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Veröffentlicht am 03.01.2026

Viele Emotionen

Windstärke 17
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Der Roman knüpft an den ersten Roman von Caroline Wahl „22 Bahnen“ an. Aus dem kleinen Mädchen Ida ist mittlerweile eine junge Frau geworden. Ihre Schwester Tilda ist aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen ...

Der Roman knüpft an den ersten Roman von Caroline Wahl „22 Bahnen“ an. Aus dem kleinen Mädchen Ida ist mittlerweile eine junge Frau geworden. Ihre Schwester Tilda ist aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen als sie noch ein Kind war, und hat sie mit ihrer alkoholkranken Mutter zurückgelassen. Ida hat versucht ihr Leben zusammenzuhalten, doch als ihre Mutter ihrem eigenen Leben ein Ende bereitet, bricht auch für Ida alles zusammen. Sie flüchtet, will eigentlich zu ihrer Schwester Tilda, strandet aber auf Rügen, wo sie Halt bei einem älteren Ehepaar findet. Oft habe ich in Rezensionen gelesen, dass vielen dieses Buch noch besser gefallen hat als das erste. Bei mir ist es eher andersherum. Ich habe Tilda als starke Frau empfunden, die sich trotz aller Widerlichkeiten durch ihr Leben gekämpft hat. Ich war eher ziemlich entsetzt, was aus Ida geworden ist: eine zerstörte, traumatisierte junge Frau, schutzlos mit einer Situation allein gelassen, die zu groß für sie ist. Anders als bei Tilda habe ich mir Sorgen gemacht, dass sie es nicht überstehen wird. Und ich habe mich auch über Tilda geärgert, wie sie ihrer kleinen Schwester so etwas antun kann und selbst einen wahren Familientraum lebt. Ich fand diesen Roman eher deprimierend durch Idas destruktive Art. Und dann möchte ich auch noch thematisieren, was mich persönlich ziemlich angefasst hat. Zu allem Unglück muss auch noch eine der Protagonistinnen Metastasen bekommen. Ida setzt sich damit stark auseinander und googelt alles darüber. Ich bin selbst Betroffene, aber so etwas wie die Lebenserwartung zu googeln habe ich aus gutem Grund nie getan. Und folglich möchte ich es auch nicht schwarz-auf weiß in einem Roman lesen müssen, ohne darauf vorbereitet zu werden. Ich war nie überzeugt von Triggerwarnungen, habe jetzt aber zum ersten Mal selbst gemerkt, wie sinnvoll sie doch sein können. Oder wenigstens ein Wort darüber im Klappentext hätte ich gut gefunden. Im Allgemeinen hat mir der Roman gut gefallen und ich mag den Schreibstil von Caroline Wahl sehr. Dennoch hat mir der erste Teil besser gefallen.

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Veröffentlicht am 25.12.2025

Es samst sehr

Das Sams 11. Das Sams und die große Weihnachtssuche
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Das Sams hatte einen wunderschönen Heiligen Abend. Und wenn es nach seinem Geschmack geht, sollte es auch am ersten Weihnachtstag so weitergehen. Doch nachdem alle Samse zurückgekehrt sind in der Samswelt, ...

Das Sams hatte einen wunderschönen Heiligen Abend. Und wenn es nach seinem Geschmack geht, sollte es auch am ersten Weihnachtstag so weitergehen. Doch nachdem alle Samse zurückgekehrt sind in der Samswelt, wird es bei ihm, Papa Taschenbier und Frau Rotkohl wieder ruhiger. Das muss geändert werden. Deshalb soll das Mini-Sams zurück in die Menschenwelt. Doch beim Wünschen geht mal wieder einiges schief und so beginnt ein ziemlich turbulentes Verwirrspiel zwischen den Welten und einer großen Sucherei. Dabei sind wieder viele lustige Ideen, wie das Rodeln mit dem Backblech und jeder Menge Reime. Ich liebe diese witzigen Dialoge, sie haben so ein bisschen was von Loriot. Meine Tochter hat sich dagegen über die kreativen Ideen der Protagonisten gefreut. Im Vergleich zu den anderen Samsbüchern fanden wir diesen Teil jedoch eher schwächer, da die Story von dem ständigen Verpassen und aneinander „Vorbeiwünschen“ lebt. Das war auf die Dauer etwas anstrengend. Dennoch haben wir uns gefreut dem Sams in diesem Buch wieder zu begegnen, denn wir lieben es sehr.

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Veröffentlicht am 05.12.2025

Krätz oder Krebs

Rom sehen und nicht sterben
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Der Autor weilt gerade in Rom, als er die Diagnose Krebs bekommt. Völlig aus seinem Leben gerissen zieht er nach Berlin, um sich dort behandeln zu lassen. Er beschreibt sehr eindrücklich den Weg seiner ...

Der Autor weilt gerade in Rom, als er die Diagnose Krebs bekommt. Völlig aus seinem Leben gerissen zieht er nach Berlin, um sich dort behandeln zu lassen. Er beschreibt sehr eindrücklich den Weg seiner Therapie, bestehend aus Chemotherapie und Operation hin zur Genesung. Eine neue Liebe kommt in sein Leben und gemeinsam reisen sie wieder nach Rom. So schließt sich der Kreis. Peter Wawerzinek verarbeitet in diesem Roman seine Krebserkrankung. Es ist ein sehr persönliches Buch und aus diesem Grund fällt es mir extrem schwer es zu bewerten. Um der Krankheit seinen Schrecken zu nehmen, spielt der Autor sehr mit den Wörtern und Sätzen, verkehrt sie teilweise ins lächerliche. Sucht neue Worte, reiht sie aneinander, reimt zusammen und schwurbelt drumherum. Mir fiel das Lesen dadurch sehr schwer. Mit dem Inhalt konnte ich mich gut identifizieren, da ich in ähnlicher Situation bin. Und natürlich freue ich mich über das Happy End. Die Geschichte bildet so eine „runde Sache“, aber wie der Autor schon anmerkt ist es nicht mehr das erste Leben, unbeschwert und frei, sondern das zweite Leben. Viele Passagen dieses Romans waren von poetischer Sprache und von starken Bildern geprägt. Aber irgendwie fand ich es einfach nicht vereinbar mit dem Schrecken, den die Thematik aufwirft. Vielleicht war ich hier einfach nicht die geeignete Leserin.

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Veröffentlicht am 25.11.2025

Verlassene Mütter

Die geteilte Schuld
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Die Geschichte handelt von zwei Frauen, der Einsamkeit, dem Verlassenwerden und der Mutterschaft. In den 70er Jahren verliebt sich die Kranführerin Martina unsterblich in ihren Traummann Mischa. Beide ...

Die Geschichte handelt von zwei Frauen, der Einsamkeit, dem Verlassenwerden und der Mutterschaft. In den 70er Jahren verliebt sich die Kranführerin Martina unsterblich in ihren Traummann Mischa. Beide glauben fest an den Sozialismus und arbeiten daran das Land aufzubauen. Doch nach und nach bröckelt nicht nur der Putz von den Altbauruinen, sondern auch ihr Glaube an eine Zukunft in der DDR. Als ihre Tochter zur Welt kommt, ist für Martina das Glück perfekt, doch Mischa sucht sein Glück auf der anderen Seite der Mauer und lässt Frau und Kind im Stich. In einem zweiten Erzählstrang lernen wir die Schriftstellerin und Journalistin Katja kennen. Sie lebt zurückgezogen und einsam, bis sie eine Affäre mit ihrem Chef beginnt. Für sie das Glück auf Erden, bis diese Liaison in einer Katastrophe endet. Die Autorin porträtiert in ihrem Roman zwei Frauen, die sich verzweifelt nach Nähe sehnen, nach einer Familie, Menschen, die zu ihnen gehören. Doch sie werden verlassen und sollen in Einsamkeit und Isolation Kinder aufziehen. Überfordert und verletzt versuchen sie aus dieser Rolle zu fliehen und ergreifen dafür drastische Maßnahmen. Der Erzählstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Nach dem Prolog, dachte ich erst: Wie kann man so etwas tun? Sowas kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Im Laufe der Geschichte wurde ich jedoch in die dunklen Gedanken mit hineingezogen und auch mir blieb am Ende dieser Ausgang als letzte sinnvolle Konsequenz übrig. Eine doch eher schwere Geschichte, die ein anderes Bild auf die Mutterschaft wirft, dass jedoch auch unbedingt erzählt werden muss.

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Tierisch verliebt

Lieber den Frosch geküsst als gar keinen Prinz
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Sabins Freundin Kira heiratet und startet kurz darauf mit ihrem Ehemann in die Flitterwochen. Also erklärt sich Sabin bereit Haus, Hof und vor allem die Tiere des frisch gebackenen Ehepaars zu versorgen. ...

Sabins Freundin Kira heiratet und startet kurz darauf mit ihrem Ehemann in die Flitterwochen. Also erklärt sich Sabin bereit Haus, Hof und vor allem die Tiere des frisch gebackenen Ehepaars zu versorgen. Doch kurz darauf macht Sabin unliebsame Bekanntschaft mit Lothar vom Veterinäramt. Der betitelt den Hühnerstall als zu klein und den Esel Fridolin als nicht ausbruchssicher untergebracht. Glücklicherweise hat sich auch Leon, Kiras neuer Schwager, bereit erklärt Sabin zu helfen. Und zwischen den beiden knistert es gewaltig. Doch auch Sabins Kollege Tim hat es ihr angetan. Als sie plötzlich Undercover bei einer Ermittlung eng mit Tim zusammenarbeiten muss, kommt es zu einer turbulenten Dreiecksgeschichte.
Ich mag den witzigen und frischen Schreibstil der Autorin sehr gerne. Zwischen den Kapiteln gab es immer ein Tageshoroskop von Sabins Halbschwester Lilith, dass bereits auf die kommende Geschichte eingestimmt hat. Das fand ich sehr gelungen und habe ich so vorher noch nie gesehen. Die Geschichte selbst hatte ein gutes Tempo, war mir aber an mancher Stelle etwas zu lang. Die einzelnen Szenen waren lustig, aber es hätten vielleicht ein paar eingespart werden können. Insgesamt empfand ich die Vielfalt der Handlungsstränge etwas zu hoch. Die Liebesgeschichte hat mir sehr gut gefallen. Die war etwas chaotisch, wie Sabin selbst hat sich aber ganz wunderbar geklärt ohne all zu großes Drama. Alles in allem ein gelungener Roman.

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