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Ritja

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.01.2026

Sehr unterhaltsam

Pi mal Daumen
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Wenn zwei Generationen sich im Hörsaal treffen, um Mathematik zu studieren, kann es schon mal zu Fehlinterpretationen und Irritationen kommen.

Oscar, hochbegabt und etwas alltagsfremd, lebte bisher ...

Wenn zwei Generationen sich im Hörsaal treffen, um Mathematik zu studieren, kann es schon mal zu Fehlinterpretationen und Irritationen kommen.

Oscar, hochbegabt und etwas alltagsfremd, lebte bisher gut behütet bei seinen adligen Eltern. Nach dem Abitur kann er endlich seinem Idol nacheifern und sich voll und ganz auf die Mathematik konzentrieren. Wenn sich Moni nicht neben ihn gesetzt hätte.
Moni, ü50 und mitten im Leben stehend, will es wissen. Schafft sie das Studium, obwohl sie alle für zu dumm dafür halten? Es ist ihr Traum, den sie sich nun erfüllen möchte. Das Studium presst sie zwischen ihre Jobs, der Versorgung ihrer Enkelkinder und der Unterstützung ihrer Tochter.

Während Oscar mit seinem Umfeld etwas zu kämpfen hat, nimmt Moni alle für sich ein. Sie ist die perfekte Kümmerin. Sie versorgt die Kommilitonen, besonders Oscar, mit gut gefüllten Tupperdosen und Anekdoten aus ihrem Leben. Oscar sorgt für die Lösungen bei den Mathematikaufgaben.

Die Beziehung zwischen Oscar und Moni ist einzigartig. Einzigartig unterhaltsam, liebenswert und ermutigend. Zwei völlig verschiedene Charaktere bauen sich über die Seiten eine Freundschaft auf, die so manchen Sturm aushält. Natürlich übertreibt die Autorin es an manchen Stellen, aber diese Abschnitte sollte man dann mit einem Augenzwinkern zu lesen.

Die Autorin hat einen unterhaltsamen und warmherzigen Roman geschrieben und gezeigt, dass Freundschaften zwischen den Generationen funktionieren kann, wenn der Respekt und die Achtung voreinander vorhanden ist.

Veröffentlicht am 04.01.2026

Ein typisches Lehane Buch

The Drop - Bargeld
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224 Seiten sind nicht viel für einen Halbkrimi, aber bei Dennis Lehane völlig ausreichend. Der Autor, der selten ein Wort zu viel schreibt und trotzdem alles klar und deutlich beschreibt, schafft eine ...

224 Seiten sind nicht viel für einen Halbkrimi, aber bei Dennis Lehane völlig ausreichend. Der Autor, der selten ein Wort zu viel schreibt und trotzdem alles klar und deutlich beschreibt, schafft eine Stimmung, die den Lesenden in den Bann zieht (sofern man die klare, leicht rounierte Art des Schreibens mag).

Lehanes Charaktere sind grau. Allesamt. Kein Charakter hat nur gute oder nur schlechte Seiten. Wie bei einer Zwiebel zieht er Schicht für Schicht ab und überraschte immer wieder. Es gibt Wendungen, die man so nicht erwartet hatte. Dadurch schaffte der Autor eine Wachsamkeit bei mir. Bloß nichts überlesen, um den Faden nicht zu verlieren. Das Ende war typisch Lehane und so passend.

Veröffentlicht am 29.12.2025

Faszinierend und beeindruckend

Whiteout – Mein Weg durchs ewige Eis
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Nach Beendigung des Buches ziehe ich meinen Hut vor der Kraft, dem Willen und der Stärke dieser jungen Abenteuererin.

Ich habe beim Lesen ganz leicht mitgefroren und gezittert, dass sie die Whiteout ...

Nach Beendigung des Buches ziehe ich meinen Hut vor der Kraft, dem Willen und der Stärke dieser jungen Abenteuererin.

Ich habe beim Lesen ganz leicht mitgefroren und gezittert, dass sie die Whiteout Tage gut übersteht. Dem Sturm in ihrem kleinen Zelt trotzen kann. Immer wieder war ich fasziniert von ihrem Willen etwas zu erreichen und durchziehen. Ihre körperliche und mentale Stärke waren beeindruckend.

Mollie Hughes erzählt von ihrer Wanderung an der Antarktis ohne (direkte) Begleitung. 700 Meilen allein durch und über den Schnee und Eis. Gegen Sturm, eisige Winde und bei Temperaturen, die man sich nur schwer vorstellen kann. Sie erzählt ihre Reise spannend und sehr menschlich. Sie schreibt von ihrer Freude, dem Frust, der Angst und den Tränen. Sie erzählt, was sie empfunden hatte und wie sie sich allein aus den Krisen wieder herausgeholt hat.

Neben ihren biografischen Passagen hat sie auch Abschnitte zu den verschiedenen Themen wie Selbstvertrauen, Resilienz, psychischer Druck, positives Denken und geistiger Freiraum eingefügt. Außer ihrer eigenen Erfahrung erfährt man wissenswertes aus der Forschung und erhält kleine Anregungen, wie man die Theorien in die Praxis umsetzen kann. Die Quellen hat sie am Ende des Buches eingefügt, so dass man sich auch tiefer mit den Themen beschäftigen kann. Was mir gut gefallen hat, ist der Umgang mit den Themen. Kein Druck auf den Lesenden, das unbedingt ausprobieren zu müssen, sondern stets ein "ihr könnt", müsst aber nicht.

Veröffentlicht am 19.11.2025

Lesenswerte Geschichte

Scheißkerle
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Sieben Väter, die Andrev durch seine Kindheit und Teenagerzeit begleiten. Sieben Väter in sieben Jahren, die es nicht geschafft haben, bei ihm zu bleiben. Sie kamen und gingen. Dabei hinterließen sie Spuren ...

Sieben Väter, die Andrev durch seine Kindheit und Teenagerzeit begleiten. Sieben Väter in sieben Jahren, die es nicht geschafft haben, bei ihm zu bleiben. Sie kamen und gingen. Dabei hinterließen sie Spuren bei Andrev und seiner Mutter. Andrev lebt mit seiner Mutter in prekären Verhältnissen. Die Mutter hat keine Ausbildung, arbeitet u.a. als Reinigungskraft und Kellnerin. Das Geld ist knapp und so kommt es nach fast jeder Trennung zu einer Runde Couchsurfing bei den Freundinnen. Der Zustand änderte sich meistens, wenn ein neuer Mann in das Leben der Mutter eintrat.

Es wird die Geschichte aus seiner Sicht geschrieben. Andrev erzählt von seinen Gedanken, Gefühlen und Erlebnissen mit den verschiedenen Männern in seinem Leben. Manchmal kindlich, manchmal sehr reflektiert und nüchtern, aber stets mit einer kleinen Portion Humor. Trotzdem ist es kein lustiges Buch, eher versucht der Autor mit Humor die dunklen Seiten des Lebens wie Armut, Obdachlosigkeit, Alkohol sowie häusliche und psychsiche Gewalt etwas abzumildern. Andrevs Mutter rutscht immer wieder in die gleichen alten Muster, geht mit Männern eine Beziehung ein, die ihr nicht gut tun. Mit jedem Start in eine neue Beziehung ahnte man schon, wohin das führen wird - traurig und betrunken am Tisch der Freundin, schimpfend über die "Scheißkerle". Bis der nächste Mann kommt.

Der wunderbare Schreibstil des Autors sorgt dafür, dass das Eintauchen in die Geschichte gut gelingt. Man kann sich gut in die Gefühlswelt von Andrev hineinversetzen (auch wenn er manchmal recht skurrile Gedanken hat).

Lesenswerte Geschichte von einem Jungen, der sieben Väter innerhalb von sieben Jahren in seinem Leben hatte.

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Frau kann. Sicher? Sicher!

Die Frau der Stunde
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Was wäre wenn, Deutschland in den 70iger Jahren eine AußenministerIN gehabt hätte? Wie hätte sich die Politik entwickelt?

Heike Specht spielt dieses Szenario in ihrem Roman durch. Aufgrund einer internen ...

Was wäre wenn, Deutschland in den 70iger Jahren eine AußenministerIN gehabt hätte? Wie hätte sich die Politik entwickelt?

Heike Specht spielt dieses Szenario in ihrem Roman durch. Aufgrund einer internen Krise (oder einfach ausgedrückt durch Fremdgehen und Vetternwirtschaft) muss der alte Außenminister gehen. Catharina Cornelius nutzt ihre Chance und spielt die Herren aus. Sie wird, zur Überraschung der alten Herren, Außenministerin. Kann eine Frau das überhaupt? Sie kann. Doch der Erfolg von ihr wird kaum von den Männern anerkannt. Sie hinterfragen sie stets und ständig. Können sie Catharina nicht politisch angreifen, versuchen sie es auf der persönlichen Ebene. Catharina spürt die volle Wucht der männlichen Empörung sowohl im Inland als auch im Ausland.

Die Autorin hat eine starke Frau in den Mittelpunkt gestellt. Sie ist zielstrebig, klug und weiß die Stripen zu ziehen. Seit dem Studium an iherer Seite die zwei wichtigsten Freundinnen. Das Trio hält zusammen, auch wenn sie mal nicht einer Meinung sind. Sie hören und sehen für die Andere mit, um die Freundin zu schützen und zu stärken.

Der Blick hinter die poltischen Kulissen ist interessant und spannend geschrieben. Immer wieder tauchen umschriebene reale Personen auf, die in den 70iger Jahren die Fäden in der Hand hielten. Erschreckenderweise muss man jedoch feststellen, dass sich zwischen den 70igern und dem Heute kaum etwas für die Frauen verändert hat.