, sodass sich nicht immer eine tiefe Verbindung aufgebaut hat. Manche Erlebnisse hätten mehr Raum gebraucht, um nachzuwirken. Auch kulturelle Hintergründe und Entscheidungen der Autorin blieben mir teilweise fremd, was das Eintauchen erschwert hat.

Trotzdem ist „IMUA – Reise ins Urvertrauen” ein ehrliches und authentisches Buch, das genau weiß, was es sein will: eine Einladung, das Leben weniger kontrollieren zu wollen und sich seinen eigenen Wellenbewegungen anzuvertrauen. Wer offen für spirituelle Selbstfindung ist, innere Prozesse reflektieren möchte und sich von der Magie Hawaiʻis berühren lässt, kann aus diesem Memoir viel Inspiration ziehen.

Für mich persönlich war es atmosphärisch stark und in Teilen sehr berührend. Inhaltlich war es jedoch nicht immer zugänglich. Dennoch ist es ein Buch, das zum Innehalten einlädt und sicher die richtigen Leser:innen finden wird.

Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 01.01.2026

Zwischen Wüste, Schuld und Selbstfindung: Ein fordernder Abschluss der Elias-Trilogie

Du bist der Totem
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Mit Du bist der Tod legt Peter Nathschläger den dritten und abschließenden Band der Elias-Trilogie vor – und wählt dafür keinen einfachen Weg. Der Roman setzt an einem Punkt tiefster Verletzlichkeit an: ...

Mit Du bist der Tod legt Peter Nathschläger den dritten und abschließenden Band der Elias-Trilogie vor – und wählt dafür keinen einfachen Weg. Der Roman setzt an einem Punkt tiefster Verletzlichkeit an: Elias steht nach der Trennung von Stefan emotional am Abgrund. Einsamkeit, Orientierungslosigkeit und ein Gefühl des Verlorenseins treiben ihn zu einer überstürzten Reise, die sich bald als weit mehr als eine bloße Flucht entpuppt.

Was zunächst wie eine klassische Selbstfindungsgeschichte beginnt, entwickelt sich zu einer komplexen, moralisch aufgeladenen Erzählung. Die Begegnung mit zwei trauernden Vätern konfrontiert Elias mit seiner Vergangenheit und mit Max Villeneuf alias Le Fantom, dessen Entstehung in diesem Band erstmals greifbar wird. Die Rückblicke auf Max’ Jugend in Namibia, seine Begegnung mit dem geheimnisvollen Monument und die philosophischen Ideen dahinter verleihen der Geschichte eine düstere, beinah mythische Ebene. Dabei geht es nicht nur um Macht und Gewalt, sondern auch um die Frage, wie Zivilisation, Moral und Manipulation zusammenhängen.

Besonders eindrücklich ist die Gegenüberstellung der beiden Hauptfiguren: Elias, der zweifelt, reflektiert und sich seiner eigenen Schwächen bewusst wird, und Max, der seinen Weg längst gewählt hat und auf ein Leben voller Grausamkeit zurückblickt. Die Reise durch Afrika verändert Elias' Wahrnehmung der Welt – und seiner selbst. Briefe, innere Monologe und Begegnungen zeigen, wie sich seine Werte verschieben: weg von Oberflächlichkeiten, hin zu Nähe, Verantwortung und echter Verbundenheit.

Der Roman erzählt ruhig und nachdenklich, scheut aber auch nicht vor drastischen, brutalen Momenten zurück. Die Genregrenzen zwischen Abenteuerroman, psychologischem Roman, Thriller und philosophischer Parabel verschwimmen. Dies verlangt den Lesenden Geduld und Offenheit ab, belohnt sie jedoch mit einer intensiven Atmosphäre und einem überraschenden Ende, das nicht alles auflöst.

„Du bist der Totem“ ist kein leichter, schneller Abschluss, sondern ein anspruchsvolles Finale, das vor allem im Zusammenspiel mit den vorherigen Bänden seine volle Wirkung entfaltet. Wer Elias’ Weg von Anfang an begleitet hat, erhält einen runden, emotionalen und nachwirkenden Schlusspunkt – eine Geschichte über Verlust, Verantwortung und die schwerste aller Fragen: Wie weit darf man gehen, um das Richtige zu tun?

Ich gebe 3,5 von 5 Sternen.