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Veröffentlicht am 14.01.2026

Wer auf Allah vertraut, dem wird Er genügen.

Das Erbe des Totenwäschers
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Als Elias Zitouni die Nachricht erreicht, dass der Mann, der immer wie ein Vater für ihn war, gestorben ist, befindet er sich gerade in einem Meeting mit einem schwierigen Kunden. Ausgerechnet er soll ...

Als Elias Zitouni die Nachricht erreicht, dass der Mann, der immer wie ein Vater für ihn war, gestorben ist, befindet er sich gerade in einem Meeting mit einem schwierigen Kunden. Ausgerechnet er soll die letzte Waschung für Moaz Hilal vornehmen, obwohl es nur den engsten Verwandten vorbehalten ist. Mit einem schlechten Gewissen begibt er sich unverzüglich in das Dorf seiner Kindheit und begegnet dort seiner ehemals besten Freundin Mona. Die Stimmung ist mehr als unterkühlt, aber wenn sie den letzten Wunsch ihres gemeinsamen Freundes erfüllen wollen, müssen sie zusammenarbeiten.

Ich fand Moaz' Idee, sein Erbe mit der Bedingung zu verknüpfen, dass die beiden für 6 Wochen ihre Leben tauschen müssen, sehr genial. Zwar weiß man am Anfang noch nicht wirklich, was es damit auf sich hat, aber es hilft den beiden sehr, um sich wieder anzunähern. So wurde aus Elias ein erfolgreicher Jungunternehmer in England und Mona wurde Leiterin einer Frühstückspension und stolze Mutter einer Tochter. Allerdings weiß man nicht so genau, warum die Wege der beiden sich getrennt haben, denn so wie es scheint, müssen sie sich sehr nahegestanden haben.

In Rückblenden findet man nach und nach heraus, warum Elias plötzlich nach England gegangen ist und was Mona dazu bewogen hat, ihre Träume aufzugeben. Dabei fand ich gerade Monas Geschichte sehr berührend. Man merkt so deutlich, dass sie eigentlich gerne studiert und Karriere gemacht hätte, aber wegen ihres Ex-Ehemanns darauf verzichtet hat. Zwar leitet sie nun eine Frühstückspension, was ihr Spaß macht, aber es ist auch nicht das, was sie immer machen wollte. Deswegen hat es mich sehr gefreut, dass sie durch die Testamentsbedingung nun die Möglichkeit erhält, sich in einer Firma zu beweisen.

Im Gegenzug erhält Elias die Möglichkeit, mehr über seine Wurzeln herauszufinden und eine Verbindung zu den Menschen seiner noch übrig gebliebenen Familie aufzubauen. Zwar merkt man schon, dass es Elias sehr schwerfällt, weil er dadurch tief versteckte Wunden wieder aufreißt, aber nach einer Weile sieht man auch, wie gut es ihm tut.

Zudem lernt man durch die Sicht von Elias auch die islamische Kultur kennen. So wird das Ritual des Totenwaschens näher erläutert, das verschiedene Schritte beinhaltet und nach einem bestimmten Ablauf erfolgen muss. Man bekommt auch einen Einblick darin, wie man die verschiedenen Gebetszeiten in den Alltag integrieren kann und wie die verschiedenen Gebete heißen und dass es z. B. auch optionale Gebete gibt, die man nicht machen muss, aber kann, wenn man möchte. Ich fand es interessant, mehr über diese Kultur zu erfahren, da ich gemerkt habe, dass ich über diese Kultur fast nichts weiß.

Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich kann jedem dieses Buch empfehlen, der herausfinden möchte, warum sich Moaz diese Art von Testament ausgedacht hat und dabei etwas mehr über die islamische Kultur lernen möchte.

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Veröffentlicht am 06.01.2026

Daniel Becker - Der Anwalt, dem die Monster vertrauen.

Anwälte und andere Monster
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Daniel Becker ist Rechtsanwalt und Seniorpartner bei Monster Lawyer LLC. Zusammen mit seinem extrem pelzigen Rechtsanwaltsgehilfen Dennis, seiner gelegentlich ebenfalls pelzigen Ermittlerin Martina und ...

Daniel Becker ist Rechtsanwalt und Seniorpartner bei Monster Lawyer LLC. Zusammen mit seinem extrem pelzigen Rechtsanwaltsgehilfen Dennis, seiner gelegentlich ebenfalls pelzigen Ermittlerin Martina und seinem nicht pelzigen, aber enthusiastischen Praktikanten versucht er, angeklagten Monstern vor Gericht zu helfen. Doch als er selbst als Angeklagter vor Gericht steht, gehen ihm die Optionen aus, wie er heil wieder aus dieser Situation herauskommen soll. Aber Daniel Becker wäre nicht der Anwalt, dem die Monster vertrauen, wenn ihm keine Lösung dafür einfallen würde.

Ich denke, es gibt nur zwei Möglichkeiten, wie man zu den Büchern von Royce Buckingham stehen kann: Entweder liebt man den Humor in den Büchern oder man versteht ihn nicht. Da ich schon seit dem ersten Band die Reihe verfolge, zähle ich mich zu der ersten Gruppe, da ich es toll finde, wenn es auch humorvolle Fantasy-Geschichten auf den Buchmarkt schaffen.

Zwar handelt es sich hierbei um den dritten Band einer Reihe, da es aber in jedem Band um andere Monster geht, kann man durchaus die Bände auch unabhängig voneinander lesen. Das Einzige, was vielleicht auf der Strecke bleibt, ist, dass man die Charaktere noch nicht so ins Herz geschlossen hat, dass man gewisse Entwicklungen als emotional empfindet. Den generellen Verlauf der Geschichte bekommt man aber ansonsten auch so mit, weil in den betreffenden Situationen, die Vorwissen voraussetzen, die Situation kurz mit ein paar Worten rekapituliert wird.

In diesem Band spielen ein kiffender Jungdrache und ein pummeliger Liebesgott eine tragende Rolle und ich muss sagen, dass ich die beiden „Monster“ bis jetzt als die witzigsten der Reihe empfand. Denn sie haben viel damit zu tun, wer Daniel eigentlich sein will. Als geschiedener Mann mit einer Teenagertochter ist es nicht leicht, herauszufinden, was man wirklich will, sodass eben nun die Monster ihm etwas helfen müssen. Vor allem Cupido gibt sich alle Mühe, Daniel zu seinem Liebesglück zu verhelfen. Wenn er auch einige sonderbare Methoden hat. Ich musste an vielen Stellen herzlich lachen, da es einfach so verrückt war.

Dadurch bin ich schon etwas traurig, dass die Reihe nun mit diesem dritten Band endet, aber vielleicht wird man ja in der Zukunft noch etwas von Daniel Becker und seinen Monstern hören. Ich würde mich auf jeden Fall darüber freuen.

Ich kann jedem dieses Buch empfehlen, der auf der Suche nach einem humorvollen Fantasy-Buch ist und findet, dass Monster definitiv einen Anwalt brauchen.

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Veröffentlicht am 06.08.2025

Alles ist vorherbestimmt, Anfang wie Ende, durch Kräfte, über die wir keine Gewalt haben.

When the Moon touches my Soul
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Wenn Skylar nicht gerade als Werwolf durch die Straßen von New York zieht, ist sie Leiterin der Security-Abteilung eines der bestbesuchten Nachtclubs in Downtown, dem „Nightwing“. Dementsprechend hat sie ...

Wenn Skylar nicht gerade als Werwolf durch die Straßen von New York zieht, ist sie Leiterin der Security-Abteilung eines der bestbesuchten Nachtclubs in Downtown, dem „Nightwing“. Dementsprechend hat sie auch schon vieles gesehen und ist eigentlich sehr abgeklärt. Bis sie ihren neuen Mitarbeiter, den Ex-Soldaten Ryan Green, erblickt. Sofort überflutet sie eine bunte Mischung aus Neugierde, Wachsamkeit und Zuneigung, die es ihr schwer macht, sachlich zu bleiben. Doch sie darf ihre Gefühle nicht zulassen, denn Ryan hat ein dunkles Geheimnis.

Als Maria sich nach fast zwei Jahren wieder gemeldet hat und mir gesagt hat, dass sie ein neues Buch veröffentlichen wird, wollte ich es sofort lesen. Denn in dieser Geschichte geht es um Werwölfe und in gewisser Weise macht mich dieser Umstand etwas sentimental, da ich vor Jahren auf Maria Winter wegen eines Werwolfbuchs aufmerksam geworden bin. So schließt sich nach Jahren der Kreis und ich bin sehr stolz auf Maria, dass sie es nun auch geschafft hat, das Buch in einem Verlag zu veröffentlichen.

Über dem Lesen sind mir hier und da auch schon einige Parallelen zu ihren anderen Werken aufgefallen, sodass ich das Gefühl hatte, dass dieses Werk eine wunderbare Mischung ihrer bisherigen Werke ist und jedes Puzzlestück so gesetzt werden musste, damit dieses Buch erscheinen konnte. So haben mich Skylar und Ryan ein bisschen an Skara und Logan aus der Reihe „Black“ erinnert und die Werwölfe an die Werwolf-Clans aus „Underworld“. Allerdings haben die Werke nichts mit ihrem neusten Buch zu tun, aber für mich als langjährige Leserin ist es schön zu sehen, wie Maria sich entwickelt hat.

So fand ich es spannend, in das düstere New York einzutauchen und direkt mit einem Mordfall konfrontiert zu werden. Jemand hat Frauenleichen so entstellt, dass jeder unweigerlich auf den Gedanken kommen muss, dass es ein wildes Tier war oder eben ein Werwolf. Das kann Skylar nicht auf sich sitzen lassen und ermittelt in ihrer Freizeit zu diesem Fall. Allerdings hat sie nicht mit Ryan gerechnet, der ihre Welt gehörig auf den Kopf stellt. Zwar war ich am Anfang etwas skeptisch, als es so schnell zwischen den beiden gefunkt hat, aber da es eine Geschichte im Genre Romance ist und sie scheinbar füreinander bestimmt sind, war ich fein damit. Es ist eben nur keine „Slow-Burn-Romance“, wenn man das von dem Buch erwartet hat.

Darüber hinaus fand ich es interessant, mehr über die verschiedenen Gruppierungen innerhalb New Yorks herauszufinden, denn Werwölfe sind nicht die einzigen phantastischen Geschöpfe, die des Nachts durch die Straßen wandeln.

Alles in allem hat mir dieser Auftakt der neuen Reihe von Maria Winter sehr gut gefallen und ich bin so gespannt, wie die Geschichte für Skylar und Ryan enden wird. Auf jeden Fall kann ich jedem die Geschichte empfehlen, der nach den vielen Drachengeschichten endlich mal wieder Lust auf eine Werwolf-Geschichte mit einer Brise Romance hat.

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Manchmal zeigt sich der Weg erst, wenn man anfängt, ihn zu gehen.

Die Hüterin der Fabelwesen
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Aufgrund einer Nichtigkeit wird Tarinija von den Göttern aus der Goldenen Stadt verbannt. Ihre Strafe sieht vor, dass sie als Hüterin im Tal der Fabelwesen fungieren soll, was sich per se nicht schlecht ...

Aufgrund einer Nichtigkeit wird Tarinija von den Göttern aus der Goldenen Stadt verbannt. Ihre Strafe sieht vor, dass sie als Hüterin im Tal der Fabelwesen fungieren soll, was sich per se nicht schlecht anhört. Doch keiner ihrer Vorgänger hat lange in diesem Tal überleben können, sodass sich Tarinija große Sorgen macht, ob sie jemals wieder in die Goldene Stadt zurückkehren kann. Deswegen unternimmt sie direkt nach ihrer Ankunft einen Fluchtversuch und macht dabei eine Entdeckung, die selbst für die Götter sowie die Goldene Stadt eine große Gefahr darstellt.

Als ich gelesen habe, dass es ein Spin-off zu Tarinija aus der Buchreihe „Die Chroniken der Drachenperle" gibt, musste ich das Buch unbedingt lesen. In der Buchreihe kam mir Tarinija eher unsympathisch rüber, sodass ich gespannt war zu erfahren, was ihr denn widerfahren ist, dass sie so übelgelaunt ist.

Allerdings kann man das Buch auch Vorkenntnisse lesen, denn außer, dass Tarinija auch in einer anderen Buchreihe vorkommt, gibt es keine weiteren Anspielungen auf andere Bücher. Vielleicht macht es auch Sinn, das Buch vor der Buchreihe zu lesen, denn dann hat man noch eine neutrale Sichtweise auf Tarinija.

So begleitet man Tarinija dabei, wie sie versucht, im Tal der Fabelwesen zu überleben, und macht einige interessante Bekanntschaften. Neben Greifen, Einhörnern und Gnomen gibt es auch einen schwarzen Panther, der sie von Anfang an zur Weißglut treibt, weil er sich anders als die anderen Fabelwesen wenig kooperativ zeigt.

Gerade diese Auseinandersetzungen zwischen den beiden fand ich ziemlich amüsant. Denn beide sind sehr dickköpfig und versuchen erst gar nicht, Kompromisse einzugehen. Auch als es um die Zukunft des Tals der Fabelwesen geht, versucht Tarinija alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um das Tal zu beschützen, während der Panther Noir sie daran hindern möchte, weil es eh keinen Unterschied für ihn macht.

Mir hat das Buch vor allem gefallen, weil man in eine fantastische Welt mit Fabelwesen eintauchen kann und die Welt von Tarinija nochmal aus einer anderen Perspektive erleben kann.

Deswegen kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der eine Geschichte über eine junge Frau lesen möchte, die als Hüterin der Fabelwesen in ein Tal verbannt wird und dort nach und nach ihre Berufung findet.

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Veröffentlicht am 28.05.2025

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

HEN NA E - Seltsame Bilder
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Sasaki wird von seinem jüngeren Kommilitonen Kurihara auf einen seltsamen Blog hingewiesen. Um Mitternacht desselben Tages sucht Sasaki nach diesem Blog und macht eine verstörende Entdeckung. Dieser Blog ...

Sasaki wird von seinem jüngeren Kommilitonen Kurihara auf einen seltsamen Blog hingewiesen. Um Mitternacht desselben Tages sucht Sasaki nach diesem Blog und macht eine verstörende Entdeckung. Dieser Blog besteht aus Tagebucheinträgen eines jungen Mannes, der die gezeichneten Bilder seiner Frau zeigt, die nach und nach eine Geschichte offenbaren, die schrecklicher nicht sein könnte.

Es kommt selten vor, dass mich ein Buch wirklich gruseln kann. Dieses Buch hat es mit einer Leichtigkeit geschafft, denn der Autor versteht es, Spannung zu erzeugen und durch gezielte Offenbarungen eine gruselige Atmosphäre aufrechtzuerhalten.

Schon das 1. Kapitel, der insgesamt 4 Kapitel mit dem Ehepaar Ren und Yuki, beginnt zwar mehr oder weniger normal, aber nach einer Zeit schwingt der Ton etwas um und aus der freudigen Erwartung ihres ersten Kindes wird etwas Bedrückendes. Man ahnt unweigerlich, dass sich hinter den kryptischen Nachrichten von Ren etwas Tiefergehendes verbirgt, aber man kann es auch nicht genau benennen. Ich dachte z. B. zunächst daran, dass die Frau vielleicht eine Kindbettdepression bekommen hat, was häufig vorkommen kann. Allerdings ist die Wahrheit noch viel schlimmer und wird auch nicht direkt offenbart, sondern erst in einem späteren Kapitel.

Denn die unterschiedlichen Kapitel gehören zwar zusammen, aber werden jeweils aus einer anderen Perspektive erzählt. So lernt man in den darauffolgenden Kapiteln Naomi Konno mit ihrem Sohn Yuta kennen oder den angehenden Zeitungsjournalisten Shunsuke Iwata, der den Mord an einem unbeliebten Kunstlehrer erneut aufrollen möchte, da die Ermittlungen damals ins Leere gingen. Anfangs ist man noch am Rätseln, wie die einzelnen Personen zusammenhängen, und ich hatte auch zuerst die Vermutung, dass es sich bei diesem Buch um einen Kurzgeschichtenband handelt, wie es bei japanischen Büchern auch öfters der Fall ist, aber alle Geschichten sind miteinander verbunden.

Wie sie miteinander verbunden sind, würde leider zu viel spoilern, aber ich kann nur sagen, dass es sehr spannend ist, den Zusammenhang hinter diesen Geschichten herauszufinden. Zudem sind die zahlreichen Illustrationen z. B. im Kapitel von Shunsuke Iwata auch sehr hilfreich, um selbst ein bisschen mitzurätseln, wie der Kunstlehrer ermordet worden ist oder was auf den Bildern von Rens Frau wirklich zu sehen ist.

Ich kann nur jedem dieses Buch wärmstens empfehlen, der eine wirklich gruselige Geschichte über die Bedeutung von Bildern lesen möchte und darüber, wie sie das Leben von einzelnen Personen beeinflussen können.

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