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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.01.2026

Möchtegern-Seher und Praktikantin

Der Seher
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Der siebente Teil der Thriller-Serie mit Arne Stiller unterscheidet sich von den vorigen Teilen, indem seine Kollegin Inge in Pension geht, ist er ein Ein-Mann-Team. Ich hatte Bedenken, ob er sich alleine ...

Der siebente Teil der Thriller-Serie mit Arne Stiller unterscheidet sich von den vorigen Teilen, indem seine Kollegin Inge in Pension geht, ist er ein Ein-Mann-Team. Ich hatte Bedenken, ob er sich alleine auch so gut schlägt, da gerade die Diskussionen und der Austausch mit anderen bei Arne das besondere Etwas ausmachen. Zum Glück bekommt er eine Polizeianwärterin an seine Seite, die sich nach anfänglichen Schwierigkeiten gar nicht so schlecht schlägt und ihm auch Kontra gibt. Sandy hat mir als junger, frischer Charakter sehr gut gefallen. Die Ermittlungsfälle sind spannend aufgebaut und gerade, wenn es um entführte und/oder getötete Babys geht, sind die Emotionen bei mir hoch, sodass auch der Wettlauf gegen die Zeit ein Nervenkitzel und eine Lesespannung war. Arne konnte sein Fachwissen als Kryptologe auch wieder einsetzen und somit konnten die verschlüsselten Botschaften vom Täter entschlüsselt werden. Der Möchtegern-Seher hat meiner Meinung nach, keine Erkenntnisse für die Ermittlungsfälle rund um die entführten und getöteten Babys beigetragen und auch als Person hätte ich ihn nicht unbedingt benötigt. Die Szenen mit dem Seher haben für mich den Fall eher ins Lächerliche gezogen und waren nicht so authentisch, wie die restlichen Charaktere. Ich bin gespannt, wie sich Inge in ihrer Pension einfinden wird oder ob sie in dem einen oder anderen Fall wieder unterstützend oder als Gesprächs- und Analysepartnerin von Arne auftauchen wird.

Veröffentlicht am 19.01.2026

neu sortieren

Die Liebe, später
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Der Roman beschreibt das Gefühlsleben von Kora und Anselm, die sich beide an einem Wendepunkt in ihrem Leben befinden und sich erst selbst sortieren müssen, wie der nächste Abschnitt aussehen soll. Kora ...

Der Roman beschreibt das Gefühlsleben von Kora und Anselm, die sich beide an einem Wendepunkt in ihrem Leben befinden und sich erst selbst sortieren müssen, wie der nächste Abschnitt aussehen soll. Kora und Anselm sind seit über zwanzig Jahren verheiratet, Anselm tritt seine Pension an und möchte mit Renovierungsarbeiten und der Gartenumgestaltung seinen neuen Alltag füllen, gemeinsam mit Kora. Kora erholt sich noch von einer unerwarteten Herzoperation, fühlt sich plötzlich alt, wird aus ihrem Berufsleben gedrängt und kämpft stark mit ihrer Selbstfindung und was sie noch im Leben möchte. Zum Großteil erzählt Kora die Geschichte aus ihrer Sichtweise, Anselm ist zuerst lange Zeit still und unauffällig, bis auch er einen Ausbruch aus seinem Alltagstrott benötigt und vor allem durch einen Denkanstoß von Kora selbst seinen neuen Lebensabschnitt überdenkt. Der Schreibstil ist melancholisch, nachdenklich, vor allem Kora macht sich nach der OP viele Gedanken und beginnt auch ihr vorheriges Leben aufzuarbeiten. Ich empfinde Kora als ehrlich und authentisch, sie handelt oft unüberlegt, vielleicht auch voreilig, aber sie bleibt sich trotzdem selbst treu. Früher konnte sie dies noch nicht so gut, dadurch belasten sie auch einige Unstimmigkeiten und Negativerlebnisse noch bis heute, aber auch diese nimmt Kora endlich in Angriff, um einen Abschluss zu finden. Das Leben ist und bleibt ein Wandlungsprozess und in neuen Abschnitten muss man sich die Zeit nehmen, um sich selbst und das Zusammenleben mit anderen wieder neu zu überdenken und zu definieren, vor allem auch dies dann zu besprechen. Kora und Anselm haben zu Beginn wenig miteinander gesprochen, sie haben vermutet und angenommen, was der andere meinen wird oder von sich auf den Partner geschlossen, die Gesprächskultur hat sich am Ende deutlich gebessert. Es ist auch eine leichte positive Stimmung, eine Aufbruchsstimmung und eine Vorfreude auf etwas Neues, spürbar.

Veröffentlicht am 08.01.2026

the Frame

Der Blutmacher
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„Der Blutmacher“ ist der dritte Band einer Trilogie rund um das Dezernat 47 unter Leitung von Tara Kronberg. Ich empfehle, die vorigen Teile zuerst zu lesen, da man nur so die Zusammenhänge, vor allem ...

„Der Blutmacher“ ist der dritte Band einer Trilogie rund um das Dezernat 47 unter Leitung von Tara Kronberg. Ich empfehle, die vorigen Teile zuerst zu lesen, da man nur so die Zusammenhänge, vor allem die Konstellation der Personen zueinander und ihre Vorgeschichten, gut nachvollziehen kann und somit mehr Lesespaß und Verständnis haben wird. Der Fall ist diesmal äußerst brutal und die Szenen werden auch bildhaft und detailliert beschrieben, als Warnung für Leserinnen, die dies nicht so gerne mögen. Es werden Tötungen im Livestream mitverfolgt und geschildert und aus dem Blut der Opfer erstellt der Täter seine Kunstwerke und verkauft diese gewinnbringend. Die Geschichte wird schnell eingeleitet, sodass die Spannung hoch ist, danach erfolgt die Aufklärung des Falles gründlich und systematisch. Man bekommt als Leserin häppchenweise Informationen und kann sich schon zusammenreimen, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird. Spannend finde ich die Tagebucheinträge, die einen interessanten zusätzlichen Blickwinkel aus Tätersicht bieten. Tara tut mir in diesem Fall sehr leid, sie muss einen persönlichen Schicksalsschlag verkraften, wird überhaupt nicht geschont. Mir gefällt es, wie Gabriel sich vor sie stellt und sie schützt, die Arbeitsbeziehung zwischen ihnen hat sich sehr zum Positiven entwickelt. Ich hoffe, dass Tara sich durch diesen Fall nicht von ihrem beruflichen Weg abbringen lässt und nach einer verdienten Auszeit wieder durchstartet.

Veröffentlicht am 06.01.2026

persönlicher Cold Case

Stumme Knochen
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Der Thriller ist ein Cold Case über einen fast 50 Jahre alten Vermisstenfall, nachdem bei Bauarbeiten in den tiefsten Bergen Kanadas ein menschliches Skelett gefunden wird. Die Ermittlerin Jane ist selbst ...

Der Thriller ist ein Cold Case über einen fast 50 Jahre alten Vermisstenfall, nachdem bei Bauarbeiten in den tiefsten Bergen Kanadas ein menschliches Skelett gefunden wird. Die Ermittlerin Jane ist selbst gerade mit einem persönlichen Verlust beschäftigt und somit betrifft sie dieser Fall persönlich und sie gibt alles, um den Fall aufzuklären. Handelt es sich hier um die vermisste Jugendliche? Die Geschichte beginnt sofort spannend und der Spannungsbogen bleibt aufrecht hoch, da es im Laufe der Ermittlungen zu zahlreichen Wendungen kommt, die wiederum eine neue Perspektive aufzeigen. Es bleibt spannend bis zum Schluss, auch die Aufklärung ist logisch erklärt und schlüssig. Die Charaktere, vor allem Jane, haben mir gut gefallen, sie sind gut ausgearbeitet und vielschichtig, wirken authentisch und lebendig. Mir gefällt es, dass man sie auch außerhalb ihres Arbeitsbereiches kennenlernt und Dinge aus ihrem Privatleben erfährt. Als Leser*in fühlt man sich involviert und mit den Geschehnissen vertraut, obwohl es zu Beginn etwas komplex wirkt und nicht ganz einfach ist, den Überblick zu behalten. Ein paar Szenen waren mir zu „zufällig“ und hätte es auch gar nicht benötigt, aber ansonsten hat mir der Thriller sehr gut gefallen und mir aufregende Lesestunden beschert.

Veröffentlicht am 02.01.2026

wirkt in jeder Hinsicht authentisch

Was ich von ihr weiß
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Der Roman beeindruckt durch eine stilvolle, poetische Erzählweise, die trotzdem nicht abgehoben oder überzogen wirkt, sondern dadurch, dass sie sehr bildhaft ist, nahbar und verständlich bleibt. Die Emotionen ...

Der Roman beeindruckt durch eine stilvolle, poetische Erzählweise, die trotzdem nicht abgehoben oder überzogen wirkt, sondern dadurch, dass sie sehr bildhaft ist, nahbar und verständlich bleibt. Die Emotionen werden sehr gut vermittelt, die Erzählungen sind nie oberflächlich, sondern immer detailliert und mit Tiefgang. Mir gefällt außerdem, dass es in Italien im 20. Jahrhundert spielt und dies wird recht authentisch vermittelt. Inhaltlich geht es um große Themen, wie Liebe und Freundschaft, aber auch soziale und politische Umbrüche, Weltkriege und gesellschaftliche Normen wirken mit ein. Die Charaktere sind gegensätzlich und laden zu Diskussion ein, sie sind so unterschiedlich, dass man als Leserin seine/n Favoriten finden kann, egal welche Vorlieben man hat. Mir persönlich hat Viola sehr gut gefallen, da sie sich in der damaligen Zeit nicht den Normen und Konventionen gebeugt hat, sondern eine emanzipierte Frau war, die zu ihren Gedanken und Taten steht.
Der Roman passt sehr gut für Leser
innen, die gerne poetische Sprache mögen, auch Kunst und Kultur und das Historische lieben und natürlich fehlen auch bewegende Liebes- und Freundschaftsgeschichten nicht.