Wer auf Allah vertraut, dem wird Er genügen.
Das Erbe des TotenwäschersAls Elias Zitouni die Nachricht erreicht, dass der Mann, der immer wie ein Vater für ihn war, gestorben ist, befindet er sich gerade in einem Meeting mit einem schwierigen Kunden. Ausgerechnet er soll ...
Als Elias Zitouni die Nachricht erreicht, dass der Mann, der immer wie ein Vater für ihn war, gestorben ist, befindet er sich gerade in einem Meeting mit einem schwierigen Kunden. Ausgerechnet er soll die letzte Waschung für Moaz Hilal vornehmen, obwohl es nur den engsten Verwandten vorbehalten ist. Mit einem schlechten Gewissen begibt er sich unverzüglich in das Dorf seiner Kindheit und begegnet dort seiner ehemals besten Freundin Mona. Die Stimmung ist mehr als unterkühlt, aber wenn sie den letzten Wunsch ihres gemeinsamen Freundes erfüllen wollen, müssen sie zusammenarbeiten.
Ich fand Moaz' Idee, sein Erbe mit der Bedingung zu verknüpfen, dass die beiden für 6 Wochen ihre Leben tauschen müssen, sehr genial. Zwar weiß man am Anfang noch nicht wirklich, was es damit auf sich hat, aber es hilft den beiden sehr, um sich wieder anzunähern. So wurde aus Elias ein erfolgreicher Jungunternehmer in England und Mona wurde Leiterin einer Frühstückspension und stolze Mutter einer Tochter. Allerdings weiß man nicht so genau, warum die Wege der beiden sich getrennt haben, denn so wie es scheint, müssen sie sich sehr nahegestanden haben.
In Rückblenden findet man nach und nach heraus, warum Elias plötzlich nach England gegangen ist und was Mona dazu bewogen hat, ihre Träume aufzugeben. Dabei fand ich gerade Monas Geschichte sehr berührend. Man merkt so deutlich, dass sie eigentlich gerne studiert und Karriere gemacht hätte, aber wegen ihres Ex-Ehemanns darauf verzichtet hat. Zwar leitet sie nun eine Frühstückspension, was ihr Spaß macht, aber es ist auch nicht das, was sie immer machen wollte. Deswegen hat es mich sehr gefreut, dass sie durch die Testamentsbedingung nun die Möglichkeit erhält, sich in einer Firma zu beweisen.
Im Gegenzug erhält Elias die Möglichkeit, mehr über seine Wurzeln herauszufinden und eine Verbindung zu den Menschen seiner noch übrig gebliebenen Familie aufzubauen. Zwar merkt man schon, dass es Elias sehr schwerfällt, weil er dadurch tief versteckte Wunden wieder aufreißt, aber nach einer Weile sieht man auch, wie gut es ihm tut.
Zudem lernt man durch die Sicht von Elias auch die islamische Kultur kennen. So wird das Ritual des Totenwaschens näher erläutert, das verschiedene Schritte beinhaltet und nach einem bestimmten Ablauf erfolgen muss. Man bekommt auch einen Einblick darin, wie man die verschiedenen Gebetszeiten in den Alltag integrieren kann und wie die verschiedenen Gebete heißen und dass es z. B. auch optionale Gebete gibt, die man nicht machen muss, aber kann, wenn man möchte. Ich fand es interessant, mehr über diese Kultur zu erfahren, da ich gemerkt habe, dass ich über diese Kultur fast nichts weiß.
Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich kann jedem dieses Buch empfehlen, der herausfinden möchte, warum sich Moaz diese Art von Testament ausgedacht hat und dabei etwas mehr über die islamische Kultur lernen möchte.