Schön für zwischendurch
KasinoMit "Kasino" entführen uns Martina Sahler und Heiko Wolz in das mondäne Baden-Baden des Jahres 1848. Inmitten einer Zeit politischer Umbrüche und gesellschaftlicher Spannungen versuchen die Protagonisten, ...
Mit "Kasino" entführen uns Martina Sahler und Heiko Wolz in das mondäne Baden-Baden des Jahres 1848. Inmitten einer Zeit politischer Umbrüche und gesellschaftlicher Spannungen versuchen die Protagonisten, ihr Glück und ihre Zukunft neu zu gestalten. Die Autoren malen ein lebendiges Bild dieser Ära und lassen uns in die glitzernde, aber auch von Intrigen durchzogene Welt des Kasinos eintauchen.
Die Stärke des Romans liegt in seiner flüssigen und gut lesbaren Sprache. Man wird schnell in die Geschichte hineingezogen, was den Einstieg sehr leicht macht. Die Charaktere sind vielschichtig und ihre Schicksale fesseln von der ersten Seite an. Das historische Setting ist detailreich beschrieben und lässt die Atmosphäre der Vormärz-Zeit spürbar werden.
Allerdings gibt es auch Schwächen. Der Mittelteil der Geschichte wirkt stellenweise etwas zäh und langatmig, wodurch die Spannung nachlässt. Einige Handlungsstränge verlangsamen sich, bevor sie zum Ende hin in einem schnellen Tempo aufgelöst werden. Das Finale wirkt dadurch leider etwas überhastet und die verschiedenen Erzählstränge werden zu schnell und manchmal oberflächlich zusammengeführt, was dem komplexen Aufbau des Romans nicht ganz gerecht wird.
Trotz dieser kleinen Kritikpunkte ist "Kasino" ein unterhaltsamer Roman für alle, die historische Geschichten mit einem Hauch von Glamour und Intrigen mögen. Wer sich auf eine Zeitreise in das Baden-Baden des Jahres 1848 begeben möchte, wird hier gut unterhalten.
Fazit: Ein fesselnder historischer Roman mit flüssigem Schreibstil, dem ein etwas strafferes Tempo im Mittelteil und ein stimmigeres Ende gutgetan hätten.