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Veröffentlicht am 04.01.2026

Fürs Feiern bezahlt

The Blackgate Invitation
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Ruby und Wren hatten gedacht, es sei ein einfacher Auftrag: Für einen Abend sollten sie die Enkeltöchter der exzentrischen Mrs. Blackgate spielen – während eines prunkvollen Dinners im berühmten Hegemony ...

Ruby und Wren hatten gedacht, es sei ein einfacher Auftrag: Für einen Abend sollten sie die Enkeltöchter der exzentrischen Mrs. Blackgate spielen – während eines prunkvollen Dinners im berühmten Hegemony Manor. Was wie ein harmloses Schauspiel begann, entwickelt sich jedoch schnell zu einem Albtraum. Die beiden Schwestern finden sich im Herrenhaus eingeschlossen wieder. Ein geheimnisvoller Geist hat einen Wettkampf ausgerufen, und alle anderen Gäste sind mächtige Hexen.
Um zu überleben, müssen Ruby und Wren innerhalb von nur drei Tagen eine Reihe kniffliger Rätsel lösen. Jeder Fehler könnte fatale Folgen haben, und die Schwestern merken schnell, dass sie niemandem trauen können. Besonders gefährlich erscheint Auden, der Elementarmagier, der Ruby von Anfang an nicht aus den Augen lässt. Seine Absichten bleiben undurchsichtig, und sie darf sich auf keinen Fall von ihm in die Irre führen lassen.

Das Buch ist unglaublich hektisch erzählt, sodass es manchmal schwerfällt, den Überblick über Gespräche und Handlungen zu behalten. Man kann eigene Theorien entwickeln, doch die Geschichte liefert nur wenig Klarheit, wodurch vieles verwirrend bleibt. Auch der Klappentext hatte bei mir andere Erwartungen geweckt; ich hatte eher einen klassischen Minikrimi erwartet, während dieser Teil stark auf magische Wettkämpfe und Rätsel fokussiert ist, die sich für mich eher zweitrangig anfühlen.
Positiv überrascht hat mich das Ende: Es war unerwartet und hat einen frischen Twist eingebaut, der mich wirklich überrascht hat. Auch wenn die Geschichte teilweise chaotisch wirkt, schafft sie es, Spannung aufzubauen – wenn auch auf eine verwirrende Art. Insgesamt konnte mich das Buch nur teilweise überzeugen, da die Handlung oft unübersichtlich bleibt und die Charaktere ihre Motivation nur schwer nachvollziehbar machen.
Trotzdem bietet es einen interessanten Mix aus Magie, Rätseln und überraschenden Wendungen, der Fans von fantastischen Geschichten zumindest zeitweise fesseln kann.

Veröffentlicht am 03.01.2026

Lebenskerzen

Das Dreizehnte Kind
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Hazel Trépas ist kein gewöhnliches Mädchen. Als dreizehntes Kind wurde sie einem Gott versprochen – dem Tod persönlich. Von ihm erhielt sie eine besondere Gabe: Hazel erkennt auf den ersten Blick, wie ...

Hazel Trépas ist kein gewöhnliches Mädchen. Als dreizehntes Kind wurde sie einem Gott versprochen – dem Tod persönlich. Von ihm erhielt sie eine besondere Gabe: Hazel erkennt auf den ersten Blick, wie jede Krankheit geheilt werden kann. Diese Fähigkeit macht sie zu einer der größten Heilerinnen des Königreichs.
Doch jede Gabe fordert ihren Preis. Hazel sieht auch, wenn das Schicksal eines Menschen bereits besiegelt ist. Verfolgt von den Geistern jener, deren Leiden sie beenden musste, wächst in ihr die Sehnsucht nach Freiheit und einem Leben jenseits von Schuld und Verantwortung.
Als der König tödlich erkrankt und das Reich zu zerbrechen droht, wird Hazel an den Hof gerufen. Dort trifft sie auf Prinz Leo, den charmanten und ebenso rebellischen Thronfolger. Zwischen Pflicht, Hoffnung und eigenen Wünschen steht Hazel vor einer unmöglichen Entscheidung: Kann sie den Tod überlisten, um den König zu retten? Und welchen Preis wird sie dafür zahlen müssen?

Der Epilog hat mich vollkommen überrascht – damit hatte ich absolut nicht gerechnet. Abgesehen davon zog sich die Geschichte stellenweise stark, wirkte dann aber plötzlich wieder wirr. Hazels Gedanken und Entscheidungen waren für mich oft nicht nachvollziehbar und schienen viele der Probleme erst zu verursachen, die später gelöst werden mussten.
An Intelligenz mangelt es ihr nicht: Allein ihre Fähigkeit, ein Buch einmal zu lesen und sich alles zu merken, spricht dafür. Umso frustrierender waren jedoch die vielen unüberlegten Entscheidungen, die auf teils konstruierten Beweggründen basierten und mich mehr als einmal die Augen verdrehen ließen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.11.2025

Titel ist Programm

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
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Mit ihren 76 Jahren hatte Rosemary MacLaine geplant, ihr Leben ruhig angehen zu lassen: gemütlich Kreuzworträtsel lösen, keine Hektik, keine Umarmungen und schon gar keine Partys. Doch dann erreicht sie ...

Mit ihren 76 Jahren hatte Rosemary MacLaine geplant, ihr Leben ruhig angehen zu lassen: gemütlich Kreuzworträtsel lösen, keine Hektik, keine Umarmungen und schon gar keine Partys. Doch dann erreicht sie eine Einladung ihrer wohlhabenden Nachbarin Jane – verbunden mit einer unmissverständlichen Drohung. Wenn Rosemary nicht erscheint, wird ihr dunkelstes Geheimnis ans Licht kommen. Für sie steht fest: Absagen ist unmöglich. Also bittet sie die einzige Person um Begleitung, auf die sie sich verlassen kann – ihre Enkelin Addie, krisenerprobt, praktisch veranlagt und nervenstark.

Neben Rosemary haben sieben weitere Menschen eine Einladung erhalten. Jeder von ihnen trägt ein brisantes Geheimnis mit sich herum, das auf keinen Fall bekannt werden darf. Während draußen ein schwerer Schneesturm aufzieht, treffen Rosemary und Addie in Janes abgeschiedenem Herrenhaus auf diesen ungewöhnlichen Kreis handverlesener Gäste. Doch bevor die Stimmung überhaupt festlich werden kann, durchdringt ein Schrei das Gebäude. Kurz darauf findet man Jane – ermordet.

Für Rosemary und Addie ergeben sich sofort drei Gewissheiten. Erstens: Jane war nicht die Drahtzieherin dieser unheimlichen Zusammenkunft. Zweitens: Der Mörder befindet sich unter den Gästen. Und drittens: Um ihn zu entlarven, müssen sie herausfinden, weshalb genau diese Menschen eingeladen wurden – und welches Geheimnis sie verbindet. Denn eines ist klar: Wenn sie die Antworten nicht schnell genug finden, wird es nicht bei einem Mord bleiben …



Die Grundidee ist spannend, aber leider sehr langweilig umgesetzt. Addie spricht ununterbrochen in Gamingsprache, was nicht nur unpassend wirkt, sondern auch extrem nervig ist. Fast jede Situation vergleicht sie mit Computerspielen, wodurch viele Momente unfreiwillig albern werden. Die Handlung springt zudem schnell von Szene zu Szene, oft so abrupt, dass man kaum weiß, wo man sich gerade befindet. Insgesamt empfand ich die Story so zäh erzählt, dass ich mehrfach überprüft habe, wie viele Seiten noch vor mir liegen.

Veröffentlicht am 30.11.2025

Das Monster neben ihr

House of the Beast
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Als uneheliches Kind und von ihrer Umgebung gemieden, hat Alma früh gelernt, mit der Einsamkeit zu leben – solange ihre Mutter an ihrer Seite war. Doch als diese schwer erkrankt, stößt Alma auf einen Hinweis ...

Als uneheliches Kind und von ihrer Umgebung gemieden, hat Alma früh gelernt, mit der Einsamkeit zu leben – solange ihre Mutter an ihrer Seite war. Doch als diese schwer erkrankt, stößt Alma auf einen Hinweis zu ihrem entfremdeten Vater. In ihrer Verzweiflung schreibt sie ihm eine Nachricht und bittet um Hilfe, ohne zu ahnen, wer er wirklich ist. Alma ist ein Bastard des Hauses Avera, einer der vier adligen Familien, die den Göttern dienen und von deren Macht durchdrungen sind. Ihr Vater ist das menschliche Gefäß der Schreckensbestie, dem furchterregendsten aller Götter, einem uralten Wesen, das als Vorbote des Todes gilt.

Im Austausch für die Medizin, die ihre Mutter retten soll, erklärt Alma sich bereit, der Bestie ihren linken Arm zu opfern. Die Zeremonie bindet sie unwiderruflich an das Haus und die Gottheit. Doch trotz ihres Opfers stirbt ihre Mutter wenig später, und Alma bleibt auf dem Anwesen der Averas zurück: gefangen, verachtet und kaum mehr als ein Werkzeug in den Plänen ihres Vaters.

Jetzt hält sie einzig ihr Wunsch nach Vergeltung aufrecht – und die seltsame Verbindung, die sie zu ihrem Gott besitzt. Die Schreckensbestie ist ständig an ihrer Seite, ein uraltes Monster, das nur für sie die Gestalt eines schönen Prinzen mit sternenklarem Haar annimmt. Er behauptet, Alma sei auserwählt, die Welt zu verändern, und mit seiner Hilfe schmiedet sie einen gefährlichen Plan: Sie will das Haus zerstören, das ihr alles genommen hat.




Beim Lesen fühlte ich mich zwar zeitweise in eine andere Welt versetzt, aber es fiel mir schwer, wieder hineinzufinden. Die vielen, sehr ausschweifend beschriebenen Kämpfe haben mich oft aus der Handlung herausgerissen; ich hoffte jedes Mal, dass sie bald enden. Die Welt wirkte unklar – ich wusste nie, ob es eine Fantasiewelt, ein anderer Planet oder eine Art Parallelversion unserer Realität sein sollte, was vieles seltsam und wenig glaubhaft machte. Kämpfe mit robotischen Wesen aus Leichenteilen empfand ich schlicht als absurd. Auch mit Alma wurde ich nicht warm; ihr Charakter erschien mir extrem merkwürdig und schwer greifbar.


Veröffentlicht am 01.11.2025

Ich habe mich durchgekämpft

Der Donnerstagsmordclub (Die Mordclub-Serie 1)
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Hörbuchbewertung

Man könnte meinen, eine luxuriöse Seniorenresidenz in der malerischen Grafschaft Kent sei ein Ort der Ruhe und Gelassenheit. Genau das dachte auch die fast achtzigjährige Joyce, als sie ...

Hörbuchbewertung

Man könnte meinen, eine luxuriöse Seniorenresidenz in der malerischen Grafschaft Kent sei ein Ort der Ruhe und Gelassenheit. Genau das dachte auch die fast achtzigjährige Joyce, als sie in Coopers Chase einzog – bis sie auf Elizabeth, Ron und Ibrahim trifft. Anders gesagt: eine ehemalige Geheimagentin, ein früherer Gewerkschaftsführer und ein ehemaliger Psychiater. Schon bald wird Joyce Teil ihres ungewöhnlichen Clubs, der sich jeden Donnerstag im Puzzlezimmer trifft, um ungelöste Kriminalfälle aufzuklären. Als dann direkt vor ihrer Haustür ein Mord geschieht, ist der Enthusiasmus der vier Senioren geweckt, und selbst der örtliche Chefinspektor staunt über ihren Scharfsinn.


Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und war kurz davor, es abzubrechen – aber nachdem ich bereits zwei Tage investiert hatte, habe ich mich durchgekämpft. Ob es am Vorleser lag oder am Schreibstil, weiß ich nicht, aber ich habe oft nicht mitbekommen, aus wessen Sicht gerade erzählt wurde, und wer welche Handlung übernahm. Selbst die Auflösung habe ich teilweise nicht richtig verstanden, weil ich die Figuren durcheinandergebracht habe. Zu viele Nebenhandlungen und die zahlreichen Selbstmorde haben zudem die Atmosphäre des Buches getrübt. Erst nachdem ich im Nachhinein den Film geschaut habe, konnte ich den Hauptstrang richtig nachvollziehen, da dort die ablenkenden Nebenplots wegfielen. Ob ich Band 2 eine Chance gebe, weiß ich noch nicht; momentan bin ich unsicher, ob ich mich erneut durch so ein komplexes Geflecht arbeiten möchte.