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Veröffentlicht am 07.03.2026

Halt in der Literatur

Das Alphabet bis S
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„Das Alphabet bis S“ von Navid Kermani
Sie ist Schriftstellerin, in ihren Vierzigern, verheiratet und Mutter eines Teenagers, als ihre Welt zu zerbrechen droht. Ihre iranischen Eltern leben schon lange ...

„Das Alphabet bis S“ von Navid Kermani
Sie ist Schriftstellerin, in ihren Vierzigern, verheiratet und Mutter eines Teenagers, als ihre Welt zu zerbrechen droht. Ihre iranischen Eltern leben schon lange in Deutschland, so dass die Protagonistin zwischen zwei Kulturen aufwuchs. Nun ist ihre Mutter gestorben. Ihre eigene Ehe steht vor dem Aus, als plötzlich der geliebte Sohn schwer krank wird. Alles schlägt über ihr zusammen und erschüttert sie zutiefst. Zwischen alltäglichen Handlungen und den Schrecken, die Trauer und Krankheit mit sich bringen sucht sie verzweifelt einen Rettungsanker und findet diesen in der Literatur. In ihrer Lesegruft warten viele ungelesene Bücher auf sie. So beginnt sie diese nach Autoren alphabetisch zu ordnen und zu lesen. Neben ihrer eigenen Geschichte taucht der Leser so auch in die weite Welt der Literatur ab. Navid Kermani nimmt uns mit durch Klassiker von Hermann Hesse, Ringelnatz oder Péter Nádas, aber auch durch die persische und deutsche Kultur. Dieses Buch war für mich keine leichte Kost. Mehrere Monate habe ich immer wieder darin gelesen und es dann für einige Zeit wieder weggelegt. Die Sprache empfand ich als poetisch und dennoch am Puls der Zeit. Eine Mutter die Angst um ihren Sohn hat. Eine Frau mit Lebenserfahrung und dennoch erschüttert von Krisen, die meinen alle gleichzeitig über ihr hereinbrechen zu müssen. Also das Leben wie es ist, manchmal einfach grausam und dennoch die Literatur als Schönheit des Lebens mit allen Facetten, die durch Krisen trägt und als ein Halteseil zum Leben dient. Ich denke für jeden Literaturbegeisterten ist dieses Buch eine Hommage an die Kunst des Wortes. Und Navid Kermani hat es uns vorgemacht: Egal wie wild das Leben auch tobt, sucht den Halt im Wort.

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Veröffentlicht am 30.01.2026

Einsamkeit

Der andere Arthur
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„Der andere Arthur“ von Liz Moore
Arthur lebt seit 10 Jahren abgeschottet von der Welt, in seinem Elternhaus in New York. Bevor er sich gänzlich zurückzog, war er Professor an der Universität. Seine Mutter ...

„Der andere Arthur“ von Liz Moore
Arthur lebt seit 10 Jahren abgeschottet von der Welt, in seinem Elternhaus in New York. Bevor er sich gänzlich zurückzog, war er Professor an der Universität. Seine Mutter ist verstorben, zum Rest der Familie hat er keinen Kontakt. Und so driftet sein Leben mehr und mehr in die Einsamkeit, während seine Körperfülle stetig wächst. Wir erleben Arthur als einen zutiefst einsamen und unsicheren Menschen, der sich aber in seine Situation eingelebt hat und Ruhe und Akzeptanz ausstrahlt. Sein Anker waren jahrelang die Briefe, die er sich mit seiner ehemaligen Studentin Charlene schreibt. Sie und ihren Sohn Kel lernen wir im zweiten Drittel des Buches kennen. Hier erleben wir eine andere Form der Einsamkeit: Das Mitten unter Menschen sein und dennoch nicht dazugehören. Obwohl Kel beliebt ist und erfolgreich in seinem Sport erlebt er doch Einsamkeit aufgrund seines Klassenunterschieds.
Mir hat der Schreibstil der Autorin sehr gut gefallen. Ihre Figuren sind trotz ihrer Lebensumstände liebevoll dargestellt. Man möchte sie einfach nur in den Arm nehmen. Zwischenzeitlich fand ich jedoch die vielen Handlungsbeschreibungen besonders in Bezug auf den jungen Kel etwas langatmig. Und wer Einsamkeit nicht aushalten kann, dem verlangt dieses Buch doch einiges ab. Es ist eine Explosion der Einsamkeit, Schwere und Melancholie, wie ich es selten gelesen habe. Und dennoch schwingt immer etwas ganz Wichtiges mit, dass die Protagonisten weiterleben und handeln lässt. Die Hoffnung. Mich erinnerte dieses Buch an einen ersten warmen Frühlingstag nach einem schweren langen Winter.

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Melancholische Wintergeschichte

9 Grad
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„9 Grad“ von Elli Kolb
Josies beste Freundin Rena hatte eine Nahtoderfahrung. Das Erlebnis hat viel in ihr verändert. Sie versucht ihren Körper wieder zu bewohnen. Josie möchte ebenfalls ihren Platz im ...

„9 Grad“ von Elli Kolb
Josies beste Freundin Rena hatte eine Nahtoderfahrung. Das Erlebnis hat viel in ihr verändert. Sie versucht ihren Körper wieder zu bewohnen. Josie möchte ebenfalls ihren Platz im Leben finden, ihren Körper endlich akzeptieren und verstehen, wie sie auf andere wirkt. Als Mittel wählen die Freundinnen das Eisbaden. Besonders Josie überwindet damit Grenzen zwischen ihrem Geist und Körper.
Das Buch begann ganz anders als ich es erwartet hatte. Romane, die im Winter spielen haben oft eine gewisse Schwere und Melancholie. Bis zur Hälfte des Buches war das Eisbaden jedoch eher ein Randthema. In erster Linie ging es um Josies zart wachsende Beziehung zu Lee und ihre Freundschaft zu Rena und Anton. Aber auch um ihr Erwachsenwerden und ihren Platz im Leben. Erst nach der Hälfte des Buches kippte für mich die Stimmung. Josies Eisbaden wurde zur Obsession, ein Betäuben ihres Schmerzes und eine Art Grenzerfahrung. Es legte sich Schwere und Traurigkeit über die Geschichte. Die Beschreibungen der extremen Erfahrungen beim Eisbaden sind von der Autorin sehr eindrücklich dargestellt. Ich habe da viel Leidenschaft für dieses Thema gefühlt. Eine ruhige, unaufgeregte Wintergeschichte bei der man an der Melancholie nicht vorbeikommt.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Viele Emotionen

Windstärke 17
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Der Roman knüpft an den ersten Roman von Caroline Wahl „22 Bahnen“ an. Aus dem kleinen Mädchen Ida ist mittlerweile eine junge Frau geworden. Ihre Schwester Tilda ist aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen ...

Der Roman knüpft an den ersten Roman von Caroline Wahl „22 Bahnen“ an. Aus dem kleinen Mädchen Ida ist mittlerweile eine junge Frau geworden. Ihre Schwester Tilda ist aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen als sie noch ein Kind war, und hat sie mit ihrer alkoholkranken Mutter zurückgelassen. Ida hat versucht ihr Leben zusammenzuhalten, doch als ihre Mutter ihrem eigenen Leben ein Ende bereitet, bricht auch für Ida alles zusammen. Sie flüchtet, will eigentlich zu ihrer Schwester Tilda, strandet aber auf Rügen, wo sie Halt bei einem älteren Ehepaar findet. Oft habe ich in Rezensionen gelesen, dass vielen dieses Buch noch besser gefallen hat als das erste. Bei mir ist es eher andersherum. Ich habe Tilda als starke Frau empfunden, die sich trotz aller Widerlichkeiten durch ihr Leben gekämpft hat. Ich war eher ziemlich entsetzt, was aus Ida geworden ist: eine zerstörte, traumatisierte junge Frau, schutzlos mit einer Situation allein gelassen, die zu groß für sie ist. Anders als bei Tilda habe ich mir Sorgen gemacht, dass sie es nicht überstehen wird. Und ich habe mich auch über Tilda geärgert, wie sie ihrer kleinen Schwester so etwas antun kann und selbst einen wahren Familientraum lebt. Ich fand diesen Roman eher deprimierend durch Idas destruktive Art. Und dann möchte ich auch noch thematisieren, was mich persönlich ziemlich angefasst hat. Zu allem Unglück muss auch noch eine der Protagonistinnen Metastasen bekommen. Ida setzt sich damit stark auseinander und googelt alles darüber. Ich bin selbst Betroffene, aber so etwas wie die Lebenserwartung zu googeln habe ich aus gutem Grund nie getan. Und folglich möchte ich es auch nicht schwarz-auf weiß in einem Roman lesen müssen, ohne darauf vorbereitet zu werden. Ich war nie überzeugt von Triggerwarnungen, habe jetzt aber zum ersten Mal selbst gemerkt, wie sinnvoll sie doch sein können. Oder wenigstens ein Wort darüber im Klappentext hätte ich gut gefunden. Im Allgemeinen hat mir der Roman gut gefallen und ich mag den Schreibstil von Caroline Wahl sehr. Dennoch hat mir der erste Teil besser gefallen.

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Veröffentlicht am 25.12.2025

Es samst sehr

Das Sams 11. Das Sams und die große Weihnachtssuche
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Das Sams hatte einen wunderschönen Heiligen Abend. Und wenn es nach seinem Geschmack geht, sollte es auch am ersten Weihnachtstag so weitergehen. Doch nachdem alle Samse zurückgekehrt sind in der Samswelt, ...

Das Sams hatte einen wunderschönen Heiligen Abend. Und wenn es nach seinem Geschmack geht, sollte es auch am ersten Weihnachtstag so weitergehen. Doch nachdem alle Samse zurückgekehrt sind in der Samswelt, wird es bei ihm, Papa Taschenbier und Frau Rotkohl wieder ruhiger. Das muss geändert werden. Deshalb soll das Mini-Sams zurück in die Menschenwelt. Doch beim Wünschen geht mal wieder einiges schief und so beginnt ein ziemlich turbulentes Verwirrspiel zwischen den Welten und einer großen Sucherei. Dabei sind wieder viele lustige Ideen, wie das Rodeln mit dem Backblech und jeder Menge Reime. Ich liebe diese witzigen Dialoge, sie haben so ein bisschen was von Loriot. Meine Tochter hat sich dagegen über die kreativen Ideen der Protagonisten gefreut. Im Vergleich zu den anderen Samsbüchern fanden wir diesen Teil jedoch eher schwächer, da die Story von dem ständigen Verpassen und aneinander „Vorbeiwünschen“ lebt. Das war auf die Dauer etwas anstrengend. Dennoch haben wir uns gefreut dem Sams in diesem Buch wieder zu begegnen, denn wir lieben es sehr.

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