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Veröffentlicht am 14.01.2026

in ihrem 4. Fall muss Hanna Ahlander den Tod einer Studentin aufklären

Lügennebel
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In ihrem 4. Fall muss Hanna Ahlander den Todesfall der jungen Studentin Fanny aufklären, die mit ihrer Freundin Olivia und 4 Freunden zum Skifahren in Åre war. Die Eltern eines der Jungs hat ein riesiges ...

In ihrem 4. Fall muss Hanna Ahlander den Todesfall der jungen Studentin Fanny aufklären, die mit ihrer Freundin Olivia und 4 Freunden zum Skifahren in Åre war. Die Eltern eines der Jungs hat ein riesiges Ferienhaus in Sadeln, direkt an der Piste.
Doch gleich nach der ersten Nacht, in der die jungen Leute ausgiebigst gefeiert hatten, wurde Fanny tot im Schnee aufgefunden, nur mit Unterwäsche bekleidet.
Hanna und ihr Kollege Daniel Lindskog haben natürlich sofort einen der männlichen Studenten im Visier; die Zeugenaussage der Nachbarin bestätigt diese Vermutung. Doch die Studenten weisen alle Vorwürfe von sich und schweigen ansonsten.

Durch die sehr kurzen Kapitel und das ständige Springen zwischen dem Erlebnis von Hanna Ahlander (zu Beginn) und den Geschehnissen der Freundesgruppe wird man durch die Geschichte gepeitscht, weil man auch immer wissen will, wie es jeweils weitergeht.
Doch die Ermittlungen treten auf der Stelle, es geht gefühlt nichts weiter; dadurch ist es manchmal etwas langatmig.
Doch die Autorin hat es wunderbar geschafft, dass man sofort einen Täter im Visier hat und gegenüber den Studenten, deren Charakterzeichnungen detailliert und lebendig sind, positive oder negative Gefühle hegt. Und durch die Sicht von Olivia fiebert man mit ihr besonders mit.
Die Auflösung, die dann nach elendslanger erfolgloser Ermittlung dann irgendwie plötzlich kam, hat mich dann doch etwas überrascht und enttäuscht, denn ich konnte das Motiv nicht 100%ig nachvollziehen. Außerdem wurde ein interessanter Hinweis auf einen möglichen anderen Täter gar nicht weiterverfolgt.

Wundervoll fand ich wieder die lebendige und detailgetreue Darstellung der Gegend um Åre und der schneebedeckten Landschaft, so dass man alles genau vor Augen hat.
Auch die privaten Entwicklungen von Hanna, Daniel und deren Kollege Anton fand ich spannend zu verfolgen.
Im vorderen und hinteren Buchdeckel gibt es auch wieder einen Plan von Åre sowie den umliegenden Orten.


Fazit:
Auch im 4. Fall überzeugt die taffe schwedische Polizistin Hanna Ahlander und die lebendige Beschreibung der eisigkalten Umgebung von Åre. Die Auflösung hätte ich mir jedoch anders gewünscht.

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Veröffentlicht am 07.01.2026

David Hunters 7. Fall: eisige Kälte, abgeschiedene Düsternis und verborgene Knochen

Knochenkälte
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Im lang erwarteten 7. Band der Reihe verirrt sich der forensische Anthropologe Dr. Robert Hunter im Wintersturm im Gebirge und landet in dem kleinen Kaff Edendale, das sehr abgeschnitten liegt.
Aus der ...

Im lang erwarteten 7. Band der Reihe verirrt sich der forensische Anthropologe Dr. Robert Hunter im Wintersturm im Gebirge und landet in dem kleinen Kaff Edendale, das sehr abgeschnitten liegt.
Aus der Heimfahrt am nächsten Tag wird nichts, denn die Brücke, der einzige Weg aus dem Dorf hinaus, ist abgerissen.
Zu allem Überfluss ist auch noch der Strom weg. Und in dieser Düsternis stößt David Hunter im Wald bergan, wo er eigentlich nach Handyempfang gesucht hat, auf ein Skelett, das in den Wurzeln einer vom Sturm umgerissenen Fichte hängt.

Zu Beginn dauert es etwas, bis die Geschichte Fahrt aufnimmt. Das ganze Drumherum, wie und warum Hunter in Edendale landet, hätte für meinen Geschmack etwas kürzer sein können.
Auch die vielen handelnden Personen sind erstmal unzählig; doch alle sind lebendig gezeichnet. Ein bisschen Klischee ist auch mit dabei: eine mürrische Familie, die Beddoes, dessen bösartiges Oberhaupt seine Familie und das Dorf fest im Griff hat; Hooley, ein Schlägertyp, das Anhängsel dieser Familie, und die Einwohner, die Hunter abweisend gegenübertreten.
Doch es gibt auch freundliche Menschen: Maud, die Chefin der Fichtenplantage, die erstmal ablehnend ist; und natürlich Jon Reese, dessen Frau Nisha und Baby Kiran, die David bei sich im "Hotel" aufgenommen haben.

Ich mag den Schreibstil von Simon Beckett sehr, er ist wirklich mitreißend. Und auch wenn dieser Hunter-Thriller ein anderer ist als gewohnt, fand ich auch hier den Spannungsbogen konstant aufrecht. Und durch sein Wissen und seine Erfahrung kann David Hunter auch ohne Leichenhalle und Technik ein Skelett zuordnen: Geschlecht, Alter, Abstammung; und wie lange es schon im Erdreich liegt.
Auch wenn mir das Geheimnis um das Skelett schnell klar war, hat sich die ganze Geschichte dann erst nach und nach komplett aufgedeckt.

Dieses Buch lebt aufgrund der fehlenden 'echten' Forensik-Arbeit von der lebendigen Beschreibung der Landschaft und der Atmosphäre. Man hat die schroffen Berge, die düstere Fichtenplantage und den Fluss genau vor Augen und fühlt die eisige Kälte, den Schnee; aber auch die Kraftanstrengungen und die Verletzungen mit. Schnee, Eis, Kälte, und die isolierte Abgeschiedenheit sowie der Fund der verborgenen Skelette (logisch, dass eines nicht genug ist ;) bringen Spannung.
Zu offensichtlich war mir allerdings der Täter; doch es gibt natürlich auch einige überraschende Wendungen.


Fazit:
Ein etwas anderer 7. Fall für David Hunter. Für mich sehr spannend. Doch ich finde, das Buch lebt von der anschaulichen Beschreibung der unwirtlichen Landschaft, der eisigen Atmosphäre und der gruseligen, stromlosen Abgeschiedenheit des Dorfes mit den grimmigen Einwohnern.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

humorig und zum Nachdenken anregend

Horror-Date
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Für mich war "Horror-Date" der erste nicht-Thriller von Sebastian Fitzek und ich war schon seeehr gespannt, ob er auch lustig kann. Kann er! Hier aber gemischt mit einem sehr ersten Thema.
Denn Raphael ...

Für mich war "Horror-Date" der erste nicht-Thriller von Sebastian Fitzek und ich war schon seeehr gespannt, ob er auch lustig kann. Kann er! Hier aber gemischt mit einem sehr ersten Thema.
Denn Raphael ist unheilbar krank. Und möchte deshalb noch einmal ein Date haben, weshalb er sich bei "The Walking Date", angemeldet hat , einer Dating-Plattform für Menschen, die nicht mehr lange zu leben haben, und dort die ebenfalls sterbenskranke Nala kennengelernt hat. Die beiden haben den gleichen Humor und sie verbindet ihre Liebe zur Literatur.
Als es jedoch zu einem echten Treffen kommen soll, kriegt Raphael kalte Füße und schickt seinen besten Freund Julius zu dem Date.
Doch Julius ist das komplette Gegenteil von Raphael und soll eigentlich in wenigen Tagen heiraten - und so kommt es, wie es kommen muss: das Treffen wird zum Horror-Date.

Die Idee einer Dating-Plattform für todkranke Menschen, fand ich interessant.
Und der chaotische Julius, der erstmals sehr oberflächlich erscheint, und sein bester Freund sind wie Tag und Nacht. Und trotzdem - oder gerade deshalb - so gute Freunde. Toll fand ich, dass Julius zum Date geht, weil es Raphael dafür zu schlecht geht. Obwohl er doch bald heiraten soll und auf ein Treffen mit einer Fremden so gar keine Lust hat. Und auch nicht sofort abhaut, als es anfängt, so richtig schief zu laufen. Da merkt man, dass ihm sein Freund wirklich sehr wichtig ist.
Manchmal war mir die Geschichte zu gewollt lustig, und für manche Menschen kann dies gerade bei so einem sensiblen Thema unpassend erscheinen.
Ich wurde jedenfalls gut unterhalten, auch durch überraschende Wendungen; aber auch zum Nachdenken angeregt.


Fazit:
Ein sehr sensibles Thema mit etwas zu viel Humor verarbeitet. Wenn es einen nicht triggert, dann ist es sehr unterhaltsam und regt zum Nachdenken an.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

komplexe Familiengeschichte und ein Kunst-Kriminalfall

Das geheime Bildnis
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Die Geschichte spielt auf verschiedenen Zeitebenen; zu Beginn ist es nur im Prolog ein Krimi (in der Gegenwart wurde Patrick wegen Mordes verhaftet - aber an wem und warum?), danach eher eine komplexe ...

Die Geschichte spielt auf verschiedenen Zeitebenen; zu Beginn ist es nur im Prolog ein Krimi (in der Gegenwart wurde Patrick wegen Mordes verhaftet - aber an wem und warum?), danach eher eine komplexe Familiengeschichte.
Im Jahr 1991 liest man abwechselnd in ich-Form aus Sicht von Caroline und Patrick; und dann gibt es noch Auszüge aus Juliette Willoughbys Tagebuch aus dem Jahr 1938.

Man begleitet abwechselnd Patrick und Caroline, dadurch baut man schnell eine Beziehung zu den beiden Figuren auf.
Man springt immer wieder in den Zeitebenen umher, somit erfährt man erst nach und nach alle Infos und die Puzzlestückchen fallen erst sukzessive an ihren Platz.
Durch die leicht zu lesende Schreibweise und die gute Strukturierung weiß man immer, wo man sich befindet und alles ist trotz der komplexen Handlung und den Verflechtungen gut nachvollziehbar.
Der Roman beinhaltet eine Vielfalt an Themen; eine Mischung aus Kunst, die einen hohen Stellenwert hat und Familiengeheimnissen. Für mich war es weniger ein Krimi, sondern eher eine Familiengeschichte, die auf mehreren Zeitebenen spielt. Und solche Familiengeschichten haben ja auch immer ihre dunklen Geheimnisse.

Durch die Komplexität und die aufwühlende Geschichte einer Familie über mehrere Generationen war man immer gefesselt; und die Auflösung war authentisch und nachvollziehbar.
Schicht um Schicht werden die Geheimnisse langsam aufgedeckt, was manchmal ruhig etwas schneller hätte passieren dürfen.


Fazit:
Für mich war es weniger ein Krimi, sondern eher eine komplexe Familiengeschichte, die auf mehreren Zeitebenen spielt. Und solche Familiengeschichten haben ja auch immer ihre dunklen Geheimnisse.

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Veröffentlicht am 08.12.2025

Teil 3 um Nick und das grausame Computerspiel Erebos

Erebos 3
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Erebos ist zurück , ein Mädchen ist verschwunden - und Nick muss wieder als Dunkelelf Sarius mitspielen. Kann er das Spiel ein drittes Mal besiegen?

Auch wenn es schon länger her ist, dass ich Erebos ...

Erebos ist zurück , ein Mädchen ist verschwunden - und Nick muss wieder als Dunkelelf Sarius mitspielen. Kann er das Spiel ein drittes Mal besiegen?

Auch wenn es schon länger her ist, dass ich Erebos 1 und 2 gelesen habe, ist man sofort wieder mittendrin in der Welt dieses Computerspiels, das nicht nur ein Computer-Spiel ist. Und in Nicks Leben, der als wirklich sympathischer und empathischer Charakter gezeichnet ist und versucht, mit den strengen Vorgaben von Erebos sein Leben und das seiner Spielfigur Sarius bestmöglich zu meistern. (Und im Spiel heißt das: überleben.)

Nick ist nun erwachsen und arbeitet als Fotograf, doch sein Job läuft nicht recht gut, er hat kaum Aufträge.
Sein Freund Victor, den ich immer schon sehr mochte, weil er so witzig und gefinkelt ist, ist auch wieder dabei.
Man fiebert mit Nick von der ersten Seite an mit und ist wieder genauso fasziniert von dieser dunklen, düsteren Spielewelt (die hier aber leider nicht ganz so detailliert gezeichnet ist wie in den Vorgängerbänden), in der Dunkelelfen, Vampire, Barbaren, Werwölfe und andere fantastische Wesen Kämpfe bestreiten und Rätsel lösen müssen. Doch nicht nur in der virtuellen Welt; auch in der realen Welt müssen Aufträge erledigt werden.
Die Spieler müssen Horden zu je 10 Figuren bilden, um Rätsel zu lösen und etwas oder jemanden zu finden. Jedoch erhalten sie keine genaueren Hinweise. Man rätselt ebenso mit und ist auch ebenso ratlos wie Nick. WAS sollen diese Zeichen, Hinweise und Andeutungen bloß bedeuten?

Ich habe mich diesmal jedoch lange gefragt, was genau der Sinn hinter Erbos ist; bzw. warum sich das Spiel nach so langer Zeit wieder aktiviert hat. Denn Erebos weiß, worum es geht, wer beteiligt ist usw. Warum also in der virtuellen Welt Mitstreiter finden für eine Sache, die man in der realen Welt leicht hätte anzeigen können? Bzw. kam es mir so vor, dass Erebos überhaupt der Grund für die kriminellen Handlungen war - also somit total widersächlich.
Leider hat mich die Auflösung bzw. Begründung nicht ganz überzeugt - oder ich hab es einfach nicht richtig verstanden ;)


Fazit:
Obwohl mich Motiv und Auflösung nicht so ganz überzeugen konnten, weiß Ursula Poznanski mit Schreibstil und Verlauf zu fesseln. Der Spannungsbogen ist konstant aufrecht und man fiebert mit Nick von der ersten bis zur letzten Seite mit!!

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