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Veröffentlicht am 23.01.2026

Tolle Fantasy mit martialischem Auswahlverfahren

The Ordeals
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Sophia de Winter ist seit ihrer Kindheit durch einen Vertrag an ihren Onkel, den Sammler, gebunden und muss für ihn Aufträge erledigen. Sie möchte raus aus dieser Verbindung. Nur eine Aufnahme an der Killmarth ...

Sophia de Winter ist seit ihrer Kindheit durch einen Vertrag an ihren Onkel, den Sammler, gebunden und muss für ihn Aufträge erledigen. Sie möchte raus aus dieser Verbindung. Nur eine Aufnahme an der Killmarth Academy für Magiebegabte kann die Fesseln der Illustionistin lösen und so gerät Sophia in ein grausames Aufnahmeverfahrne, an dem auch der Botaniker Alden Locke teilnimmt. Um besser durch die martialischen Ordeals zu kommen, bilden die beiden ein Team. Während sich Gefühle entwickeln geht Sophia auch den Geheimnissen um ihre Eltern und die Akademie nach. Sie muss stärker werden, um das tödliche Auswahlverfahren zu überstehen, bei dem unerwartete Gefahren lauern.

Der Klappentext war schon so verheißungsvoll, dass ich das Buch sofort lesen wollte. Von Anfang an konnte ich mich in die in ihrem bisherigen Leben gefangene Protagonistin Sophia hineinversetzen. Man lernt sie noch in ihrer gewohnten Umgebung kennen, wo ihr nichts geschenkt wird. Stattdessen erfährt man von einer Kindheit, die von Kälte geprägt ist. Nur eine Person bringt ihr Liebe entgegen. Doch schon gleich auf diesen ersten Seiten erkennt man, dass neue Gefahren die Welt heimsuchen. Das erste Treffen mit dem männlichen Protagonisten ist für Sophia nur MIttel zum Zweck, die Verbindung wächst später immer mehr zu einem praktischen Team heran. Ich hab es genossen, diese Entwicklung zu verfolgen, weil sie irgendwie besonders und anders war. Etwas Spice gibt es jedoch auch hier.

Es gibt aber noch viele weitere Gründe, warum mir dieser Reihenauftakt so gut gefallen hat. Kurz vor ihrer Aufnahme erfährt Sophia ein Geheimnis, das alles auf den Kopf stellt, was sie über ihre Herkunft zu wissen glaubte. Die Nachforschungen ziehen sich unaufdringlich durch die gesamte Handlung und man möchte als Leser*in erfahren, was es damit auf sich hat. Zudem scheint Sophia anfangs eher schwache Illusionsmagie zu haben und muss sich anstrengen, um mehr zu lernen und die grausamen Ordeals zu bestehen. Nichts fliegt ihr wirklich zu. Die Auswahlevents selbst sind viel brutaler, als ich es mir vorgestellt hatte, manchmal auch einfach unverständlich schrecklich und trotzdem kann man nicht "wegsehen". Der spannende, bildgewaltige aber sehr kurzweilige Schreibstil tut sein Übriges, dass man das Buch nicht weglegen kann. Längen kommen höchst selten vor. Stattdessen droht ständig Gefahr von Monstern und einem Mörder, dessen Identität bis fast zum Schluss geheim bleibt. Hier müssen nicht wenige ihr Leben lassen, auch einige, an denen man mit der Zeit hängt. Plottwists, Geheimnisse, lebensbedrohliche Situationen, die Magie von Botanikern, Alchemisten, Illusionisten und Maskierten, die tolle Protagonistin und aufkommende Gefühle, all diese Dinge sorgen für ein tolles Fantasyerlebnis. Gerade nach dem Hammerende bin ich mehr als gespannt auf Band 2. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Lustige Weihnachtsgeschichte um zwei krabbelnde Weihnachtsmänner

Weihnachtsspinnerei
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Allgemein hab ich es nicht so mit Krabbeltieren, vor allem mit den achtbeinigen, aber die beiden in der Geschichte sind wirklich niedliche und witzig. Auf der einen Seite gibt es Bisy, den mutigen Stubenfliegenjungen, ...

Allgemein hab ich es nicht so mit Krabbeltieren, vor allem mit den achtbeinigen, aber die beiden in der Geschichte sind wirklich niedliche und witzig. Auf der einen Seite gibt es Bisy, den mutigen Stubenfliegenjungen, der Einzelkind ist und von seiner Mutter überbehütet wird. Dabei traut er sich sogar bei einer Spinne einen Klingenstreich zu spielen und entkommt ihr gerade noch so. Auf der anderen Seite ist da Karl-Heinz, das Netzhäkchen der Spinnenfamilie, das immer mit seinen 5 Geschwistern teilen muss und dazu noch ständig geärgert wird, weil er noch an den Weihnachtsmann glaubt. Beide Jungen gehen fest davon aus, dass die jeweils andere Krabblerart sich kein schönes Weihnachtsfest haben wird, weil der Weihnachtsmann zu so einer Familie doch nicht kommt. Beider haben eine Idee, wie sie da Abhilfe schaffen können und dabei noch ihre Familien beeindrucken können.

Uns hat diese Geschichte aus der Kinderzeit von Bisy und Karl-Heinz wirklich gut gefallen. Es sind zwei völlig unterschiedliche Kinderstuben die hier vom Autor Kai Pannen gezeichnet werden und es ist sehr spannend zu verfolgen, was beide Kinder auf die Beine stellen, um Geschwister oder Cousin zu beeindrucken. Dabei begegnen sie sich zum ersten Mal und dieses Aufeinandertreffen verändert alles. An einigen Stellen ist die Geschichte auch furchtbar spannend, denn Spinnen sind für Fliegen natürlich super gefährlich. Gezeichnet ist das ganz in besonderen Illustrationen, die alles mit einem Augenzwinkern begleiten. Die Figuren sind sehr ausdrucksstark dargestellt und alles ist trotz einiger Pannen bei den Vorbereitungen sehr weihnachtlich. Ein schönes Buch, mit dem man seine Kinder und sich selbst auf unterhaltsame Weise in Weihnachtsstimmung versetzt. Durch die perfekte Kapitellänge eignet sich die Geschichte richtig gut, um sie im Advent oder an den Tagen vor Weihnachten als Betthupferl vorzulesen. Aber auch unabhängig von Weihnachten finde ich die Geschichte lustig und gerade für Fans der Reihe ist sie ein Muss. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Cozy Weihnachtsroman mit Rätseln

Die geheime Weihnachtsbibliothek
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Mirren liebt Bücher über alles. Es gelang ihr sogar schon, ein seltenes Exemplar zu entdecken, das nun sogar ausgestellt wird. Genau an diesem Ort trifft Mirren auf den schottischen Gutsherren Jamie, der ...

Mirren liebt Bücher über alles. Es gelang ihr sogar schon, ein seltenes Exemplar zu entdecken, das nun sogar ausgestellt wird. Genau an diesem Ort trifft Mirren auf den schottischen Gutsherren Jamie, der sie engagieren möchte, um das Geheimnis um ein Buch aus dem Nachlass seines Onkels zu lüften. Mirren nimmt an und trifft in Schottlands Schneechaos nicht nur auf ein großes Rätsel, sondern auch auf ihren Ex-Freund, der ebensfalls bei der Suche nach dem Buch helfen soll. Beide Männer lassen sie nicht kalt, im Gegensatz zum bald von der Außenwelt abgeschnittenen Herrenhaus.

Ich glaube, es war mein erster Roman von Jenny Colgan, der mich vor allem mit seinem Titel gelockt hat. Geheim, Weihnachten und Bibliothek... diesen Schlagworten konnte ich nicht widerstehen. Die Protagonistin Mirren gefiel mir ganz gut, sie wirkt etwas verloren, wurde von ihrem Ex geghosted und liebt Bücher. Ihr Job hingegen wirkt wie ein notwendiges Übel. Viel lieber würde Mirren wieder alte Bücher aufstöbern, denn dieses Abenteuer hatte ihr gut gefallen und etwas Leben ihr Dasein gebracht. Jamie kann man beim ersten Treffen schlecht einordnen. Das machte mich neugierig und ich dachte sofort an mögliche Gefühle. Doch dann taucht noch Mirrens Ex auf, den sie nicht vergessen konnte. Mir war er nicht immer sympathisch, passte aber gut in dieses Beziehungsgeflecht. Der Gutsherr entpuppt sich als eher verarmter Adel, das Anwesen ist recht heruntergekommen. Ein Buchfund käme gerade recht. Nur weiß niemand, ob es das Gesuchte überhaupt gibt. Die Suche danach bildet das Hauptgerüst der Geschichte, flankiert von Familienbindungen und großen Gefühlen. Die Mischung gefiel mir ganz gut. Gerade die Rätsel hatten es in sich.

Hinzu kam das traumhafte und sehr schneereiche Setting in den schottischen Highlands, das zu einigen Problemen im Haus und bei der Suche nach dem Erbe führt. Das bringt Spannung und Dramatik in die Sache. Der Druck, unter dem Jamie und auch seine Schwester stehen, ist spürbar. Alles wird sehr nachvollziehbar und bildhaft beschrieben und man kann sich einfach in diesen Wohlfühlroman fallen lassen und genießen. Am Ende wird hier vielmehr aufgedeckt, als ich erwartet hatte. Es war dann fast ein bisschen bedauerlich, dass man von den Protagonist*innen wieder Abschied nehmen musste. Da das Weihnachtsthema sehr wenig aufdringlich ist, kann man Die geheime Weihnachtsbibliothek auch sehr gut das ganze Jahr über lesen. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Bitterböse und mörderische Kurzgeschichten rund ums Weihnachtsfest

Arsen und Butterplätzchen
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Bei "Arsen und Butterplätzchen" handelt es sich um ein kleines, harmlos wirkendes Geschichtenbändchen, das es jedoch in sich hat. 17 Autorinnen aus zwei Vereinigungen haben ein Werk beigesteuert, mit dabei ...

Bei "Arsen und Butterplätzchen" handelt es sich um ein kleines, harmlos wirkendes Geschichtenbändchen, das es jedoch in sich hat. 17 Autorinnen aus zwei Vereinigungen haben ein Werk beigesteuert, mit dabei auch bekannte Schriftstellerinnen wie z.B. Gisa Klönne. Alle Texte sind unterschiedlich lang und die meisten konnten mich wirklich überraschen. Oft nimmt die Handlung Wendungen, die ich nicht kommen sah oder die Geschichten regten mich zum Nachdenken an. Nicht alle sind Krimis und dennoch geht es in vielen um unfreiwillige Tode, böse Absichten und menschliche Abgründe. Die Autor*innen haben ein feines Gespür für zwischenmenschliche Beziehungen und manchmal auch einen morbiden Humor. Die Abwechslung sorgt für perfekte Unterhaltung und durch die Kürze der Geschichten kann man sie gut auch mal zwischendurch lesen. Die Kapitelanfänge sind mit kleinen Vignetten aus der Feder von Künstlerin Christine Rechl geschmückt, die auch für die Zusammenstellung der Geschichten verantwortlich ist und sogar selbst eine beigesteuert hat.

Mir gefiel, wie unterschiedlich hier die Abgründe hinter der fröhlichen Weihnachtsfassade aufgedeckt werden. Zum Beispiel wird ein typisches Weihnachtsfest mit der Verwandtschaft, die man sich leider nicht aussuchen kann, geschildert. Die Erkenntnis daraus ist traurig, trifft den Nagel aber auf den Kopf. Wunderbar überraschend die Geschichte einer Frau, die ihren Mann los werden möchte und dieses Vorhaben im Kopf bereits geplant hat. Oder die etwas mystische Reise einer jungen Frau in den Bayerischen Wald und die Folgen. Keine Geschichte gleicht der anderen. Wer also zu Weihnachten keine kitschigen Weihnachtsromane, die in verschneiten Orten spielen, lesen möchte oder nicht nur diese, der ist mit diesem Geschichtenband bestens beraten. Er eignet sich auch wunderbar als Geschenk für Menschen, die mit der bösen Art kein Problem haben, wobei ich da vor allem bei Verwandten erwähnen würde, dass man keine mörderischen Absichten hegt, hehe. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Wundervolles Bilderbuch über das Glück

Das größte Glück der Welt
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Papa Wolf hatte kein Glück, jemand anderer hat beim Gewinnspiel den Preis bekommen. Damit ihr Papa beim nächsten Mal mehr Glück hat, macht sich die kleine Yaya auf den Weg, um für ihn etwas davon zu besorgen. ...

Papa Wolf hatte kein Glück, jemand anderer hat beim Gewinnspiel den Preis bekommen. Damit ihr Papa beim nächsten Mal mehr Glück hat, macht sich die kleine Yaya auf den Weg, um für ihn etwas davon zu besorgen. Doch das gestaltet sich schwieriger als angenommen.

Was für ein wunderschönes Bilderbuch! Das Cover und der Titel haben uns sofort angeprochen, denn wer braucht es nicht: Glück. Ich war sehr neugierig zu erfahren, was für die kliene Wölfin und ihren Papa das größte Glück der Welt sein könnte. Die beiden sehen auf dem Titelbild so glücklich aus. Außerdem hat mir gefallen, dass neben Yaya mal der Papa eine Hauptrolle spielt. Der Aufhänger der Geschichte ist etwas, das Kinder sicher gut kennen. Ein Elternteil wünschte, es hätte mehr Glück gehabt. Yaya nimmt diesen Wunsch zum Anlass, dem Papa etwas Glück zu besorgen und so wandert sie von einem Tier zum nächsten. Jeder gibt eine andere Weisheit zum Glück preis und jeder empfindet Glück anders. Ich fand es total schön, dass Yaya auf ihrer Suche das Glück selbst spürt, schmeckt, dass jemand es mit ihr teilt, dass man es mit den Augen festhalten oder einfach mal haben kann. Eine ziemlich komplizierte Sache, denn leider kann man es sich nicht einfach besorgen oder kaufen. Am Ende merken Papa und Yaya, dass es näher liegt, als gedacht. Die Autorin schlägt hier wunderbar eine Bogen vom Beginn der Geschichte bis zur Erkenntnis, was das größte Glück ist.

Nach dem ersten Vorlesen, wollte meine Kleine die Geschichte immer wieder hören und die bunten, wie Aquarelle wirkenden Illustrationen betrachten. Darauf gibt es einiges zu sehen und zu entdecken. Besonders die vielen verschiedenen Tiere gefallen uns. Gespannt können die Kinder Yayas Suche mitverfolgen und man kann herrlich mit ihnen über das Thema sprechen und ganz viel über sie erfahren. Nebenbei lernen sie auch die verschiedenen "Arten" von Glück kennen, denn für jeden ist Glück etwas anderes, eigenes. Wir mögen die mutige Yaya, die loszieht, um dafür zu sorgen, dass ihr Papa mehr Glück hat, glücklicher wird. Dabei begegnet sie vielen Tieren. Das macht das Abenteuer abwechslungsreich. Super finden wir auch, dass nahezu jedes Tier beim Sprechen eine Besonderheit hat, z.B. spricht die Eule mit vielen eingebauten H und Huhs. So macht auch das Vorlesen mit verschiedenen Stimmen richtig Spaß. Am Ende werden die kleinen Zuhörer (und auch die Vorlesenden) direkt angesprochen. Jedes Mal bekomme ich Gänsehaut und wir möchten einfach nur zusammen kuscheln. Und ja, das ist schön. Ein Buch, das die Augen öffnen kann, für das , was wirklich zählt. 5 Sterne

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