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Veröffentlicht am 06.01.2026

Fesselnd geschrieben, moralisch sehr fragwürdig

The Unwanted Marriage
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Nach den ersten beiden Bänden der Forced-Marriage-Romance-Reihe von Catharina Maura war meine Vorfreude auf Fayes und Dions Geschichte groß – auch wenn meine innere Feministin weiterhin die Stirn runzelt, ...

Nach den ersten beiden Bänden der Forced-Marriage-Romance-Reihe von Catharina Maura war meine Vorfreude auf Fayes und Dions Geschichte groß – auch wenn meine innere Feministin weiterhin die Stirn runzelt, weil das gesamte Setting mit arrangierten Hochzeiten so wirkt, als sei es aus einer anderen Zeit gefallen. Doch wie schon zuvor gelang es der Autorin, mich mit einem flüssigen, einnehmenden Stil in die Welt der Windsors zu ziehen. Und trotz aller Kritikpunkte konnte ich das Buch einfach nicht loslassen.

Im Mittelpunkt steht diesmal Dion, der dritte Windsor-Bruder, der wie seine Geschwister durch die Großmutter in eine arrangierte Ehe gedrängt wird. Leider wirkte er auf mich jedoch wie eine Steigerung der bereits bekannten Männerfiguren: autoritär, besitzergreifend, von Machtfantasien getrieben. Sein Reichtum scheint ihn über Moral und Gesetz zu stellen, und dieses Narrativ "Als Windsor ist alles erlaubt" hat mich zunehmend abgestoßen, zumal seine Familie ihn schalten und walten ließ und zuletzt sogar proaktiv unterstützte. Besonders problematisch fand ich die Normalisierung von Selbstjustiz, Gewaltandrohung und rücksichtsloser Loyalität. Für mich stellte sich da die Frage: Welches Vorbild wird hier jungen Leser*innen vermittelt?

Faye wiederum ist zwischen einem gewalttätigen Vater und dem dominanten Dion gefangen. Auch wenn sie im Verlauf der Handlung selbstbewusster wird, beginnt sie, Dions zweifelhafte Methoden zu übernehmen, statt rechtliche Wege zu gehen. Das hat mich eher erschreckt als begeistert. Hinzu kam sehr viel Spice inklusive wiederkehrender Phrasen wie „mein braves Mädchen“, die irgendwann nur noch ermüdend auf mich wirkten. Besonders unangenehm fand ich, dass Faye vor der Hochzeit um Grenzen bittet, die Dion dann dennoch überschreitet, auch wenn sie letztlich zustimmt. Für mich bleibt er eine wandelnde Red Flag.

Und trotzdem: Ich habe weitergelesen.

Denn Catharina Maura schreibt packend, emotional und unwiderstehlich flüssig. Ihr Stil trägt das Buch über viele inhaltliche Stolpersteine hinweg.
Positiv empfand ich außerdem die charakterliche Entwicklung der Großmutter, die ich ihr zuvor gar nicht zugetraut hätte, sowie Dions Auseinandersetzung mit Schuld und Trauer über den Verlust seiner Eltern und die späte, wenn auch noch sehr unvollständige, Wandlung seines Charakters.

Unterm Strich bleibt dies für mich der schwächste Band der Reihe, aber einer, den ich dennoch mit Spannung bis zur letzten Seite gelesen habe. Ein Roman voller Red Flags, zweifelhafter Moral, aber auch emotionaler Tiefe und erzählerischer Sogkraft. Ein Roman, den nur gefestigte Charaktere mit klaren Moralvorstellungen lesen sollten.

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Veröffentlicht am 25.11.2025

Zwischen Kürbis und Konflikten

Sweeter Than Pumpkin Spice
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Im Mittelpunkt von "Sweeter Than Pumpkin Spice" steht Künstlerin Sadie, die nach Jahren wieder an ihren Geburtsort auf die Kürbisfarm ihres Vaters zurückkehrt, um in dessen Abwesenheit die Kürbisse zu ...

Im Mittelpunkt von "Sweeter Than Pumpkin Spice" steht Künstlerin Sadie, die nach Jahren wieder an ihren Geburtsort auf die Kürbisfarm ihres Vaters zurückkehrt, um in dessen Abwesenheit die Kürbisse zu versorgen. Durch mehrere Missgeschicke und Naturphänomene muss sie sich jedoch kurzerhand von Nachbar-Farmer und Konkurrent Josh unter die Arme greifen lassen. Der Selfmade-Woman Sadie gefällt das jedoch überhaupt nicht...

"Sweeter Than Pumpkin Spice" hat für mich mit einer interessanten Grundidee begonnen, die allerdings nicht voll ausgeschöpft wurde. Die Geschichte lebt zwar von ihrem herbstlichen Flair – trotz sommerlicher Schauplätze sorgen Kürbisse und Atmosphäre für den gewünschten Seasonal-Vibe – doch erzählerisch wirkte sie auf mich oft etwas zerstückelt. Vieles fühlte sich nicht ganz rund an, sodass der Roman eher zu einem „Nebenbei-Lese“-Buch wurde als zu einem, das mich wirklich fesselte.

Die Hauptfiguren Sadie und Josh haben bei mir anfangs gemischte Gefühle ausgelöst. Sadies vulgäre Wortwahl und ihre sehr konfrontative, fast aggressive Art waren für mich teilweise doch sehr unangenehm. Obwohl ihre Hintergründe verständlich sind, wirkte sie über weite Strecken ziemlich unsympathisch und grob. Erst im letzten Drittel, in dem sie sich allmählich wandelte und öffnete, wurde ich langsam mit ihr wärmer. Josh hingegen ist zwar liebenswert, aber ein starker People-Pleaser, sodass das Verhältnis zwischen den beiden zu Beginn sogar etwas toxisch auf mich wirkte. Positiv hervorheben möchte ich jedoch die glaubhafte Entwicklung beider Figuren. Gegen Ende fand ich tatsächlich Zugang zu ihnen, und es entstanden einige schöne Momente.

Weniger gelungen empfand ich die Darstellung von Nebenfiguren. Beziehungen z.B. zu Sadies Vater oder ihrer Schwester blieben sehr oberflächlich und bekamen nur wenige Kontaktpunkte, obwohl hier definitiv mehr Potenzial vorhanden gewesen wäre. Ein weiterer Kritikpunkt ist die wiederholte Betonung von Sadies Körper. Grundsätzlich finde ich es großartig, wenn Figuren abseits der gängigen „Idealmaße“ im Mittelpunkt stehen, aber die ständigen Hinweise darauf wirkten für mich unnötig und störend – letztlich ist es einfach ein Körper wie jeder andere auch. Auch einzelne Formulierungen, etwa wenn Josh sich „über jeden Krümel freut, den sie ihm hinwirft“, haben bei mir eher Mitleid ausgelöst und die ungleiche Dynamik der Beziehung betont. Hinzu kam, dass die Geschichte in der dritten Person Singular erzählt wurde, was grundsätzlich für mich gut funktioniert, aber die emotionale Distanz in diesem Roman zwischen mir und den Figuren zusätzlich verstärkte.

Fazit: "Sweeter Than Pumpkin Spice" hat eine charmante Grundidee und punktet mit einer glaubhaften Figurenentwicklung. Trotz einiger netter Szenen konnte mich die Geschichte jedoch nicht wirklich überzeugen: zu zerstückelt, zu oberflächlich in manchen Beziehungen und mit unsympathischen Charakterzügen, die erst spät abgebaut werden.

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Konnte mich nicht abholen

A Wild Cowboy's Heart
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Inhalt: Maisie war von den drei Carter-Schwestern schon immer der kreative Kopf. Doch als Mitinhaberin der »Three Chicks Brewery« muss sie sich auch in der harten Geschäftswelt gegenüber ihren älteren ...

Inhalt: Maisie war von den drei Carter-Schwestern schon immer der kreative Kopf. Doch als Mitinhaberin der »Three Chicks Brewery« muss sie sich auch in der harten Geschäftswelt gegenüber ihren älteren Schwestern behaupten. Da kommt das Craftbier-Festival in Colorado genau zum richtigen Zeitpunkt. Gemeinsam mit Kumpel Hayes Taylor will sie dort ihr Spitzenbier promoten und zu einem Preisträger machen.
Hayes will nichts lieber, als allein auf seiner Pferderanch zu arbeiten. Doch als Maisie ihn um Hilfe bittet, zögert er keinen Augenblick. Nicht nur, weil sie die beste Freundin seiner verstorbenen Frau war, sondern weil Maisie auch seinen Beschützerinstinkt weckt - und noch ganz andere Gefühle. Aber kann er auch sein Geheimnis vor ihr bewahren, das alles zerstören könnte ...

„A Wild Cowboy’s Heart“ konnte mich leider nicht so recht überzeugen. Obwohl der Roman einiges an Handlung bot, wirkte die Geschichte für mich insgesamt sehr seicht und klischeehaft. Die Figuren blieben flach – gerade die beiden Hauptcharaktere Maisie und Hayes: Er erschien mir eher grummelig und unsympathisch, während sie zu überdreht und naiv wirkte. Dadurch fiel es mir schwer, eine emotionale Bindung zu den beiden aufzubauen.

Dabei steckt durchaus Potential in der Geschichte. Besonders die liebevollen Szenen zwischen Maisie und ihren beiden Schwestern haben mir gefallen und hätten für mich mehr Raum einnehmen dürfen. Auch die wechselnden Perspektiven von Maisie und Hayes waren ein Pluspunkt, da sie halfen, die jeweiligen Handlungen besser nachvollziehen zu können.

Als Hörbuch war die Geschichte gut gesprochen und dadurch angenehm zu hören – das hat die Lektüre etwas aufgewertet. Trotzdem erinnerte mich der Roman insgesamt eher an einen Groschenroman und kam für mich nicht an die Tiefe und den Charme von Autorinnen wie Lucy Score heran.

Fazit: Ein kurzweiliger, seichter Roman mit sympathischen Momenten zwischen den Schwestern, der aber sein Potential verschenkt und mich emotional nicht erreichen konnte.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Liebesgeschichte ohne Herbstzauber

Honeybridge. All Mine
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Isabella will nach ihrer Scheidung ein neues Kapitel beginnen. Ihr größter Traum: endlich ihr eigenes Restaurant zu eröffnen. Um Ablenkungen zu vermeiden, auferlegt sie sich eine besondere Regel: ein Jahr ...

Isabella will nach ihrer Scheidung ein neues Kapitel beginnen. Ihr größter Traum: endlich ihr eigenes Restaurant zu eröffnen. Um Ablenkungen zu vermeiden, auferlegt sie sich eine besondere Regel: ein Jahr lang kein Sex und keine Männergeschichten. Dumm nur, dass direkt gegenüber der attraktive Restaurantbesitzer Étienne auftaucht, der mit seiner charmanten Art genau diese Regel auf die Probe stellt.

Der Roman "Honeybridge All Mine" ist als Smalltown-Romance angelegt und punktet mit einem niedlichen Setting: Honeybridge ist ein Ort, an dem alle zusammenhalten und man sich gerne aufhält. Es gibt viele charmante, teilweise auch witzige Momente und Figuren, die auf mich sympathisch wirkten. Für entspanntes Weglesen oder als Einschlaflektüre ist das Buch durchaus geeignet – locker, leicht und schnell konsumiert.
Trotzdem hatte ich das Gefühl, durch den Schreibstil in der dritten Person auf Distanz zu den Figuren zu bleiben. Die wechselnden Kapitel aus der Sicht von Isabella und Étienne halfen dabei nur bedingt, da die Figuren insgesamt eher vage beschrieben werden und mir Tiefe fehlte, um wirklich mitzufühlen. Besonders bei Étienne bleibt das Stereotyp des Frauenhelden, der plötzlich von der Einen bekehrt wird, sehr klischeehaft.

Auch inhaltlich gab es Punkte, die mich irritiert haben: Isabellas „Kein-Sex-für-ein-Jahr“-Regel erschien mir nicht konsequent umgesetzt. Wenn es eigentlich um persönliche Entwicklung und berufliche Konzentration gehen sollte, passte es für mich nicht, dass Intimität mit Étienne trotzdem so früh und so stark im Fokus stand. Generell lag mir zu viel Gewicht auf dem Körperlichen, während die emotionale Entwicklung ihrer Beziehung oberflächlich blieb. Besonders das Ende wirkte in dieser Hinsicht überhastet und unglaubwürdig auf mich.

Ein weiteres Manko war der fehlende Herbstvibe – obwohl die Handlung eigentlich in dieser Jahreszeit spielt, kam davon beim Lesen keine Stimmung bei mir an. Ich hätte mir ein Gilmore-Girls-Setting und -Feeling gewünscht.

Fazit: "Honeybridge: All Mine" ist eine nette, leichte Lektüre mit Smalltown-Setting. Allerdings fehlte mir die Tiefe bei den Figuren, die Glaubwürdigkeit der Liebesgeschichte und der emotionale Funke. Für Zwischendurch ist es okay, aber nicht cozy genug und bleibt leider ohne lange Nachwirkung.

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Veröffentlicht am 26.04.2025

Verschossenes Field Goal

My Idea of No. 14
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Leahs größter Traum ist es, weiblicher Head Coach in der NFL zu werden. Hierfür arbeitet sie als Trainee bei ihrem Lieblingsverein, den L.A. Vipers. Bei der Analyse entdeckt sie ein unerwartetes Talent: ...

Leahs größter Traum ist es, weiblicher Head Coach in der NFL zu werden. Hierfür arbeitet sie als Trainee bei ihrem Lieblingsverein, den L.A. Vipers. Bei der Analyse entdeckt sie ein unerwartetes Talent: Sam Ashton als Quaterback-Anwärter ist als „Mr. Irrelevant“ gedraftet worden und zeigt unglaubliches Potential. Leah ist Feuer und Flamme, ihre Entdeckung zu nutzen, um ihren Traum wahr werden zu lassen. Doch während der gemeinsam verbrachten Zeit kommen sich Leah und Sam schnell näher und können nicht die Finger voneinander lassen. Doch eine Entdeckung ihrer Beziehung könnte die Karriere beider umgehend beenden.

„My Idea of No. 14“ ist eine Sportsromance und Teil 1 einer Trilogie von Alicia Sommer. Alles dreht sich um die Protagonisten Leah und Sam, deren Perspektive in wechselnden Kapiteln wiedergegeben wird.

Als Fan der NFL hatte ich vorab sehr hohe Erwartungen, die durch die tolle Leseprobe noch weiter geschürt wurden. Der Roman konnte diesen Erwartungen insgesamt jedoch leider nicht Stand halten. Dies lag vor allem daran, dass die Hauptfigur Leah zwar immer wieder betonte, wie wichtig ihr ihre Karriere sei, nur um im nächsten Moment genau diese Einstellung völlig über den Haufen zu werfen und sich im Anschluss zu wundern, dass ihr von anderen ihre Unprofessionalität vorgehalten wird. Sie benahm sich in meinen Augen zu oft zu kindisch und ich wurde einfach nicht mit ihr warm. Dies fand ich sehr schade, denn ich hatte auf eine kleine Prise Gesellschaftskritik gehofft, denn es ist für Frauen bisher tatsächlich unmöglich, in der NFL Headcoach oder Ähnliche Positionen zu bekleiden. Leahs Probleme waren hingegen selbstgemachte und keine strukturellen. Mit Sam als männlicher Hauptfigur kam ich besser zurecht, auch wenn ich seine Handlungen und Eigenarten erst sehr spät nachvollziehen konnte. Während ich Leahs Vorgeschichte als eher unspektakulär mit viel Wind um Nichts empfand, hat mich Sams Vergangenheit sehr überrascht, was mir gut gefallen hat. Nichtsdestotrotz mangelte es beiden Figuren an Tiefe, die auch ihre jeweilige Vorgeschichte nicht vermitteln konnte.

Das Setting in L.A., die Atmosphäre im Stadion, die Informationen rund um American Football und die NFL haben mich hingegen sehr begeistern können. Diese Sports Romance hat authentisch Wert auf die Details gelegt, ohne zu überbordend zu werden. Im Gegenteil, es hat mein Footballfieber geweckt und gerne hätte ich noch mehr Spielsituationen begleitet. Auch der angenehme Sprachstil mit Ausgewogenheit zwischen Beschreibungen und Dialogen konnte mich begeistern. Insgesamt konnte dies jedoch nicht über den Mangel der beiden Hauptfiguren, insbesondere Leah, hinweghelfen und der große „Crash“ am Ende enthielt für mich keine sonderliche Spannung, da es für meinen Geschmack zu sehr auf Misskommunikation beruhte. Dies führte dazu, dass ich mich die große Versöhnung am Ende nicht abholen konnte und mir das das Lesefeeling verleidete.

Viel interessanter als Leah und Sam habe ich einige Nebenfiguren wie Leahs beste Freundin Erin und auch den Receiver Kayce empfunden, die hoffentlich in Band 2 und 3 im Mittelpunkt stehen werden. Mit diesen tollen Figuren und der Fähigkeit der Autorin, mittels angenehmen Sprachstils die Atmosphäre im Football hervorzurufen, freue ich mich auf die Fortsetzungen.

Fazit: Der Roman hat mich von den Hauptfiguren und der Haupthandlung her leider enttäuscht. Das Setting und die Atmosphäre lassen mich aber auf tolle Fortsetzungen mit sympathischeren Charakteren und nachvollziehbaren Motiven hoffen.

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