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Veröffentlicht am 23.01.2026

Ein Buch wie ein Seelenstreichler

Mathilde und Marie
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Marie verlässt Frankreich Hals über Kopf. Sie läuft vor allem davon und landet durch ihre Zugbekanntschaft Jónína eher zufällig im belgischen Ardennen-Dörfchen Redu. Dort ist alles komplett anders, als ...

Marie verlässt Frankreich Hals über Kopf. Sie läuft vor allem davon und landet durch ihre Zugbekanntschaft Jónína eher zufällig im belgischen Ardennen-Dörfchen Redu. Dort ist alles komplett anders, als in Paris, ach, als überall sonst auf der Welt. Ringsum nur Natur, ein allen und niemandem gehörender Dorfhund, nur eine Stunde Internet am Tag, selbst die Turmuhr hat ihre ganz eigene Gangart.

Torsten Woywod, gelernter Buchhändler, war mir als Moderator einer Buchcommunity erstmals begegnet. Dort entstand die Idee, die schönsten Buchhandlungen der Welt zu besuchen. Die hat er umgesetzt, Bücher darüber geschrieben, es gab sogar Kalender dazu. Sein Weg führte ihn zur Marketingleitung und Verlagsgründung. Und nun liegt dieser Roman von ihm vor. Bücher sind, unbestritten, das zentrale Thema seines Lebens. Redu gibt es, passend dazu, übrigens wirklich. Es hat mehr als 20 Buchhandlungen und Antiquariate.

Das Buch will entschleunigen und den Fokus auf die schönen Dinge lenken. Das schafft Woywod wunderbar. Im Grunde könnte man mit spitzer Zunge sagen, dass nichtssagende Dinge geschehen und das Buch so vor sich hin plätschert. Da es aber auch gar nicht aufregen und aufwühlen möchte, sondern eben einfach nur glücklich machen, hat es alles richtig gemacht. Es ist vielleicht nicht unbedingt ein must read, dennoch schadet es nicht, sich selbst damit ein wenig zu erden, zu entschleunigen, zu beruhigen, zu entspannen und zum Nachdenken zu bringen.

Die Geschichte von Marie, Jónína und Mathilde ist schlicht, aber bereichernd. Das Drumherum hüllt diese drei Frauen und ihre Geschichten ein, wie Blütenblätter die Blütenstempel. Diese Blume blüht langsam, aber wunderschön auf. Die Sprache ist etwas schwülstig. Immer wieder dachte ich, so spricht doch keiner, so schreibt man vielleicht. Man gewöhnt sich jedoch relativ schnell daran und empfindet sie als zur Geschichte passend, also stimmig. Die Figuren entwickeln und verändern sich im Laufe der Story sehr realistisch. Es kommt klar rüber, dass uns Begegnungen mit anderen immer irgendwie formen. Und es erinnert uns daran, dass wir miteinander vorankommen, gegeneinander aber immer im Gestern stecken bleiben werden.

Dieses Buch ist anders. Und gerade deshalb gut. Nicht perfekt, aber nahe dran. Daher von mir vier Sterne. Und ein Lob an Sabine Arnhold, die es zärtlich und kräftig, sanft und stark, nachdenklich und zielstrebig, ruhig und empathisch perfekt eingelesen hat.

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Veröffentlicht am 06.01.2026

Rezepte im Jamie-Oliver-Style

5 Zutaten mediterran
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Jedes Jahr ein Buch mit Rezepten von Jamie Oliver, und jedes Buch ist immer wieder genial! Es ist herrlich mitanzusehen, wie dieser sympathische Koch das Kochen liebt und dem Leser ans Herz legen möchte. ...

Jedes Jahr ein Buch mit Rezepten von Jamie Oliver, und jedes Buch ist immer wieder genial! Es ist herrlich mitanzusehen, wie dieser sympathische Koch das Kochen liebt und dem Leser ans Herz legen möchte. Dabei gibt es immer Informationen über gesunde Ernährung und praktische Küchentipps.

Nach der Einführung geht es mit den Kapiteln Salate; Suppen & Sandwiches; Pasta; Gemüse; Gebackenes & Gefülltes; Seafood; Fisch; Hähnchen & Ente; Fleisch; Süße Sachen zu den Rezepten. Abgeschlossen wird das Buch dann noch mit Praktische Küchentipps; Ernährung; Register.

Der Aufbau ist übersichtlich und klar. Die linke Buchseite ist für Titel, kurze Beschreibung, Zutatenliste, Zeitbedarf und Zubereitung sowie die Angaben zu den Nährwerten reserviert. Die rechte Buchseite besteht aus einem großen, ansprechenden Foto des fertigen Gerichts sowie fünf kleine Fotos, die die fünf Zutaten zeigen. Die Kennzeichnung, welche Gerichte vegetarisch sind, findet sich ausschließlich im Rezeptregister am Ende des Buches.

Wer ganz pingelig ist, wird kritisieren, dass zu den fünf aufgezählten Zutaten natürlich noch die eingangs von Jamie Oliver vorausgesetzten Produkte Oliven-Öl zum Garen, natives Olivenöl, Rotweinessig, Meersalz schwarzer Pfeffer kommen. Schon allein deshalb ist es ratsam, das Rezept vor dem Starten aufmerksam durchzulesen und diese Zutaten ebenfalls greifbar bereitzustellen. Mit Wasser und Kräutern macht man auch nichts falsch. Bei einigen Gerichten wird ein klein wenig getrickst, indem die Beilage nicht als Zutat gezählt wird. Ich persönlich mogle auch gern ein wenig mit zusätzlichen Kräutern oder hier und da etwas Knoblauch.

Die verwendeten Zutaten sind zum Teil etwas weniger klassisch. Gerade bei den Käsesorten sollte man eine gut sortierte Käsetheke erreichbar haben. Die Rezepte sind recht komplikationslos und ohne großen Zeitaufwand zu schaffen. Auch weniger geübte Kochfans kommen damit klar. Dennoch empfinde ich die Rezepte, so lecker und schnell sie sind, als eher weniger alltagstauglich. Dazu sind die Zutaten doch zu besonders. Zumindest ich koche nicht im Alltag Seafood, Lamm oder frischen Thunfisch. Doch für Highlights eignen sie sich ideal. Auch als Geschenk für Jamie-Oliver-Fans und Kochbegeisterte ist das Buch klasse. Ich gebe vier Sterne.

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Veröffentlicht am 06.01.2026

Sehr gut bebildert und erklärt!

Sallys Lieblingsrezepte - ganz easy backen
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Man muss Sally einfach mögen, denn sie ist unbeschreiblich sympathisch. Klar, dass sie wie ich aus dem Badischen kommt und ihr Sallycon Valley knappe 30km von mir weg ist, das bringt noch Zusatzpunkte. ...

Man muss Sally einfach mögen, denn sie ist unbeschreiblich sympathisch. Klar, dass sie wie ich aus dem Badischen kommt und ihr Sallycon Valley knappe 30km von mir weg ist, das bringt noch Zusatzpunkte. Aber ihre Rezepte überzeugen auch einfach!

In diesem Buch findet man optisch und geschmacklich überzeugende Backwerke. Sie sind nicht ganz so kompliziert, wie sie auf den ersten Blick wirken, aber ganz klar, schnell mal nebenher gemacht sind sie dann doch nicht. Das hat aber auch niemand behauptet! Wer gerne backt und schlemmt, der wird hier schon beim Lesen kulinarische Paradiese erobern!

Schon der Aufbau des Buches ist klasse! Am Anfang steht das Inhaltsverzeichnis, komplett schnörkellos, nach den kürzeren Kapitel zu Lebende bis Backformen unterteilt in die Rubriken Einfache Kuchen; Lieblingstorten; Süßes zum Teilen; Blechkuchen; Herzhaftes. Ganz genial finde ich, dass dieser Inhalt noch einmal in Bildern vorgestellt wird, bevor es wirklich losgeht. Da ich Rezepte ohne Fotos nicht mag, begeistert mich ein Bildverzeichnis natürlich extrem!

Ein wenig Werbung für den Shop, also Eigenwerbung, bekommt man hier auch. Doch dies und selbst die Fotos von Saliha, die im ganzen Buch auftauchen, wirken nicht negativ. Zumindest für mich kommt das Gefühl auf, von einer Freundin begleitet zu werden. Der informative Theorieteil ist nicht zu lang, bietet aber eine tolle Zusammenfassung wichtiger Punkte, auch für geübte Backfans.

Für jedes Rezept ist viel Platz eingeräumt worden, nämlich vier ganze Seiten! Ein großes ganzseitiges Foto, ein Text rund um das Gebäck plus Informationen zu Zeitbedarf, Backzeit, Backofeneinstellung, Backform bzw. Zubehör und Haltbarkeit, eine ganze Seite für die Zutatenlisten, das Rührelement, die Zubereitungsschritte und Tipps & Tricks und auf der vierten Seite dann Fotos zu den Arbeitsschritten, sodass diese auch optisch das Verstehen unterstützen. Ganz klar, diese opulente Art, die Rezepte zu präsentieren, macht das Buch dicker und teurer, doch ich feiere es total.

Die Zutaten sind mehr oder weniger unspektakulär. Etwas ausgefallener ist die Traubenmelasse, die es dann doch nicht überall gibt und noch dazu recht teuer ist. Sumak bekommt man meiner Erfahrung nach leichter, zudem ist es auch vielseitiger einsetzbar in der Küche. Tonkabohnen gehören für mich inzwischen zum Standard. Sie sind ebenfalls gut im Handel zu finden, preislich jedoch wie gute Vanilleschoten etwas höher angesiedelt. Anstelle von Gelatine wird hier immer Agar-Agar verwendet.

Die Anweisungen sind gut verständlich beschrieben und je länger man dieses Buch in Gebrauch hat, desto klarer wird, dass man kaum eins der Rezepte nicht nachmachen möchte! Auch nicht so geübte Backfans können die Rezepte gut nacharbeiten. Wie bei allen Backbüchern musste ich auch hier bei einigen Rezepten die Temperatur und die Backzeit ein wenig an meinen Backofen anpassen. Doch diese Schwierigkeit ist, wie gesagt, bei allen Büchern. Daher gebe ich insgesamt vier Sterne.

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Veröffentlicht am 13.12.2025

So lecker ganz ohne Fleisch

Deftig vegetarisch – Heimatküche
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Ich esse gern fleischlos, bin jedoch kein Vegetarier. Am besten passt wohl der Ausdruck Flexitarier zu mir. Daher mag ich Bücher, die mir viele Anregungen geben, lecker satt zu werden, ohne dass Fleisch ...

Ich esse gern fleischlos, bin jedoch kein Vegetarier. Am besten passt wohl der Ausdruck Flexitarier zu mir. Daher mag ich Bücher, die mir viele Anregungen geben, lecker satt zu werden, ohne dass Fleisch verwendet wird. Tofu und Ähnliches mag ich leider so gar nicht, daher bin ich super happy, dass hier nur gelegentlich diese Fleisch-Austausch-Mittel eingesetzt werden. Ernährung wie in meiner Kindheit, als man an Sonn- und Feiertagen Fleisch hatte, ansonsten ohne auskam, finde ich toll. In diesem Buch finde ich sehr viel Passendes für mich.

Über das Rezept- und Zutatenregister am Ende des Buches findet man blitzschnell, was man sucht. Doch zu Beginn bekommt der geneigte Leser erst einmal Lesestoff und einen Saisonkalender. Dann geht es los mit den Kapiteln Alltagsglück; Ofenfreuden; Suppenwonne; Sonntagsessen; Brotzeit; Naschwerk. Dabei finden sich fleischlose Klassiker, aber auch Rezepte zu Gerichten, die sonst mit Fleisch gemacht werden, hier aber fleischlos neu kreiert wurden. Das erste Rezept ist wohl das beste Beispiel dafür, es ist Himmel und Erde. Geht völlig ohne Fleisch und Wurst in oberlecker!

Nach dem Rezepttitel folgen ein kleiner Text, die Zubereitungszeit, die Angabe zur Portionenanzahl, die Zutatenliste, die Nährwerte und die Zubereitungsschritte. Diese sind im Fließtext gehalten und nummeriert. Schöner hätte ich hier Absätze gefunden. Gut dagegen finde ich, dass die verwendeten Zutaten aus der Liste fett hervorgehoben werden. Ganz unten auf der Seite ist das Kapitel erwähnt, daneben Besonderheiten, wie z.B. glutenfrei, laktosefrei, frei von raffiniertem Zucker, vegan usw. Ein Foto findet sich zu meiner großen Freude bei jedem Rezept. Ich bin allerdings etwas verwirrt, wie der Kernige Bauernlaib glutenfrei sein kann, wenn er mit Weizenmehl gemacht wird.

Die Rezepte sind herrlich abwechslungsreich und ohne exotische, schwer aufzutreibende Zutaten auch für weniger Geübte gut nachzuarbeiten. Mich spricht, wie eingangs erwähnt, an, dass nur in wenigen Rezepten Tofu oder ähnliche Produkte, die für mich unter Fleischersatz fallen, verwendet werden. Man hat nicht das Gefühl, dass etwas fehlen würde und man wird ordentlich satt. Von mir vier Sterne!

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Veröffentlicht am 13.12.2025

Kreative Küche

Schwäbische Tapas
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Die wenigsten der Rezepte bzw. Gerichte würde ich jetzt als Tapas ansehen, aber lecker und modern sind die Klassiker und innovativen Neukreationen aus den Zutaten der schwäbischen Küche auf jeden Fall. ...

Die wenigsten der Rezepte bzw. Gerichte würde ich jetzt als Tapas ansehen, aber lecker und modern sind die Klassiker und innovativen Neukreationen aus den Zutaten der schwäbischen Küche auf jeden Fall. Und als kleiner Snack sind sie super!

Im Register am Ende des Buches findet man die Zutaten, sowie die Rezepte alphabetisch gelistet. Weshalb am Anfang des Buches im Inhaltsverzeichnis nur ein paar wenige Rezepte aufgeführt sind, erschließt sich beim Vorwort. Aus diesen 20 Klassikern wurden von Rainer Klutsch die Tapas abgeleitet, jeweils drei Varianten, sodass man insgesamt 80 Rezepte vorliegen hat. Die Zubereitungshinweise hätte ich weit vorne im Buch verortet, statt ganz zum Schluss.

Sehr oft ziehen sich die einzelnen Rezepte dabei über mehrere Seiten. Und es gibt immer ein Foto dazu! Das feiere ich total, da ich dazu neige, fotolose Rezepte zu übergehen. Ich möchte per Bild Lust auf ein Rezept bekommen! Nährwertangaben findet man bei den Rezepten allerdings nicht.

Das Originalrezept der schwäbischen Klassiker kommt immer mit einer informativen kleinen Erklärung daher. Anschließend werden die Zutaten für die angegebene Portionenzahl aufgelistet, daneben sind die Zubereitungsschritte genau erklärt. Bei den Tapas entfällt der kleine Text, der restliche Aufbau bleibt gleich. Die verwendeten Zutaten sind nicht gerade exotisch und gut im Handel aufzutreiben. Das eine oder andere mag man vielleicht seltener benutzen oder verwenden, trotzdem dürfte es einfach sein, alles zu bekommen.

Mich beeindruckt, mit welcher Kreativität Klutsch die Speisen verändert, sie zu Tapas macht. Nicht immer bedeutet das allerdings, dass es schnell und einfach geht. Doch der Aufwand lohnt sich, ob für einen schönen Abend zu zweit oder viert oder ein kleines Buffet, dann eben die Mengen vervielfacht. Man kann Gäste damit beeindrucken und bezaubern und vor allem Eindruck hinterlassen.

Für mich ist dies eins der Kochbücher, die nicht super oft, aber immer mal wieder zum Einsatz kommen und sich auch bestens dazu eignen, Kochfans geschenkt zu werden. Ein wenig verspielt, ein wenig detailverliebt, aber lecker. Von mir daher vier Sterne.

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