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Veröffentlicht am 12.01.2026

Hervoragende Recherchearbeit verarbeitet zu einem spannenden Kriminalroman ... absolute Empfehlung!

Kommissar Gennat und der Raubmord am Ku’damm
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Ich gestehe, das Berlin der 20er und 30er Jahre des letzten Jahrhunderts gehört definitiv in Romanen zu einem meiner Lieblingsschauplätze und besonders natürlich auch historischen Kriminalromanen. So freute ...

Ich gestehe, das Berlin der 20er und 30er Jahre des letzten Jahrhunderts gehört definitiv in Romanen zu einem meiner Lieblingsschauplätze und besonders natürlich auch historischen Kriminalromanen. So freute ich mich dann auch riesig zu entdecken, dass die mir sehr gut bekannte Autorin Regina Stückerow ein neues Buch geschrieben hatte, das mich genau an diesen Ort zu entführen versprach. Sie wählt, wie bereits auch schon in vielen ihrer Vorgängerromane, einen wahren Kriminalfall als Basis für ihr Buch. Wieder einmal darf ich gemeinsam mit Kommissar Gennat, vielen auch bekannt als der „Buddha“, und seinen Freunden Lissy und Max Kaminski ermitteln.

Die Nationalsozialisten haben inzwischen die Kontrolle über den Polizeiapparat übernommen, was auch Kaminski leider am eigenen Leibe zu spüren bekommt. Er ist Jude und darf offiziell nicht mehr für die Polizei arbeiten. Doch was die Obrigkeit nicht weiß, macht sie nicht heiß und so unterstützt er Gennat – gemeinsam mit seiner Frau – tatkräftig, den Raubmord am Kurfürstendamm aufzuklären. Wer hat den armen Boten überfallen und auf ihn geschossen? War es ein Inside Job? War das Opfer etwa ursprünglich selbst einer der Täter?

Beim Lesen merkt man, dass Regina Stückerow, die nicht „nur Autorin“, sondern auch absolute Expertin ist, wenn es um Kriminalfälle aus Berlin und Brandenburg in den 20er und 30er Jahren geht, beim Schreiben dieses Romans in ihrem Element ist. Gekonnt verwickelt sie ihre Leserschaft nicht nur in den vorliegenden Kriminalfall, sondern vermittelt auch sehr authentisch den politischem Druck und die Angst, die sich inzwischen nicht nur in Berlin breit gemacht haben. Geschickt verwebt sie reale Fakten mit fiktiven Elementen und schafft so einen historischen Kriminalroman, den ich fast nicht zu Seite legen konnte. Mich hat das Buch in den Bann gezogen und so vergebe ich gerne mit fünf Sternen die volle Punktzahl. Ich würde mich sehr freuen, wenn es mit dieser Reihe noch ein wenig weiter würde und hoffe auf einen weiteren Band in baldiger Zukunft.

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Keine leichte aber dafür sehr wichtige Kost ...

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Schnell wird beim Lesen des neuen Romans von Susanne Abel klar, warum der Titel „Du musst meine Hand fester halten, Nummer 104“ gewählt wurde. Diesen Satz bringt nämlich die elfjährige Margret auf dem ...

Schnell wird beim Lesen des neuen Romans von Susanne Abel klar, warum der Titel „Du musst meine Hand fester halten, Nummer 104“ gewählt wurde. Diesen Satz bringt nämlich die elfjährige Margret auf dem Weg zur Christmette 1947 gegenüber dem kleinen Hartmut über die Lippen. Die Beiden sind in einem der vielen Kinderheime in Deutschland untergebracht und der verschüchterte fünfjährige Junge, der mit niemandem spricht, droht auf dem Eis auszurutschen. Der Kleine kam mit einem Kindertransport aus Danzig und da der Name auf seinem Pappschild nicht mehr richtig leserlich war, nannte man ihn Hartmut und schätzte sein Geburtsdatum auf xx.xx.1942. Aus Hartmut wird Margret später liebevoll „Hardy“ machen. Auch Margret ist ein Waisenkind, sie war einst in Gelsenkirchen zu Hause. Als Margret bedingt durch den Erfolg des Kindersuchdiensts des Roten Kreuzes, das Glück hat von einer Tante gefunden und aufgenommen zu werden, verlieren sich die beiden Leidensgenossen vorübergehend aus den Augen. Der Zufall führt die zwei wieder zusammen und ihr gemeinsames Leben nimmt, wenn auch erst holprig, seinen wie vorbestimmten Lauf ...

In einem parallelen Handlungsstrang erfahren wir mehr über das spätere Leben von Margret und Hardy, die das Schicksal unwiederbringlich zusammengeschweißt zu haben scheint. Trotz des Altersunterschieds haben die beiden geheiratet und eine eigene Familie gegründet. Inzwischen sind sie recht jung Urgroßeltern geworden und wieder wird das Jugendamt auf die Familie aufmerksam. Schmerzhafte Erinnerungen aus ihrer eigenen Kindheit werden zu Tage gefördert und Margret und Hardy fangen erneut an, um ihr seelisches Überleben zu kämpfen …

In ihrem berührenden neuen Roman nimmt die Autorin Susanne Abel kein Blatt vor den Mund und zartbesaitete Leserinnen und Leser mögen Probleme mit der schonungslosen Deutlichkeit haben, mit welcher Frau Abel die damalige Situation in den Kinderheimen beschreibt. Auch für mich waren diese offengelegten Tatsachen oft schwer zu ertragen, aber dennoch weckten sie in mir auch immer wieder die Hoffnung, dass Margret und Hardy die Dämonen der Vergangenheit besiegen werden. Während Hardy sein Leben lang der zupackende Praktiker bleiben wird, wächst Margret über sich hinaus und verwaltet ihre Familie wie ein kleines Unternehmen. Gefühlsausbrüche lässt sie bei sich nicht, sie ist nach außen hin immer die Starke, bis auch sie eines Tages an ihre Grenzen stößt …

Wie nicht anders erwartet, hat mich nach der „Gretchen“ Dilogie auch diese Geschichte aus der Feder Sabine Abels mehr als abgeholt. Das Buch zog mich derart in den Bann, dass es schwer war, es zur Seite zu legen, wenn dies auch zwischendurch bedingt durch die erschütternde Thematik notwendig war. Ich vergebe für diesen emotional ergreifenden Roman, der zwar als solcher fiktional ist, aber durchaus auf wahren Begebenheiten basiert, sehr überzeugte fünf Sterne verbunden mit einer absoluten Leseempfehlung, da ich der Meinung bin, dass solche Themen niemals totgeschwiegen und unter den Teppich gekehrt werden dürfen!

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Kochen und Kampfgeist zeichnen die Protagonistin aus ...

Die Köchin - Lebe deinen Traum
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Die Bücher aus der Feder der talentierten und überaus sympathischen Autorin Petra Durst-Benning haben mich noch nie enttäuscht und so freute ich mich natürlich auch riesig darauf, den Auftaktband der Trilogie ...

Die Bücher aus der Feder der talentierten und überaus sympathischen Autorin Petra Durst-Benning haben mich noch nie enttäuscht und so freute ich mich natürlich auch riesig darauf, den Auftaktband der Trilogie rund um die junge Köchin Fabienne genießen zu dürfen. Ich begab mich also auf eine Reise nach Frankreich, um genannte Fabienne kennenzulernen. Sogleich fand ich mich in einem kleinen Schleusenwärterhaus wieder, wo Fabienne mit ihrer Mutter die Schiffer bewirtet, die bei ihnen vorbeikommen. Von ihrer Maman lernt sie die Liebe und Leidenschaft zum Kochen, die sie als „Mademoiselle Bon Appétit“ in ihren Gerichten zum Ausdruck bringt. Doch als die geliebte Mutter überraschend verstirbt, ist es mit der Idylle vorbei. Als sie dann auch noch von ihrem Geliebten Eric im Stich gelassen wird, kehrt sie ihrem bisherigen Leben den Rücken und flieht. Sie hat Glück im Unglück als die junge Adlige Stéphanie sich ihrer annimmt und ihr wieder Hoffnung gibt. Doch ist dieses Glück von Dauer oder liegen weitere Herausforderungen vor ihr, denen sie sich stellen muss?
Mit seiner spannenden Handlung aber auch seinem „genussvollen“ Schreibstil vermittelt der Roman ein – wie ich meine – recht authentisches Bild der damaligen Zeit. Es ist immer wieder erschütternd zu lesen, welch gesellschaftlichen Hürden, die Frauen damals gegenüberstanden. Ein Überleben ohne einen Mann an der Seite schien schier unmöglich. Umso mehr freute ich mich über den Kampfgeist Fabiennes und ihren eisern Willen, es auch ohne einen solchen zu schaffen. Die bildhafte Beschreibung der Gerichte und seinen aromatischen Zutaten ließ mir beim Hören das Wasser im Munde zusammenlaufen und so kann ich natürlich nicht anders als von Herzen kommende fünf duftende Sterne zu vergeben. Der Folgeband liegt Gott sei Dank schon bereit, ich freue mich darauf!

Veröffentlicht am 05.01.2026

Ein Ort, der die Seele berührt ...

Heimat ist ein Sehnsuchtsort
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Wir schreiben das Jahr 1928 und befinden uns in Petersdorf in Oberschlesien, ganz in der Nähe der deutsch-polnischen Grenze. Hier treffe ich auf die doch recht außergewöhnliche Familie Sadler bestehend ...

Wir schreiben das Jahr 1928 und befinden uns in Petersdorf in Oberschlesien, ganz in der Nähe der deutsch-polnischen Grenze. Hier treffe ich auf die doch recht außergewöhnliche Familie Sadler bestehend aus Vater Laurenz, seiner Frau Annemarie und deren Töchter Kathi und Franzi. Ich wähle den Begriff außergewöhnlich, denn eigentlich wollte Laurenz nie auf dem elterlichen Hof leben. Er ist alles andere als ein Bauer, er ist ein talentierter Komponist. Umstände, die sich seiner Kontrolle entzogen, zwingen ihn in dieses Leben, und er findet schließlich Halt in der Liebe zu seiner Frau und seinen Töchtern. Doch die braunen Schergen scharren bald mit den Füßen und so wird schnell ihrer aller Leben – nicht zuletzt durch seine besonderen Töchter – in Gefahr geraten. Wird es Laurenz gelingen, seine Familie zu beschützen?

Der Titel dieses wunderbaren Buchs hätte passender nicht gewählt werden können, denn was ist besonders in schweren Zeiten wichtig? Die Heimat, auch wenn sie noch so anders ist als man es sich je erträumt hätte. Gemeinsam erlebe ich in „Heimat ist ein Sehnsuchtsort“ mit der Familie Laurenz was Zusammenhalt, Liebe und Hoffnung bedeutet. Feinfühlig, fast zärtlich erzählt die bekannte Autorin Hanni Münzer ihre Geschichte und nimmt mich mit auf eine eindringliche Reise in die Vergangenheit. Hierfür vergebe ich überzeugte fünf Sterne und freue mich schon heute auf den Folgeband dieser Dilogie. Gerne empfehle ich dieses Buch allen Leserinnen und Lesern, die wie ich tiefgründige Familiengeschichten und Geschichte lieben.

Veröffentlicht am 04.01.2026

Le rêve et le destin ...

Montmartre - Traum und Schicksal
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Der zweite Band der Dilogie rund um den Montmarte von Marie Lacrosse bescherte mir ein spannendes und emotionales Wiedersehen mit den beiden Protagonistinnen, Elise Lambert und Valérie Dumas, die zwar ...

Der zweite Band der Dilogie rund um den Montmarte von Marie Lacrosse bescherte mir ein spannendes und emotionales Wiedersehen mit den beiden Protagonistinnen, Elise Lambert und Valérie Dumas, die zwar am selben Tag aber in völlig unterschiedliche Welten geboren wurden.

Die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Elise Lambert scheint es geschafft zu haben. Sie feiert große Erfolge als Tänzerin im neu eröffneten Moulin Rouge und steigt rasch zu einem der Stars des Etablissements auf. Doch das Leben im berühmten Künstlerviertel Montmartre zeigt ihr auch immer wieder die Schattenseiten des Ruhms. Neid und Missgunst machen ihr oft das Leben schwer und verweisen sie mehr als einmal in ihre Schranken.

Auch Valérie Dumas, die junge Frau aus gutem Hause, kämpft, denn die ungewollte Ehe mit dem Widerling Baptiste Germain zwingt sie immer wieder in ihre Grenzen. Ihr Wunsch, selbst Malerin zu werden, wird von ihrem Ehemann abgelehnt, ja sogar verboten, und wird somit immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Bald ist obendrein ihre Freundschaft mit dem berühmten Künstler Henri de Toulouse-Lautrec in Gefahr.

Wird es Elise und Valerié am Ende gelingen, ihre beiden Leben zu ihrer eigenen Zufriedenheit gestalten zu dürfen?

Wie schon der erste Band zeichnet auch „Traum und Schicksal“ wieder ein realistisches Bild des späten 19. Jahrhunderts in Paris, in dem die Glanzwelt der Can-Can-Tänzerinnen und die düstere Realität der Armut und gesellschaftlichen Konventionen aufeinandertreffen. Mit jeder Seite, die ich umblätterte, spürte ich die Begeisterung, mit welcher die sympathische Autorin Marie Lacrosse, vielen vielleicht auch bekannt unter ihrem echten Namen Marita Spang, sich dem Schreiben und natürlich der vorangegangenen Recherche hingab. Mit ihrem Pariser Zweiteiler hat sie mehr als ein aufregendes Thema in den Mittelpunkt ihres Romans gestellt und damit meine eigene Begeisterung entfacht. Von mir gibt es natürlich wieder fünf funkelnde Sterne verbunden mit der Hoffnung auf bald neue Zeilen aus ihrer talentierten Schreibfeder. Liebe Marie, gerne empfehle ich diesen und alle deine anderen Bücher weiter. À bientôt!